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Weltjugendtag-Weblog - Archiv vom 20.08.05

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Samstag, 20.08.2005

Bild von Marcus Bösch, Rechte: WDR

All night long

Marienfeld, Irgendwo und nirgends

Wird jetzt geschlafen? ; Rechte: DW/Bösch

Während Kollege Domke gen Ausgang wandert und Benedetto ins Bett geht, sitze ich zusammengekauert im Matsch. Aber ich hab' es ja nicht anders gewollt.

Die Veranstalter können sich im Moment offenbar nicht so Recht entscheiden ob jetzt die Nachtruhe eingeläutet werden soll oder nicht. Nach zwei fetzigen Kirchsongs kommt eine Durchsage, die sich anhört wie die letzte für heute. Danach ist Ruhe. Und dann geht's weiter mit Musik. Das kann ganz schön laut sein, wenn man unter einem der Boxentürme liegt.

Audio: Anweisungen vor der Nachtruhe

P.S. Ligi und Laura suche ich bis jetzt vergeblich. Aufgegeben habe ich noch nicht.

Weitere Verweise zu All night long

Kommentare zum Eintrag All night long

Ich wünsche Ihnen eine angenehme und vor allem erholsame Nacht. Ich habe die Übertragungen im TV mitverfolgt, sehr beeidruckend, aber irgendwie auch beängstigend.
Vielen Dank für die vielen Eindrücke, die man durch Ihre Blog Einträge erhält. Ich hab es durch Zufall entdeckt und finde es wirklich klasse, dadurch aus Ihrer Sicht ein wenig miterleben zu können, was alles beim WJT geschieht.
Ihnen, Ihren Kollegen & allen anderen WJT Teilnehmern wünsche ich weiterhin viele Erlebnisse, viele Eindrücke, viel Spass und viel Schlaf ;-)

Ann-Kathrin am 20.08.05 23:38

Ich kann mich da nur anschließen: tolle Eindrücke und eine schöne Doku. Habe den Blog auch erst relativ spät endeckt. Genieße ihn aber sehr.
Freue mich auf die morgigen Einträge.

Monika am 21.08.05 00:00

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Bild von Stefan Domke, Rechte: WDR

Erleuchtend

Marienfeld, frontal vorm Papsthügel

Ich hab mich durchgekämpft. Wurde polnisch beschimpft, hab mit Italienern gemeckert, ein halbes Dutzend Ordner überredet und steh' jetzt in erster Reihe. Es sind mittlerweile abertausende von Lichtern, die auf dem unüberschaubaren Feld im Dunkeln leuchten. Und über allem erhebt sich der majestätisch strahlende Papsthügel. Sapperlot, da haben sich die Herren aber schon wieder eine Inszenierung sondergleichen einfallen lassen. Seeehr beeindruckend. In die Stille hinein tönt ein Martinshorn.

Blick auf den Papsthügel; Rechte: WDR/Domke

Ich werde jetzt versuchen, mich langsam aber sicher wieder zum Gate Nr. 3 zu bewegen und da sollte dann hoffentlich mein Fahrrad auf mich warten.

Einige Impressionen:

Rechte: WDR/Domke

Rechte: WDR/Domke

Rechte: WDR/Domke


Weitere Verweise zu Erleuchtend

Kommentare zum Eintrag Erleuchtend

Ich geh jetzt schlafen - aber freue mich auf morgen, um dann von euren Nachterfahrungen zu lesen.
Ich hoffe, es regnet nicht. Ansonsten viel Glück mit der Plane für den Kollegen Bösch. :-)
Schließ mich übrigens gern den "Vorschreibern" an: Weltjugendtagsblog - ganz großes Kino!

Dirk Kroll am 20.08.05 23:20

Na, wenn da mal nicht einer schneller war. Das zeugt ja auch von festem Glauben, sein Fahrrad da allein ind er Nacht zu lassen, wo schätzungsweise 100.000 Fussgänger scharf drauf sin....

Spirtus Uso am 20.08.05 23:25

Grandios, diese Blogs, auch die von den beiden anderen ! Was sind dagegen die angeblich 100 Kameras des WDR, von denen heute Abend stolz geredet wurde ! Der Mensch hat schließlich nur 2 Augen und nur 1 Verstand ! Bitte, bitte noch viel mehr ganz persönliche + subjektive Perspektiven, weil das viele "normale" journalistische Beiträge nicht mehr schaffen ! Und Danke für all die Maloche !

