Ok, ich gebe zu, ich habe bei meinem ÖPNV-Test geschwächelt. Ein wenig aufgeschreckt von den
Blogeinträgen von Stefan und seinem Verkehrschaos mit der Straßenbahn, habe ich mir von Bonn nach Köln eine Fahrt im EC gegönnt. Das geht schnell, weil der Zug durchfährt. Wenn er nicht außerplanmäßig kurz vor dem Ziel "Köln Hauptbahnhof" halten muss.

Die Fahrgäste stehen bereits mit ihrem Gepäck in den Gängen. Eine Schaffnerin fragt den Lokführer per Telefon, was los ist. Sie legt auf und sagt genervt zu einem Kollegen: "Schienenbruch und Weltjugendtag." Danach flötet sie durch die Lautsprecher: "Aufgrund eines Schienenbruchs verzögert sich die Weiterfahrt um wenige Minuten." Der Kollege höhnt: "Ja, ja, das reparieren sie jetzt sofort." Na, prima - das kann dauern! Ich drehe ab und will mich wieder ins Abteil setzen, da fährt der Zug in der Tat wieder an. Ein Wunder? Egal. In Köln nehme ich nach meiner
Erfahrung am Morgen lieber den Hinterausgang und gehe in die U-Bahnstation "Breslauer Platz". Da ist eine selige Ruhe auf dem Bahnsteig. Meine Bahn kommt pünktlich. Und hat noch viele Sitzplätze frei.

Zum SeitenanfangJetzt ist der Akku alle. Oder es hat jemand ausgemacht. Jedesfalls höre ich kein Klingel-, also kein Lebenszeichen mehr von
MEINEM Handy. Hat es dieser Bischof hier vielleicht gefunden?

Würde ja zu gerne wissen, was und wem er da gerade simst. Vielleicht: "Super Stimmung beim Eröffnungsgottesdienst, besser als im Karneval. Aber der Typ mit dem Heiligenschein neben mir nervt."? Nach Ende des Gottesdienstes kam mir dann noch eine Erleuchtung. Ging aber nicht nur mir so. Selbst gestandene Mönche rissen ihre Fotohandys in die Höhe.

Aber trotz der ganzen Spiritualität, die heute das Stadion in Köln umwehte: Es war dann doch nur Bundespräsident Horst Köhler, der bei seinem Abflug mit dem Hubschrauber in der Abendsonne viel Staub aufwirbelte.
"Simsen" als Verb geht ja mal gar nicht. Wenn die Katholen sonst immer so konservativ sind, warum dann immer am falschen Ende?
Magellan am 19.08.05 15:05
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Zum SeitenanfangDas ist wohl nicht mein Tag. Erst das
Auto am Haken und jetzt meines mobilen Kommunikationsgeräts beraubt. Naja, beraubt stimmt nicht ganz. Verloren hab ich es, auf Block Nord 11. Umgeben von lauter singenden Gläubigen.
Hörprobe aus dem Kölner Stadion
Während das ganze Stadion mit der feierlichen Kommunion beschäftigt war, hackte ich einen meiner Texte in die Tasten. (Das macht man nicht? Aber ich hatte doch nichts anderes zu tun als Protestant während des katholischen Abendmahls...)
Zurück zum Handy. Irgendjemand muss es ja gefunden haben, nachdem es mir aus dem Rucksack gefallen ist. Wahrscheinlich versucht diese Person, dieser EHRLICHE Finder, schon seit Stunden, mich zu erreichen. Geh doch einfach mal an MEIN Handy, wenn ich anrufe, dann können wir doch über alles weitere reden.
Habe übrigens noch nie so oft meine eigene Anrufbeantworteransage hintereinander angehört.
Sollte ich dem Finder eine Nachricht hinterlassen?
Man mag mich Schwarzmaler nennen, aber trotz meines Glaubens an das Gute im Menschen, gerade und erst Recht auf dem Weltjugendtag: Ich hab meine Sim-Karte mittlerweile sperren lassen.
Die Zeit ist mein Gegner, bald wird der Akku alle sein. Werde morgen mal die Fundbüros abklappern.
man, akzeptiere doch, dass Dein Handy "GEKLAUT" ist und Du es "NIE WIEDER" sehen wirst! Hin oder her, es sind normale Typen auf dem WJT und die werden Dein Handy NIE zurückgeben - wenn doch, dann bin ich und DU so glücklich und ich glaube an das Gute - hmm - warum war ich damals soooo blöd, als ich ein schönes Symbian Handy gefunden habe ?
nitrat am 16.08.05 23:05
Lieber Stefan,
ein kleiner kollegialer Rat für den Protestanten: Der heilige Antonius hilft bei verlorenen Gegenständen.
Sabine
Sabine Tenta am 17.08.05 10:42
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Sie wundern sich vielleicht, warum die Wiese im Vordergrund so dunkel ist. Das liegt zum einen daran, dass es schon spät ist und folglich die Sonne bereits untergegangen ist. Und zum anderen liegt es daran, dass kein Müll rumliegt, der hell erscheinen würde. Auf diesem Stück Hofgartenwiese haben vor drei Stunden noch einige hundert Menschen gefeiert. Nach einer Loveparade wäre es zum Trauerfall für Naturschützer mutiert. Zugegeben, ich habe den Bildausschnitt so gewählt, dass ein möglichst großes Wiesenstück müllfrei ist. Natürlich haben die Menschen auch hier ihre Spuren hinterlassen. Aber beeindruckt hat mich, wie ein junger Pilger im Vorbeigehen sich immer wieder bückte um die liegen gelassenen Zeitungen und Essensverpackungen seiner Mitbrüder und -schwestern mitzunehmen. Einfach so. Respekt!
das ist auch mir aufgefallen...alles fast sauber ... ganz anders als bei allen anderen Massenveranstaltungen. Es geht also doch ...
tobias am 17.08.05 10:00
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Zum Anfang dieses EintragsKlasse eure Stimmungsbilder! So ist mensch dabei, ohne sich selbst in die Massen stürzen zu müssen. Schon erstaunlich, was für ein buntes Trüppchen hier zusammen kommt.
WJT-Blog-Süchtige am 17.08.05 14:36
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Zum SeitenanfangEin Großteil der Besucher im Kölner Stadion hat auf das anschließende Fest wohl keine Lust mehr und will die Stadt lieber auf eigene Faust erkunden. Kein Wunder, marschiert doch gleich zu Beginn die Kölner Prinzengarde als Botschafter deutscher Musikkultur ins Stadion ein. Nur leider hat die massenhafte Abwanderung einen Totalzusammenbruch des Öffentlichen Nahverkehrs zur Folge.

