
Gerade wollte ich zurück in die Stadt fahren, da sehe ich sie. Eine Gruppe sommerlich gekleideter Pilger. In T-Shirts und Bermudashorts sitzen sie an einem Sammelpunkt für Einkaufswagen unter einem Wellblechdach und warten. Auf besseres Wetter? Sehen irgendwie verloren aus.
Hmmh, als Helfer wollte man mich nicht (gut, ich hatte mich zu spät gemeldet), Pilger zuhause bei mir schlafen lassen wollte ich nicht. Aber jetzt ist sie da: Die Chance, Gutes zu tun.
"Kann ich irgendwie helfen?" Kann ich. Die Gruppe aus Pennsylvania ist erledigt, hat bereits eine Ochsentour hinter sich. Überall erzählt ihnen jeder etwas anderes. Jetzt wissen sie zwar, dass sie bei Ikea schlafen sollen (vom Selber-Betten-Aufbauen ahnen sie noch nichts), doch die notwendige Registrierung muss in der Kölner Messe erfolgen – 16 Kilometer von hier entfernt.
"God bless you", schallt es mir entgegen, und kräftige Hände drücken mich zum Dank, als ich mich bzw. mein Auto als Taxi für Jo, den Leiter der Gruppe und einen Helfer zur Verfügung stelle.

Ich wollte auch gutes tun und habe mich, obwohl ich evangelisch bin, bereits im März als volunteer gemeldet. Jedoch konnte ich einige Erfahrungen sammeln, die mich davon überzeugt haben, dass ich scheinbar mehr lästig bin, als dass meine Hilfe willkommen wäre. Als Resultat bin ich- wie einige andere- jetzt nicht aktiv dabei. Vielleicht sollten die Organisatoren auch mal darüber nachdenken, dass es einige Berufstätige unter den Helfern gibt, die nicht standby stehen.
lunaroja am 16.08.05 10:15
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