Paoluccio am 20.08.05 23:47

wer vom papst kommt, klaut doch keine fahrräder .... hm ... oooder?

wol-f am 21.08.05 00:13

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Bild von Marcus Bösch, Rechte: WDR

Groß, sehr groß

Marienfeld, E14

Bildschirme ; Rechte: DW/Bösch

Laufe seit einer guten halben Stunde durch die Reihen. Dank strategisch günstiger Leinwandverteilung muss fast niemand auf einen guten Benedikt-Blick verzichten. Stille und Andacht herrscht hier fast überall. Gestört nur durch einzelne Krankenwagen, die mit Blaulicht durch die Reihen rasen.

Alles hat ein Ende ; Rechte: DW/Bösch

Merke plötzlich, dass ich die ganze Zeit mit gefalteten Händen herumstrolche. Muss wohl an der eindrucksvollen Kulisse liegen, die erst im Außenbereich E14 langsam an ihre Grenzen stößt.

Für alle Schachspieler: Ich ziehe jetzt von E14 nach D5. Dort sollen nämlich Ligi und Laura sein. Haben sie mir Blog: gestern in der Küche verraten. Dass ich sie finden werde, wage ich im Moment noch zu bezweifeln.

Weitere Verweise zu Groß, sehr groß

Kommentare zum Eintrag Groß, sehr groß

Auch mit wenigen Worten lässt sich viel sagen - obwohl ich nicht bei diesem "Megaevent" dabeisein kann, hat mir dieser Beitrag die Größe dieses Jahrhundertereignisses vermitteln können...

Vroni am 20.08.05 23:14

Beten hat bei mir immer geholfen Menschen in einer Menge zu finden.Wie wär's?

Charlie am 20.08.05 23:30

So. Da ich ja jetzt weiß, dass mich morgen noch ein längerer Fußweg erwartet, habe ich meinen Wecker auf 5.15 Uhr gestellt und hoffe, dass ich es von Leverkusen bis um 10 Uhr nach C6 schaffe.

Eresa am 20.08.05 23:33

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Bild von Stefan Domke, Rechte: WDR

Ist Bayern evakuiert?

Marienfeld, während der Vigil

Gegen acht war noch einmal Papstalarm auf dem Marienfeld. Ausgerechnet durch meinen Sektor sollte er fahren, ausgerechnet dort, wo ich gerade mein mobiles Büro am Wegesrand aufgeschlagen hatte. Das bekannte Spielchen begann: Aufgeregte Teenies drängelten, Sicherheitsleute und Volunteers versuchten Hand in Hand eine Absperrkette zu bilden. Doch nach Minuten des gespannten Wartens sorgte dann ein Blick auf die Großleinwand für kollektive Enttäuschung. "Il Papa" hatte sich für eine Alternativroute zum Papsthügel entschieden. Naja, Blog: dreimal reichte mir auch irgendwie.

Papstalarm, vergeblich; Rechte: WDR/Domke

Jetzt, nachdem die Vigil begonnen hat, ist endlich Ruhe eingekehrt auf dem Marienfeld. Die ersten Kerzen brennen und die Jugend der Welt lauscht den Worten des Heiligen Vaters. Ein Blick in das von blau-weißen Rauten dominierte Flaggenmeer lässt vermuten, dass Bayern wie leergefegt sein muss.

Einige Impressionen:

Blick auf den Papsthügel; Rechte: WDR/Domke

Das Weltjugendtagskreuz im Fokus; Rechte: WDR/Domke

Auf der Suche nach dem Heiligen Vater; Rechte: WDR/Domke

Der Papst(hügel) ist erleuchtet; Rechte: WDR/Domke

Der eigentliche Star der Vigil; Rechte: WDR/Domke

Weitere Verweise zu Ist Bayern evakuiert?

Kommentare zum Eintrag Ist Bayern evakuiert?

Keine Panik, es gibt auch noch daheimgebliebene Bayern!
Aber dank Fernseher und Weblog ist man auch in Augsburg fast live dabei!
Danke für die spannende und witzige Berichterstattung der letzten Tage!
p.s.: Und unseren Regen werden wir hoffentlich heute nacht auch in Bayern behalten und nicht nach Köln schicken.