Hatte ich auf dem Weg zum Eröffnungsgottesdienst "Katholische Sardinen" getitelt? Die Situation von vorhin wünsche ich mir jetzt sehnlichst zurück.
Auf der Aachener Straße stehen an die 20 Straßenbahnen hintereinander. Über eine halbe Stunde sind wir eingepfercht und bewegen uns keinen Meter.
Erst dann tröpfelt die erste Info. Vor uns habe es einen Zwischenfall gegeben, man warte auf den Rettungswagen.
Ich bin ja nicht ängstlich, aber sofort schießt mir London und die verzögernde Informationspolitik durch den Kopf. Bevor die Stimmung kippt, öffnet die Fahrerin "entgegen meiner Dienstanweisung" die Türen auf offener Strecke. Dürfte ich es, würde ich der Frau auf der Stelle die Absolution erteilen.

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Sie singen wieder. Zumindest kleinere Grüppchen. Und der Rest? Sitzt recht lethargisch auf den Treppen am Rhein. Die Energie vom Morgen ist offenbar aufgebraucht. Wer kann ihnen das verdenken - bei dem Programm? Gegessen wird jetzt, fast alle holen gleichzeitig ihre Essensrationen aus dem Pilgerrucksack. Ich sage
Guten Appetit.
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...unser Taxifahrer. Der WJT hat ihm noch nicht soviel Glück beschert. Bis jetzt lediglich einen amerikanischen Laienprediger, der die mitfahrenden Mädchen über gestern Nacht ausgefragt hat, erzählt Michael.

Fotografin Nadine und ich hatten auch kein Glück auf dem Weg in die UMTS-Zone (Innenstadt). Dabei waren wir so ziemlich die Einzigen, die mit der Bahn in diese Richtung fahren wollten. Die Bahn kam direkt. Sonderzug stand drauf. Und wir gingen eigentlich davon aus, dass wir in 15 Minuten in der Stadt sind. Sind wir aber nicht. "Das ist ein Sonderzug", schallt es nach zwei Stationen aus den Lautsprechern. Ja super, denken wir. "Diese Bahn hat einen technischen Defekt, alle aussteigen - sofort!!!", tönt es weiter.
Wir verlassen die Bahn, sehen sie davonbrausen und merken dann, dass die Haltestelle Mörikestraße heute gar nicht angefahren wird. Der gute Fahrer hat uns hier in der Mitte von Nirgendwo rausgelassen. Und wir wären ohne Michael immer noch irgendwo auf der Mörikestraße in Düsseldorf-Stockum.
Zum SeitenanfangHat es schon jemals jemand gewagt, ein Staatsoberhaupt auf so sympathische Weise am Weiterreden zu hindern?
Niemanden interessiert mehr, dass dort vor ihnen auf der großen Bühne gerade der deutsche Bundespräsident zum Abschluss des Eröffnungsgottesdienstes zu sprechen begonnen hat.

