
Wahrscheinlich kennen Sie das Gefühl. Am Morgen danach. Wenn alles weitergeht. Man aber noch etwas Zeit braucht. Bis man wieder vollkommen da ist. Das Erlebte in einer handvoll Zeilen zusammenfassen und adäquat bilanzieren? Unmöglich.

Woodstock auf dem Marienfeld? Zwei Nonnen in meiner Küche? Nicht nur das hätte ich vor einigen Tagen nicht für möglich gehalten. Eine handvoll eigener Vorurteile mussten da zwangsläufig über Bord gehen. Für die Erwachsenentaufe im Rhein reicht es aber nicht. Noch nicht?
Keine Ahnung. Ich muss jetzt aufräumen. Und diesen Ohrwurm loswerden, der mich seit Tagen wahnsinnig macht: "Jesus Christ - you are my life." In diesem Sinne. Danke und bis bald.
Hallo Marcus,
deine Berichterstattung war einfach genial und sehr erfrischend.
Mach weiter so!!!!
Uli und Ulla am 22.08.05 10:39
Das mit der Erwachsenentaufe klappt auch noch; muss ja nicht im Rhein sein. (;
Magnus am 22.08.05 11:02
Marcus,
wir danken Dir für diese tolle Berichterstattung!!!
Ich hab so oft in dieser Woche gedacht, bin ich froh, wenn das alles vorbei ist.
Und jetzt?
Irgendwie fehlt schon was, oder?
Wir werden uns schon dran gewöhnen, wieder über die Domplatte laufen zu können, ohne sich durch eine riesige Pilgermenge quetschen zu müssen, oder in einigermassen pünktlich kommenden Bahnen zu fahren, ohne Pilgergesang.
Wir werden uns wieder dran gewöhnen...
Gruß,
Esther
Esther J. am 22.08.05 11:06
Auch von mir ein herzliches Dankeschön für deine erfrischende Berichterstattung. Hat echt enorm Spaß gemacht, deine Beiträge zu verfolgen.
Tobias am 22.08.05 11:37
Ich schließe mich dem Dank für die lebendigen Berichte an und wünsche Ihnen alles Gute auf der Suche nach Ihrem Weg.
Viel Glück!
Charlie am 22.08.05 12:04
Noch mal ich. Mir ist noch etwas eingefallen: Für Menschen, die in der katholischen Kirche getauft werden wollen gibt es meist nicht den Rhein sondern das "Katechumenat", in der Regel ein Jahr der Vorbereitung auf den christlichen Glauben. Wenn man dann möchte, wird man - am Besten in der Osternacht - getauft, gefirmt und geht zur Eucharistie. Sauberer als der Rhein.
Alles Gute
Charlie am 22.08.05 12:17
Von wegen vorbei!!! Ich sitze hier gerade in Bonn, an mir ziehen unablässig singende Pilger vorbei. Heute nachmittag werden in der Rheinaue wohl noch einmal 70.000 Menschen des Neokatechumalen Weges (hoffe ich habe es richtig geschrieben) zu einem Gottesdienst erwartet...
Yeliena am 22.08.05 12:25
Ich hab zwei Sachen zu sagen:
1. Dieser Blog war geil!!!
2. Was ist Neokatechumalen??
Micha am 22.08.05 13:25
Moin!
Vielen Dank für die Berichterstattung hier. Vor allem als Volunteer in einer Nachbargemeinde war es doch schön zu merken, wie es Köln/Düsseldorf/Bonn so läuft.
Man hat sich bei euren Berichten mittendrin gefühlt.
Zum Ohrwurm: Das Lied kriegt unsere ganze Volunteergruppe die auf dem Marienfeld war nicht mehr aus dem Kopf.
MfG, Mathias
Mathias Siegmund am 22.08.05 13:42
Wir schließen wir uns diesem vielen Dank jetzt auch aus Leipzig an!
Als evangelisch-katholisches Kirchenredakteure-Team beim sächsischen Privatsender RADIO PSR haben wir die Arbeit von Euch Dreien genossen. Nachdem wir bei den Begenungstagen in Leipzig tatsächlich mittendrin waren, haben Eure informativen und erheiternden Einträge uns auch nahe an Köln herangebracht.
Ach ja, und wir beneiden Euch ganz bestimmt nicht um die Open-Air-Abenteuer-Nacht auf dem Marienfeld.
Erholt Euch gut!!
Friederike und Daniel
friederike am 22.08.05 14:00
Hallo,
aufräumen ja das tun wieder die fleissigen Helfer auf dem Marienfeld. Wird das Feld eigentlich so erhalten bleiben? Und passiert mit diesem Blog, bleibt der auch bestehen?
Ich möchte Marcus, Stefan und Sabine danken für die Superzeit hier im Blog.
Dadurch war man dann doch irgendwie mittendrin. Konnte was länger schlafen , obwohl ich nicht direkt auf dem Marienfeld war, war ich müde und ausgelaugt.
Ich wünsche allen alles Gute und hoffe das man sich irgendwann mal wieder liest.
Viele Grüße Nicole
Nicole am 22.08.05 14:01
Hallo,
aufräumen ja das tun wieder die fleissigen Helfer auf dem Marienfeld. Wird das Feld eigentlich so erhalten bleiben? Und passiert mit diesem Blog, bleibt der auch bestehen?
Ich möchte Marcus, Stefan und Sabine danken für die Superzeit hier im Blog.
Dadurch war man dann doch irgendwie mittendrin. Konnte was länger schlafen , obwohl ich nicht direkt auf dem Marienfeld war, war ich müde und ausgelaugt.
Ich wünsche allen alles Gute und hoffe das man sich irgendwann mal wieder liest.
Viele Grüße Nicole
nicole am 22.08.05 14:02
@ Micha
Gemeint ist der "Neokatechumenale Weg" (sorry, Yeliena, beinahe richtig ;-))
- eine katholische Laienbewegung, in den 60er Jahren in den Slums von Madrid gegründet.
Der Name kommt von "Katechumenat", das ist die Vorbereitung auf the Taufe, besonders bei Erwachsenen. Soweit ich weiß, geht´s um einen geistlichen Weg, in dem die Tauferneuerung eine wichtige Rolle spielt.
- gut angesehen in Rom, besonders von JPII, aber wegen ihrer Radikalität nicht unumstritten andererorts.
Sabs am 22.08.05 15:32
Ich muss mich auch sehr zusammenreißen, dass ich 'den' Ohrwurm nicht laut singe.
Lange kein so eingehendes Lied mehr gehabt.
Danke an euch drei!
LG Eresa
Eresa am 22.08.05 15:47
DANKE fuers BLOGGEN! War genial.
Gruss aus Boston, USA.
Dan. am 22.08.05 16:25
@ Sabs
Danke!
Und danke noch mal an euch drei Bloger. Ohne euch hätte ich sehr langweilige Arbeitstage gehabt :-)
Micha am 22.08.05 19:40
