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Weltjugendtag-Weblog - Dat Wasser vun Kölle is joot

Montag, 08.08.2005

Bild von Stefan Domke, Rechte: WDR

Dat Wasser vun Kölle is joot

Domhotel, Köln, am späten Vormittag

Eigentlich ist dieser Pressetermin überflüssig. Der Energiekonzern Rheinenergie will Millionen Liter Trinkwasser spendieren? Lachhaft, denn jeder, der auf der Domplatte seinen Kopf in den Nacken legt, bekommt Trinkwasser satt - er muss nur lange genug seinen Mund offen halten. Gut, dass WJT-Pressesprecher Matthias Kopp gleich zu Beginn klarstellt, man werde "für besseres Wetter beten". Dass dies nicht nur als Scherz gemeint ist, wird einen Satz später klar: Kardinal Meisner persönlich, schiebt Kopp nach, werde schon bald der schwarzen Madonna von Köln einen Besuch abstatten und mit geistlichem Nachdruck um blauen Himmel bitten. Die Presse werde selbstverständlich noch eingeladen.

Trinkwasserzapfstelle vor dem Kölner Dom; Rechte:WDR/Domke

Für den Kölner Energiekonzern ist das Trinkwassersponsering beim WJT vor allem eine billige Werbemöglichkeit, um den Unternehmensnamen einem Millionenpublikum vor Augen zu führen, denn natürlich prangt an jeder der 50 Wasserentnahmestellen im Stadtgebiet unübersehbar der Firmenname – für die WJT-Organisatoren ist dadurch aber eines der Hauptprobleme im Bereich Lebensmittelversorgung gelöst, denn wie sonst sind die Pilger mit den bei heißem Wetter erforderlichen zwei bis drei Litern pro Tag zu versorgen? Vorausgesetzt, die katholische Kirche hat tatsächlich einen guten Draht "nach oben" und der (Wetter-)Gott hat irgendwann ein Einsehen, kalkulieren die Veranstalter mit rund 4,5 Millionen benötigten Litern.

Die Wasserversorgung beim letzten Weltjugendtag verlief übrigens eher suboptimal – nach einem Sturm, so erinnert sich WJT-Geschäftsführer Hermann-Josef Johanns, flogen hunderttausende der zuvor mühsam eingesammelten leeren Plastikflaschen durch die die Straßen von Toronto. In Köln wäre für ein vergleichbares Chaos schon ein Orkan notwendig, denn das Wasser fließt aus fest installierten Wasserhähnen: "Hahn aufdrehen, Trinkflasche drunter halten und laufen lassen" beschreibt Rheinenergiechef Helmut Haumann das simple Rezept gegen durstige Kehlen. Klar, dass der Wassermanager die Gelegenheit nutzt, vor der versammelten Presse das "Lebensmittel Nummer Eins" zu preisen. "Dat Wasser vun Kölle is joot", zitiert er den Karnevalsschlager der Bläck Fööss und untermauert diese kölsche Weisheit mit harten Fakten: 10.000 Laborproben pro Jahr würden für beste Trinkwasserqualität und die schärfste Kontrolle im Lebensmittelbereich sorgen.
Schade nur, dass die durchs Wassersponsering gesparten Kosten dem Weltjugendtag nun auf andere Weise in Rechnung gestellt werden. Vandalismus, so sagt WJT-Geschäftsführer Johanns, hat die dauerhafte Überwachung der Wassertürme durch Sicherheitspersonal nötig gemacht. Oder sind die Vandalen nur vorgeschoben? Gehen die Veranstalter auf Nummer sicher, um die abstrakte Gefahr von Terroranschlägen auch in diesem Bereich auf ein Minimum zu reduzieren?

Helmut Haumann zapft sein eigenes Wasser; Rechte:WDR/Domke

Am Rand aufgeschnappt:

"Ey, kriegisch die Flasche, wenn de fettich bist?"
Der Chef der Rheinenergie AG, Helmut Haumann, braucht einen Moment, bis er begreift. Der junge, ungepflegte Mann, der da plötzlich beim abschließenden Fototermin an seiner Seite steht und ihm mit Nachdruck seinen Alkoholatem ins Gesicht bläst, hat es gar nicht auf das gesponserte Wasser abgesehen. Vielmehr ist in diesem Augenblick der inoffizielle Startschuss zur Pfandflaschenjagd beim Weltjugendtag gefallen.

Weitere Verweise zu Dat Wasser vun Kölle is joot

Kommentare zum Eintrag Dat Wasser vun Kölle is joot

dass das kölner wasser gut ist halte ich für ein gerücht. schon mal in den wasserkocher geguckt? kalk, kalk und nochmals kalk

ist das wasser eigentlich geweiht?

peter am 08.08.05 16:04

Bitte kürzer fassen!

domspatz am 09.08.05 08:59

gute idee kleiner spatz

dein kätzchen am 09.08.05 10:41

genau, ihr schreibt so viel text am stück - das ist schwer lesbar...

würstchen am 09.08.05 16:51

Werde mich bemühen, "Würstchen", kürzer und knackiger zu schreiben. Aber aus Interesse: Habt Ihr denn alle verlernt, etwas länger an einem Stück zu lesen?

Stefan am 09.08.05 17:05

Dafür schlag ich die Zeitung auf.

ckd am 10.08.05 13:39

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