"Nachregistrierung von Freiwilligen" steht in ziemlich sperrigem Deutsch an der Eingangstür vom Kölner Domforum. Weil der ein oder andere, der schon vor Monaten zusagte, beim Weltjugendtag freiwillig zu helfen, nun doch lieber in den Urlaub fährt, wird nun "nachnominiert" - so nennt man das Verfahren zumindest bei der Fußballnationalmannschaft.

Rund 2.000 Helfer sind abgesprungen, dies sei aber ein Durchschnittswert, der auch bei früheren Weltjugendtagen erreicht worden sei - so heißt es beruhigend. Seit dem Morgen hat deshalb der Freiwilligencounter im Domforum geöffnet und "die Schlange wird immer länger", wie Annette berichtet, die als Freiwillige die Freiwillligen registriert. Die 20-jährige Katharina will z.B. eine ganze Woche helfen, bevor sie in Kürze ihre Ausbildung als Korbflechterin beginnt.

Warum Katharina mithelfen will
Selbst ganze Familien reihen sich gemeinsam in die Schlange ein, um als Parkanweiser oder Essensausteiler zu helfen. Eine Emailadresse und ein selbstgewähltes Passwort, mit dem man sich auf einer Internetseite einloggen kann - viel mehr muss am Schalter nicht angegeben werden. Jeder kann dann in Ruhe zu Hause überlegen, an wie vielen Tagen er bei freier Verpflegung zur Verfügung stehen will. Auch unter den Obdachlosen scheint sich dieser "Geheimtipp" schon herumgesprochen zu haben, jedenfalls machen bei ihnen am Mittag die ersten WJT-Essensmarken die Runde.
Die Freiwilligen-Hotline: 0221 – 49 2005 82
Der Counter im Domforum hat von 11 bis 18.30 Uhr geöffnet
Ich, evangelisch, arbeite in der hiesigen Stadtverwaltung und habe mich bereits vor 5 Monaten für einen Einsatz vom 08. bis 11.08. gemeldet. Da ich Sonderurlaub bekommen hätte, den ich aber dann auch noch beantragen musste, wollte ich dann 3 Tage vor meinen Einsatz endlich wissen, wo ich eingesetzt werden sollte. Da ich bereits sowohl eine schriftliche Absage und eine Woche später eine Zusage erhalten hatte, war für mich nicht klar, ob ich eingesetzt werden würde. Also habe ich mich erkundigt und eine recht hilflose Rückantwort erhalten, die mich dazu bewogen hat, meine Meldung zurück zu ziehen.
Wenn diese Erfahrungen mehrere Leute gemacht haben, kann ich verstehen, wieso 2.000 Leute nicht mehr zur Verfügung gestanden haben.
Isabell am 10.08.05 09:01
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