Das Neokatechumenat ist eine höchstbedenkliche, durch Intoleranz und Indoktrination geprägte Kirche in der Kirche mit einer teilweise latent sektenhaften Ausrichtung.
"Erst durch die Bewegung werden aus den Pseudo-Christen solche, die sich wie wirkliche Christen verhalten. Auch Menschen, die der Kirche angehören, in ihr mitmachen und am Leben einer Pfarrei teilnehmen, spricht die Bewegung den wahren Glauben ab. Kiko (Anm.: Kiko Arguello, Begründer des NKs) selbst nennt die NK-Gemeinschaften und ihre Mitglieder das Salz der Welt. Die Bewegung und ihre Mitglieder sind auserwählt und zur Rettung der Welt bestimmt."
Mehr sachlche u. seriöse Infos z.B. hier: http://www.relinfo.ch/nk/info.html
Bpunkt am 22.08.05 20:17
btw fast untergegangen: Wirklich eine tolle Dokumentation der WJT-Blog! Vielen, herzlichen Dank an die drei Blogger für unzählige kritische, lustige, reflektierende, sentimentale, kontroverse, fromme, traurige, ironische, spirituelle und was weiß ich noch Momentaufnahmen!
P.S.: Hoffentlich wird der Blog bis zum nächsten Grimme Online Award nicht ganz vergessen!
Bpunkt am 22.08.05 20:32
Lieber Marcus,
DANKE!
Du hast mir die letzten Tage sehr berreichert.
Gruß von einer aus Paderborn, die den letzten Papst dort nicht gesehen hat!
Susanne
Susanne am 22.08.05 22:55
Danke für euer Bloggen.
Eure Beiträäge war von Anfang an interessant eure Blogges zu lesen
Und unter Kollegen:"Ihr wart Spitze"
Ichbin auch einer eurer Zunft aber nur Bildjournalist.
Bilder vom Weltjugendtag findet ihr unter www.partyfans.com
Blog unter: "http://board.partyfans.com/index.php?act=SF&f=11"
Christan ausem Schwabenländle am 23.08.05 01:51
Leider konnte ich auf den Weltjugendtagen in Köln arbeitsbedingt nicht teilnehmen. Aber durch diesen Blog hatte ich irgendwie das Gefühl ein wenig anwesend zu sein. Überhaupt habe ich erstmals in meinem Leben regelmäßig einen Blog gelesen. Tolle Sache!
Vielen Dank an die drei Blogger Marcus, Sabine und Stefan. Euer Blog war sehr lesenswert.
Viele Grüße aus der Friedensstadt Osnabrück
Markus am 23.08.05 09:18
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Das Flugzeug rollt. Jetzt hebt es ab. Und ich melde mich morgen ein allerletztes Mal für mein WJT-Fazit. Zuerst jedoch: schlafen.
Hallo
Ich hoffe doch, dass man an anderer Stelle und zu anderen Themen weiterhin etwas von Ihnen allen zu lesen & hören bekommt.
Zwar habe ich das Blog erst spät entdeckt, aber gestern jegliche Rückstände aufgeholt und vom ersten Eintrag alles nachgelesen. ;-)
So etwas kann man sich nämlich wirklich nicht entgehen lassen, ihr Schreibstil ist einfach genial.
Ich freue mich auf weitere Einträge und Hinweise wo man nach Ende des WJT weiterhin Ihre Erlerbnisse mitverfolgen kann.
Schöne Grüße und eine gute Rückreise vom Marienfeld für alle, die sich dort noch aufhalten (und sich vermutlich auch noch etwas länger aufhalten werden)
Und für alle, die sich nicht mehr dort aufhalten: Einen schönen Abend, eine gute Nacht und keine Alpträume von übervollen S-Bahnen + Zügen, Straßensperren, Menschenmassen etc.
Ann-Kathrin
Ps. Ich hätte einige Fragen zum Thema Journalismus, die ich auf Grund der Themenabweichung nicht hier hineinschreiben möchte. Vielleicht gibt es ja eine andere Möglichkeit sie zu kontaktieren?
Ps. Heute Nachmittag ist der Kommentar am falschen Beitrag gelandet, sorry.
Ann-Kathrin am 21.08.05 19:49
...schade, dass alles schon vorbei ist...hab gerne in diesem blog gelesen...
lisa am 21.08.05 20:28
wirklich schade...
trotzdem - eine wohlverdiente gute Nacht!
sabs am 21.08.05 20:52
Hallo alle 3 Blogger,
das waren "hautnahe" Berichte !
Der Papst selbst wurde ja wohl Tag für Tag von professionellen Medien vielschichtigst dargestellt, aber diese 100.000-e von Jugendlichen aus allen Ecken der Welt und ihr "Dasein" in Köln schienen den Medien bis auf ein paar bemühte Ausnahmen nicht sehr viel Mühe wert zu sein. Diese 3 Blogs hier versuchten wenigstens ansatzweise + ganz großartig die Ereignisse aus persönlichen Sichtweisen zu betrachten. Danke !
Nun sitzt der Papst wieder gemütlich im Flieger, während am Marienfeld die Menschenmassen mit großer Disziplin in wirklich alle Welt wieder abreisen. Das dürfte noch einige Stunden dauern.
Und natürlich sollte es in diesen Blogs eine kräftige Nachlese - das kann ja doch auch bedeuten "zum nachlesen" - geben. [[[ Hier musste die Redaktion leider einen link entfernen. Sorry, aber das ist nicht erlaubt. (wdr.de)]]]
Schön wäre auch, Ihr könntet vielleicht noch auf den ein und anderen bisher noch nicht entdeckten neuen Blog verweisen, der die Berichte ergänzt !
Es war jedenfalls toll, mit Euch unterwegs zu sein !
Paoluccio am 21.08.05 21:05
Der Fundamentalisten-Führer zieht sich zurück! *freu*
Was für ein siegreicher Tag für uns Atheisten!
Gruß
Nameless
Nameless am 21.08.05 21:16
Hallo,
habe "das blog" auch erst sehr spät entdeckt und alle Beiträge aufgearbeitet, einfach genial....
Ich glaube,ich bin "blog süchtig"
geworden.
Danke für eure tollen Beiträge...
Margit am 21.08.05 22:11
baby,
du rockst! bin stolz auf dich!
verena
verena am 21.08.05 23:30
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... soll die Rückreise der Pilger bis nach Köln dauern, sagt eine Verantwortliche im TV. Liebe Kollegen auf dem Feld oder auf dem Weg zurück, meine frommen Wünsche gehen an Euch. Wie wär's mit obigem Hubschrauber - stetes Objekt meiner Begierde während der kompletten Rückreise?

