
Das Beste heute ist mit dem Fahrrad einmal quer durch die Stadt nach Hause zu fahren. Wie auf einem Präsentierteller tauchen noch einmal die Protagonisten auf, die für mich bis jetzt den Weltjugendtag ausmachen.
Versprengte Grüppchen von pubertierenden Katholiken probieren weiter den Abenteuerspielplatz Großstadt. Sie rennen und rufen, bleiben plötzlich stehen und klatschen, singen für sich, singen für andere und lachen sich dabei kaputt. Eine sehr große Klassenfahrt im Namen des Herrn.
Alles anders an der Agneskirche. Ruhig ist es hier. Die kleine Schlange vor dem Zelt mit dem Kondolenzbuch für Frère Roger wird nicht kürzer. Mir fehlt das richtige Adjektiv für die Stimmung hier, nach der man fast die Hand ausstrecken kann - leise, ganz leise und traurig und zuversichtlich - alles gleichzeitig und alles jetzt.
Ich hoffe sie haben den "moment" genossen.
So etwas findet man in unserer Geld und Karriere geilen Zeit nicht oft.
Egal welcher "Anlass" zugrunde lag.
Guido Waldenmeier am 21.08.05 07:03
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Knapp 30 Menschen sitzen vor der Kirche "Christi Auferstehung" im Kreis und diskutieren miteinander. Der Papst als Popidol – das erfüllt viele in der Runde mit Unbehagen. Marten aus Papenbruck ist der Personenkult für kirchliche Würdenträger suspekt. Er erzählt von den begeisterten "Bibo"-Rufen beim Eröffnungsgottesdienst in Bonn gestern für Bischof Bode. Marten hat übrigens auch Zweifel, dass alle WJT-Besucher fromme Christen sind. "Also bei uns war das so, dass wir mal ne Klassenfahrt nach Köln gemacht haben. Ja und jetzt haben wir uns halt alle zum Weltjugendtag angemeldet und die meisten wollen hier nur feiern. Wenn sich genug Leute anmelden, dann spendiert der Kaplan Freibier, hieß es."

Die 20-jährige Veronika erzählt mit einem bayerisch-rollenden "r" von ihrer WJT-Katechese mit Kardinal Lehmann. Jemand habe nach der Frauenordination gefragt. "Alle haben daraufhin ‚Buh’ gerufen. Das fand ich noch viel schlimmer als die Haltung der Kirche dazu." Später sagt sie mir, sie sei mit einer Gruppe von "Jugend 2000" angereist, ohne genau zu wissen, wer dahinter steckt. Sie erlebt die Gruppe "als fast schon sektenhaft". Bei der Busfahrt von Bayern nach Köln sei jeder einzeln aufgefordert worden, ans Mikrofon zu treten und zu bekennen, warum er zum Weltjugendtag fahre. Für welche Inhalte die Jugend 2000 genau steht, ist Veronika nicht klar, denn das sagten sie nicht so offen. Sie spekuliert: "Da sind so viele junge Frauen mit Kindern, also ich glaube mal, die sind gegen Verhütung." Wichtiger als inhaltliche Diskussionen sei das Gemeinschaftserlebnis: "Bei einem Schlagwort wie ‚Jugend’ oder so, da gehen die ab und klatschen wie wild." Veronika ist das alles nicht geheuer. Den Tipp zu "Wir sind Kirche" zu gehen, hat sie übrigens von ihrer Mutter bekommen. "Hier wird diskutiert, das finde ich gut. Das kenne ich aus Taizé. Denn dass man glaubt, heißt doch nicht, dass man die gleiche Einstellung hat."
Marten und Veronika – das sind zwei Stimmen von 400.000. Ich bin gespannt auf weitere Gespräche beim Weltjugendtag.
Monitor-Beitrag, u.a. zur Gruppe "Jugend 2000"
Worldyouthday for all bietet ein Alternativprogramm zum WJT
Typisch deutsch halt. Unfähig, über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken. WsK halt.
Daquino am 17.08.05 23:10
"Marten hat übrigens auch Zweifel, dass alle WJT-Besucher fromme Christen sind."
Offenbar sind Leute, die gegen den Weltjugendtag geifern, die wirklich frommen Christen. Warum sind sie denn dann nicht in der Agneskirche und beten für Frère Roger?
"Sie spekuliert: 'Da sind so viele junge Frauen mit Kindern, also ich glaube mal, die sind gegen Verhütung.'"
Oh mein Gott. Die von Jugend 2000 nehmen doch tatsächlich die Lehre der Kirche ernst! Oh mein Gott. Furchtbar.
Petra am 17.08.05 23:31
Die Intoleranz, die gegenüber nonkonformistischen Gruppen wie Jugend2000, www.weisse-rose.info oder den Europäischen Pfadfindern an den Tag gelegt wird, ist beängstigend. Petra hat schön ironisch die Hatz auf den nichtpapstfeindlichen Teil der jungen Generation angeprangert. Das sprach mir aus dem Herzen. Ich finde es gut, daß manche Jugendliche die Lehre der Kirche noch ernst nehmen.
Lothar R. am 18.08.05 00:38
Komisch, ich habe kaum jemanden intoleranter reden hören als den 33jährigen Berufsjugendlichen Magnus Becker von der "weissen Rose". Nichts gegen Glaube und meinetwegen auch Konservativismus - aber diese selbsternannte "Jugendgruppe" (in Wahrheit ja eh' nur zwei Hanseln) predigt Chauvinismus und Intoleranz nebst einiger kruder Verschwörungstheorien und unter Verwendung unlauterer Mittel... um es FREUNDLICH auszudrücken.
DemonDeLuxe am 18.08.05 01:50
meine Güte seid doch malalle ein wenig toleranter . Christ sein bedeutet auch tolerant sein. Diese toleranz fehltmir bei der Kirche oft.ie alle Kritik versucht imKeim u ersticken. Nur wer Kritik verträgt und akzeptiert kann wachsen .. Und nicht jede Kritik muss man annehmen, aber sie anzuhören sollte doch möglich sein.
tobias am 18.08.05 08:17
*lol* jetzt kotzt "DemonDeLuxe" (Dominique Toussaint, bekannter Verleumder, gegen den ein Verfahren im Gange sein soll) sogar schon unter Blogbeiträge, zu denen ich mich noch gar nicht geäussert hatte? Tsss. Ich werde zu seinen haltlosen Unterstellungen aber keine Stellung nehmen, da sie gegen die Blogregeln verstossen und von der Blogredaktion sicher entfernt werden. Nur soviel: selten einen Menschen erlebt, der so hasserfüllt ist. Danke vorab für die Einhaltung der Regeln.
Magnus am 18.08.05 11:43
Magnus, wenn Du so erzählst, sind ja angeblich immer irgendwelche "Verfahren im Gange" - komisch, dass die Betroffenen nie etwas davon wissen?
Dein Name wurde von mir genannt, weil Du mit weisse-rose-dot-info nahezu deckungsgleich bist ...
[[[ 21 Worte gelöscht. Bitte halten Sie sich an die Blogregeln. Engagierte Diskussionen sind willkommen, persönliche Angriffe auf Kommentar-Autoren nicht. (wdr.de) ]]]
Wenn Du "Hass" sehen willst, dann guck'in den Spiegel - es sind DEINE Beiträge, die mit schöner Regelmäßigkeit moderiert oder gelöscht werden, weil sie die Regeln des Anstands und teilweise der Gesetze verletzen.
Ich würde nur gerne mein Scherflein dazu beitragen, dass nicht irrtümlich jemand Dich für einen "typischen Christen" hält und sich demzufolge in vielen Vorurteilen bestätigt sieht - das haben die Jugendlichen, die zum WJT pilgern, nicht verdient. Und jetzt schleich' Dich doch bitte wieder zu Deiner vollmundig als "Kondolenzliste" beworbenen Seite mit gefaketen "Gast"kommentaren - meinetwegen schreib' wieder was über die bösen Pädo-Nazi-Satanisten im Regierungsauftrag, darin hast Du ja Übung.
DemonDeLuxe am 18.08.05 13:12
Danke für das Löschen der nun wirklich justiziablen 21 Worte. Der Rest kann auch weg.
(falls das nicht geschieht, hier die Gegendarstellung):
1. ja, ist gegen Sie im Gange
2. es gibt neben mir noch weitere 7 junge Erwachsene und Jugendliche, die für Weisse Rose im Internet unterwegs sind (von den insgesamt ca. 60 aktiven, die aber z. g. T. im RL wirken), also schliessen Sie nicht immer auf mich, wenn einer die URL postet.
3. Haben Sie noch gar nicht mitgekriegt, was alles von IHNEN gelöscht wurde? *lol* Ich weise den "Hass"-Vorwurf weit von mir. Ich verzeihe ja sogar Ihnen und bete für Sie, dass Sie ihre Hass-Phase eines Tages überwinden! Tun Sie nicht so, als wenn Ihnen etwas am Ruf der Christen liegt. Der wird durch Leute für Sie immer mieser, die vorgeben, es mit dem Christentum nur gut zu meinen.
4. Tsss, SIE haben mir schon gar nichts zu sagen, wohin ich mich zu "schleichen" habe.
5. Ja, es IST eine Kondolenzliste. Und die Aufmerksamkeit dafür in vielen Radio- und Fernseh-Beiträgen scheint Ihnen nicht sehr zu schmecken. Schadeeeeeeeeee -für Sie!
6. Die Gastkommentare sind nicht gefaket. Sie sind allesamt echt und passen Ihnen nur nicht in den Kram, weil sie Ihren Ansichten und Anliegen diametral widersprechen.
7. Das Mischmasch "Pädo-Nazi-Satanisten im Regierungsauftrag" ist IHRE Kreation, nicht meine.
So, SIE werden mich nicht zum Schweigen bringen!
Magnus am 18.08.05 13:51
@Mods
*g* Das ist natürlich ein dicker Patzer gerade an DER Stelle - well, ich nehme an, für einen Außenstehenden ist manches (zu) schwer zu durchblicken - hätte ich mehr drauf achten müssen, mea culpa (weiß gar nimmer genau, was ich da geschrieben hatte, hm...).
@Magnus
Mir geht es nicht um den Ruf von Christen, das ist richtig - wenngleich ich einen überzeugten, aufrechten Christen weitaus mehr achte als einen atheistischen Heuchler. Mir geht es um das Miteinander von Christen und Nichtchristen - da helfen Fundamentalismen und Hetztiraden nicht weiter, im Gegenteil. Religion darf nicht dazu missbraucht werden, Fronten aufzuziehen oder zu verhärten - und Leute wie DU instrumentalisieren Religion im ureigenen Interesse.
In diesem Blog-Eintrag hier steht ein Satz, den Du zumindest seit Jahren (weitestgehend erfolglos) versuchst umzusetzen: "Wichtiger als inhaltliche Diskussionen sei das Gemeinschaftserlebnis". Das versuchst Du immer wieder zu erzielen, indem Du künstliche Feindbilder heraufbeschwörst, indem Du ein "Innen" über ein vermeintlich bösartiges "Außen" zu konstruieren suchst. DIESE Art der "Gemeinschaft" ist die, die andernorts Selbstmordattentäter hervorgebracht hat - nicht, dass ich Dir so etwas zutraue, aber die Mentalität ist vergleichbar. Abschottung, Stilisierung des Gegners zur Inkarnation des Bösen, daraus abgeleitete Legitimation, dass "jedes Mittel recht"sei. Deine anmaßend "weisse Rose" genannte, sog. "Jugendorganisation" versucht sich seit Jahren ausschließlich anhand von Feindbildern zu definieren - die interessanterweise dauernd wechseln, je nach Großwetterlage. Momentan ist halt gerade der Papst "hip" - und *schwups* wandelt sich Magnus zum bekennenden Katholiken.
Warum eigentlich so förmlich mit dem "Sie"? Wir haben uns schon vor Jahren geduzt, mit praktisch allen Deinen Tarnidentitäten... leider.
DemonDeLuxe am 18.08.05 15:03
@Dominique Tousaint
Sie lernen es nie! Auf dieser Grundlage eines "Selbstmordattentäter"-Vergleichs ist dies das Ende der Diskussion! Und ich verbitte mir das "Du".
Danke noch mal an alle, die sich in die Kondolenzliste eintrugen! Es besteht Anlass zu Hoffnung, dass sich junge Menschen gegen den Hass und für Nächstenliebe zusammenschliessen.
[[[Ein Link wurde wdr.de entfernt]]]
Magnus am 18.08.05 16:33
tragt eure persönlichen hasstiraden bitte auf der straße und unter 4 augen aus, ist ja nicht zum aushalten
danke
werner am 19.08.05 23:47
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Zum SeitenanfangWas für ein Wechselbad der Stimmungen. Gestern war ich umgeben von euphorischen Jugendlichen. Singen, tanzen, klatschen – all das, so schien es, aus reiner Freude am Christ-Sein und Zusammen-Sein. Heute höre ich hingegen sehr viel differenzierte und kritische Töne. Die Stimmung ist nüchterner, um nicht zu sagen ernüchtert. Das Papstfieber ersetzt die kühle, sachliche Analyse. Im Veranstaltungszentrum von "Wir sind Kirche" habe ich viele interessante Gespräche geführt, so dass ich gar nicht zum Schreiben gekommen bin. Mehr dazu gleich.
Zum SeitenanfangEs gibt scheinbar kaum vergessliche oder zerstreute Menschen auf dem WJT.
Außer mir. Jedenfalls den verlorengegangenen Gegenständen nach zu urteilen, die beim "Lost and Found"-Schalter in der Kölner Messe hängen. Ganze 15 Regenjacken? Bei 400.000 Pilgern? Zwei Hände voll verlorene Rucksäcke, wo doch jeder einen bekommen hat?

