
WJT-Sprecher Matthias Kopp hatte am Montag (08.08.05) noch gesagt, man werde um besseres Wetter beten und einen Besuch von Kardinal Meisner bei der Schwarzen Madonna von Köln angekündigt. Der Kölner Erzbischof kam heute in die Gemeinde "Maria in der Kupfergasse" und ruderte erst mal zurück: Er wolle nicht - wie es das Karnevals-Dreigestirn tue - eine Kerze für gutes Wetter entzünden. Das Wetter liege allein in den Händen des Herrn. Nein, er wolle für einen guten Weltjugendtag beten. "Gott hat Maria die Regie für die Erziehung seines Sohnes gegeben", erläutert der hohe Würdenträger volkstümlich die Bedeutung der Muttergottes. Und so wolle er, Meisner, nun Maria die Regie für den Weltjugendtag übertragen. Und dann stellte der Kardinal eine Kerze in den Maßen XXL auf, die er von einem jugendlichen Helfer entzünden ließ. Unter diesem Licht stimmte Meisner ein umfangreiches Repertoire von Mariengebeten und -liedern an. Und sang die ansonsten doch sehr textfeste Gemeinde geradezu an die Wand: Bei einigen Gesängen wurden die zweiten und dritten Strophen etwas dünner, umso inbrünstiger fielen dann alle wieder in den Refrain ein: "Maria hilf uns allen, aus der tiefen Not."

Kardinal Meisner ist ein häufiger Besucher der Gemeinde, die wegen der Madonna mit dem schwarzen Gesicht als Wallfahrtsstätte gilt. In dieser Kirche, mitten in der Kölner City, ist jeden Sonntag Ostern und Weihnachten zusammen - und zwar, was die Menge der Gläubigen anbelangt, die in die Messe strömen. Das kennen andere Gotteshäuser nur von hohen Feiertagen. Die Gemeinde von "Maria in der Kupfergasse" ist bekannt für ihre deutlich konservative Ausrichtung und zieht damit Katholiken über Köln hinaus an. Der Kardinal weiß, dass er auf die Kupfergassen-Schäfchen zählen kann. Zum Abschluss seines Besuchs sagt er zur Gemeinde: "Ich verlasse mich ganz auf euer Gebet. Kann ich das?" Die meist älteren Damen in den Bänken nicken heftig und eine sagt noch entschieden: "Aber hundertprozentig!"
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Mit nur fünf Minuten Verspätung kommt der erste Sonderzug mit Pilgern aus Italien im Kölner Hauptbahnhof an. Aber auf Gleis 2 ist es leer. Geradezu gespenstisch leer. Wo sind all die Herbergseltern, die ihre Pilger in Empfang nehmen? "Herzlich willkommen zum Weltjugendtag in Köln" tönt es zumindest sehr freundlich aus dem Lautsprecher. Die Türen bleiben zu. Dann eben auf Englisch: "Welcome to the Weltjugendtag in Cologne". Noch immer steigt niemand aus. Der Zug verlässt Köln ohne auch nur einen Pilger in der Domstadt zu lassen. Denn sein Zielort ist Essen. Dort finden ab heute - wie in allen deutschen Diözesen - bis zum 15. August die "Tage der Begegnung" statt. Rund 120.000 Jugendliche aus 160 Ländern werden dazu erwartet.
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Ein Kasten steht am Rheinufer und verbreitet hörbar für alle eigentümliche Geräusche: "Blobberpfff, blobberpfff." Es sind die Atemgeräusche des Polizeitauchers. Er ist gerade unter Wasser und sucht den Rhein nach "gefahrträchtigen Gegenständen" ab, wie es im Fachjargon heißt. Kurz nachdem der Taucher unter die Wasseroberfläche verschwunden ist, kommt er wieder hoch. Gespannte Erwartung: Was ist passiert? Nichts! Lediglich die Strömung ist zu stark. Darum erhöht der Taucher den Gewichtgürtel um seinen Hüften auf das Doppelte, nämlich auf acht Kilo. Jetzt kann er auch tiefer abblobbern. Die Presse vertreibt sich die Wartezeit mit Zahlensammeln: Der Rhein ist hier 380 Meter breit, und bis zu 4,80 Meter tief. Die Wassertemperatur an der Oberfläche beträgt 19 Grad, weiter unten 16 - 17 Grad ("also nicht kalt"). Ein weiterer Taucher steht einsatzbereit am Ufer. Falls etwas passieren sollte, wird er sofort ins Wasser springen und den Kollegen retten. Polizeipressesprecher Jahn stellt klar: "Tauchen ist eine gefahrenbehaftete Tätigkeit und keine Bademeistertätigkeit." Die Ausbeute in einem Hallenbad ist vielleicht größer als heute Vormittag am Rhein. Denn der Taucher findet nichts. Noch nicht mal ein altes, verrostetes Fahrrad. Also alles normal. Das ist eigentlich keine Meldung wert. Aber Köln ist im Ausnahmezustand und die Schreckensszenarien haben Konjunktur. Da ist es wichtig festzuhalten: Keine gefahrbringenden Gegenstände gesichtet! Der Papst kann kommen.

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Burkhard Jahn ist ein freundlicher und serviceorientierter Mensch. Das erleichtert mir die Arbeit, denn er ist Polizeipressesprecher. Während ich ihn am Rheinufer zu der Arbeit der Polizeitaucher befrage, die gleich den Fluss absuchen werden, zeigt er aufgeregt auf zwei Schiffe: "Da, das ist DAS Bild! Da haben Sie die Rheinenergie, auf der der Papst hier lang fahren wird, und ein Polizeiboot." Vielen Dank!
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