Ach so. Ich habe es übrigens geschafft. Musste nur eine knappe Stunde kurz vor dem Ziel meines ausgedehnten Fußmarschs (S-Bahn ) in Frechen warten. Warum? Natürlich wegen Benedetto. Im Auto. Und wissen Sie was? Diesmal war es mir so egal. Keine Lust mehr auf ein Foto vom Pontifex.
Über die Situation in der Bahn decke ich lieber den Mantel des Schweigens. Der Geruch von durchnächtigten Pilgern auf engstem Raum wäre sowieso nicht in Worte zu fassen.
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Vier Kilometer bis zum Shuttle-Bus??? Alles klar! Die beiden alten Damen schicken mich an der Weggabelung nach rechts. Das sei der kürzeste Weg. Mehr will ich auch gar nicht. Und dann? Stellt sich heraus, dass ich bis nach Frechen laufen muss. Ausgerechnet Frechen. Da, wo mein
Pilgermarsch im Selbstversuch scheiterte.

Ist das ein Zeichen? Der Polizist in Habbelrath grinst. Und sagt, es seien nur noch fünf Kilometer. Ich bin am Ende. Die Akkus übrigens auch.
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Ich habe das Feld durchmessen. Von West nach Ost. Von Süd nach Nord. Jetzt stehe ich plötzlich schon wieder draußen. Und ich glaube, das war's für mich. Ich bin müde. Ich kann nicht mehr. Hier sehen Sie mein letztes mobiles Büro. Die Damen heißen Jenny und Isi, kommen aus Duisburg und haben ihre Eltern verloren. Jetzt sitzen Sie hier auf diesem Metallgerüst zwischen Pilgeressensresten und Notebook und warten auf das Ende.
Vor mir liegen jetzt vier Kilometer Marsch. Dann hoffentlich ein Shuttle-Bus. Mein Fahrrad. Und dann die Badewanne. Natürlich werde ich mich dann umgehend wieder melden, nach einem kleinen Nickerchen. Schließlich fehlt noch das Fazit. Und eine Entscheidung beim Thema Rheintaufe. Domke/Tenta, bitte übernehmen Sie.
Tschööö Marcus, hoffe das die Heimreise problemlos verläuft, meine Kollegen und Kolleginnen müssen noch ein bisschen im Rewe Mohr arbeiten, hoffe das einige Pilger auf dem Weg zum Bahnhof Horrem die Mittelstraße entlanggehen und sich noch ein wenig Proviant mitnehmen.
Ich grüße dann man auch mal Jenny und Isi hoffe das ohr eine schöne Zeit hier hatten und MArcus natürlich auch.
Gruß Nicole
Nicole am 21.08.05 11:51
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Tja, das war wohl nichts. "Verlassen Sie umgehend den Bereich" "Ja, aber ich..." "RAUS!!!". Na gut. Ich beuge mich höherer Gewalt. Und das fünf Minuten bevor der Papst ankommt. Verdammt. Als Dank komme ich jetzt nicht mal mehr ein bisschen ran. Muss die komplette Schneise bis zum Ende laufen (dabei das Marienfeld verlassen) und mich dann mit einem genervten Polizisten anlegen. Und wofür das Ganze?