Birgit am 20.08.05 22:08

Klasse Fotos, prima Texte, saubere Arbeit. Chapeau!

Herby am 20.08.05 22:55

Na, Stefan, alter Protestant, hast dir in Bezug auf deine Fotos von den Katholen in Sachen "Inszenierung" einiges abgeschaut, was? Den Fotos tut's gut (nicht dass sie vorher schlecht gewesen wären!). Aber im Geist und im Herzen jetzt bloß nicht wankelmütig werden!

WJT-Blog-Süchtige am 21.08.05 11:28

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Bild von Marcus Bösch, Rechte: WDR

Mein kleines Zicklein

Marienfeld Flaniermeile

Herzen zu verkaufen ; Rechte: DW/Bösch

Nacht geworden ist es plötzlich. Stockfinster. Nur die Ufo-Kuppel da hinten leuchtet hell. "Halleluja" schallt es zeitversetzt aus allen Lautsprechern. Während der Gottesdienst in vollem Gange ist, deckt sich die Jugend der Welt derweil mit Süßigkeiten ein.

Das UFO im hinteren Bereich; Rechte: DW/Bösch

Im Trainingsanzug kommen mir zwei Italienerinnen entgegen, die ihre Gesichter herzhaft in einem Riesenzwirbel Zuckerwatte versenken. Auch die feilgebotenen Paradiesäpfel scheinen einige jetzt gerade interessanter zu finden als die Liturgie auf der Leinwand. Warum um alles in der Welt die Mädchen vor mir jetzt Lebkuchenherzen mit der Aufschrift "Mein kleines Zicklein" kaufen, bleibt mir ein Rätsel.

P.S. Nachdem sich kaum ein Einzelhändler an das Verkaufsverbot während des Gottesdienstes gehalten hat, wurde es einfach aufgehoben...

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Kommentare zum Eintrag Mein kleines Zicklein

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Bild von Marcus Bösch, Rechte: WDR

Mein neues Büro

Marienfeld, Hinter dem Stand mit Obstsalat

Obststand; Rechte: DW/Bösch

Nach kurzem erfolglosen Versuch, irgendwie näher an die Bühne zu kommen, der geordnete Rückzug. Mein temporäres Büro eröffne ich hinter dem Obststand. Zwischen einem Stapel Kisten mit ausgepressten Orangenschalen, schräg hinter der Theke, lässt es sich sehr gut arbeiten. Und das Beste: Es gibt Strom.

Mein Büro; Rechte: DW/Bösch

Hier, am Rande des Feldes, herrscht fast mediterrane Stimmung. Seit die Sonne scheint, wird auch ordentlich verkauft. Vielleicht liegt es am plärrenden Cassettenrecorder, der mit Tesafilm am Stand befestigt ist.

Damit ist jetzt allerdings Schluss. Der Gottesdienst beginnt. Da darf nicht weiterverkauft werden.
Audio: Und der Cassettenrecorder muss auch schweigen.

Weitere Verweise zu Mein neues Büro

Kommentare zum Eintrag Mein neues Büro

Nach doch eher schmaler kommentierung
des gesamten Weblogs,
möchte ich an dieser (heiteren) Stelle
mal meinen Dank für die wirklich unterhaltsame und humorvolle Begleitung des Weltjugendtages,
an alle Blogger dieser Tage loswerden.
Ich habe mehrmals täglich hineingeschaut, wurde nie enttäuscht,
und fühlte mich beinahe mittendrin ...Danke!

Baselitz (Nick)

Thomas Böhm am 20.08.05 21:35

Genau sooo ist es! Danke

Monika am 21.08.05 00:07

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Bild von Sabine Tenta, Rechte: WDR

Und sie brennt und brennt und brennt...

Köln, neben Maria in der Kupfergasse

Als Kardinal Meisner die Blog: Riesenkerze für den WJT in die Gemeinde "Maria in der Kupfergasse" brachte, ermahnte er den Küster, auch ja darauf zu achten, dass die Kerze immer brennt. Wenn sie nicht reicht, dann solle er Bescheid sagen und er würde eine neue Kerze stiften. Und so sieht es heute neben der "Schwarzen Madonna" aus:

Kerze; Rechte: WDR/Tenta

Viel runter gegangen ist da ja nicht. Oder ist es schon die zweite oder gar dritte Kerze? Die Dame am Devotionalienstand weiß Bescheid: Es ist immer noch die erste. Nachsichtig lächelnd erklärt sie: "Ja, ja, der Herr Kardinal hat das gesagt, aber wissen Sie, das dauert ja ewig, bis so eine Kerze runterbrennt. Das ist wie bei einer Osterkerze."