Ich befürchte allerdings, mein gedanklicher Ansatz ist falsch: Denn dass hier so wenig hängt, bedeutet ja lediglich, dass extrem wenig abgegeben wurde. Der WJT ein Sündenpfuhl?
Handys sind jedenfalls schon mal gar nicht vorhanden. "Aber das muss nichts heißen", sagt mir ein Volunteer, die zuständige Kollegin habe seit 18 Uhr Feierabend und die Wertgegenstände würden dann weggeschlossen.
Wenn der Papst wieder weg ist, werde ich noch mal nachhaken. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
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Mit Straßenkreide malen Mia und Sarah aus Mülheim an der Ruhr ihre Botschaft auf das Pflaster: "Präservativ statt konservativ". Und damit es auch ja keine Verwechslungsgefahr mit einigen Jugendlichen auf dem WJT gibt, steht auf ihrem T-Shirt "Wir sind nicht konservativ". Mia ist zwar katholisch, aber nicht beim Weltjugendtag registriert. Sie verteilt lieber mit ihrer Freundin Kondome in der Stadt. Eine Stunde lang waren sie auf der Domplatte unterwegs. Wie waren die Reaktionen? "Einer hat es mir wieder vor der Füße geworfen, andere haben sich gefreut. Und wir haben viel diskutiert", erzählt Mia. "Die größte Nachfrage war bei den Italienern", bilanziert Sarah schmunzelnd, und Mia ergänzt: "Ja, und ein Franzose hat mir das Kondom aus der Hand geschlagen. Also, echt schmerzhaft jetzt." Die beiden 18-Jährigen schätzen, dass sie in einer Stunde zwischen 100 und 150 Kondome verteilt haben. Bezahlt haben sie die Verhüterli nicht von ihrem Taschengeld, eine Beratungsstelle für Schwangere hat sie ihnen zur Verfügung gestellt. Nun sind Mia und Sarah zur altkatholischen Gemeinde "Christi Auferstehung" gekommen. Die Initiative "Wir sind Kirche" hat hier ihre Zelte aufgeschlagen. Eine offizielle Teilnahme am WJT wurde der kirchenkritischen Initiative verwehrt.