Für dieses verhuschte Foto. Können Sie Benedikt sehen? Nein? Ich auch nicht. Einziger Trost: Den Kollegen vom NDR geht es ähnlich. Der Gottesdienst beginnt jetzt. Und ich bin weiter vom Papst weg als jemals zuvor.
Oha, unterwegs im Namen des Herrn ...
und dann sowas!
Aber wie sagten schon Jake und Elwood dazu:
"It's a 106 miles to Chicago, we got a full tank of gas, half a pack of cigarettes, its dark and we're wearing sun glasses."
"Hit it!"
Du wirst schon nen Weg finden ;-)
Bin ich mir sicher!
Thomas Böhm am 21.08.05 10:04
Hallo Marcus,
mach dir nix draus, vielleicht hört man von da aus die Musik schlechter - ich winde mich gerade. Wer hat dieses Kaufhaus-Möchtegernjazz-verschwurstelte-
totgekochte Klangemüse ausgesucht? Vielleicht ist das auf dem Feld anders, vom Fernsehen aus zerschlägt sie jede Stimmung völlig und macht's ernsthaft schwer, sich auf den Gottesdienst zu konzentrieren. Ich weiß, jeder singt das Lob des Herrn so gut er kann, aber... *seufz*
Eva am 21.08.05 10:56
Nicht nerven lassen, einfach dranbleiben ! Von guter Journaille haben diese ganzen blanknerven "Sicherheitskräfte" nicht die geringste Ahnung ! Zeigt doch solche Nervenbündel auch mal !
Paoluccio am 21.08.05 11:12
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Diese Hobby-Securityguards in den gelben T-Shirts haben absolut keine Ahnung. Schickt mich der eine in die eine Richtung, schickt mich der nächste prompt zurück. Manchmal ist das aber auch ganz nützlich. Denn auf einmal bin ich näher am Geschehen als jemals zuvor.
"Only for priests", sagt nämlich einer dieser gelben T-Shirt-Träger. Gut dass er das zu den beiden Pilgerinnen neben mir sagt. So kann ich nämlich still und leise durch den Kontrollpunkt schlüpfen. Yippieh! Jetzt bin ich im inneren Zirkel der Macht. Und fühle mich wie ein Priester oder wie ein Popstar.
Links und rechts der Schneise stehen nämlich Horden von Sicherheitstypen, Polizisten und hinter den Absperrgittern: Pilger auf der Suche nach dem Papst. Jetzt nur keinen Fehler machen. Unauffällig weitergehen. Und mal gucken, wie weit ich komme. Leider sehe ich nicht im geringsten aus wie ein Priester, sondern eher wie ein ziemlich derangierter Durchschnittspilger.
Hallo - ich habe ja gestern schon mal geschrieben.
Gibt es eigentlich auch von außerhalb die Möglichkeit etwas über die Tafeln senden zu lassen. Aus unserer Gruppe Beelen - NRW - Nähe Warendorf (Reiterstadt) die Meike Vennemann dabei - wird heute 18 Jahre alt - kann man ihr einen Glückwunsch senden.
Gruß Elisabesth Wiengarten
Elisabeth Wiengarten am 21.08.05 09:24
Keine Ahnung. Wenn ich könnte gerne. Aber auch so: Hallo Meike alles Gute.
Marcus Bösch am 21.08.05 09:39
Danke - war ja auch nur ein Versuch.
Ich finde ihr macht es hier super!
Alles Gute Elisabeth
Elisabeth Wiengarten am 21.08.05 10:19
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Ich hab's nochmal versucht. Aber Laura und Ligi bleiben unauffindbar. Die Suche gestaltete sich in etwa so wie die nach der Nadel im Heuhaufen. Oder besser: Zwei Nadeln im Heuschober. Einzige Information: Suchen Sie hinten links. Hoffe die beiden haben besser geschlafen als ich. Im Gepäck hatten sie allerdings nur zwei dünne Decken.
Hallo Marcus, Sabine und Stefan,
ich erlebe die Tage hier im Dienst- kein Fernseher- aber eure Berichte, Bilder, all die persönlichen Dinge- irgendwie fühle ich mich dabei, ja, ich bin dabei.
Danke euch und auch dem ganzen WDR-team, wünsche dir und euch einen schönen Tag, Begegnungen, die ihr in euch abspeichern könnt, die ihr in eurem Herzen weitertragen könnt, - nun, alles Gute,
freue mich weiter auf eure Berichte
und danke!
Andreas
Andreas am 21.08.05 09:20
Hallo Andreas,
recht herzlichen Dank Dir und natürlich auch allen anderen die Kommentare schicken und geschickt haben. Ein freundliches Feedback tut sehr gut. Vor allem bei vollkommener Übermüdung ;-)
Beste Grüße,
Marcus
Marcus Bösch am 21.08.05 10:02
Guten Morgen Marcus, Stefan und Sabine,
ich möchte Euch auch danken für die Berichte. Dadurch erfährt man doch mehr als nur durchs Fernseh.
Was macht ihr nach dem WJT?
Gruß Nicole
Nicole am 21.08.05 10:39
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Ich überlege ernsthaft, dem Unterstützerkreis des Technischen Hilfswerkes beizutreten.
Diese unfassbar netten Herren des THW kennen mich inzwischen ja schon. Kaum sitze ich am Tisch, bekomme ich ein Frühstück im Plastikbeutel (Zwei belegte Brötchen, Schokoriegel, O-Saft, Apfel) und frisch gekochten Kaffee. Der Generator neben mir brummt sanft und gibt das, was ich jetzt am meisten brauche: Wärme.

Danach darf ich dann mit wackeligen Beinen auf das Dach des Lkw klettern. Ich bin offensichtlich nicht alleine zu christlicher Stunde aufgewacht. Bis zum Ende des Horizonts stehen Menschen. Ob der Papst schon wach ist? In gut einer Stunde soll er zum Feld aufbrechen.
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Sieht idyllisch aus? Ist es aber nicht. Hinter mir liegen Stunden der langsamen Verzweiflung. An Schlaf war nämlich nicht zu denken. Leidlich bequem war es zunächst zwar schon, eingerollt im Schlafsack auf der Isomatte, auf der Plane, auf der nassen Wiese. Es ist und bleibt aber höllisch laut. Alle vorhandenen Trommler scheinen sich hundert Meter weiter auf der Flaniermeile getroffen zu haben. Dazu eine Horde brüllender Spanier ("VIVA ESPANA. VIVA BENEDETTO").

Dann passiert das, was immer passiert, wenn man außerhalb mediterraner Landstriche unter freiem Himmel nächtigen will. Gegen morgen wird es bitterkalt. Ich denke sehnsüchtig an den Kapuzenpullover, den ich aus Platzmangel wieder aus dem Rucksack genommen habe. Ich spüre die nassen Hosenbeine, die nicht mehr trocknen werden. Die Feuchtigkeit klettert langsam in den Schlafsack, schiebt sich durch alle Ritzen. Fühle mich ein bisschen so, als ob ich angezogen in einer halbgefüllten Badewanne schlafen soll. Das Wasser in der Wanne ist kalt.

guten morgääääähn ... aufs marienfeld ... ooooh ... da wollt ich den wecker spielen mit frischen brötchen vom bäcker gegenüber ... und muss sehen dass Sie schon wieder fleißig berichtet haben ... hier ... rund 60 km nördlich von frechen ist es auch sooo neblig ... mal ein paar warme decken rüberreicht ... wie ist es denn mit heißem kaffee??
gestern wllte ich während des livestreams von der vigil (ohne ton) - im hintergrund lief wdr5-wjt-radio auf mittelwelle (seeehr schlechter empfang)- kamera-auf-nasenspitze- verwöhnt etwas über die technik des papsthügels erfahren - goggle hat sich allerdings aarg bedeckt gegeben - wissen Sie etwas darüber - wie weit hat man von unten überhaupt ne chance etwas "live" zu erlben von dem was sich "da oben" unterm himmel abspielt ... menschliche neugier über "das da" im himmel ...
kaffee - vorsicht heiß
brötschen - auch noch warm
wol-f
wol-f am 21.08.05 07:34
live erleben hieß gestern für fast alle "hier unten" auf die leinwand gucken. aber wie bereits erwähnt: ergreifend und groß. trotzdem.
beste grüße nach norden,
marcus bösch
Marcus Bösch am 21.08.05 07:40
Lieber Marcus
nachträglich leide ich ( als ehemalige Camperin) mit. Möge die Sonne ganz schnell "erscheinen" und Dich und alle Pilger wärmen.
Danke für die herzerfrischenden Blogs, ich hab sie alle begeistert gelesen und fühle mich so, als wäre ich live dabei gewesen.
Einen wärmenden Strahl schickend wünsche ich euch allen einen schönen Sonntag.
Mit lieben Grüßen aus Neuss
Irene
Irene am 21.08.05 08:45
Mensch, Marcus! Der Typ da rechts auf dem letzten Bild trägt deinen Kapuzenpulli!
WJT-Blog-Süchtige am 21.08.05 11:04
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Sehr geehrte Damen und Herren, ich präsentiere Ihnen mein Bett. Die dämliche Plane lässt sich jetzt zwar nicht vernünftig auseinanderfalten, aber das ist mir jetzt vollkommen egal. Bis später.