Weitere Verweise zu Und sie brennt und brennt und brennt...

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Bild von Stefan Domke, Rechte: WDR

Climbing

"D wie Dora oder B wie Berta?" fragt der junge Mann in sein Handy hinein. Wenn es um Orientierung geht, hat sich Benedikt noch nicht gegen Berta durchgesetzt. Immer und immer wieder scheint die Stimme am anderen Ende den Buchstaben zu wiederholen. Der junge Mann ist also "in Bereich drei" und seine Bezugsgruppe irgendwo, wo es keine Zahlen, sondern eben ein "B" oder "D" als Bereichsbezeichnung gibt. So wie ihm geht es Tausenden. Verzweifelt stehen die Pilger vor den großen Tafeln, die der Orientierung dienen sollen und haben eben diese verloren. Und jetzt sollen auch noch alle schnell auf ihren Platz zurück, denn der Papst kütt, sagt die Lautsprecherstimme. Und gibt noch weiter gut gemeinte Ratschläge, z.B. "Do not climb the towers at any time." Wird gemacht, Blog: auch wenn's schwer fällt.

Orientierungssuchende; Rechte: WDR/Domke

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Bild von Marcus Bösch, Rechte: WDR

Strom sparen

Marienfeld, Hinter der Fototribüne (Akku: 2:37 Stunden verbleibend)

Wasser ; Rechte: DW/Bösch

Es gibt gar keinen Sicherheitscheck. Leider gibt es aber auch keinen Medienbereich. Nun ja. Also der Bereich "A5" soll ein Medienbereich sein. Wieso erschließt sich allerdings nicht. Es gibt keine Arbeitsplätze, keine Steckdosen, dafür aber tausende von campierenden Pilgern.

Schilder; Rechte: DW/Bösch


"Tja, alle ihre Kollegen fragen nach dem Bereich. Und allen sagen wir dasselbe." "Nö, Steckdosen gibt's hier auch nicht". Vielleicht war es ja blauäugig ohne Ersatzakku anzureisen. Das Problem ist nur, dass es in der Geräteausgabe für das Notebook keinen Ersatzakku mehr gab. Also ist bei mir ab jetzt heftiges Strom sparen angesagt. Sonst reicht's nicht mehr für die nächtliche Berichterstattung. Und dafür bin ich ja gekommen.

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Bild von Stefan Domke, Rechte: WDR

Prärie

Marienfeld, Bereich 3

bild10.jpg

Dieses Gelände ist definitiv größer als alle Blog: Felder von Bad Lippspringe zusammen, Kollege Bösch. Und wir zwei Blogger sind vermutlich, obwohl auf der gleichen Veranstaltung, noch einen halben Tagesritt voneinander entfernt.

Pilger im Anmarsch

Meine Fahrradanfahrt über die vorgelagerten Äcker hatte etwas von unendlicher Weite der Prärie. Kein Wunder, dass ein Großteil der Jugendlichen in meiner Umgebung völlig erschöpft auf ihren Isomatten in der Abendsonne döst.

Verschnaufpause im Angesicht des Papsthügels; Rechte: WDR/Domke

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Bild von Sabine Tenta, Rechte: WDR

Den Papst mit Füßen treten!

Köln, Roncalli-Platz

Liebe Pilger, nun haben wir euch so oft Blog: gelobt, dass ihr so Blog: sauber seid. Und dann muss ich auf dem Roncalli-Platz das sehen:

Zerknitterter Zettel mit Papstbild auf Asphalt, Rechte: WDR/Tenta

Auch wenn die Werbung von "L'osservatore Romano" sich fast tarnfarben auf dem Pflaster des Roncalli-Platzes versteckt, ist das doch kein Grund, den Papst mit Füßen zu treten.