Mia (links) und Sarah, von vorne und von hinten.
Kritische Katholiken werben für Kondome
Ich würde die Dinger auch annehmen. Wenn das Wetter besser wird, kann man schöne Wasserbomben daraus machen...
Daquino am 17.08.05 18:52
"Eine offizielle Teilnahme am WJT wurde der kirchenkritischen Initiative verwehrt. ..."
Und das war auch gut so. :-P
Magnus am 17.08.05 19:10
Würd mich mal interessieren, wieviele Leute kommen, wenn WsK ein Weltjugendtreffen macht... :-)
Und was die bloß alle immer mit den Kondomen haben????
Petra am 17.08.05 20:35
Welches Motiv haben die zwei Mädels?
Taizé am 17.08.05 21:08
@Petra
Vermutlich doch wohl einen oder mehrere der Gründe, die für die Verwendung von Kondomen sprechen - eigenverantwortliche Familienplanung, Infektionsschutz...
Ich glaube kaum, dass es sich bei der Aktion um eine besonders freche Art der Anmache handelt ;O)
DemonDeLuxe am 17.08.05 21:31
Wenn ihr nicht konservativ sein wollt, bitte.
Gott ist jedenfalls gegen Sex außerhalb der Ehe. Das ist nicht konservativ, sondern das einzig richtige.
Wie weh tut es, sich mit einem Menschen zu vereinigen (seelisch und sexuell) und diese Verbindung später zu lösen!
Gott ist für eine dauerhafte (sogar irdisch ewige!) Beziehung zwischen Mann und Frau!
Wenn ihr das nicht wollt, macht euch lieber euren eigenen Gott, denn der echte ist nicht dabei!
Veli am 17.08.05 22:34
Veli, wo GENAU hat Gott das gesagt? Würde mich jetzt 'mal interessieren. Hast Du gerade 'mal die Bibelstelle parat?
DemonDeLuxe am 17.08.05 23:00
"Vermutlich doch wohl einen oder mehrere der Gründe, die für die Verwendung von Kondomen sprechen"
Demon, ich bin ein ganz alter Hase auf den Gebiet Kondome (und auch, dass da manchmal einiges schieflaufen kann...). Und ich habe noch vor einem Jahr die Idee, keinen Sex vor der Ehe zu haben und nicht zu verhüten, auch völlig abwegig gefunden.
Hat sich aber geändert: weil ich mich darauf eingelassen habe und versucht habe, es zu verstehen. Es geht nämlich gar nicht um "Kondomverbote". Es geht um ein kohärentes Menschenbild, in dem Respekt und Liebe die Hauptrolle spielen: von Mann und Frau füreinander, und von den Eltern zu ihren Kindern.
Es ist hier nicht der Platz, um das jetzt im Detail zu erklären. Wer sich dafür interessiert, sei zu den Büchern von Christopher West verwiesen.
Petra am 17.08.05 23:39
@DemonDeLuxe
z.B. Mk 2,8f. Allerdings bleibt noch darauf hinzuweisen, dass der katholische Glaube kein Bibelfundamentalismus ist, sondern sich auch aus der apostolischen Tradition speist.
Wenn es Dich wirklich interessiert, warum die Kirche glaubt, dass Sex in die Ehe gehört und die Ehe bis zum Tod dauert, dann schau mal unter "Theologie des Leibes" bei google nach.
Daquino am 17.08.05 23:43
Interessant, daß es auch hier zu diesem Thema am meisten Resonanz gibt - scheint also nicht dumm zu sein, die Kondome als "Aufhänger" zu nehmen. Bin allerdings auch der Meinung, daß er noch viel mehr an der Kirche zu kritisieren gäbe ;o)
Gizmo771 am 17.08.05 23:57
Und zu dem "echten Gott". Bei solchen Aussagen läuft es mir immer kalt den Rücken runter. Man könnte doch einfach "christlicher Gott" sagen. Ob ihr richtig lagt seht ihr dann ja noch früh genug^^
Gizmo771 am 18.08.05 00:03
Mir hat es heute abend auch ohne Kondom Spass gemacht. Süsser blonder Feger aus CZ, Pille, war heiss im Schlafsack :-))) WJT ist auch in der Beziehung schön. Wer das verpassen will, kann von mir aus gerne seine persönliche Neurose bekommen.
Joe am 18.08.05 00:31
Ich möchte gern mal wissen, wer denn Gott schon getroffen hat, um behaupten zu können, daß dieser Gott diese Regeln aufgestellt hat! Die Regeln wurden von Menschen erschaffen! Wer die Bibel und damit die 10 Gebote für die Worte Gottes hält, hat sie meiner Meinung nach nicht richtig gelesen!
Und ich finde es vermessen, daß man seine Meinung über die eines anderen stellt! Und wer eine höhere Macht wie Gott als Argument dafür benutzt, hat meiner Meinung nach keine Diskussionsgrundlage! Gott hat uns den freien Willsen gegeben und jeder sollte diesen ausleben, wie er möchte, solange er anderen damit nicht schadet! Und wie sehr AIDS einem Menschen schadet, weiß nur jemand, der schon Menschen daran hat sterben sehen! Wer Sex nur in der Ehe praktizieren möchte, dem sei das vergönnt aber Menschen zu verurteilen, die sich auch ohne Ring am Finger seelisch und körperlich verbunden fühlen, und dieses auch ausleben möchten, finde ich ignorant. Und Ignoranz auszuüben ist bestimmt nicht in Gottes Sinne!
Nastassja am 18.08.05 01:53
@Petra
Ich habe durchaus Verständnis und sogar etwas Bewunderung für Menschen, die das mit dem "Kein Sex vor der Ehe" so sehen - ein Freund von mir machte diese Wandlung vom Saulus zum Paulus mit. Ich war sehr erstaunt, zunächst skeptisch... aber er ist (mangels besserer Worte) "authentisch" in seiner Überzeugung. Dagegen ist gar nichts zu sagen. WOGEGEN etwas zu sagen ist, ist die Predigt dieser Auffassung als Dogma, unter Androhung von "Sündhaftigkeit" nebst der damit verbundenen Strafen. Als freie Willensentscheidung: Prima. Als Doktrin: Gemeingefährlich.
@Daquino
Scusi? Marjus 2,8? " Die Heilung eines Gelähmten"? Sorry, da finde ich nichts derartiges. Aber Du sprichst den Punkt, um den es mir ging, ja selbst an: Es geht also um "apostolischen Tradition" und nicht etwa, wie veli weiter oben meinte (und wie nur zu gern verwechselt wird), darum, dass "Gott jedenfalls gegen Sex außerhalb der Ehe ist". Das ist ein Unterschied, vor allem in der Argumentation. Über Deine Variante kann man trefflich streiten und sollte es auch immer wieder - die von veli genannte aber ist Quelle von Fundamentalismen, die wir so langsam 'mal aus der Welt verbannen sollten. Bei den Muslims lehnen wir den ja schließlich auch ab.
Und: Ich kenne verschiedene Lesarten der Begründung, warum die katholische Kirche so erpicht auf ausschließlich ehelichen Sex ist - manche davon hört die Kirche gar nicht gerne. Das sind die, wo von Kontrolle und Macht die Rede ist.
Ganz persönlich muss ich sagen: Für mich ist die Ehe als Symbol etwas durchaus Besonderes. Aber die Vorstellung, dieselbe Sache könnte "besser" oder "richtiger" sein, weil ein weißgewandeter Herr einmal segnend seine Hand erhoben hat, die ist, mit Verlaub, putzig. Wenn ich meine Partnerin (hoffentlich) dereinst heirate, so, weil ich sie liebe - und nicht umgekehrt. Dementsprechend sehe ich die Ehe - im Gegensatz zur Liebe - als zwar nett, aber verzichtbar an.
Waren eigentlich Adam und Eva verheiratet? Falls ja: Von wem denn eigentlich?
DemonDeLuxe am 18.08.05 02:09
"Als Doktrin: Gemeingefährlich."
Warum denn? In einem Land, wo mittlerweile schon die ganze Politik von einer Überalterung und zu wenigen Kindern spricht? Wo gleichzeitig pro Monat über 10.000 Kinder abgetrieben werden (1. Quartal 2005: 32.600 Kinder laut Statistischem Bundesamt)? Wo Familien andauernd durch Scheidung auseinandergerissen werden?
Was ist hier eigentlich wirklich gemeingefährlich???
"Das sind die, wo von Kontrolle und Macht die Rede ist."
Woher nimmst Du das? Steht bei mir vielleicht der Pfarrer am Fenster und schaut zu, was ich mache oder nicht mache? Ist das nicht etwas sehr kurz gedacht?
Ich denke mir oft, wenn man die katholische Lehre über Liebe, Sex, Beziehungen, Ehe und Kinderkriegen in Beratungsbücher mit reißerischen Titeln wie "Der Weg zu einem garantiert glücklichen und erfüllten Leben!" verpacken würde, käm's sicher besser an... :-)
Und außerdem: warum sollte die Kirche eigentlich zu diesen Dingen kuschen? Nur, weil's nicht dem Zeitgeist entspricht? Entsprach denn der Glaube der Urchristen etwa dem Zeitgeist ihrer Zeit???
"Waren eigentlich Adam und Eva verheiratet? Falls ja: Von wem denn eigentlich?"
Von Gott natürlich! :-): "Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde" (Gen 1,28)
Nach katholischer Lehre werden die Eheleute übrigens nicht vom Priester verheiratet, sondern sie heiraten einander (sie spenden sich gegenseitig das Sakrament der Ehe). Der Priester ist nur als Zeuge zugegen.
Petra am 18.08.05 02:48
@Petra
Zunächst einmal ist es meine feste Überzeugung, dass der Wunsch nach Kindern ausschließlich Privatsache ist und sein muss. Ich selbst möchte zwar sehnlichst welche haben, aber das ist MEINE Entscheidung (naja, und die noch einer Person, well... *g*). Und wenn Deutschland aussterben sollte - na und? Wenn die Menschen das so wollen?
In Sachen "Abtreibung" könnte man jetzt lange und fruchtlos streiten - ich persönlich, wir haben in unserer Rechtsprechung einen vernünftigen Kompromiss. Dennoch würde ich es begrüßen, wenn durch eine bessere Aufklärung auch über Verhütung die Abtreibungsrate gesenkt werden könnte. Alles moralische 'mal außen vor, ist eine Abtreibung für die meisten Frauen (und nicht wenige Männer!) doch eine seelische Belastung, die man vermeiden sollte, wo es möglich ist.
Da Wort "gemeingefährlich" habe ich gewählt, weil ich mich einerseits einem obrigkeitlichen EIngriff in die persönliche Freiheit entschieden verwehre, erst Recht im Namen einer Entität, die für michso irreal ist wie die kleinen grünen Männchen. Ich werde niemals eine solche Verfügung über MEIN Leben dulden, die auf etwas basiert, was Menschen einst im Namen einer mythologischen Figur auf Papyrus geschrieben haben. Wenn Du Dich daran reibst, stell' Dir vor, jemand würde versuchen, die Gesetze Odins bei Dir durchzudrücken. Und, nein, da besteht KEIN Unterschied.
Und andererseits ist die passive Beihilfe zur Verbreitung von AIDS durch das Predigen gegen Kondome buchstäblich gemeingefährlich und mitverantwortlich am Tod von Millionen Menschen.
>> "Das sind die, wo von Kontrolle und Macht die Rede ist."
> Woher nimmst Du das? Steht bei mir vielleicht der Pfarrer am Fenster und schaut zu, was ich mache oder nicht mache? Ist das nicht etwas sehr kurz gedacht?