Hallo, es ist 4:50 Uhr und ich habe gerade mal die Blogs überflogen, Mitleidsvoll habe ich mal das aktuelle Regenradar überflogen. Es sieht so aus das es zumindestens die Nacht über keinen Regen mehr gibt. Zwar kommt vom Südosten ein Regengebiet aber das ist aktuell erst vor Nürnberg. Also weit weg. Muß schon ein tolles Gefühl sein zwischen 850 000 Pilgern zu schlafen.
Ich gehe jetzt lieber auch schlafen. Gute Nacht und noch viel Spaß
Andreas am 21.08.05 04:54
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Nein, liege noch nicht bibbernd in der Kälte. Das kommt jetzt aber gleich. Bin nämlich mit den Kräften am Ende. Habe mir unweit von hier ein schönes und vor allem ruhiges Fleckchen ausgesucht. Eine Gruppe Kalifornier liegt da. Keiner mehr wach. Ideale Voraussetzungen für etwas Schlaf. Den haben die meisten hier offenbar nicht nötig.

An die große allumfassende Nachtruhe ist nicht mehr zu denken. Die Damen und Herren werden weitermachen - soviel ist klar. Während am Rande des Feldes trotz Verbot kleinere Lagerfeuer lodern (es ist jetzt wirklich ziemlich kalt und nass), drängt sich auch immer noch eine nicht kleiner werdende Menschenmenge in und vor einer improvisierten Zeltkapelle.
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Also doch erstmal die Variante A: Strom finden. Eine Oase im Dunkel der Nacht finde ich in der Nähe von Tor 4. Da sitzen - zwischen zwei LKW - zwei Mitarbeiter des Technischen Hilfswerk. An einem Tisch! Mit Licht! Und einem Generator, der Wärme abgibt! Das Allerbeste: Ich darf mich mit dazu setzen, bekomme einen Kanister zum draufsitzen und eine Flasche Eistee.
Bis Montag sind die beiden noch im Einsatz. Vom Ablauf sei das ein ganz normaler Einsatz, erzählen sie mir: "Ist aber schon ein jeckes Gefühl bei den Menschenmassen." Ich bleibe noch kurz hier. Und mache danach eine letze Runde.
P.S. Nach der ganzen Hilfe, kann ich mich jetzt mal revanchieren. Dem urbayrischen Verkäufer vom Natursäfte-Laden Jucy, der dem THW einen Besuch abstattet, kann ich die Fußballergebnisse mitteilen. 1860 München gegen Wuppertal 2 : 1
Gute Nacht Ihnen dort draußen.
Eine angenehme Nachtruhe und Danke für die Berichterstattung, so bekomme ich doch einen kleinen Einblick in die Stimmung auf dem Marienfeld, wo meine französischen Freunde sich gerade aufhalten.
Sascha Foerster am 21.08.05 01:22
Ja die Jungs und auch die Mädels vom THW sind die Besten !!!!! ALLE
THW allgemein am 21.08.05 14:07
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Ich breche die Suche nach Laura & Ligi ab. Bin dreimal um "D5" gelaufen. Habe aber keine Nonnen gesehen. Nicht mal Italienerinnen. Wahrscheinlich schlafen sie jetzt schon. Haben am Morgen ja bereits wieder um sieben das Haus verlassen. Eine Suche per Großbildleinwand ist da jetzt wenig erfolgversprechend.
Langsam aber sicher brauche ich mal wieder Strom. Langsam aber sicher könnte ich mir aber auch mal eine Schlafgelegenheit suchen.
Es verschlägt einem die Sprache, das waren sage und schreibe 850 000 Pilger, hammerkrass. Also doch ein Erfolg, der Wjt! Wie die Nonnen leg auch ich mich jetzt doch schon früher schlafen, die Nacht durchmachen werde ich nicht.
Eric Hensch am 21.08.05 00:51
Hallo,
habe gerade mit meiner Tochter telefoniert. Die Stimmung ist super - das Wetter ist nicht so schlimm wie erwartet - ich freue mich, dass meine Kinder diesen WJT erleben können - nicht wegen Papst Benedikt - sondern weil sie eine Gemeinschaft spüren, die Freude und Frieden als Botschaft verkündet. Ich denke, dass dies in der heutigen Zeit wichtig ist!
Toll finde ich den Einsatz vom WDR - super gemacht.
Schaue oft auf die Seite
Elisabeth Wiengarten am 21.08.05 01:01
Hey bruder! Ich bin im Montréal, Canada,und yeden tag ich habe die worten das Benedictus spreche und ich habe viel blog gelesen(Is das die wort? Ich bin ein franceusich-canadismus :) und meine deutch ist ser kleine!) -----Die blog von frankreich Agen stadt habe shöne photos ----
Hey! die frieden von Jesu im deine hart yeden tag!
joyeux soit le cœur de ceux qui cherchent Yahweh ! (ps 105)
hier es ist 22:48 samedi/saturday/saturtag- :)
und ich habe dein blog gesehen-ich bin allein im die nacht-mit die photo von deine computer im Marienfeld and sagt das ist cool und mit meine machine und im meine kopft ich bin da mit die 600 000- die cathedrale von die 3 kO¨nig ist im die himmel...
Hey bruder morgen ist ein tag mit fröhlichkeit fur du !
GOT ALLEIN IST IMPORTANT BRUDER!!!
JESU MIT DU!!!
Salut!!!
fröhlichkeit!!
Martin
Martin am 21.08.05 05:13
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Von Nachtruhe kann nicht die Rede sein. Zumindest bei denen nicht die tanzen, singen, klatschen, diskutieren oder von einem Ende des Feldes zum anderen laufen. Dann gibt es die, die jetzt doch langsam schlafen wollen. Und vorher schnell noch die Nachthygiene erledigen.