Tausende junger Menschen aus aller Welt springen ein ums andere Mal auf, wenn der Scheitelpunkt der La Ola-Welle an ihrer Stelle im Stadionrund angekommen ist.
Horst Köhler ist sprachlos, minutenlang.
Erst der Gottesdienstband gelingt es, dem Bundespräsidenten wieder Gehör zu verschaffen. Sie stimmen den Weltjugendtags-Hit "Jesus Christ, You are my live" an, und alle klatschen rhythmisch mit. Die Welle verebbt.
ich habe die Stimmung im fernsehen verfolgt... ich war sprachlos.. was für eine Stimmung . göttlich
tobias am 16.08.05 21:44
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Meine Güte! Ich bin platt! Diese Stimmung ist absolut begeisternd und ansteckend. Tausende gutgelaunter, friedlicher Menschen singen und klatschen, swingen und grooven. Soviel gute Laune bei einer Messe – da möchte ich ja fast streng werden und sagen, das ist eine HEILIGE Messe. Denn in meiner Jugend hat es diese Ausgelassenheit nicht gegeben. Das Äußerste war damals ein Jugendchor, der biederen "Sacropop" gesungen hat, die Stimmung war dennoch ernst. Was ist passiert hier in Bonn? Ist es der Glaube, der die Menschen berauscht? Drogen werden sie doch wohl nicht genommen haben? Oder ist es einfach nur ein Massenphänomen, dass sich Menschen, die eine gemeinsame Überzeugung eint, gegenseitig aufputschen? Hier ertönen afrikanische Rhythmen und immer wieder jubeln die Menschen oder klatschen spontan, weil sie nicht wissen, wohin mit der guten Laune! Unzählige nationale Flaggen werden in einem bunten Fahnenmeer hin- und hergeschwungen. Kein tumber Nationalstolz, sondern Zeichen der Internationalität des Weltjugendtages. Jetzt wird der Bundespräsident aus Köln übertragen. Hat ein Politiker je diese Euphorie erlebt? Köhler kann gar nicht weitersprechen, so begeistert sind die Massen. Langsam wird es mir, ehrlich gesagt, ein bisschen unheimlich...
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So sah es in der Düsseldorfer Arena am späten Nachmittag aus. Gäbe es dort die Möglichkeit, online zu gehen, dann würde ich jetzt live von dort den Eröffnungsgottesdienst mit Kardinal Lehmann bloggen. Statt dessen sitze ich hier in der Innenstadt und verfolge den Kölner Eröffnungsgottesdienst im Live-Stream bei
weltjugendtag.tv. Der Düsseldorfer Gottesdienst wird da leider nicht übertragen. Schade!
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Pizza und Papstkerzen gibt es hier. Nur einen Platz, um ins Internet zu kommen, den gibt es beim Düsseldorfer WJT-Eröffnungsgottesdienst nicht. Die nette Presse- und Kommunikationsfrau weiß nichts davon. Der bullige Security-Typ weiß nichts davon. Und die Volunteers am Infopoint wissen auch nichts davon. Nur der einsame Polizeibeamte im improvisierten Polizeibüro, der weiß was. Er und die ganze restliche Polizei haben auch kein Internet. "War zu teuer. Um unser Büro hier mit dem Polizeibüro auf dem Messegelände zu verbinden, das hätte 20.000 Euro gekostet."
Blamabel findet er den Zustand schon. Da mache ich gerne mit. Denn die LTU-Arena liegt in Düsseldorf-Stockum. Weit ab vom Schuss. Ob UMTS oder GPRS - ins Netz komme ich nicht. Wireless-Lan gibt es nicht. Schade. Und jetzt? Ich muss zurück in die Innenstadt fahren, um Ihnen diese (und natürlich auch die vorherigen zwei) Einträge(nachträglich)zu übermitteln...
Das ist mal wieder so eine typische Düsseldorfer Geschichte: Mund voll (dicke Arnea) - kaum Veranstaltungen - und erst recht keine Technik...
kölnerkrist am 16.08.05 18:46
für proffesionelle Veranstaltungen kommt man auch besser nach coelln..:-)
Es gibts sogar umsonst Internet access points
von netcologne während der
http://www.wjt2005.de/
cheers
Marc am 16.08.05 20:26
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Ich bin zwar ein notorisch unpünktlicher Mensch. Aber fast 90 Minuten zu spät zu einem Gottesdienst erscheinen - das ist selbst mir bisher noch nicht passiert. Immerhin, mir geht es nicht alleine so. Während das Tempo der U-Bahn-Linie 1 zum Blumen pflücken einlädt, überholen uns in einem fort wahre Pilgerströme zu Fuß.
Aber immerhin, für die Weltjugendtags-Besucher gibt es heute eine völlig neue Erfahrung: Sie können in der SONNE wandern.

Als ich - dank meiner Akkreditierung - doch noch Zugang zum völlig überfüllten Stadion finde, ist der große Teil der Heiligen Messe bereits vorüber. Hinter mir an den Absperrungen müssen Tausende zurückbleiben. Sie verfolgen den Gottesdienst auf einer Leinwand vorm Stadion, liegen in der Sonne oder - sie spielen Fußball.
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Und ich dachte schon, Bonn könnte die Alternative für WJT-Besucher sein, die keine Massenveranstaltung mögen. Weit gefehlt, denn im Hofgarten feiern Tausende! Aus Lautsprechern tönen Stimmen "… wir hier in Köln…" Hoppla! Heißen denn in diesen Tagen alle Städte im Rheinland Köln? Nein, nein, es ist die Live-Übertragung von der Kölner Eröffnungsfeier. Ein Priester blickt von zwei riesigen Leinwänden und predigt: "Habt keine Angst, liebe Jugendliche, denn Gott sagt krzzzmpfdtschbrszl." Eine Tonstörung schluckt die göttliche Botschaft. Macht nichts, die Stimmung ist trotzdem erstklassig.