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Bild von Sabine Tenta, Rechte: WDR

Devotionalien ausverkauft

Köln, Roncalli-Platz

Schneekugel mit Dom und WJT-Logo; Rechte: WDR/Tenta

Von den Schneekugeln wären noch reichlich da. Denn darauf kann man nicht sitzen, sie schützen nicht gegen Regen und man kann keinen Schlüssel dran hängen. Noch nicht mal das Marienfeld kann man damit erleuchten. Darum sind sie, im Gegensatz zu den anderen offiziellen WJT-Devotionalien (Hocker, Regenschirme, Schlüsselbändern), auch nicht ausverkauft. An den Info-Points rund um den Dom sind aber heute, im Gegensatz zu den letzten Tagen, Informationen die weitaus heißer gehandelte Ware. Die entscheidende Frage auch jetzt, zweieinhalb Stunden vor der Vigil mit dem Papst: Wie komme ich zum Marienfeld?

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Bild von Marcus Bösch, Rechte: WDR

Willkommen in Woodstock

Auf dem Parkplatz im Industriegebiet

Ankunft ; Rechte:DW/Bösch

Da bin ich. Nach 40 Minuten Fahrt im Bus. Die Sonne steht tief. Und im Gewerbegebiet herrscht Volksfeststimmung. Würstchenbuden, Schaulustige und Pilger, Pilger, Pilger.

Aus dem Bus gesehen ; Rechte: DW/Bösch

Aus der Entfernung kann ich bereits konstatieren: Das Feld ist definitv größer als das Feld in Bad Lippspringe, wo ich 1996 den Vorgänger von Benedikt gesehen habe.


Ankunft ; Rechte: DW/Bösch

Hoffe der Sicherheitscheck beim Einlass geht schnell, damit ich den Pontifex noch im Papamobil durch die Reihen fahren sehe.


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Bild von Stefan Domke, Rechte: WDR

Besser vergessen als verlieren

Frechen, Gewerbegebiet

Nun ist wieder alles gut, sprich: Ich bin empfangsbereit. Nur ganz schnell noch drei Fotos zum vorherigen Text über die Anreise zum Marienfeld nachgereicht, dann betrete ich das Marienfeld. Bin nun rund 12 Kilometer von meinem Parkplatz entfernt. Hoffe, dass die Gebete der Pilger für einen trockenen Abend erhört werden. Denn meine Trekkingschuhe nebst Regenjacke liegen im Auto. Aber so kann ich sie wenigstens nicht Blog: verlieren.


Impressionen vom Marsch auf das Marienfeld:


Rechte: WDR/Domke


Rechte: WDR/Domke


Rechte: WDR/Domke

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Bild von Marcus Bösch, Rechte: WDR

Ich bin in Spanien

Im Shuttle-Bus auf der A61

Blick aus dem Bus; Rechte: DW/Bösch

Irgendwo da hinten habe ich vor genau einer Woche aufgegeben, als ich versucht habe Blog: zum Marienfeld zu laufen. Was sechs Stunden zu Fuß dauert, ist im halbvollen Shuttle-Bus nach 20 Minuten getan. Mit mir hinten im Bus: eine Gruppe Spanier und drei Kölner Studenten. Während die Spanier ihr wirklich exorbitantes technisches Equipment (Mini-Radios, Taschenlampen, Fotoapparate, MP3-Player...) prüfen, öffnen die Studenten erstmal ihre Bierflaschen.

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Bild von Stefan Domke, Rechte: WDR

Kehrt Marsch

Frechen, kurz vor dem Marienfeld

Sie singen nicht mehr. Gelacht wird auch weniger als an den Tagen zuvor.
Würde mir aber auch vergehen, wenn man mich mitsamt all meinem Gepäck fast sieben Kilometer vor dem Marienfeld absetzten würde. Ein endloser Strom von Pilgern zieht sich die für Autos gesperrte Landstraße entlang.

Wie gut, dass ich ein Fahrrad im Auto hatte. Ich spüre die neidischen Blicke in meinem Rücken. Am Wegesrand sind erste Ausfälle zu beklagen, Blasen werden verarztet. Ärgerlich nur, dass hier draußen kein GPRS- und erst recht kein UMTS-Empfang ist. Also kehrt Marsch zurück in die Zivilisation.

[Dieser Text wurde per Telefongespräch übermittelt]

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Bild von Sabine Tenta, Rechte: WDR

Grinsen statt Knolle

Köln, Domplatte

Polizisten erklären Pilgern den Weg, Rechte: WDR/Tenta

Ein typisches Bild der letzten Tage: Polizisten erklären Pilgern den Weg, helfen weiter. Eben überquerte eine mit drei Rucksäcken bepackte junge Frau bei Rot die Straße. Ausgerechnet ein Polizeiwagen hielt für sie an. Die Beamtin hinterm Steuer grinste die Pilgerin nur knuffig an und sagte freundlich: "Das nächste mal aber besser aufpassen."