In vielen Bereichen ist es inzwischen aber auch vollkommen still: Fußballfeld große Bereiche, über und über mit Planen, Müllsäcken und dieser Raumfahrtalufolie bedeckt. Zu Tode erschreckt rast hier gerade ein einsamer Feldhase über Pilger in Schlafsäcken. Der Arme dürfte mit den Nerven vollkommen am Ende sein. Zu Hause dürfte er einiges zu berichten haben.
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Während Kollege Domke gen Ausgang wandert und Benedetto ins Bett geht, sitze ich zusammengekauert im Matsch. Aber ich hab' es ja nicht anders gewollt.
Die Veranstalter können sich im Moment offenbar nicht so Recht entscheiden ob jetzt die Nachtruhe eingeläutet werden soll oder nicht. Nach zwei fetzigen Kirchsongs kommt eine Durchsage, die sich anhört wie die letzte für heute. Danach ist Ruhe. Und dann geht's weiter mit Musik. Das kann ganz schön laut sein, wenn man unter einem der Boxentürme liegt.
P.S. Ligi und Laura suche ich bis jetzt vergeblich. Aufgegeben habe ich noch nicht.
Ich wünsche Ihnen eine angenehme und vor allem erholsame Nacht. Ich habe die Übertragungen im TV mitverfolgt, sehr beeidruckend, aber irgendwie auch beängstigend.
Vielen Dank für die vielen Eindrücke, die man durch Ihre Blog Einträge erhält. Ich hab es durch Zufall entdeckt und finde es wirklich klasse, dadurch aus Ihrer Sicht ein wenig miterleben zu können, was alles beim WJT geschieht.
Ihnen, Ihren Kollegen & allen anderen WJT Teilnehmern wünsche ich weiterhin viele Erlebnisse, viele Eindrücke, viel Spass und viel Schlaf ;-)
Ann-Kathrin am 20.08.05 23:38
Ich kann mich da nur anschließen: tolle Eindrücke und eine schöne Doku. Habe den Blog auch erst relativ spät endeckt. Genieße ihn aber sehr.
Freue mich auf die morgigen Einträge.
Monika am 21.08.05 00:00
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Laufe seit einer guten halben Stunde durch die Reihen. Dank strategisch günstiger Leinwandverteilung muss fast niemand auf einen guten Benedikt-Blick verzichten. Stille und Andacht herrscht hier fast überall. Gestört nur durch einzelne Krankenwagen, die mit Blaulicht durch die Reihen rasen.

Merke plötzlich, dass ich die ganze Zeit mit gefalteten Händen herumstrolche. Muss wohl an der eindrucksvollen Kulisse liegen, die erst im Außenbereich E14 langsam an ihre Grenzen stößt.
Für alle Schachspieler: Ich ziehe jetzt von E14 nach D5. Dort sollen nämlich Ligi und Laura sein. Haben sie mir
gestern in der Küche verraten. Dass ich sie finden werde, wage ich im Moment noch zu bezweifeln.
Auch mit wenigen Worten lässt sich viel sagen - obwohl ich nicht bei diesem "Megaevent" dabeisein kann, hat mir dieser Beitrag die Größe dieses Jahrhundertereignisses vermitteln können...
Vroni am 20.08.05 23:14
Beten hat bei mir immer geholfen Menschen in einer Menge zu finden.Wie wär's?
Charlie am 20.08.05 23:30
So. Da ich ja jetzt weiß, dass mich morgen noch ein längerer Fußweg erwartet, habe ich meinen Wecker auf 5.15 Uhr gestellt und hoffe, dass ich es von Leverkusen bis um 10 Uhr nach C6 schaffe.
Eresa am 20.08.05 23:33
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Nacht geworden ist es plötzlich. Stockfinster. Nur die Ufo-Kuppel da hinten leuchtet hell. "Halleluja" schallt es zeitversetzt aus allen Lautsprechern. Während der Gottesdienst in vollem Gange ist, deckt sich die Jugend der Welt derweil mit Süßigkeiten ein.

Im Trainingsanzug kommen mir zwei Italienerinnen entgegen, die ihre Gesichter herzhaft in einem Riesenzwirbel Zuckerwatte versenken. Auch die feilgebotenen Paradiesäpfel scheinen einige jetzt gerade interessanter zu finden als die Liturgie auf der Leinwand. Warum um alles in der Welt die Mädchen vor mir jetzt Lebkuchenherzen mit der Aufschrift "Mein kleines Zicklein" kaufen, bleibt mir ein Rätsel.
P.S. Nachdem sich kaum ein Einzelhändler an das Verkaufsverbot während des Gottesdienstes gehalten hat, wurde es einfach aufgehoben...
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Nach kurzem erfolglosen Versuch, irgendwie näher an die Bühne zu kommen, der geordnete Rückzug. Mein temporäres Büro eröffne ich hinter dem Obststand. Zwischen einem Stapel Kisten mit ausgepressten Orangenschalen, schräg hinter der Theke, lässt es sich sehr gut arbeiten. Und das Beste: Es gibt Strom.

Hier, am Rande des Feldes, herrscht fast mediterrane Stimmung. Seit die Sonne scheint, wird auch ordentlich verkauft. Vielleicht liegt es am plärrenden Cassettenrecorder, der mit Tesafilm am Stand befestigt ist.
Damit ist jetzt allerdings Schluss. Der Gottesdienst beginnt. Da darf nicht weiterverkauft werden.
Und der Cassettenrecorder muss auch schweigen.
Nach doch eher schmaler kommentierung
des gesamten Weblogs,
möchte ich an dieser (heiteren) Stelle
mal meinen Dank für die wirklich unterhaltsame und humorvolle Begleitung des Weltjugendtages,
an alle Blogger dieser Tage loswerden.
Ich habe mehrmals täglich hineingeschaut, wurde nie enttäuscht,
und fühlte mich beinahe mittendrin ...Danke!
Baselitz (Nick)
Thomas Böhm am 20.08.05 21:35
Genau sooo ist es! Danke
Monika am 21.08.05 00:07
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Es gibt gar keinen Sicherheitscheck. Leider gibt es aber auch keinen Medienbereich. Nun ja. Also der Bereich "A5" soll ein Medienbereich sein. Wieso erschließt sich allerdings nicht. Es gibt keine Arbeitsplätze, keine Steckdosen, dafür aber tausende von campierenden Pilgern.

"Tja, alle ihre Kollegen fragen nach dem Bereich. Und allen sagen wir dasselbe." "Nö, Steckdosen gibt's hier auch nicht". Vielleicht war es ja blauäugig ohne Ersatzakku anzureisen. Das Problem ist nur, dass es in der Geräteausgabe für das Notebook keinen Ersatzakku mehr gab. Also ist bei mir ab jetzt heftiges Strom sparen angesagt. Sonst reicht's nicht mehr für die nächtliche Berichterstattung. Und dafür bin ich ja gekommen.
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Da bin ich. Nach 40 Minuten Fahrt im Bus. Die Sonne steht tief. Und im Gewerbegebiet herrscht Volksfeststimmung. Würstchenbuden, Schaulustige und Pilger, Pilger, Pilger.