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Die Polen in der Bahn klangen noch etwas verhalten. Die Gruppe aus Portugal kennt kein Pardon mehr. Mit Gitarre, Bongos und allen Stimmlagen, die der gemeine Volksmund so hergibt, wird auf den Fluren religiös gesungen. Bei dem Elan und der Lautstärke dürfte JP2 irgendwo da oben über der LTU-Arena seine helle Freude haben.

Als ich höflich frage, ob ich den Gesang ein bisschen aufnehmen darf, geht es erst richtig los. Glühende Gesichter, inbrünstige Stimmen. Ich kann nicht behaupten, dass das ohne Reiz ist.
Zum SeitenanfangIch fahr' zum Stadion mit dem ÖPNV. Leichter gesagt, als getan. Erst kommt am Ebertplatz fast eine halbe Stunde gar keine Bahn. "Wir sind aus dem Takt", erklärt mir ein Herr der KVB. Ach so.
Dann, am Rudolfplatz, fahren die Bahnen aus Richtung Dom zum Stadion. Aber sie fahren ohne zu halten. Einfach durch. Ehrlich gesagt find ich das nach einem Blick ins Innere auch gut so. Aber zumindest wird im Inneren noch gelächelt.

Zum SeitenanfangSo, habe knapp hundert Euro gegen mein Auto getauscht. Und wer
die Vorgeschichte nicht kennt, könnte meinen, ein guter Deal.
Damit mir sowas nicht nochmal passiert, habe ich in einem italienischen Supermarkt auf dem Rückweg eine Kerze erstanden. Die zünde ich jetzt an. Johannes Paul II. und Benedikt XVI. gab's allerdings nicht. Aber Johannes XXIII. ist mir irgendwie auch lieber.

Jetzt schnell aufs Fahrrad geschwungen und dann mit dem ÖPNV zum Kölner Stadion. Und damit mir sowas in Zukunft nicht nochmal widerfährt, zünde ich eine Kerze an.
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Irgendwann Mitte der 1990er-Jahre war ich mal auf einer Loveparade. Was das zur Sache tut? Seitdem war ich nie wieder dermaßen zwischen jungen, aufgedrehten Menschen in einem öffentlichen Verkehrsmittel eingequetscht. Bei jeder Haltestelle auf dem Weg zur LTU-Arena gibt es ein munteres Hallo. Eine handvoll Pilger passt immer noch mit rein.

Fußball-WM, was sonst?! Wir quillen förmlich aus der Bahn. Ankunft Messe. Die Frisur sitzt. Die Stimmung ist gut. Und den Wettbewerb um die größte Flagge gewinnen die Amerikaner. "We are from the United States of America", sagen die Jungs aus Ohio mit unverholenem Stolz. Und präsentieren eine gut drei mal fünf Meter große Flagge. Tja Jungs, Euer Papst ist aber ein Deutscher.
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Nein, überfüllt ist das "Global Village" vor der Bonner Beethovenhalle wirklich nicht. Aber so ist es eben typisch für das dörfliche Leben. Rund um eine Wiese stehen Infostände. Es geht um die Bewahrung der Schöpfung und erneuerbare Energien. Auf einem Podium werden die Auswirkungen der Globalisierung diskutiert. Während Jugendliche den Doseninhalt aus ihrem Lunchpaket löffeln plädiert der Journalist Franz Alt für die Solarenergie: "Das ist Frieden, weil um Sonne und Wind keine Kriege geführt werden!", schallt es über den Platz.

Als Dorfmittelpunkt wird im "Global Village" eine Solarkirche aufgebaut. Das Hochhieven der Solarelemente ist anstrengend für das Team. Im Schatten Beethovens erholt sich ein "Solarfighter". Der Komponist wirkt mit einer roten Jacke im Denkmal ein bisschen schnupfennäsig. Während draußen das Solardach entsteht, wird im Kircheninneren ein Kreuz mit transparenten Plastikbällen gefüllt. Auf die Bälle können Besucher fromme Wünsche notieren. Zu lesen sind sie nicht – aber vielleicht gehen geheimgebliebene Wünsche ja eher in Erfüllung.