Hoffentlich bleibt uns dieses Weltjugendtags-Feeling, der unverkrampft-lockere Umgang miteinander, noch lange in Köln erhalten.

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Bild von Sabine Tenta, Rechte: WDR

Bayerischer Beitrag für Beni-Charts

Köln Innenstadt, Museum für angewandte Kunst

Soll es jetzt etwa wieder still werden in Köln, wenn alle Pilger weg sind? Halt, einige ziehen immer noch singend durch die Stadt.

Bayerische Pilgergruppe; Rechte: WDR/Tenta

Diese Gruppe aus Bayern bereichert die "Beni-Charts" mit gesungenen Gemeinsamkeiten zwischen ihnen und dem Papst:

Audio: "... so wie wir"

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Bild von Marcus Bösch, Rechte: WDR

Natürlich können Sie da auch übernachten

Köln, Baumarkt und Zuhause

Mein improvisiertes Zelt ; Rechte: DW/Bösch

"Die hat ja auch kein Verfallsdatum", sagt der Mann neben mir zu seiner Frau. Ich bin in der Malerabteilung meines Stammbaumarktes. Der gute Mann hält 20 Quadratmeter Abdeckfolie in den Händen. Genau die will ich auch. Schutz und Sicherheit soll sie mir auf dem matschigen Marienfeld bieten. Und ein prima imrovisiertes Zelt abgeben.

Im Gegensatz zu Kollege Domke habe ich zwar keine Blog: Trekking-Schuhe mit im Gepäck, dafür aber einen Schlafsack.
Im Rahmen der investigativen Berichterstattung werde ich die Nacht heute nämlich auf dem Feld bleiben und bloggen. Meine Frage: Was passiert wenn der Papst im Bett ist?

Die Frau vom Presseservice war im Vorfeld übrigens irritiert. Natürlich könne ich da auch übernachten, sicherte sie mir
am Telefon zu: "Aber sie müssen da wie die Pilger schlafen." Ich hatte - ehrlich gesagt - auch nicht erwartet, dass mir mitten auf der Wiese ein Pressebett aufgebaut wird.

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Bild von Sabine Tenta, Rechte: WDR

Pilgerpegel sinkt weiter

Köln Hauptbahnhof

Anzeige im Kölner Hauptbahnhof, Rechte: WDR / Tenta
Heute Morgen war der Hauptbahnhof noch zeitweilig gesperrt. Und jetzt? Alles entspannt. Wie an einem ganz normalen Samstag. Gleis 6 und 7, wo die Sonderzüge zum Marienfeld abfahren, sind fast leer. Gemütlich und ohne Gedrängel können die Jugendlichen in die Sonderzüge einsteigen.
Bahnsteig und Fahrgäste; Rechte: WDR / Tenta

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Bild von Sabine Tenta, Rechte: WDR

Pilgerpegel sinkt

Köln rechtsrheinisch, Köln-Arena

Nicht, dass ich plötzlich pilgerscheu geworden wäre und nur noch Blog: leere Plätze in Köln fotografieren möchte. Die Verkehrsinfos der Stadt Köln besagten, dass es am Shuttlebusbahnhof an der Kölnarena in Deutz völlig überlaufen sei. Mit dem schnellsten und verlässlichsten Verkehrsmittel, dass es in so einer Situation gibt - mit meinem Fahrrad - bin ich schnell rübergefahren und dann sah es so aus:

Shuttelbusbahnhof, Rechte: WDR/Tenta

Die wartenden Security-Mitarbeiter staunen genauso wie ich. "Eben hat es hier noch total gebrummt und jetzt - sehen Sie ja", sagt ein Busfahrer. Warum der Pilgerstrom so plötzlich, abriss kann er sich nicht erklären. "Aber ich hoffe mal, dass es gleich wieder ordentlich brummt", sagt er lachend. Sein Samstagsonderdienst für Pilger macht ihm richtig Spaß.