Es ist noch gar nicht so lange her, da war das im Wesentlichen so. Bzw. der Pfarrer brauchte das gar nicht, weil das Patriarchat ja ein ausgeprägtes Interesse an der Aufrechterhaltung der kirchlichen (patriarchalen) Doktrin hatte. Die Kirche stärkte die Männerwelt und verlieh ihr Macht über die Frauen - im gegenzug bedankte man sich und gab der Kirche Macht. Und wer da weiblicherseits nicht reinpasste / reinpassen wollte, wurde, je nach Zeitalter, zur Hexe oder zur Nutte erklärt. Notabene: Ich bin wahrlich kein Frauenrechtler - aber diese Prozesse liegen auf der Hand. Das magst DU anders empfinden, und auch das steht Dir zu - wenn Du das aus freien Stücken tust, wie es ja den Anschein hat. Mein Ärger gilt der Durchsetzung bei jenen, die das NICHT so sehen / gesehen haben.
> Ich denke mir oft, wenn man die katholische Lehre über Liebe, Sex, Beziehungen, Ehe und Kinderkriegen in Beratungsbücher mit reißerischen Titeln wie "Der Weg zu einem garantiert glücklichen und erfüllten Leben!" verpacken würde, käm's sicher besser an... :-)
Vielleicht... wobei mir diese Ratgeberlein auch nicht viel geben. Immerhin haben sie den Vorteil, dass sie nicht auf dem Axiom einer Gottwesenheit beruhen, die ich nun einmal als nicht existent ansehe - und damit jegliche aus ihr abgeleitete Lehren als redundant. Man kann mit mir sowohl über Sachthemen wie auch über Moral etc. diskutieren - man sollte nur nicht erwarten, dass ich das auf der Basis von etwas tue, was ich als pure Legende begreife.
> Und außerdem: warum sollte die Kirche eigentlich zu diesen Dingen kuschen? Nur, weil's nicht dem Zeitgeist entspricht? Entsprach denn der Glaube der Urchristen etwa dem Zeitgeist ihrer Zeit???
Das tat er, ansonsten hätte er nicht diese Erfolgsstory hinter sich. Kaiser Constantin hat das wohl besser als je ein anderer erfasst und das Christentum als Ersatz für den erfolglosen Staatsglauben an "sol invictus" herangezogen - ein Umstand, dem wir noch heute den angeblichen, aber falschen Geburtstag Jesu verdanken. Außerdem übersiehst Du geflissentlich, dass von dem "Glauben der Urchristen" nicht mehr viel übrig geblieben ist, jedenfalls in der katholischen Kirche: 2000 Jahre lang hat man systematisch ausgemerzt, was nicht dem eigenen Interesse entsprach, und stattdessen hinzugedichtet, was gerade opportun erschien. Die Kirche hat nahezu 2000 Jahre lang den Zeitgeist GEMACHT und herzlich davon profitiert - kein Wunder, dass sie aufbegehrt, wenn andere sich anheischig machen, das auch 'mal in die eigene Hand zu nehmen.
> "Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde" (Gen 1,28)
Ah, ja, die Stelle - der erste Teilsatz war mir nicht gewärtig, aber ich erwartete so eine Antwort ;O)
Hm... wenn aber doch der Priester verzichtbar ist... dann wäre also ein simples Bekenntnis meiner Partnerin gegenüber äquivalent mit dem "Sakrament", oder? Nicht juristisch natürlich... aber ein ernstgemeintes Liebesbekenntnis und -versprechen, das wäre doch dann das?
Aber noch einmal auf dieses Zitat zurückkommend, weil es ja gar zu gerne als Begründung dafür herhalten muss, warum die Kirche Empfängnisverhütung ablehnt:
Wenn Dir ein Polizist sagt: "Zeigen Sie mir Ihren Ausweis", dann tust Du das, nehme ich an. Was Du NICHT tust, ist, von da an täglich oder gar stündlich mit gezücktem Perso auf den Wachtmeister zuzurennen und ihm damit vor der Nase herumzuwedeln. Klingt ja auch lächerlich, nicht? Aber, komisch: Die Interpretation dieses Zitats durch die Kirche folgt exakt dieser lächerlichen Logik: Es wird daraus abgeleitet, dass man sich IMMER vermehren muss, wenn man sich's denn schon gemütlich macht. Aus einem "vermehrt Euch" macht man flugs ein "vermehrt Euch bei jeder sich bietenden Gelegenheit und wagt es nicht, es einmal nicht zu tun". Also, wäre ich gläubig, würde ich ganz schon protestieren dagegen, dass jemand das Wort Gottes so verdreht, ganz ehrlich. Da wird "im Namen Gottes" etwas gepredigt, was er gar nicht gesagt hat? Ist das... Ketzerei?
Zudem: Die Vorgabe "vermehrt Euch" ist faktisch bereits nach dem 3. Kind erfüllt - haben dreifache Eltern dann Dispens und dürfennach Herzens- und Leibslust verhüten? Oder gilt hier quasi als Hausregel der Zusatz: "...wie die Karnickel und ohne Limit ungeachtet aller Konsequenzen"?
DemonDeLuxe am 18.08.05 05:05
Ich bin auch gegen Abtreibung. Und für alle Kondomgegner zum Mitschreiben:
Durch den Einsatz von Kondomen liesse sich die Zahl der Abtreibungen verringern !
M.a.W. wer gegen Kondome wettert, leistet dem Einsatz von Abtreibung Vorschub und versündigt sich gegen das Leben.
Joe
Joe am 18.08.05 06:52
Mk 10,8f meinte ich, sorry. Schade dass hier nicht der richtige Ort ist, um sich mal ernsthaft über das Thema zu unterhalten.
Natürlich wird eine Ehe, die nicht vor einem Priester geschlossen wird, auch von der katholischen Kirche anerkannt - sie ist nur keine sakramentale Ehe (sie hat also nicht die geistliche und sakramentale Dimension einer Ehe, sondern nur die natürliche). Mir wär das ein bisschen zu wenig.
Es stimmt auch nicht, dass die Kirche sagt, dass man sich immer vermehren soll. Das Paar soll nur nicht die Möglichkeit zum Entstehen neuen Lebens verhindern. Kondome tun das und die Pille hat sogar zusätzlich noch eine abtreibende Wirkung.
Was die Liebe betrifft, so haben Christen und Atheisten/Agnostiger/Gleichgültige unterschiedliche Vorstellungen von diesem Begriff. Darüber würde es sich auch lohnen, sich zu unterhalten. Das christliche Verständnis von Liebe ist weitaus weniger emotional (in dem Sinne, dass es mehr über die Gefühlhaftigkeit hinausgeht, ohne diese natürlich zu leugnen).
Zu dem Argument, Kondome würden die Zahl der Abtreibungen verringern: Das scheint mir doch nicht mehr als eine Milchmädchenrechnung zu sein. Ich habe eher den Eindruck, dass Kondome und Verhütung allgemein den Sinn für den Wert des Lebens vermindern, sodass Kondome letztendlich nicht etwa Abtreibungen verhindern, sondern fördern. Es würde mich doch wundern, wenn seit der Einführung der Pille die Zahl der Abtreibungen abgenommen hätte.
Daquino am 18.08.05 10:26
@Daquino
Och, das mit dem "ernsthaft unterhalten" geht schon - eine vernünftige Diskussion ist allemal wichtiger als ausgefeilte Forentechnik.
Was also Mk 10,8f angeht: Ein weiteres berühmtes Zitat, nur ist es schon eine durchaus gewagte Auslegung, darin eine Propagation der Ehe an sich zu erkennen. Der relevante Ausdruck ist ja "was Gott zusammengefügt hat" - und wie genau ist das jetzt gemeint? Denn an dieser Stelle ist ja nicht von Ehe die Rede, allenfalls von Sex - streng genommen sogar nur von göttlich gefügtem Sex. Es stellt sich ja zunächst einmal die Frage, was denn "Gott zusammengefügt hat". Ich habe es schon immer als äußerst verwegen angesehen, das schlankweg auf jede von Menschen geschlossene Ehe zu beziehen. Halte ich für ziemlich anmaßend, bedeutet es doch im Umkehrschluss, dass jeder Mensch qua Eheschließung (aus egal welchen Motiven, vielleicht ja rein finanzieller Natur?) Gott praktisch zu einer Gutheißung zwingen könne. Oder, wenn man es noch weiter fassen will (also nicht nur auf Ehe, sondern auch auf Sex an sich bezogen) und 'mal flapsig ausdrücken: Man muss nur mit wem poppen und hat schon den göttlichen Willen definiert... das ist eine der vielen Stellen, wo sich in meinen Augen eine oberschlaue und äußerst schmalwinklige Auslegung mit der Göttlichen Unermesslichkeit und vor allem Unkontrollierbarkeit beißt. Was wäre denn das für ein Gott, der sich so festnageln ließe (pun not intended)?
Insgesamt, seien wir ehrlich, ist diese Passage alles andere als klar - und daher fragen die Jünger ja auch nach, es ist ja auch ihnen nicht deutlich, was Jesus eigentlich meint. Und was hören sie dann? Von Scheiden und Wiederverheiraten hören sie, also durchaus deutlich von einseitiger Willensbekundung zugunsten eines neuen Partners. WEDER ist da die Rede von außerehelichem Sex (noch nicht einmal WÄHREND der Ehe - es sei denn, "Ehe" wird mit Sex gleichgesetzt, aber das widerspräche ja wiederum dem engeren, kirchlichen Verständnis) noch von einvernehmlicher Trennung (und erst recht nicht von Trennung ohne neuerliche Eheschließung - Jesus ist da sehr konkret). Es ist eine Ermahnung zu ehelicher Treue. Punkt und aus. Finde ich aber auch ohne religiösen Hintergrund gut, wie durchaus einige Vorschriften der Bibel. Nur das Dogma kann mindestens ICH nicht aus dieser Passage ableiten.
> Natürlich wird eine Ehe, die nicht vor einem Priester geschlossen wird, auch von der katholischen Kirche anerkannt
Aber lediglich als juristischer Akt.
> Mir wär das ein bisschen zu wenig.
Nun ja - mir wäre das einerlei, weil ich doch etwas andere Prioritäten setze. Mal ehrlich: Wenn ich gläubig wäre - was kümmerte es denn mich, was die Priester sagen, wenn doch mein Gott mir direkt ins Herz schauen kann und WEISS, ob ich diese Ehe mit aufrichtigem Wollen eingehe? GERADE, wenn ich gläubig wäre, wäre die "kirchliche" Sicht der Dinge doch verschwindend unwichtig neben der GÖTTLICHEN. Wo wäre denn der Gewinn durch ein Ritual - außer für die Stimmung, das sei zugestanden. So eine Hochzeit in weiß, mit Orgelmusik... hat was.
> Es stimmt auch nicht, dass die Kirche sagt, dass man sich immer vermehren soll. Das Paar soll nur nicht die Möglichkeit zum Entstehen neuen Lebens verhindern.
Also, einmal davon ausgehend, dass wir mitsamt unserem Sexualtrieb geschaffen wurden - jetzt 'mal einerlei, ob qua Evolution oder Genesis - gehört Geschlechtsverkehr zum Leben dazu wie Atmen oder Nahrungsaufnahme. Was wäre das für ein stümpernder - oder grausamer? - Gott, der uns so geschaffen hätte, dass wir ein brennendes Verlangen in uns tragen, dem wir nicht folgen dürfen? Was Sie da sagen, läuft auf eine von zwei Alternativen hinaus: Entweder man lebt "enthaltsam" und verleugnet diesen (in Ihrer Lesart: ebenso gottgegebenen!) Aspekt der Menschlichkeit - oder man vermehrt sich eben doch karnickelartig unkontrolliert. Wir haben also die Wahl zwischen einer sexfeindlichen Kirche (wie überraschend) und einer, die weder persönliche Entscheidungsfreiheit noch Überbevölkerung zur Kenntnis zu nehmen bereit ist, von Krankheiten gar nicht zu reden.