Direkt gegenüber der Kirche quillt aus einer Presse eine lange grüne Wurst heraus. Dies ist zum Glück nicht das Küchenzelt, sondern auch hier geht es um Ökoenergien. Eine Rapsölpresse produziert zum einen Öl und zum anderen Tierfutter. Mit dem ersten Produkt können Pferdestärken gefüttert werden und mit dem zweiten Rindviecher.
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Die dringliche Bitte der WJT-Organisatoren lautet: Nutzt Bus und Bahn. Gerne. Bin mal gespannt, wie's am ersten offiziellen Tag klappt. An einem normalen Werktag bringt mich die Bahn in zehn Minuten zum Bahnhof. Heute hat sie erst mal 17 Minuten Verspätung. An einem normalen Werktag sprinte ich in so einem Fall zum Bahnsteig. Heute ist kein Durchkommen. Hunderte Menschen warten in der U-Bahnstation, und immer mehr Menschen drängen nach. "Oh, mein Gott!", entfährt es spontan einer Kölnerin. Gegen den Pilgerstrom kämpfe ich mich nach oben in den Bahnhof. Mein Zug ist weg. Dafür sind Tausende WJT-Besucher da. Sie singen, tanzen, klatschen: "Olé, olé, oléheee, olé". Als ob sie wüssten, dass der Weltjugendtag auch ein Test für die WM 2006 ist, liefern sie die passende Geräuschkulisse: "Be-ne-de-tto". Den gleichen Rhythmus kenne ich von "Lu-kas-Po-dols-ki". Draußen vor dem Dom sammeln sich die Pilger erst mal und machen Rast auf der neuen riesigen Treppe. Ein buntes Bild mit vielen unterschiedlichen Landesflaggen.
Der nächste Zug nach Bonn ist pünktlich und bringt mich fahrplanmäßig in die WJT-Stadt Nummer zwei. Hier ist es im Hauptbahnhof so voll wie an jedem normalen Werktag. Doch in der Fußgängerzone sind Pilger. Viele Pilger. Sie singen, tanzen und klatschen.
Auch PilgerInnen lernen schnell. Habe folgendes Gespräch unter den Rot-Bejackten mitgehört: "Die 16 ist immer voll." "Warum?" "Weil die direkt zum Dom fährt." "Meine" 16 kam gar nicht und die nächste zuckelte im Sightseeing-Tempo durch Kölle. Dem Blog-Kollegen Stefan wurde das Auto abgeschleppt, an falschen Stellen geparkte Fahrräder werden es demnächst auch (s. Lokal-Presse). Da hilft nur: Zuhausebleiben und beten, dass das alles schnell vorüber geht!
WJT-Blog-Süchtige am 16.08.05 17:16
Der ÖPNV und die Pilger...
Nett wäre es, wenn wenigstens die Kölner zur Arbeit gelassen würden! Ich wurde es nicht!
Miriam am 16.08.05 17:24
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Zum SeitenanfangEigentlich wollte ich mich heute nachmittag mit Devotionalien zum Papstbesuch eindecken. Man hört, es gebe sogar Papst-Lutscher. Doch stattdessen pilgere ich jetzt erstmal, denn ich habe provoziert. Mit meinem Auto. Angeblich eine "enge Straßenstelle", wie mir die nette Dame vom Kölner Ordnungsamtes am Telefon mitteilt. Man habe es abschleppen lassen.
Sollte ich gestern Nacht nach
meinen christlich motivierten Taxifahrten mit übermüdeten Augen nicht mehr genau hingeguckt haben?
Jetzt jedenfalls pilgere ich nach Ossendorf, denn da soll mein Auto stehen. Und bin hoffentlich bis zum Eröffnungsgottesdienst im Kölner Stadion wieder motorisiert.
Oh no! Die Welt ist aber wirklich ungerecht. Da könnte das Ordnungsamt ja mal ein Auge zudrücken. Kannst ja auf die bisher verfassten Berichte hier verweisen. Viel Glück!!!
Klaus Meyer am 16.08.05 14:31
Warum können "pilgernde" Reporter nicht wie andere Normalsterbliche Bus und Bahn benutzen?
Gibt's da nicht sogar eine Linie mit WLAN? :-/ - Aber ich glaube, die Fährt Richtung Siegburg, also falsche Richtung ...
Kann man beim Ordnungsamt bzw. deren Autoverwahr-Dienstleister eigentlich auch mit Kreditkarte bezahlen? >:-|
Schadenfroher Gruß, T.N.
Thomas Nolte am 16.08.05 15:29
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Zum SeitenanfangDer erste Anruf
auf der Suche nach dem Domaininhaber von www.wjt.de führte ins Leere, bzw. hier hin:
Auf der Suche nach dem wjt.de-Besitzer
Doch bei der zweiten Nummer hab ich mehr Erfolg. Ein Henrik meldet sich. "Ja, das ist meine Domain."
"Und wo linken Sie hin?" frage ich vorsichtig.

