
"Höher! Tiefer! Bück Dich mal!" Ohne Widerworte macht Alexandra, was ihr gesagt wird. "Ach, an diese Anweisungen habe ich mich mittlerweile gewöhnt, das geht schon seit heute morgen so."
Dabei ist die 20-Jährige eigentlich dazu da, den angemeldeten 332 Pilgern in Köln-Godorf beim Bettenaufbau zu helfen. Aus Nächstenliebe und aus Marketingzwecken hat das schwedische Möbelhaus ein Parkdeck für die kommenden Tage in einen riesigen Schlafsaal verwandelt und für jeden ein massives Holzbett nebst Matratze, Kissen und Bettbezug zur Verfügung gestellt. Wie beim Möbelhausriesen üblich, muss es allerdings noch zusammengebaut werden.
Weil aber weder die 56 Amerikaner, noch die 50 Kanadier nur ein Bruchteil der angekündigten 109 Italiener und nicht einmal die avisierten 102 deutschen Pilger angekommen sind, ist Volunteer Alexandra den wartenden Journalisten zuliebe zum Bettenaufbaumodell mutiert.

Nur am Morgen, als die bislang einzige Gruppe aus Sardinien eintraf, konnte die Studentin für kurze Zeit schrauben, stecken und drehen. Sieben Betten hat sie zusammengebaut und den "miserablen Imbus", der den Packungen beiliegt, inzwischen gegen Profiwerkzeug ausgetauscht.
Was die Doityourselfqualitäten der Pilgergruppe aus Sardinien angeht, ist sie allerdings enttäuscht: "Die haben sich ziemlich ungeschickt angestellt." Lediglich eine resolute Ordensschwester habe hervorragend alleine aufgebaut: "Aber die hat das auch nicht zum ersten Mal gemacht." Und für einige war das Bettenbauen offensichtlich zu anstrengend.

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