> Was die Liebe betrifft, so haben Christen und Atheisten/Agnostiger/Gleichgültige unterschiedliche Vorstellungen von diesem Begriff.
Sind Sie so sicher? Na, Sie trauen sich ja 'was ;O)
> Das christliche Verständnis von Liebe ist weitaus weniger emotional (in dem Sinne, dass es mehr über die Gefühlhaftigkeit hinausgeht, ohne diese natürlich zu leugnen).
Das sehe ich jetzt naturgegebenermaßen als "rosa eingefärbt", denn das liest sich wie dieser unoriginelle Werbespruch "...und mehr". Aha. "McChrists - Gefühle und mehr". Was genau, bleibt im Dunkel, aber jedenfalls "mehr". Und vor allem: "bei uns ist das besser als bei den Heiden". Mit Verlaub: Das nehme ich nicht ernst - aber ich verstehe natürlich, dass und warum Sie das so sagen. Platt gesagt, wäre es doch auch unfair, wenn so ein Ungläubiger sich genauso gut fühlen könnte, nicht? Glaube soll ja schon auch 'was bringen - irgendwie "mehr" - WENN man denn schon nicht einfach nur zum Spaß ;O)
> Zu dem Argument, Kondome würden die Zahl der Abtreibungen verringern.
Sie haben natürlich insofern Recht, als das Argument nicht logisch stichhaltig ist. Allerdings ist genau der nichtlogische Chrakter in diesem Fall eine Stärke - vergessen Sie nicht, wir sprechen von einem Gebiet, in dem Liebe und Triebe dominant sind. Wenn man hier mit schierer Vernunft brauchen wir hier gar nicht zu kommen - das wissen Sie eigentlich auch. Gerade ausgefeilte Logik und Vernunft versagen hier - erfahrungsgemäß.
Aber eines kann ich Ihnen argumentativ schnell widerlegen: Sie postulieren einen durch Empfängnisverhütung verminderten, gefühlten "Wert" des Lebens. Und ich halte dem entgegen: Das Gegenteil ist der Fall, da der Anteil des GEWOLLTEN und daher auch um seiner selbst willen GESCHÄTZTEN Lebens zunimmt.
Wie fahren Sie denn lieber in den Urlaub? Auf Kommando der Personalabteilung in eine Firmen-Ferienanlage oder zum Traumziel Ihrer Wahl, auf das Sie jahrelang hingespart haben? Und von welche Reise werden Sie aller Wahrscheinlichkeit nach noch nach Jahren schwärmen?
Dann wissen Sie auch, welche Kinder (immer natürlich im statistischen Mittel) mehr geschätzt werden.
*ächz* so einen langen "Kommentar" habe ich, glaube ich, auch noch nie in ein Blog geschrieben ;O)
DemonDeLuxe am 18.08.05 11:32
Hallo Daquino,
das ist doch blauäugig. Es hat schon immer Sex ohne Ehe gegeben und wird es auch immer geben. Früher hatte eine Frau da Pech, wurde geächtet, hatte sozialen Abstieg zu befürchten usw., wenn sie schwanger wurde. Es ist aber so, das wir in der heute aufgeklärten Zeit schneller "zur Sache" kommen. Unabhängig davon, ob man das gutheißt oder nicht, passiert es halt. Kondome helfen hier unerwünschte Folgen zu vermeiden. Ich habe lieber 100 Paare, die ein Kondom verwenden als eine einzige Abtreibung. Und im Zeitalter von AIDS sich gegen Kondome auszusprechen, kommt einer Aufforderung zu russischem Roulette gleich - weil eben jede noch so gute Absicht daneben nicht verhindern wird, das es Sex neben Fortpflanzung und der institutionalisierten Ehe gibt. Ist mir gestern abend erst mit einer netten tschechischen Pilgerin passiert. OK, wir haben uns verliebt und es hat gewaltig gefunkt, na und ? Ich fühle mich nicht schlecht deswegen. Ganz im Gegenteil. Ein Einzelfall bin ich garantiert auch nicht.
Seit es die Pille und die (leider) gesetzlich geregelte Abtreibung gibt, haben die Statistiken meistens nur einen Anstieg zu verzeichnen - warum wohl ? Weil eben nicht mehr wie in den 30er und 40er Jahren (bis in die 50er hinein) Frauen zu "Engelmacherinnen" = illegale Abtreibung gehen, die in keiner Statistik auftauchen. Hätten wir Möglichkeiten, das zu verfolgen, wäre es zumindest am Anfang der "Ära Pille" ein Abwärtstrend gewesen. Und das die Zahl der Abtreibungen weiter steigt, hängt mit der zunehmenden Zahl geschlechtlicher Kontakte zusammen. Und das kann keiner verhindern, egal ob kath., ev. oder sonstwas. Mit einem aktiven Einsatz für Kondome in einem verantwortungsvollen Rahmen liesse sich da einiges bewegen. So a la "ich bin nicht für vorehelichen GV, aber wenn es sein muss, nehmt wenigstens Kondome". Selbst Lehmann (!) hat ja im TV gesagt, das Veränderungen in der Sexualmoral zu bedenken seien. Ich wäre lieber für Kondome als für die unausbleiblichen WJT-Schwangerschaften.
Joe am 18.08.05 11:50
Hallo Leute, ich denke das Problem Katholische Kirche und Kondome (sprich Verhütung) ist doch nicht neu.Ich frage mich blos, wo bleibt die, von Allen immer so heftig geforderte Toleranz ? Warscheinlich mal wieder auf der Strecke...
Mensch werdet doch endlich mal wach,wir sind doch nicht mehr im Mittelalter...(gab's da eigentlich schon Kondome?)
In diesem Sinne Euch noch einen schönen WJT...
Gruß Pepe
Pepe am 18.08.05 11:56
@Joe
"WJT-Schwangerschaften" - das ist 'mal ein gleichermaßen provokantes wie treffendes Wort. Aber vermutlich gibt es die in der klerikalen Lesart so wenig wie priesterliche Kinder.
Hoffentlich war's (oder, besser noch: bleibt's) schön ;O)
DemonDeLuxe am 18.08.05 12:23
Es gehört schon viel Rückgrat dazu, wie man auch an diesem Thread wieder sieht, sich zu den Werten der katholischen Kirche zu bekennen und nicht der (die Polygamie, Prostitution & Pornographie bzw. den Sextourismus) fördernde Pille/Kondome-Verbreitung in der "3. Welt" das Wort zu reden.
Magnus am 18.08.05 12:56
Magnus,
wie wäre es mit erst überlegen, dann schreiben ????
"...die Polygamie, Prostitution & Pornographie bzw. den Sextourismus) fördernde Pille/Kondome-Verbreitung in der "3. Welt" das Wort zu reden." .... ist - mit Verlaub gesagt - in die Schüssel gegriffen. Was fördert denn Polygamie ? Pille & Kondom etwa ? Völlig daneben. Polygamie ist die Verbindung mit mehreren Partnern (Vielehe der Mormonen zB.), was Du meinst, ist Promiskuität.
Wenn wir eine zeitgemäße Sexualmoral hätten, wären die von Dir zitierten gesellschaftlichen Erscheinungen in ihrer Bedeutung viel geringer. Sich zu dringend korrekturbedürftigen Werten zu bekennen, hat nichts mit Rückgrat zu tun, sondern mit Einfältigkeit und Ignoranz. Und ich trete bewusst nicht für eine Anarchie der Werte ein (genausowenig wie für ein Diktat der Werte !!!), sondern für die im Geiste der religiösen Evolution sich verändernden Werte. Manch einer mag denken "das gibt es nicht" - weit gefehlt. Von den Werten der Zeit der Kreuzritter und Inquisition haben wir uns ja auch gelöst, oder ???
Na, was meinst Du, wieso die Kirchen (übrigens nicht nur die katholische) jahrzehntelang an Mitgliedern verloren haben ? Dazugewonnen haben sie doch z.B. in Lateinamerika, also dort, wo sie den Menschen etwas bieten konnten. Europa ? Fehlanzeige.
Joe am 18.08.05 14:45
nein, ich meine es so, wie ich es sage. Polygamie, weil der Mann ja die Folgen seines Treibens nicht mehr beachten muss. Es folgt ja schliesslich keine Schwangerschaft, die meist ER fürchtet, nicht SIE...
Magnus am 18.08.05 16:37
Magnus, das ist Quatsch hoch 3. Jede Frau, die nicht schwanger werden will, fürchtet eine "unpassende" Schwangerschaft genauso wie ein Mann. Ich finde Dein konservativ-patriarchalisches Weltbild erschreckend. Die Frau, die das aushalten muss, tut mir jetzt schon leid - wenn Du eine findest.
Joe am 18.08.05 19:41
ad Joe
das traurige, er hat schon eine gefunden, schau blog.magnusbecker.de Fotoalbum, mit konservativ-patriarchalischem Weltbild, da haben sich zwei gefunden :{
Ole am 19.08.05 01:00
@Ole
Hi Ole,
ich habe auch "meine" gefunden, hatte kein Präservativ, bin verliebt, happy und fahre deswegen nächstes WE nach Prag. Nur hat meine Süsse das, was sie möchte. Und sitzt nicht wegen überkommener Moral auf dem Trockenen.
Joe am 21.08.05 19:05
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Neben mir auf dem Boden sitzt eine Gruppe junger Bosnier (weiblich) und ein Kanadier (männlich). Der Kanadier ist penetrant. Erst ging sein Konversationsversuch los, wie eigentlich jeder hier: "Where do you come from." Nur dann hörte er irgendwann nicht mehr auf. Ob die jungen Damen ein Stück von seinem Schokoriegel wollen, ob er ein Foto machen kann und ob er dann vielleicht auch noch die Email-Adressen...? Nö, sagen die Bosnierinnen.
Irgendwann gibt er auf. "I see you on sunday, okay?". Kaum ist er weg, brechen die Mädels in schallendes Gelächter aus. Von dem Gequassel danach verstehe ich zwar nur das Wort "Internet", aber dass sie den Typen gerade nachträglich auseinander nehmen wird schon klar. Direkt nach dem Kanadier versuchen es drei Deutsche. Die Jungs kommen schon besser an, versuchen es nämlich mit Humor. Die Damen lachen sich schlapp. Gut zu sehen, dass hier ganz normale Teenager sitzen, die im Dunstkreis des Doms auch was anderes im Sinn haben als singen, tanzen und beten.
Stimmt, aber nervig zu sehen, dass eines dieser RTL-Vorabend-Klatschmagazine dann wieder gleich einen ganzen Bericht machen muss über junge Kölner Prolls, die ein paar Mexikanerinnen anbaggern :-/
Eva am 18.08.05 10:15
[[[ Eintrag von der Redaktion gelöscht. Bitte halten Sie sich an die Blogregeln. (wdr.de) ]]]
am 19.08.05 15:07
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Zum SeitenanfangSie suchen nach "unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen". Und irgendein Beamter ist so lange über diesen sperrigen Namen gestolpert, das es nun sogar eine offizielle Abkürzung dafür gibt: USBV. Das sind z.B. selbsthergestellte Sprengsätze, die eine Explosion herbeiführen können, wie mir Norbert Knappe erklärt, Polizeipressesprecher in Köln. Derzeit fischen 15 Berufstaucher für Papst Benedikt im Trüben.

