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Weltjugendtag-Weblog - Archiv vom 13.08.05

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Samstag, 13.08.2005

Bild von Marcus Bösch, Rechte: WDR

Blicke auf das Marienfeld?

Leicht verschwommener Blick; Rechte: DW/Bösch

Tja, das war wohl nichts. Irgendwann reicht's aber auch. Wie ich zurückgekommen bin? Bus nach Frechen, S-Bahn nach Hause. Ganz einfach. Und schnell.

Fazit:

Vielleicht hätte es ja mit christlichem Gesang besser geklappt. Auf meinem iPod fehlt der allerdings noch. Meine persönliche Empfehlung für alle Pilger in spe: Mit der Bahn mindestens bis Weiden fahren und dann laufen. Die ganze Strecke ist nur was für Hartgesottene.

Fühlt sich aber gut an, das Pilgern. Irgendwann fühlt man sich wie Forest Gump ("Lauf Forest"). Wer die Kelly Family nächsten Samstag auf dem Marienfeld erleben will, sollte auf jeden Fall früh loslaufen. Für die ganze Strecke braucht man bestimmt mindestens sieben Stunden, wenn nicht mehr.

Und die Blicke aufs Marienfeld? Bitte sehr:
WWW: Drei Webcams auf dem Feld

Anfang verpasst? Hier geht's zurück zum Start der
Blog: Pilgerwanderung im Selbstversuch.

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Kommentare zum Eintrag Blicke auf das Marienfeld?

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Bild von Marcus Bösch, Rechte: WDR

"Das ist viel zu weit"

Irgendwo zwischen Frechen und Königsdorf [24614 Schritte]

(K)ein Ende in Sicht; Rechte: DW/Bösch

Die beiden walkenden Damen im Sportdress sehen mich kritisch an. Kein Wunder. Dieser Tagesmarsch geht nicht spurlos an mir vorüber. Fühle mich ausgelaugt, verschwitzt und fertig mit der Welt. "Nein, nein das kann man nicht laufen. Das ist viel zu weit", sagt die eine. Recht hat sie.

Sehen Sie den Dom? Rechte:DW/Bösch

Nach jeder Wegbiegung geht es weiter, nach jedem Feldweg folgt ein weiterer. Ich hab keine Lust mehr. "10 Kilometer sind das bestimmt noch", ergänzt die andere. Ich gebe auf. Der Dom verschwindet langsam im Hintergrund. Ich will einen Bus, eine S-Bahn und eine Dusche.

Vom kompletten Marsch (Dom bis Marienfeld) kann ich nur dringend abraten...

Weitere Verweise zu "Das ist viel zu weit"

Kommentare zum Eintrag "Das ist viel zu weit"

Jetzt bloß nicht schlapp machen! Ich drück' dir die Daumen!

Stephan am 13.08.05 17:15

Danke trotzdem ;-)

Marcus Bösch am 13.08.05 19:30

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Bild von Marcus Bösch, Rechte: WDR

Meine erste Stele

Köln Frechen, Gartenoase [22002 Schritte]

Stele; Rechte: DW/Bösch

Das soll alles sein? Also beim besten Willen, diese Stelen hatte ich mir ein bisschen größer vorgestellt. Von weitem sichtbar sind die bestimmt nicht. Aber vielleicht liegt es ja auch an mir. Das Brandenburger Tor, Stonehenge und das Atomium hatte ich mir auch wesentlich bombastischer erhofft.

Na ja, auf jeden Fall steht jetzt hier so eine Stele. Nummer vier müsste es sein. Ich bin zurück auf dem richtigen Weg, der offenbar immer länger wird...

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Bild von Marcus Bösch, Rechte: WDR

Wo ist der Weg?