Aus der Entfernung kann ich bereits konstatieren: Das Feld ist definitv größer als das Feld in Bad Lippspringe, wo ich 1996 den Vorgänger von Benedikt gesehen habe.

Hoffe der Sicherheitscheck beim Einlass geht schnell, damit ich den Pontifex noch im Papamobil durch die Reihen fahren sehe.
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Irgendwo da hinten habe ich vor genau einer Woche aufgegeben, als ich versucht habe
zum Marienfeld zu laufen. Was sechs Stunden zu Fuß dauert, ist im halbvollen Shuttle-Bus nach 20 Minuten getan. Mit mir hinten im Bus: eine Gruppe Spanier und drei Kölner Studenten. Während die Spanier ihr wirklich exorbitantes technisches Equipment (Mini-Radios, Taschenlampen, Fotoapparate, MP3-Player...) prüfen, öffnen die Studenten erstmal ihre Bierflaschen.
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"Die hat ja auch kein Verfallsdatum", sagt der Mann neben mir zu seiner Frau. Ich bin in der Malerabteilung meines Stammbaumarktes. Der gute Mann hält 20 Quadratmeter Abdeckfolie in den Händen. Genau die will ich auch. Schutz und Sicherheit soll sie mir auf dem matschigen Marienfeld bieten. Und ein prima imrovisiertes Zelt abgeben.
Im Gegensatz zu Kollege Domke habe ich zwar keine
Trekking-Schuhe mit im Gepäck, dafür aber einen Schlafsack.
Im Rahmen der investigativen Berichterstattung werde ich die Nacht heute nämlich auf dem Feld bleiben und bloggen. Meine Frage: Was passiert wenn der Papst im Bett ist?
Die Frau vom Presseservice war im Vorfeld übrigens irritiert. Natürlich könne ich da auch übernachten, sicherte sie mir
am Telefon zu: "Aber sie müssen da wie die Pilger schlafen." Ich hatte - ehrlich gesagt - auch nicht erwartet, dass mir mitten auf der Wiese ein Pressebett aufgebaut wird.
Zum SeitenanfangDamit hatte ich wirklich nicht mehr gerechnet.
Laura und Ligi sitzen mit meinem Mitbewohner in unserer Küche und essen zu Abend. Daraus wird dann noch ein gut halbstündiges Gespräch in Englisch, Deutsch und Italienisch mit Händen, Füßen und einem Wörterbuch.
Dem Papst sind sie heute ganz nah gekommen. Sie standen nämlich auch in der Nähe der
Synagoge. Als sie erfahren, dass ich als Journalist arbeite, lachen sie sich erst kaputt und versichern mir dann, dass sie mir beide morgen helfen werden, den Papst zu interviewen. Vorher müssen wir nur noch ein bisschen ausruhen.
Ich melde mich morgen nachmittag aus dem Baumarkt wieder. Warum? Das verrate ich dann.
Doch ein happy End - wie schön!
Charlie am 20.08.05 01:39
Katechese ist übrigends eine Unterweisung in grundlegenden Glaubensdingen, quasi eine Schulstunde.
noch mal Charlie am 20.08.05 08:57
Hallo Marcus,
hast du nun die Adresse von deinen Gästen, damit du sie bei dem Gegenbesuch auch findest?
Uli am 20.08.05 12:13
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Auf der Bühne ist jetzt munterer Talk angesagt. Die Herren Lehmann, Meisner, Anda (Sprecher der Bundesregierung) und Harnischfeger (Kommunikationsdirektor der Deutsche World Post World Net) plaudern mit TV- und Hörfunkmoderatorin Petra Schwarz über den WJT, den Papst und Karneval. Die inzwischen mächtig angewachsene Journalistenmenge erfährt wichtige Details:
Staatssekretär Béla Anda seine Frau zum Beispiel ist katholisch. Seine drei Kinder sind es ebenfalls. Er ist evangelisch. Aha, interessant. Ins Foyer werden jetzt die Cremeschnittchen getragen. "Sensationell", sagen die beiden Damen neben mir auf der weißen Kunstledercouch, "irgendwas mit Sahne, sehr viel Sahne." Soweit so gut. Der Rotwein ist übrigens auch sehr gut. Trotzdem gehe ich jetzt. Ich mag keine Empfänge.
Ob Herr Meisner wohl gerade überlegt, wie er nach "geistige Krüppel" noch eine Steigerung der Pauschalbeleidigung aller Anders- bzw. Nichtgläubigen bringen kann?
DemonDeLuxe am 19.08.05 22:28
Wo soll er das gesagt haben?
Ich finde Meisner übrigens cool. Auch, wenn er aneckt: ein ehrlicher und begeisterter Mensch - der übrigens seine Priesterkarriere in der katholischen Hochburg DDR begonnen hat...
Petra am 19.08.05 22:47
klar, ehrlich in seinem hass auf alle andersdenkende und begeistert von der inquisition, das wars dann aber auch schon!
werner am 19.08.05 23:01
@Petra
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,368465,00.html
Auszug: "Zunächst kommt nur die Wirklichkeit an das Kind ran, die die Eltern ranlassen. Wenn sie die Wirklichkeit Gottes nicht eröffnen, werden die Kinder zu geistigen Krüppeln."
Der Mann will wohl illustrieren, wie "Dialog der Religionen "tatsächlich zu verstehen ist.
DemonDeLuxe am 19.08.05 23:07
@Petra!
Nun die Leute zwischen 20 und 30 sind für ihn ja die Kinder der "metaphysischen Asylanten" (besser bekannt als "Alt"-68er o.ä.).
Frederik am 20.08.05 03:53
Ja, ja, schlagt mich nur.... :-)
Nein, Meisner hat *nicht* gemeint, dass alle Anders- und Nichtgläubige geistige Krüppel sind. Er hat damit gemeint - und das ist wohl von einem Erzbischof wohl verständlich -, dass die Wahrnehmung der Kinder von den Eltern eingeschränkt wird, indem ihnen die ganze metaphysische Dimension versagt wird. Dass die Kinder sozusagen weniger kriegen, als das was da ist (bzw. wäre).
Übrigens daher auch "metaphysische Asylanten". Was habt Ihr eigentlich für ein Problem damit? Mami ist dreißig Jahre lang stramm antireligiös, dann kommt sie in den Wechsel und geht plötzlich auf Esoterik-Tagungen, kauft Feng-Shui-Bücher und schwingt das Pendel über dem Leitungswasser. Oder so.
Und wo redet er hier eigentlich über die Andersgläubigen?
Übrigens möchte ich gar nicht wissen, was Moslems (nicht die sog. Hassprediger, sondern ganz normale) von der säkularen Gesellschaft denken. (Ich nehme mal stark an, dass im Vergleich zu denen Kard. Meisner noch eher freundlich ausfällt.) Aber die sind eben nicht schwarz/rot gewandet und geben keine SPIEGEL-Interviews....
Petra am 20.08.05 07:58
Petra,
Meisner hat all jene adressiert, denen die Eltern diese "metaphysische Dimension" nicht vermittelt haben => Nichtkatholiken. Deine Erklärung in Ehren, aber ich halte mich an das, was er gesagt hat und nicht an das, was Exegeten daraus im Interesse, "den Ball flach zu halten", machen. Sein Ausdruck ist eine Abqualifizierung aller, die nicht im Sinne der Kirche erzogen wurden. Die Vokabel "Krüppel" impliziert eine verminderte Denk- und Wettbewerbsfähigkeit - überheblicher kann man seine persönliche Anschauung kaum darstellen, oder?
Den Vergleich mit dem Islam meinst Du jetzt nicht wirklich ernst,oder? Einmal ganz abgesehen davon, dass ein Herr Meisner mit seinen Hetztiraden sich da ganz wunderbar einfügen würde. Sei ehrlich: Wenn ein - auch gewalttätiger - religiöser Konflikt insHaus stünde... auf welcher Seite würdest Du Meisner vermuten? Bei den Friedensstiftern? Oder bei den Einpeitschern? Ich jedenfalls entdecke eine große Seelenverwandschaft zu Urban II. bei ihm.
DemonDeLuxe am 20.08.05 14:45
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Da ist allen Ernstes ein roter Teppich ausgerollt. Ist ja auch ein Empfang hier. Die beiden pickeligen Jungs mit Pilgerrucksäcken vor mir machen noch schnell ein Foto ("Der Verwandtschaft mal zeigen was man so alles machen kann"), kramen ihre Einladung hervor und schieben sich grinsend an den Securitytypen mit den dunklen Anzügen vorbei. Willkommen beim Medienempfang der Bundesregierung.