"Seit einigen Tagen auf die Aktion 'Religionsfreie Zone', vorher auf die Weltjugendtagshomepage", kommt in aller Seelnruhe die Antwort.
Henrik klärt mich auf: Bereits 1999 hat sich der 22-Jährige die Web-Adresse mit den drei Buchstaben reservieren lassen. Eigentlich sei damit ein völlig anderes Projekt geplant gewesen, dafür hätten die Buchstaben w, j, und t stehen solle. Doch wie so vieles im Bereich Internetbusiness habe es sich zerschlagen, die Domain habe er aber dennoch behalten.
Nachdem Henrik lange Zeit auf die offizielle Seite des WJT gelinkt hatte, sei er vor kurzem auf die "Religionsfreie Zone" aufmerksam geworden. "Und jetzt sind die halt mal dran, denn auch Gegenaktivitäten müssen in einer Demokratie Öffentlichkeit bekommen", findet der Angestellte.
Also kein Hacker und auch kein Ketzer. Henrik zahlt sogar "ordentlich Kirchensteuer". Wenn auch in einen anderen Topf, denn der Duisburger ist evangelisch.
Henriks Domain
Die offizielle Homepage des Weltjugendtags 2005
Die Website des Aktionsbündnisses "Religionsfreie Zone"
Tja, das nennt man wohl arglistige Täuschung und Irreführung. Zum Glück gibt es ja junge Leute, die zu dem Heidenha..
[[[ Hier hat die Redaktion die Schreibweise eines Wortes geändert. Hinweis an Magnus Becker: Neue Einträge, in denen mittels der Schreibweise ein Zusammenhang zwischen Nazis und WJT-Kritikern hergestellt wird, werden wir löschen. Solche Einträge widersprechen unseren Blogregeln. (wdr.de) ]]]
nicht schweigen:
http://www.weisse-rose.info/modules.php?name=News&file=article&sid=280
Protest gegen Verhöhnung junger Weltjugendtags-Gäste durch aggressive Atheisten!
Magnus am 16.08.05 14:36
Typisch WDR, typisch Deutsch! Erstmal alle Anti-WJT- und Antireligionswebseiten bringen (Die Website des Aktionsbündnisses "Religionsfreie Zone"). Einfach freuen geht nicht, erst alles kritisch untersuchen, alle Seiten zu Wort kommen lassen, bis am Ende alles zerredet ist und wir depressiv mit nach unten gerichteten Mundwinkeln nach Hause schlurfen. Geht mal in andere Länder und lernt Begeisterung! Oder laßt Euch von Leuten aus diesen Ländern anstecken!
Richy am 16.08.05 15:44
@Richy
dito.
Bitte mal bei mir melden:
info@magnusbecker.de !
Auf www.weisse-rose.info sammeln wir kritische Stimmen gegen die WJT-"Kritiker"!
Magnus am 16.08.05 15:45
Hier einige LINKS mit Hintergrundinformationen zur obigen "Weissen Rose":
http://www.taz.de/pt/2001/06/08/a0178.nf/text.name,askBmUqDo.n,0
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/9/9338/1.html
http://www.blogbar.de/archiv/2005/02/25/fakeblogs-fur-antifa/
Nemesis am 17.08.05 10:00
Hier gibt es weitere Hintergrundinformationen zur "Weissen Rose":
http://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?p=329518#329518
Nemesis am 18.08.05 10:34
@"Nemesis"
haste nicht mal die Chuzpe, zu schreiben, wer du überhaupt bist?
Und auch hier die Bitte an die Redaktion (zumal es sich um einen Anonymen handelt), die beiden Posts zu entfernen!
[Gekuerzt von wdr.de]
Magnus am 18.08.05 13:07
Mir kommen die Tränen. Der arme Henrik... wie kann man ihm bloss helfen. Ein schöne Rührstory.
Josef am 19.08.05 16:31
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Zum SeitenanfangWas ist denn bitte mit diesen jungen Menschen los? Warum sind die alle so unglaublich gut drauf? Karneval? Drogen? Das Ende einer Militärdiktatur? Die Szenen die sich in der Straßenbahn – wohlgemerkt stadtauswärts zum Bahnhof Köln Mülheim – abspielen, hatte ich nicht erwartet. So nicht. Und noch nicht.
Die können alle nur wenig Schlaf bekommen haben. Die müssen alle schon seit halb sieben auf den Beinen sein. Das Essen war garantiert kein lukullischer Genuss. Das Wetter ist auch schlecht. Und was machen die jungen Katholiken? Sie wissen kaum wohin mit ihrer Energie. Sie singen – ach was, sie grölen – lauthals und gemeinsam. Die Deutschen den Karnevalsgassenhauer "Viva Colonia". Die Italiener ähnliche Weisen aus ihrem Heimatland.
Weitere Highlights: Der Mönch mit der Mundharmonika, in Begleitung zweier singender Mädchen, die kleine polnische Fähnchen schwenken. Und der beseelte Amerikaner der beim Verlassen der Bahn dem nächstbesten Passanten einen "Goodday" wünscht und von dem jungen Perser als Antwort nur ein angeekeltes Gesicht erhält. Mal sehen wie die Lage in Düsseldorf ist...
Zum SeitenanfangSeit Wochen führte mich ein Klick auf die Internetadresse www.wjt.de nach einem kurzen Hinweis "Gleich geht's weiter" auf die Homepage des Weltjugendtags.
Die Umleitung ist zwar geblieben. Doch seit kurzem lande ich woanders.