Genauer gesagt im Niehler Hafenbecken. Wo sonst olle Kähne dümpeln, liegt nun die MS Rheinenergie, ein hochmoderner Katamaran, auf dem in weniger als 24 Stunden der Papst flussabwärts schippern wird.

Das ganze Gelände ist inzwischen hermetisch abgeriegelt, "Hier herrscht bis morgen Sicherheitsstufe eins", erklärt mir ein Kollege. Und die Taucher? Machen "Platsch" und versuchen dann, zumindest die eigene Hand vor Augen im Wasser des Hafenbeckens zu erkennen. Die Kontrolle des Rumpfes, genauer gesagt der zwei Rümpfe, wird sich schwierig gestalten: "Sie können eigentlich nur tasten, ob am Rumpf alles in Ordnung ist", sagt Norbert Knappe, "die Sicht ist hier gleich null".

Aha, jetzt weiß ich, wo sie war. Sonst fährt die nämlich immer abends um halb sechs bei uns vorbei, aber gestern blieb sie weg, ersetzt durch eine kleinere Schwester aus der KD-Linie. Da stand ich also mit meiner Kamera, einen Tag zu spät, um "dem Papst sein Schiff" zu knipsen...
Yooee am 18.08.05 08:13
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Unter uns ist lediglich ein Gestänge aus Eisen. Wir laufen auf alten Holzplanken. "Was tut man nicht alles für den Job", seufzt ein Fotograf. Schweißperlen strömen seine Stirn hinab. Das liegt nicht am sonnigen Wetter. Die Stadt Köln hat zu einem Pressetermin auf den Dom geladen: "Ein interessantes kostenloses Reportageprogramm, das Ihnen viele Facetten von Köln zeigt und eine gute Arbeitsgrundlage für spannende Berichte über Köln darstellt."

Während unter uns tausende und abertausende junger Pilger in Schlangenbewegungen in den Dom hinein und aus dem Dom herausmarschieren (6.000 pro Stunde sollen es sein), geht mir unsere Domführerin Christine di Constanze mächtig auf die Nerven. "Ich werde nicht aufgenommen", entgegnet sie mächtig barsch auf meine höfliche Frage, ob ich ihre Ausführungen als Audio mitschneiden kann.

Als ich sie daran erinnern will, dass es sich hier doch um einen Pressetermin handelt, will sie davon überhaupt nichts gewusst haben. Schade. Eine "gute Arbeitsgrundlage" stelle ich mir eigentlich anders vor.
jaja die christine, hihihi
Peter Glosse am 18.08.05 10:54
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Zum SeitenanfangKardinal Meisner trauert. Fernsehgerecht langsam trägt sich der Kölner Erzbischof in das Kondolenzbuch für Frère Roger ein. Immer wieder und wieder klicken die Fotoapparate, flammen die Blitzlichter auf.

Während sich die Fotografen pietätslos um die besten Plätze balgen, füllt sich wenige Meter weiter das Kirchenschiff von St. Agnes von Minute zu Minute immer mehr.
Helfer bitten auf großen Schildern um Silence, Silenzio und Ruhe, und die Jugendlichen aus aller Welt halten sich daran. Viele verharren im Gebet oder stimmen in die Melodien der Musikgruppe ein, die mir eine Gänsehaut über den Rücken laufen lassen.