Köln Weiden, Rheincenter [17491 Schritte]

Immer geradeaus? Rechte: DW/Bösch

Und jetzt? Die Karte aus dem Pilgerrucksack ist am Ende. Auf der Rückseite geht es mit Düsseldorf weiter. Von den angekündigten Stelen ("Sieben Stelen mit dem päpstlichen Wappen, dem Porträt Adolph Kolpings und dem Emblem des Weltjugendtags weisen dem Wanderer das Ziel Marienfeld") ist nichts zu sehen. Die sporadisch verteilten kleinen Wegweiser an manchen Straßenschildern sind ohne detaillierte Vorkenntnisse kaum zu finden.

Schön, schön; Rechte: DW/Bösch

Dafür habe ich aber meinen ersten transzendentalen Zustand. Bin so verwirrt, dass ich erst meinen Pulli verliere, dann die Glastür vom Rheincenter beim Öffnen fast zerschmettere und mich dann in diesem Konsummoloch 20 Minuten lang verlaufe. Vielleicht sollte ich mal was essen. Vielleicht sollte ich mal auf Toilette. Und vielleicht sollte ich mal den Weg wieder finden…

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Du schaffst es, Marcus, nicht aufgeben!

Stephan am 13.08.05 15:14

Dein Wort in Gottes Ohr, aber im Moment glaube ich nicht mehr dass das hier was wird...

Marcus Bösch am 13.08.05 15:53

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Bild von Marcus Bösch, Rechte: WDR

Das war die Innenstadt

Köln Stadtwald, Friedrich-Schmidt-Straße [7905 Schritte]

Im Wald ist auch nichts mehr los; Rechte: DW/Bösch

Weiter, immer weiter. Warm ist es. Und langsam aber sicher wird das ewige Gewandere ein bisschen eintönig. Denke die ganze Zeit abwechselnd an den blöden Straßenfeger aus Michael Endes Momo ("ein Schritt und dann noch ein Schritt, dann geht es ganz schnell, denke nicht an die ganze Strecke") und an den Trabschritt der Aborigines. Den wenden die Ureinwohner Australiens angeblich bei tagelangen Wanderungen durch die Steppe an. Wie der geht? Einen langen Schritt mit rechts, zwei kurze Hopser mit links – glaube ich. Sieht reichlich bescheuert aus.

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Bild von Marcus Bösch, Rechte: WDR

Undercover im Namen des Herrn

Köln Ehrenstraße [3364 Schritte]

Innenstadteindrücke; Rechte: DW/Bösch

Könnte eigentlich ein ganz normaler Vormittag sein. Erst ein bisschen durch die Innenstadt schlendern, Eis essen, Turnschuhe anprobieren und ein Buch kaufen. Machen ja auch alle rings um mich herum. Wissen allerdings nicht, dass ich als Undercover-Pilger in geheimer Mission wandere.

Erster Zwischenstopp: ein Supermarkt in der Ehrenstrasse. Notebook, Kamera, Schrittzähler, Karte, Regenjacke, Stift und Papier habe ich zwar mit. Vergessen habe ich allerdings meine Pilgerflasche. Und ohne die kann ich unterwegs schlecht das kostenlos angebotene WJT-Wasser abfüllen. Nicht gekauft habe ich die Nordic-Walking-Stöcke ("Kondition, Fettverbrennung & Figurstyling") für 17,99 Euro.

Weitere Verweise zu Undercover im Namen des Herrn

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Ehrenstraße, ständig muss ich als Journalistin mit Laien darüber diskutieren, dass es sehr wohl noch das "ß" gibt. Mit Kollegen auch öfter. Und dann lese ich hier Strasse - beim WDR. Ich schiebe es mal auf die platten Füße ...

Anna Braun am 14.08.05 11:38

Hallo Anna Braun,

Schande auf mein Haupt (aber nur ein bisschen).Also Ehrenstraße, OK.

Wenn man "Straße" gegen "Strasse" gegeneinander googelt, dann gewinnt "Strasse" übrigens mit 9.950.000 Treffern zu 9.940.000. Aber das nur am Rande.

