Ein Großteil der Besucher im Kölner Stadion hat auf das anschließende Fest wohl keine Lust mehr und will die Stadt lieber auf eigene Faust erkunden. Kein Wunder, marschiert doch gleich zu Beginn die Kölner Prinzengarde als Botschafter deutscher Musikkultur ins Stadion ein. Nur leider hat die massenhafte Abwanderung einen Totalzusammenbruch des Öffentlichen Nahverkehrs zur Folge.

Hatte ich auf dem Weg zum Eröffnungsgottesdienst "Katholische Sardinen" getitelt? Die Situation von vorhin wünsche ich mir jetzt sehnlichst zurück.
Auf der Aachener Straße stehen an die 20 Straßenbahnen hintereinander. Über eine halbe Stunde sind wir eingepfercht und bewegen uns keinen Meter.
Erst dann tröpfelt die erste Info. Vor uns habe es einen Zwischenfall gegeben, man warte auf den Rettungswagen.
Ich bin ja nicht ängstlich, aber sofort schießt mir London und die verzögernde Informationspolitik durch den Kopf. Bevor die Stimmung kippt, öffnet die Fahrerin "entgegen meiner Dienstanweisung" die Türen auf offener Strecke. Dürfte ich es, würde ich der Frau auf der Stelle die Absolution erteilen.

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