Ist der Besitzer von www.wjt.de zwischenzeitlich aus der Kirche ausgetreten? Zu
uns Lutheranern konvertiert? Oder wurde die Homepage gehackt und unbemerkt auf die WJT-Gegenaktion umgeleitet? Werde mal versuchen, mich schlau zu machen...
www.wjt.de ist auch nicht die offizelle Internetadresse. Die echte URL lautet http://www.wjt2005.de
Manfred O. am 16.08.05 13:12
Stefan, wenn Du wissen willst, wem die - eben nicht offizielle, sondern private! - Website gehört:
www.denic.de --> Whois macht schlau! :-)
Noch viel Vergnügen beim WJT-Surfen :-)
Thomas Nolte
Thomas Nolte am 16.08.05 14:10
Hallo Thomas,
danke für den Tipp, das habe ich ja bereits getan. Das Ergebnis findest Du weiter oben:
http://www.weltjugendtagblog.de/archives/2005/08/bless_you.html
Gruß,
Stefan
Stefan am 16.08.05 14:25
ups hoppalla, gleich doppelte Werbung für die sogenannte religionsfreie Zone? Damit es auch ja keiner übersieht? ;(
Tja, das mit wjt nennt man wohl arglistige Täuschung und Irreführung. Zum Glück gibt es ja junge Leute, die zu dem Heidenha..
[[[ Hier hat die Redaktion die Schreibweise eines Wortes geändert. Hinweis an Magnus Becker: Neue Einträge, in denen mittels der Schreibweise ein Zusammenhang zwischen Nazis und WJT-Kritikern hergestellt wird, werden wir löschen. Solche Einträge widersprechen unseren Blogregeln. (wdr.de) ]]]
nicht schweigen:
weisse-rose.info/modules.php?name=News&file=article&sid=280
Protest gegen Verhöhnung junger Weltjugendtags-Gäste durch aggressive Atheisten!
Magnus am 16.08.05 14:43
Herr Becker müssen jetzt schon den WJT für ihre Blogspammereien mißbrauen?
Ein paar Hintergründe:
http://www.medienrauschen.de/archiv/2005/07/16/blogspam-uber-bande/
http://www.taz.de/pt/2001/06/08/a0178.nf/text.name,askBmUqDo.n,0
ScottyTM am 16.08.05 15:16
@"ScottyTM" (und, zu feige, den Klarnamen zu nennen? In Sorge, wieder vor dem Kadi zu landen?)
1. Ich spamme nicht.
2. Sie und Ihresgleichen missbrauchen den WJT, um für Ihren atheistischen (teilweise kriminell satanistischen) Dummfug massiv die Werbetrommel zu rühren.
3. Medienrauschen ist doch längst widerlegt (wer übrigens Näheres zum Autor des Giftes, das dort versprüht wurde, nämlich zu einem gewissen Herrn J.-O.Schäfers wissen will, wendet sich bitte an info@magnusbecker.de) und fußt lediglich auf dem taz-Geschmier, das ...
4. ...uralt (2001!) ist und ebenso längst widerlegt. Informationen über die (einigen okkulten Zirkeln zuzuordnenden Urhebern der ständigen Verbreitung besagten Artikels) auch bei bzw. bitte an obige E-Mail-Addi. Danke. :)
P. S. bitte an die Blogredaktion, URLs zu löschen, wenn sie von anonymen Verleumdern gepostet werden!
Magnus am 16.08.05 15:40
Würde mich freuen zu erfahren was dahintersteckt!
Nicht das es mich stört auf die Seite gelinkt zu werden, die einen Heidenspaß verspricht ;-), dennoch war ich ein wenig verwundert!
Jan am 17.08.05 08:29
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Millionenfach steht es auf T-Shirts, Fahnen, Broschüren, Kerzen, Regenschirmen, Pins und Pilgerpässen: "XX. Weltjugendtag Köln 2005". Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Denn der WJT findet auch in Bonn und Düsseldorf statt. Also, auf nach Bonn!
Wie beim Karneval eben... Da hätte Bonn auch gerne mehr. :-)
Hinz am 16.08.05 12:12
Bonn hat auch einiges zu bieten, ist echt schön;)
bonnerin am 16.08.05 12:13
Bonn hat auch einiges zu bieten, ist echt schön;)
bonnerin am 16.08.05 12:13
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Um kurz nach neun stehen Laura & Ligi wieder im Flur. Gut, dass ich mir nach dem Duschen ein Handtuch um die Hüften gebunden habe, als ich – ziemlich unvorbereitet – auf die beiden stoße. Ihre erste Morgenandacht ist vorbei. Einen brandneuen Pilgerrucksack haben Sie im Anschluss bekommen. Und jetzt wollen sie nur schnell ihre eigenen Rucksäcke zurückbringen. Bevor sie wieder aufbrechen, drückt mir Ligi noch eine Plastiktüte mit Essen in die Hand. Das sei für uns. Und obwohl ich bereits gefrühstückt habe, muss ich die WJT-Lebensmittel natürlich sofort probieren.