Lag die plötzliche Leere daran, dass bereits an den Straßenbahnhaltestellen rund um die Kölnarena in mehreren Sprachen dazu aufgefordert wurde, lieber eine Shuttlebushaltestelle in der Innenstadt anzusteuern?

Audio: Durchsage der Kölner Verkehrsbetriebe

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Bild von Stefan Domke, Rechte: WDR

Für jeden Pilger ein Bus

Köln, Christophstraße

Über Hunderte von Metern stehen sie, teilweise sogar in Zweierreihen. Nein, ich meine nicht auf Busse wartende Pilger, sondern auf Pilger wartende Busse.

Busse warten auf Pilger; Rechte: WDR/Domke

Am Abfahrort der Shuttlebusse in der Christophstraße herrscht total tote Hose. Jeder der anwesenden Pilger könnte einen Bus ganz für sich alleine haben. Die Kassierterminals, die wie halbfertige Weihnachtsmarkt-Häuschen aussehen, stehen verwaist herum. "Draußen auf dem Marienfeld ist es aber schon knüppelvoll", meint ein Busfahrer, der gerade von seiner Tour zurück gekommen ist.

Der "Architekt" dieser Buden scheint sich bei der Berechnung der Tresenhöhe etwas verrechnet zu haben.

Keine Kassierzwerge im Häuschen, sondern offenbar ein Planungsfehler; Rechte: WDR/Domke

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Diese Kassierbüdchen sind ja scharf und bestes Sinnbild für die "Servicewüste Deutschland". DienstleisterInnen handeln nach dem Motto: "Achtung, Kunde! Verstecken!"

WJT-Blog-Süchtige am 20.08.05 15:34

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Bild von Stefan Domke, Rechte: WDR

Hab ich alles?

Köln, beim Rucksackpacken in Nippes

Weblogreportersammelsurium; Rechte: WDR/Domke

So, Mikrofonmp3RecorderUSBKabelLaptopErsatzakku1
Ersatzakku2UMTSKarteTrekkingschuhefürgegennasseFüße
KameraBatterienbiszumAbwinkenCompactflashCardLageplan
BrötchenNotizblockAkkreditierungsausweisBlasbalgKopfhörer
Gummibärchen. Hab ich alles? Naja, einmal wegen was Vergessenem die Treppe wieder hochlaufen ist eh immer einkalkuliert. Fühle mich gewappnet zur Expedition zum Marienfeld. Wie ich hinkomme? Ganz sicher nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Habe mich von meiner Blog: Erfahrung beim Eröffnungsgottesdienst mental noch nicht erholt. Werde stattdessen die Kombination Auto/Fahrrad ausprobieren. Erst mit dem Auto so nah ran wie möglich und dann auf den Sattel schwingen. Marienfeld, ich komme!

Weitere Verweise zu Hab ich alles?

Kommentare zum Eintrag Hab ich alles?

und wie war das mit dem Produktplacement?
IBM - Notebook
iRiver - Mp3player
Nokia - Handy
und nicht zu vergessen die
Haribo - Gummibärchen ;-)

Master

Master am 20.08.05 16:28

na, wenn man mit dem Mikroskop rangeht.... Aber beim nächsten WJT wird der Kollege bestimmt alles abkleben, damit es nun wirklich keinen Anlass zur Beschwerde gibt. Ansonsten gilt: Lesen, schauen und genießen!

Marion am 20.08.05 21:51

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Bild von Sabine Tenta, Rechte: WDR

Platz ist in der kleinsten Ecke

Köln am Rheinufer, Open Air Büro

Parkbank mit Notebook und Tentamobil, auch Fahrrad genannt, Rechte: WDR / Tenta

Mein Open-Air-Büro am Rheinufer gehört zu den schönsten mobilen Arbeitsplätzen der letzten Tage. Aber selbst hier, wo kaum was los ist, werde ich angestaunt. Vor allen Dingen dann, wenn ich anfange, mir die Jacke über den Kopf und das Notebook zu werfen, um die Bilder besser bearbeiten zu können (zuviel Licht im falschen Winkel stört da nur). Mein Spontan-Büro erregt immer wieder Aufsehen: Als ich auf der Venloer Straße über das Blog: Dinomobil schrieb, blieb ein Ausländer kopfschüttelnd vor mir stehen: "Tecknik, immer mehr Tecknik!" Auf der Treppe vor der Gemeinde "Christi Auferstehung" wollte ein kleiner Junge von mir wissen: "Spielst du?" Danach spielte er das Tollste, was es an einem heißen Sommertag gibt: Wasserspritzen. Und zwar becherweise. Das machte mich doch etwas nervös. Blog: Sarah und Mia fanden es übrigens "cool", live dabei zu sein, wie sie ins Internet kommen.
Ich bin nun schon sehr gespannt, was Blog: Marcus im Baumarkt machen wird. Vielleicht sein mobiles Büro "marienfeldkompatibel" umbauen?