Ein kurzer musikalischer Eindruck
Hinter einer Säule halten sich zwei junge Mädchen weinend aneinander fest. Und auch, wenn es nach Kollegenschelte klingt: Was sich einige Fotografen in der Kirche erlauben, ist gelinde gesagt geschmacklos.

wieso wird das hingestellt, als gehe es Meisner nur um die Medien? Tsss
Magnus am 17.08.05 15:20
das ist bestimmt nicht so gemeint gewesen. Die Schelte geht bewusst im Hinblcik auf die Medien !
tobias am 17.08.05 15:39
ich glaube auch, das war eher kritik an den kollegen.
wer sich in eine kondolenzliste eintragen moechte, kann dies auf
http://www.weisse-rose.info/modules.php?name=News&file=article&sid=284
Stefan am 17.08.05 16:03
meine güte - ich glaube, ich muss die 300m heute Abend doch mal überwinden, und mein Arbeitszimmer gegen die Athmosphäre der Agneskirche tauschen.
Danke für den Tonmitschnitt!
skippy am 17.08.05 16:14
endlich wird auch mal angedeutet, wie penetrant und pietätslos manche journalisten teilweise sein können...
ey-drien am 17.08.05 20:02
Das mit der Pietätlosigkeit der Journalisten habe ich vorhin leider selbst miterlebt; ein RTL-Kameramann filmte kaum einen Meter entfernt ins Kondolenzbuch und Gesichter der Schreibenden. Geschmacklos.
Taizé am 17.08.05 21:02
Habt ihr vielleicht eine qualitativ bessere Aufnahme? Und darf ich die hier veröffentlichte frei verwenden? Und eventuell eine bessere?
Tom Götze am 18.08.05 00:26
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Immer wieder bleiben Passanten stehen. Schauen, staunen, fotografieren, fragen. Ricarda Hinz verteilt Flyer und Aufkleber. In dieser – natürlich nicht repräsentativen – Mittagsstunde überwiegt die Zustimmung und die Freude über das bunte Gefährt. Die Erfahrung von Ricarda Hinz ist, dass es entweder begeistere Zustimmung oder heftige Ablehnung gebe. "Kalt lässt das Thema niemanden." Und wie sehen es die Pilger? Ich frage zwei junge Männer aus Paraguay. Wenn ich sie nicht auf den Wagen aufmerksam gemacht hätte, wären sie wohl dran vorbeigelaufen, denn sie sind hungrig und wollen zum Mittagessen. Aber für eine kurze Einschätzung haben sie Zeit: Nein, sie fühlen sich nicht in ihren religiösen Gefühlen verletzt, antworten sie freundlich. Ihre Ansicht sei das natürlich nicht. Aber sie verstehen den Weltjugendtag ohnehin als eine ökumenische und nicht als katholische Veranstaltung. Und Atheisten gegenüber sind sie tolerant.
Gleich fährt der Wagen weiter. Die nächsten Tage wird er quer durch Köln kurven, aber nicht mehr rund um den Dom. "Da wäre der Wagen gestern fast auseinander genommen worden", sagt Ricarda Hinz. Eine große Pilgergruppe habe den Wagen umzingelt und "Benedetto" skandiert. "Wir wollen aber nicht provozieren", stellt Hinz klar. Nach dem WJT soll es weitergehen mit der "religionsfreien Zone". Ein "Zentralrat der Konfessionslosen" sei gerade in Gründung ,und auch das Heidenspaß-Komitee wolle sich daran beteiligen.
Sacht das weiße Schaf: "Schnell! Hinterher!" Sacht das braune: "Warum?"
WJT-Blog-Süchtige am 17.08.05 15:46
ich habe die weblogauseinandersetzungen um die freigeister verfolgt.
ich toleriere sie.
betrueblich finde ich aber, dass die kritik an frau hinz und anderen atheisten nicht toleriert wird. zensur ist keine loesung. wie es in den wald hineinschallt, so auch hinaus. das muss die heidenspass initiative in kauf nehmen. nicht immer nur austeilen, auch einstecken koennen!
[[[ein link wurde von uns entfernt. (wdr.de)]]]
Stefan am 17.08.05 15:57
Der Papst als alter, unbeweglicher Dinosaurier und die Gläubigen als blöd dreinschauende, dumme Schäfchen - aber sie wollen nicht provozieren...
Na ja, wer's glaubt...
Kein Wunder, dass viele Pilger auf solch einen Hohn verärgert reagieren.
Daquino am 17.08.05 17:19
"Kalt lässt das Thema niemanden."
doch, mich.
Grüße vom Nordpol.
Eisbär am 17.08.05 17:39
So, nun nach der Beschwerde müsste es ja wieder gehen. Test...
Magnus am 17.08.05 18:31
Ich habe vorgestern auch schon in einer E-Mail-Korrespondenz erfahren, dass die "Heidenspass-Leute" selber keinen Spass verstehen und auf Kritik selber mimosenhaft reagieren.
Die sind selber tod-ernst!!!
Walter am 17.08.05 20:55
@Walter
stimmt leider. Melde dich mal bitte bei info@magnusbecker.de, es wird wohl momentan an einer Anzeige gegen (einige) diese(-r) Leute gebastelt, wie man munkeln hört.
Magnus am 18.08.05 09:07
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"Das ist doch geschmacklos. Die Kölner sollten sich lieber mal freuen, dass die jungen Leute hier sind." Das Urteil von Herrn Heinrichs über das Dinomobil ist eindeutig. Der Papst besuche schließlich eine Kölner Synagoge und versuche auf die Religionen zuzugehen, verteidigt er das katholische Kirchenoberhaupt. Während ich Herrn Heinrichs befrage, kommt eine Frau vorbei und sagt begeistert: "Herrlich!" Frau Sartorius findet den Wagen "sehr freundlich, das ist doch nicht böse gemeint." Sie gibt zu bedenken, dass viele Gruppierungen vom WJT ausgeschlossen wurden. Und zack, sind die beiden Passanten in einer lebhaften Diskussion:
Sartorius: Die Jugendlichen werden es nicht übel nehmen.
Heinrichs: Das ist eine Verhöhnung der internationalen Gäste, die von weit her gekommen sind.
Sartorius: Och, nöö. Sind wir da nicht ein bisschen eng im Herzen?
Heinrichs: Es geht hier um Gastfreundschaft. Das ist wieder typisch deutsch, da kommt jemand mit dem erhobenen Zeigefinger und meckert wieder.
Sartorius: Nein, nein, es geht darum, dass einfach alle einen Platz haben für ihre Anliegen.
Und dann tauschen sich die beiden weiter aus, über ihre Erfahrungen mit dem Glauben und der katholischen Kirche. Herr Heinrichs ist erst vor kurzem katholisch geworden ("wegen meiner Kinder"), Frau Sartorius nennt sich "gläubig, aber nicht christlich", für ihren Glauben brauche sie den Papst und die Institution nicht. Ich stehe staunend daneben und erlebe, wie zwei Menschen, die sich gerade erst begegneten, spontan sehr differenziert diskutieren. Sie reden noch über Entwicklungsarbeit in Sri Lanka, die Rolle der GTZ, der Banken und der katholischen Hilfsorganisationen. Kontrovers, aber immer bemüht, den anderen zu verstehen und bereit, trotz aller Differenzen aufeinander zuzugehen. "Es tut mir leid für die Helfer und Priester, wenn ich ihnen mit meinen Äußerungen jetzt Unrecht tue, denn an der Basis wird sehr viel Gutes getan", meint Frau Satorius. Herr Heinrichs stimmt zu und muss nun weiter, er hat leider keine Zeit mehr für ein Foto. Aber Frau Sartorius.

Die größte Sorge von Herrn Heinrichs ist, dass die Gefühle der jugendlichen Gäste verletzt werden. Also warte ich, bis doch noch ein paar Pilger vorbei kommen, die ich befragen kann.
Hoffentlich lesen die OrganisatorInnen der "Relgionsfreien Zone" diesen Bericht. Es würde sie sicher freuen, zu sehen, wie spontan ihre Aktionen zu (zivilen!) Diskussionen anregen. Großen Dank an die "Religionsfreien": Glaube muss immer wieder neu hinterfragt werden und sollte Kritik(erInnen) einbeziehen! Solche "Verzällcher" auf der Straße sind zudem ein Teil typisch kölscher Lebensqualität! Ist doch prima, den PilgerInnen so ein lebhaftes Miteinander demonstrieren zu können. Daher: Dank auch an Frau Sartorius und Herrn Heinrichs!
WJT-Blog-Süchtige am 17.08.05 14:50
immerhin erkennt die dame an, dass die helfer und priester an der basis sehr viel gutes tun. ueber die kritik an der kirchlichen obrigkeit kann man streiten. dann muss aber auch kritik an der freigeisterobrigkeit gestattet sein.
Ein link wurde von uns entfernt.
Stefan am 17.08.05 16:08
"Freiheit ist immer die Freiheit des anders denkenden"! Nur warum muß man Gäste beleidigen die anders denken als man selber.
Es ist "typisch deutsch" immer irgendwie herumzumeckern und herumzujammern.
Jetzt meckert man über Katholiken, nächstes Jahr Fußballfäns und würde es hier mal eine Olympiade geben dann könnte man auch das hervorragend als Plattform nutzen seinen Frust durch derartige Aktionen zu äußern.
Tim Jürgens am 17.08.05 16:19
@Tim
"Nur warum muß man Gäste beleidigen die anders denken als man selber."
du hast den Nagel auf den Kopf getroffen! Besonders die Beleidigungen, die gegen Jugend2000 und www.weisse-rose.info ausgestossen wurden und werden, gehen auf keine Kuhhaut mehr.
Magnus am 18.08.05 09:09
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Ein Vater geht mit seiner kleinen Tochter an dem eigentümlichen Gefährt vorbei. "Papa, ist das Karneval?" Nein, auch wenn die große Dinosaurier-Plastik von einem Karnevalswagenbauer gemacht wurde, ist dies – obwohl bunt und mitten in Köln – ausnahmsweise mal kein Karneval. Hier demonstriert das Komitee "Heidenspaß statt Höllenqual" für eine "religionsfreie Zone". "Wir wollen auf keinen Fall den Weltjugendtag stören oder durchkreuzen. Wir wollen nur ein Forum schaffen für die Skeptiker in der Kölner Bevölkerung", sagt Ricarda Hinz vom Komitee. Sie wollten den Kölnern ein Alternativangebot machen mit Veranstaltungen wie Lesungen oder dem "FreiGeisterzug", der am Freitag durch die Innenstadt gehen wird. Um die Mittagsstunde sind in auf der Venloer Straße, wo das Mobil gerade parkt, viele Einheimische unterwegs. Pilger sind deutlich in der Minderheit. Was denken also die Kölner über diesen Wagen mit dem rosa Dinosaurier, der die schwerfällige katholische Kirche repräsentieren soll?
Das Programm vom "Heidenspaß" liest sich spannend! Ein bunter Akzent mit viel Inhalt! Bravo!
WJT-Blog-Süchtige am 17.08.05 15:42
Spaß? Nein.
Spannend? Nein.
Bunt? Nein.
Inhalt? Nein.
Irgendwie absurd.
Magnus am 18.08.05 09:11
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Zum SeitenanfangIch hab ihn selbst gesehen. Dünn ist er geworden. Muss der Stress sein.