Marcus Bösch

Marcus Bösch am 14.08.05 12:38

Liebe Anna Braun,
fällt Ihnen kein besserer Kommentar ein als diese Korintenkakkarechtschreibung (nach neuer Rechtschreibung mit ohne h und doppel k)??
Beste Grüsse
ein Laie

Laie am 14.08.05 13:43

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Bild von Marcus Bösch, Rechte: WDR

Irgendwo da hinten...

Köln Domspitze [753 Schritte]

Irgendwo da hinten ist das Feld;   Rechte: DW/Bösch

Tolle Idee, den Marsch zum Marienfeld mit einem Aufstieg zur Domspitze zu beginnen. Gemeinsam mit schwitzenden und schnaufenden Touristenhorden ("langsamer schneller kannst du noch annerese oh lots and lots of steps allez allez ja danke kurz mal platz machen yeah lots and lots of steps") bin ich jetzt zwar oben. Meine Beine fühlen sich aber für's erste an wie Blei.

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Kommentare zum Eintrag Irgendwo da hinten...

Lieber Marcus Bösch,
lieber Stefan Domke,
liebe Sabine Tenta,

Gratulation zu dem ansehnlichen Blog! Gute Idee, ein solches zum WJT einzurichten! Ein Bericht über den Gegenpart zu "Heidenspaß" wäre nett:
http://www.weisse-rose.info/modules.php?name=News&file=article&sid=280
Dort sind auch Sie verlinkt.
Verlinkenswert auch noch:
http://blog.koeln.de/magnusbecker und
http://blog.magnusbecker.de/

Viel Erfolg, Glück und Gottes Segnen beim Weltjugendtag!

Herzliche Grüsse,
Magnus

Magnus am 13.08.05 11:32

Lieber Magnus,

es freut uns sehr, dass Ihnen unser Blog gefällt. Natürlich werden wir in den nächsten Tagen auch die "religionsfreie Zone" aufsuchen.

In der Zwischenzeit können Sie einen Bericht über den "Heidenspaß" auf den Seiten von wdr.de lesen:

"Heidenspaß mit Dinopapst" (10.08.05)
http://www.wdr.de/themen/kultur/religion/weltjugendtag_2005/vorort/heidenspass/index.jhtml?rubrikenstyle=weltjugendtag_2005

Herzliche Grüße

Sabine Tenta

Sabine Tenta am 13.08.05 13:08

Lieber Magnus,

machen Sie sich keine Sorgen, der WDR ist ja dafür bekannt, dass er nicht gerade freundlich über kirchliche Themen berichtet (um es mal freundlich auszudrücken). Jüngstes Beispiel ist der Monitor-Beitrag zum WJT.

Ihrer Gegenveranstaltung wird also sicher noch mehr als genug Raum in der Berichterstattung gegeben. Würde mir allerdings wünschen, dass sie auch kritisch hinterfragt wird.

Interessanter Blog bisher. Mal schauen, wie sich das so entwickelt.

Viele Grüße,
Daquino

Daquino am 13.08.05 14:25

@Sabine
@Daquino

Nun, anscheinend haben Sie/habt Ihr nicht die Zeit gehabt, alles durchzulesen, aber die Bitte an den WDR war eine andere: eben nicht (wie schon viel zu oft geschehen) über das "Heidenspaß"-Komitee obskurer Atheisten zu berichten, sondern über Jugendprojekte, die dieses Komitee kritisieren! Ich schrieb ja: "Gegenpart zu 'Heidenspaß'...". ;) Nicht etwa "Gegenpart zum WJT..."! In der Hoffnung auf eine Verlinkung christlicher Jugendgruppen, mfG

Magnus am 13.08.05 15:58

Sorry, hab' mich verlesen. Ich unterstütze diese Bitte.

Daquino am 14.08.05 01:53

Na, Magnus, da hast du dich aber auch ein bisschen mißverständlich ausgedrückt. Denn der "Gegenpart" zum Heidenspaß ist nun mal der Weltjugendtag selbst und darüber berichtet der WDR doch nun wirklich sehr ausführlich! Fünf MInuten kritischer Bericht in Monitor und am nächsten Tag 45 Minuten unkritisches Papstporträt im Dritten. Und guck mal hier im Internet: Viel mehr Artikel über den Weltjugendtag beim WDR als über den Heidenspaß. Da könnt ihr wirklich nicht meckern!