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Bild von Sabine Tenta, Rechte: WDR

Eigentlich sieht es so aus

Köln am Rheinufer, Höhe Bastei

Liebe Pilger,
was ich euch seit Tagen schon zeigen wollte, ist das hier:

Rheinufer mit Bastei; Rechte: WDR/Tenta

Denn so sieht es eigentlich am Rheinufer, Höhe Bastei aus. Radfahrer, Jogger, vierbeinige Spaziergänger, die ihren Dosenöffner an der Leine führen, ein paar Möwen. Es ist so ruhig, dass man das sanfte Plätschern des Rheins hören kann. Für uns Kölner ist es ein Naherholungsgebiet. Für euch war es die längste und vollste Wartezone der Stadt. Schließlich war die Bastei der Anfangspunkt für eure Domwallfahrt. Wenn ihr noch mal nach Köln kommt, dann schaut doch wieder hier vorbei. Es ist wirklich schön hier.

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Kommentare zum Eintrag Eigentlich sieht es so aus

die bastei kenn ich seit 50 jahren ... damals mit eltern nach nem harten tag auf der ANUGA vergeblich einlass begehrend - werbetragetaschen unerwünscht -
vor einigen wochen - den weg unterhalb der bastei genau so erlebt, wie von Ihnen beschrieben - mit füßen im rhein geplätschert - an der schulter meiner freundin kathrin ...

danke für Ihre witzige und nachdenkliche berichterstattung ...

wol-f am 20.08.05 15:33

Lieber Wol-f,
vielen Dank für's Lob!
Beste Grüße
Sabine Tenta

Sabine Tenta am 20.08.05 17:03

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Bild von Stefan Domke, Rechte: WDR

Unansehnliche Christen?

Köln-Nippes, am Schreibtisch

Gestern Nacht noch kurz im Netz gesurft. Der Kölner Express präsentiert eine Fotogalerie "So sexy ist der WJT!" Vorsichtshalber Strg+C gedrückt, damit ich es nach dem Aufstehen noch glaube.
Gleich die erste Bildunterschrift lässt mich am Schreibtisch lauthals auflachen.

Ich zitiere: "Wer bisher der Meinung war, Christinnen seien keusch und unansehlich (sic!), wird dazu lernen müssen."
Ich überlege ernsthaft, vor meiner Abfahrt zum Marienfeld noch kurz in der Express-Redaktion vorbeizufahren. Ich will wissen, wer sich solch einen Schwachsinn ausdenkt.

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Bild von Marcus Bösch, Rechte: WDR

Finalmente ho capito

Köln Riehl

Damit hatte ich wirklich nicht mehr gerechnet. Blog: Laura und Ligi sitzen mit meinem Mitbewohner in unserer Küche und essen zu Abend. Daraus wird dann noch ein gut halbstündiges Gespräch in Englisch, Deutsch und Italienisch mit Händen, Füßen und einem Wörterbuch.

Dem Papst sind sie heute ganz nah gekommen. Sie standen nämlich auch in der Nähe der Blog: Synagoge. Als sie erfahren, dass ich als Journalist arbeite, lachen sie sich erst kaputt und versichern mir dann, dass sie mir beide morgen helfen werden, den Papst zu interviewen. Vorher müssen wir nur noch ein bisschen ausruhen.

Ich melde mich morgen nachmittag aus dem Baumarkt wieder. Warum? Das verrate ich dann.

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Doch ein happy End - wie schön!

Charlie am 20.08.05 01:39

Katechese ist übrigends eine Unterweisung in grundlegenden Glaubensdingen, quasi eine Schulstunde.

noch mal Charlie am 20.08.05 08:57

Hallo Marcus,
hast du nun die Adresse von deinen Gästen, damit du sie bei dem Gegenbesuch auch findest?

Uli am 20.08.05 12:13

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