"Wir bringen den Papst zu den Menschen" erklärt mir Georg, der einen Papppapst in Händen hält. Gemeinsam mit Bine startet der Künstler hier sein Kunstprojekt. "Wir fotografieren Katholiken, Atheisten, wer auch immer will, zusammen mit Benedikt XVI." Am Ende soll daraus eine Collage entstehen. Und wer mag, kann sich direkt vor Ort eine Postkarte ausdrucken lassen.

popstar PapsT
Tobias am 17.08.05 13:50
ui das wetter ist jetzt aber bombig in Köln (laut dem Himmel zu urteilen schon. Naja schliesslich kommt mogren Benedikt
Tobias am 17.08.05 13:52
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Zum SeitenanfangEhrliche Finder kommen in den Himmel. Während des Weltjugendtags verlorengegangene Gegenstände kommen in den Kristallsaal auf dem Kölner Messegelände. Sagt mir ein freundlicher Mitarbeiter in der Hotline des WJT. Und was erstaunlich ist: Wo ich noch vor zwei Tagen in der Warteschleife zu vergammeln drohte, dauert es jetzt nur Sekunden, bis mich eine freundliche Stimme am anderen Ende begrüßt. Und es ist kein Zufallstreffer, ich hab es mehrmals ausprobiert.
Mal reinhören? Die Weltjugendtagshotline
Ich werde später im Kristallsaal gucken, wer
außer mir noch so alles unachtsam war. Und vielleicht gibt es ja ein Wiedersehen.
Ist Gott dort auch abgegeben worden?
spezialist am 17.08.05 13:35
dann wünsche ich Dir viel Glück für Dein Handy... Sonst versuche es doch einfahc auch beim normalen Fundbüro der Stadt Köln !
Tobias am 17.08.05 13:49
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Ligi & Laura – meine beiden Gastpilgerinnen – gehen zur Katechese. Und alle anderen Pilger scheinen da heute auch hinzugehen. Als religiöser Laie hatte ich absolut keine Ahnung was das bitte ist – Katechese. "Discovering a deeper Faith" steht im Pilgerprogramm. OK. Also los.
Da ich gerade vor der Herz Jesu Kirche in der Roonstraße stehe, versuche ich es einfach mal hier. Hier spricht man zwar nur Italienisch, aber "however the language will be of secondary importance". Steht schließlich so im Pilgerprogramm. Leider kann ich dem Ganzen trotzdem nicht so recht folgen. Normaler Gottesdienst oder Katechese – ich erkenne da jetzt keinen Unterschied. Zumindest auf den Internetseiten des WJT werde ich dann schnell fündig. Hier die angebotene Definition (für alle übrigen religiösen Laien):
Katechese ist die in persönlichem Kontakt erfolgende Unterweisung in den elementaren Inhalten der christlichen Lebensweise und Lehre. Sie hat das Ziel, zur Nachfolge Christi, zur Feier der christlichen Mysterien und zur Mitgestaltung des Lebens der Kirche zu befähigen. Die Katechese soll zu Christus führen und sich in der Verkündigung an ihm orientieren, so wie er auf die Menschen zugegangen ist und ihnen vom Reich des Vaters erzählt hat.
Nur wie das jetzt genau geht, das weiß ich immer noch nicht...
Katechese ist die Glaubensunterweisung, der Gottesdienst ist Gebet, Anbetung, "Dienst für Gott" und enthält normalerweise als katechetisches Element die Predigt.
Dybart Simpson am 17.08.05 12:59
Danke für die Infos Dybart.
Beste Grüße,
Marcus Bösch
Marcus Bösch am 17.08.05 13:02
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Zum SeitenanfangGanz Köln feiert den Weltjugendtag - so ist es zur Zeit (fast) überall zu lesen. Aber feiert wirklich die ganze Stadt? Ich werde mich gleich in die "religionsfreie Zone" begeben. Mal hören, was die Kritiker über das Großereignis sagen.
"Mal hören, was die Kritiker über das Großereignis sagen."?
Dann aber eben diese Kritiker (nein, nicht die Kritiker der Kirche, sondern die Kritiker der Kirchenkritiker) nicht zu Wort kommen lassen? Schade.
Magnus am 18.08.05 09:04
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Eine Art Sacropop tönt aus der Mauritiuskirche. Drei Mädchen versuchen sich an Gitarre und Gesang. Der weibliche bebrillte Volunteer am Kircheneingang klatscht heftig und winkt mich herein. Voll ist es hier. Jungs mit selbstbedruckten T-Shirts ("WJT Geilenkirchen") sitzen mit krummen Rücken auf den Bänken. Von gedrückter Stimmung keine Spur?
Doch. In der Mitte des Raums steht ein Pfarrer in vollem Ornat. In der Mitte all dieser jugendlichen Pilger wirkt er in sich gekehrt und ein bisschen verloren. Auch die beiden Nonnen am Rand wirken bedrückt. Natürlich klatschen sie am Ende der musikalischen Darbietung. Aber heute morgen lächeln sie nicht.
Taizé-Gründer Frère Roger ermordet
Ich bin sehr traurig, daß Frere Roger ermordet wurde. Die Taizebewegung habe ich als Jugendliche in den 80ern begeistert mitgemacht. Es war die Botschaft Jesu, daß Friedensliebe und soziales Verhalten über allem steht auch über den religiösen Gesetzen. Diese Botschaft hat mir Frere Roger vermittelt.
Konfessionen, Glaubensgebote und -verbote waren unwichtig. Ein wehmütiges Erinnern an diese gemeinsamen Feiern bewegt mich, wenn ich das selbstgefällige Gehabe des Kardinals Meisner gestern in Köln dem gegenüberstelle mit seinen intoleranten Glaubensvorstellungen.
Eine Rose im Gedenken an Frere Roger!
Susanne, 40 Jahre alt am 17.08.05 14:23
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Zum SeitenanfangEtwas abseits der Agneskirche steht ein junges französisches Mädchen mit ihrem Handy am Ohr und weint. Nur wer schon weiß, dass vor wenigen Stunden der Taizé-Gründer Frère Roger in Frankreich ermordet wurde, erkennt den Zusammenhang. Denn hier, in und um das Gotteshaus in der Kölner Innenstadt herum, haben die Brüder der Glaubensgemeinschaft Taizé während des WJT ihr Quartier bezogen.

Noch sind wir Journalisten vor der Kirche stärker vertreten als die Trauernden selbst. Doch das, da bin ich mir sicher, wird sich schon am Morgen ändern, wenn sich die Nachricht wie ein Lauffeuer in den Übernachtungsquartieren verbreitet hat.
"Sie haben es uns beim Abendgebet erzählt", berichtet mir ein junger Mann, der mit Freunden an der Abendandacht in der Kirche teilgenommen hatte, die jetzt für Außenstehende abgeriegelt ist. Er war selbst bereits sechs Mal bei der ökumenischen Glaubensgemeinschaft im französischen Burgund und ist erschüttert.
"Ich glaube nicht, dass es sich krass auf den Weltjugendtag auswirken wird, denn die meisten hier kennen Frère Roger ja gar nicht", meint hingegen eine andere Pilgerin.
Ich glaube, sie täuscht sich.
wie wahr wie wahr... ich glaube schon das dieses den Weltjugendtag prägt. Warten wir es ab !
tobias am 17.08.05 09:58
es wird den WJT prägen, ganz klar! Vielleicht nehmen sich nun einige Hetzer zurück, die ein Klima des Hasses ermöglich(t)en, in dem solche Taten überhaupt erst möglich werden. Toleranz gegenüber Christen müssen aber einige scheinbar erst noch lernen. In tiefer Trauer um Bruder Roger, den ich selber bei einer Teilnahme am Taizé-Jugendtreffen kurz kennen- (und sofort schätzen-)lernte! Wer sich in ein (virtuelles) Kondolenzbuch eintragen möchte, kann das hier tun:
www.weisse-rose.info/modules.php?name=News&file=article&sid=284
Magnus am 17.08.05 10:08
Nach meinem Eindruck heute in Köln prägt es den WJT gar nicht.
Ralf Bettker am 17.08.05 18:47
Das Böse hat wieder einmal zugeschlagen.
Die Herzensgüte und die Versöhnung in Gestalt von Frere Roger wurde gemordet. Aber sie lebt weiter in den Menschen, die Gott von Herzen suchen! Christus wird am Ende siegen!
Claus am 19.08.05 13:01
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