Anna am 14.08.05 09:41

daquino, ich unterstuetze die bitte auch.

anna, nein, da hat magnus schon recht. es sollte ueber einen spezifischen contrapunkt berichtet werden, und der ist nun mal das blog der weissen rose gegen die komischen heidenspassvoegel. der widerpart zu den atheisten ist nicht der wjt als solcher! es gibt da ausser den weisse rose-katholiken keine einzige andere initiative, die sich gegen die athe-gruppe wendet. ich glaube aber, das ein netter deutsche welle blogeintrag, der das couragierte anti-atheisten-blog vorstellt, reichen wuerde. ein radio- oder sogar wdrtv-bericht ist vermutlich zuviel verlangt.

Eric am 14.08.05 21:14

Also, jetzt habe ich mir die "Weiße Rose" mal genauer angesehen und bin entsetzt! Darf denn JEDER diesen Namen verwenden? Ich glaube Sophie und Hans Scholl würden sich im Grabe umdrehen. Sie haben für Toleranz, Demokratie und Mündigkeit und gegen Totalitarismus und den Obrigkeitsstaat gekämpft und dafür ihr Leben geopfert. Wo bleibt eure Toleranz gegenüber Nicht-Katholiken? Oder "athes" wie Eric schreibt. (Sind wohl Atheisten gemeint.) Ganz schön enge Weltsicht. Im übrigen finde ich den folgenden Artikel aus der "taz" SEHR interessant, der die "Weiße Rose" und Magnus Becker kritisch beleuchtet:
http://www.taz.de/pt/2001/06/08/a0178.nf/text.name,askBmUqDo.n,0
(Wenn man bei Google "Magnus Becker" und "Weiße Rose" eingibt, kommt das als erster Treffer.)
Interessante Lektüre wünscht
Anna

Anna am 15.08.05 11:21

@"Anna" (Rolf?)
wenn es sich (was mit mitgeteilt wurde) bei dir um denjenigen handelt, der in der Church of Satan aktiv ist und maßgeblich an jenem (übrigens uralten und längst widerlegten!) Artikel aus der Taz mit beteiligt war, ist alles klar. Entweder du teilst mit, wer du bist und was dich reitet, eines der wichtigsten Projekte im Gedenken an die Geschwister Scholl (die sich keineswegs im Grabe umdrehen, sondern sich über Aktionen wie auf www.weisse-rose.info freuen würden!) in den Dreck zu ziehen. Oder du bist schlicht nicht ernstzunehmen. So, und nun wieder zum Thema zurück (keine Ablenkungsmanöver mehr, die das Atheisten-Lager nur zu gut auf Lager hat)! Ist es nicht schade, dass den (z. T. kriminellen) Antichristen so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, viele sehr aktive junge ChristInnen aber kaum zum Zuge bzw. zu Wort kommen?

Magnus am 15.08.05 11:53

Donnerknispel, Magnus, jetzt reicht's aber langsam wirklich mit Deinen Rundumverleumdungen, bei denen Du wahllos alle, die (völlig berechtigte) Kritik an Deinen dubiosen Machenschaften äußern, als Nazis, Pädos, Satanisten oder sonstwie "Kriminellen" bezeichnest, die natürlich auch noch "von der rot-grünen Regierungslobby bezahlt" werden.

Schlimm genug, wie Du Dich derzeit an die Kirche heranschleimst - hast Du es denen mittlerweile verziehen, dass die einmal ausdrücklich vor Dir gewarnt haben? Früher 'mal "Trittbrettfahrer gegen rechts", heute Trittbrettkatholik.

[[[ Ein Wort gelöscht (wdr.de) ]]]


Und damit Du noch 'was lernst: Atheisten sind keine "Antichristen" (was natürlich so nett "satanistisch" klingt, nicht?), sondern schlicht "Nichthcristen".