Mein Menü: marinierter Blumenkohl und Truthahn-Sticks. "Das Beste vom Besten", verspricht die sportliche Verpackung aus der Fleischwarenfabrik Hein aus Hasenberg. Beim Blumenkohl im Gemüsesalat soll es sich laut Verpackung um ein Qualitätsprodukt handeln. Also her damit. Erster Eindruck: Ungenießbar. Die luftgetrocknete Salami aus Truthahn schmeckt wie eine Bifi, die man seit dem letzten Sommerurlaub mit den Eltern 1985 im Auto vergessen hat. Der Blumenkohl mit Gemüse schmeckt so, wie er aussieht. Kommentar meines Mitbewohners: "Die Armen, das müssen die essen?"
Katzenfutter sieht lecker aus dagegen. Uff. Also wenn das wirklich so schmeckt wie Du beschreibst, dann sollte man wirklich vor dem Essen beten. Ich mache das ja sonst aus Überzeugung, aber hier würde ich das aus der Not heraus tun.
Tom Götze am 16.08.05 13:52
also bitte. so hab ich das nie gesagt!
dein mitbewohner christian
Christian am 16.08.05 19:12
äh hallo christian,
dann war das verena. verzeihung.
wir sehen uns im wohnzimmer.
bis später,
marcus
Marcus Bösch am 16.08.05 22:12
Manueller Trackback:
http://catholicism-wow.de/archives/archive_2005-m08.php#e139
Dybart Simpson am 17.08.05 12:56
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Zum SeitenanfangViel geschlafen haben Ligi & Laura nicht. Es ist noch nicht einmal sieben Uhr. Die beiden stehen im Flur wie frisch aus dem Ei gepellt während ich mich noch hastig in den Pullover zwänge. Um 7.15 Uhr wollen die beiden Italienerinnen zurück am Jugendheim sein, wo sie vor nicht einmal sieben Stunden angekommen sind. Ab 7.30 Uhr startet ihr Programm mit einem internationalen Morgengebet.
Also raus in den nasskalten Augustmorgen. Viel zu reden haben wir leider noch immer nicht. Ob sie aufgeregt sind, am Donnerstag den Papst zu sehen, kann ich nicht in Erfahrung bringen. Aber offenbar haben sie gut geschlafen. Und gestern im Zimmer noch ordentlich gekichert. Meine Bedenken von heute Nacht sind spätestens weg, seit mir Ligi mit breitem Grinsen und gebrochenem Englisch "You are very gentile" entgegengeflötet hat. Danke. Und viel Spaß. Heute Abend gegen 23.00 Uhr wollen sie zurück sein.
Zum SeitenanfangSie haben es geschafft. Um kurz nach Mitternacht halten Jo und Alex aus Pennsylvania alle notwendigen Dinge in der Hand. Glauben bzw. hoffen sie zumindest. Denn zum Nachprüfen sind sie zu müde. Vier Stunden haben sie in der Schlange
vorm Registrierungscenter gewartet und sind damit noch gut bedient. Andere, so erzählen sie, hätten es auf mehr als sechs Stunden Wartezeit gebracht.

Halb dösend sitzen sie nun wieder in meinem Wagen, die Lust zu reden ist erloschen. Ein letztes Mal spiele ich Taxi an diesem Tag. Alex lässt sich noch kurz erklären, wo man in Godorf gut schwedisch frühstücken kann. "Fruhstuckn" wiederholt er leise, dann schweigt auch er.
"Bless you" murmelt Jo zwanzig Minuten später erschöpft und schüttelt mir die Hand, als wir uns vor der Godorfer Schule verabschieden. So ähnlich hat ja
am Nachmittag auch alles angefangen.
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"So, Herr Bösch, hier wären dann Ihre beiden Damen." Es ist nach zwölf Uhr. Vor dem Jugendheim Riehl habe ich mir gemeinsam mit weiteren wackeren Herbergseltern die Beine in den Bauch gestanden. Hat wohl alles ein bisschen länger gedauert. Der Sinn und Unsinn der Verteilungsorganisation erschloss sich schließlich auch nicht mehr so ganz: Alle mussten erst warten, bis Familie Zaunhöfer aufkreuzte und die ihnen zugeteilten Pilger abholte. Offenbar konnte es erst dann weitergehen - während drinnen die Pilger und draußen die Herbergsfamilien warteten...

Aber hier sind sie. In der Horde italienischer Teenager-Katholiken stehen sie versteckt, rühren sich nicht und sind müde. Ligi & Laura, meine beiden Pilgerinnen für den Rest der Woche. Laura spricht kein Wort Englisch, Ligi kann eine handvoll. Wir lächeln tapfer. Und laufen schweigend durch die Riehler Nacht.
Verena rettet uns. Verena ist die sympathische junge Dame in der Mitte des Bildes. Verena kann ein bisschen italienisch. Und Verena ist eine Frau. Das ist wichtig. Denn zu meinem Mitbewohner Christian und mir haben die beiden Damen offensichtlich weniger Zutrauen. Sie wollen keinen Tee, kein Wasser. Und Frühstücken möchten sie morgen auch lieber im Pfarrheim. Schade. Dabei sind wir nett.
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