[[[ Ein Satz gelöscht. (wdr.de ]]]

[[[Bitte halten Sie sich an die Blogregeln. Auch bei intensiven Diskussionen ist es nicht hinnehmbar, Teilnehmer des Blogs persönlich anzugreifen. Wir haben daher Teile Ihres Eintrags entfernt. (wdr.de) ]]]

DemonDeLuxe am 17.08.05 20:55

Da ich davon ausgehe, dass dieser unverschämte Eintrag des Verleumders DemonDeLuxe (Dominique Toussaint) in Kürze entfernt wird, gehe ich nicht darauf ein. Einfach absurd, was der für seine Rufmord-Kampagnen bekannte Typ hier postet.

Magnus am 18.08.05 11:51

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Bild von Marcus Bösch, Rechte: WDR

Destination Marienfeld

Start: Köln, Dom Hautportal [0 Schritte]

So ungefähr sieht der Weg aus - komprimiert; Rechte: DW/Bösch

Das Marienfeld ist eine 2,6 Quadratkilometer große Ackerfläche westlich von Köln. Das Marienfeld ist der Platz, auf dem der Papst am nächsten Samstag die Vigil und am Sonntag den Abschlussgottesdienst des WJT feiern wird.

Heute wird gepilgert. Genau eine Woche bevor sich hunderttausende junger Katholiken auf den rund 25 Kilometer langen Fußmarsch vom Dom zum Marienfeld machen, teste ich die Strecke im Selbstversuch. Als serviceorientierter Dienstleister ist mir kein Weg zu weit, um folgende Fragen zu beantworten:

Wie fühlt man sich denn so als Pilger?
Lohnt sich der komplette Marsch bis zum Feld?
Wann muss ich am 20. August loslaufen, um die Kelly Family im Rahmenprogramm auf dem Marienfeld noch zu sehen?

Los geht's...

Weitere Verweise zu Destination Marienfeld

Kommentare zum Eintrag Destination Marienfeld

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Bild von Stefan Domke, Rechte: WDR

Wenn meine Mutter das wüsste...

Köln, Gereonstraße, vor dem Weltjugendtagsbüro

Die Häuserfront des WJT-Büros; Rechte: WDR/Domke

"Sie müssen mal gucken, hinter wie vielen Fenstern bei uns abends um zehn das Licht noch leuchtet", meinte Weltjugendtags-Geschäftsführer Hermann-Josef Johanns vor einer Woche zu mir. Jetzt hab ich mal geguckt, um viertel nach elf: Tatsächlich - Neonlichter in einem Großteil der Büroräume. Und ab und zu mal hier, mal da nur kurz auftauchende Gestalten, die schnell wieder im Inneren des Gebäudes verschwinden.
Unten, in der Gereonstraße, schunkelt sich eine Gruppe von Kölnbesuchern in den Rest der Nacht, die vermutlich nicht des Weltjugendtags wegen in der Stadt sind.
Während ich versuche, die nächtliche Betriebsamkeit der Weltjugendtagsorganisatoren im Bild festzuhalten, öffnet sich die Einganstür:
"Nein, bitte kein Foto von mir" wehrt sich eine WJT-Helferin, die seit Monaten freiwillig unbezahlte Zwölfstundenschichten schiebt und nur für eine kurze Zigarettenpause vor die Tür gekommen ist.
"Meine Mutter darf davon nichts wissen", fügt die Frau Anfang zwanzig hinzu.
Ich glaube, sie meint ihre Zigarette.

Der Briefkasten des WJT-Büros; Rechte: WDR/Domke

Weitere Verweise zu Wenn meine Mutter das wüsste...

Kommentare zum Eintrag Wenn meine Mutter das wüsste...

Vielleicht ist die Mutter aber auch fundamentalistische Atheistin, die anderen ihren Glauben aufzwingt und alle Gläubigen nur mitleidig von oben herab belächelt!

ckd am 13.08.05 11:39

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