Das hier sind also einige der inzwischen auf 7.000 angewachsenen Journalistenschar. Viel los ist hier noch nicht. Seicht und übel wabert der Anfangsunterhaltungsjazz durch die Räumlichkeiten. Schummerig ist es. Und die Gespräche gehen wie folgt: "Dein Beitrag war Extraklasse." "Ja, da kann man was draus machen." Das Mädchen vom Stadtmagazin Mainz runzelt die Stirn: "Vielleicht ist ja das Essen gut." Vielleicht. Von den Kartoffeln fehlt noch jede Spur. Ein Klebezettel in der überdimensionierten Pfanne dient als Platzhalter.

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Ich wollte beichten. Einmal in meinem Leben. In Halle 8 kann man das nämlich international erledigen. Priester aus aller Herren Länder sollen da bereit stehen, um den Jungs und Mädels die Last zu nehmen. Es gibt nur ein Problem. Alle wollen beichten. Jetzt und schon den ganzen Tag.

Auch die beiden Mädels aus Bayern neben mir wollen beichten. Eigentlich will ja nur die Eine. Denn die Andere hat beim besten Willen keine Lust, für's Beichten auch noch stundenlang anzustehen. Da hat sie Recht. Ich verzichte ebenfalls dankend. Vielleicht beim nächsten Mal.
Ich empfehle übrigens den Sangesbrüdern und Schwestern von der CD, die aus den fetten Boxen des Tanzbrunnens tönt, eine zünftige Beichte. Dieser schwülstig-emotionale Jesuspop ist nicht zu ertragen. Dann doch lieber 70er-Jahre Kirchenpop oder gleich das Repertoire der Mundorgel.
Das Sakrament der Versöhnung (mit Gott)setzt aufrichtige Reue voraus.Es steht zu befürchten, dass es den SängerInnen daran fehlt...
Gerhard W am 19.08.05 19:07
Ungetauft beichten? ts, ts, ts... Oder ist's schon anders? ;-)
Petra am 19.08.05 20:05
Nein. Bis jetzt noch nicht. Sammle noch Gründe pro und contra ;-)
Marcus Bösch am 19.08.05 20:54
Na ja, hoffen wir das Beste. Muss ja auch nicht sofort sein...
Meine eigene Taufe (erst vor sieben Monaten) war auf jeden Fall ein ganz-ganz großes Geschenk. Aber jedem seinen eigenen Weg...
Petra am 19.08.05 22:44
Marcus hätte halt gebeichtet, dass er nicht getauft ist...
WJT-Blog-Süchtige am 19.08.05 23:46
Ich nehme an, dann wär's wohl ein Beratungsgespräch geworden, wenn auch keine Beichte... Vielleicht hätte er sich doch weiter noch anstellen müssen?! ;-)
Petra am 20.08.05 08:11
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Eine Pressekonferenz im "Großen Rheinsaal". Einziges Thema: Das Mittagessen des Papstes. Sensationell. OK, zwölf international ausgewählte Jugendliche waren auch mit dabei. Ein wichtiges Treffen also. Schließlich ist Weltjugendtag.
Die wichtigste News: Die "Forelle blau", die Papst Benedikt beim gemeinsamen Mittagessen essen sollte, blieb ungegessen. "Zu kompliziert", habe der Pontifex bemerkt. Und dann auch lieber das vegetarische Gemüseomlett gegessen, das für die Jugendlichen vorgesehen war.
Wie sich das anfühlt mit dem Papst zu essen? Hier einige Antwortschnispel: "Es war eine Gnade", "Es war ein großes Gefühl", "Sehr beeindruckend". Meine Lieblinsantwort von dem Mädchen aus dem Kongo: " I´m all shook up". Hui, genau wie Elvis. Wie es geschmeckt hat? Das wissen sie alle nicht mehr so wirklich. War wohl auch eher nebensächlich.
"Am Ende war es echt locker", erzählt Anna aus der Nähe von Paderborn
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E.V.E.N.T. - Bis jetzt kannte ich den reichlich dämlichen neudeutschen Begriff nur mit "Super"-, "Mega"- oder "Pop"- vorne oder mit "-kultur" hinten dran.
Jetzt neu: Das "Papst-Event". Und nicht nur das. Denn Köln ist nicht mehr Köln. Sondern "Eventstadt". Nicht nur irgendeine, sondern "Eventstadt Europas"! Hallo? Alles klar da in der Abteilung der Stadtbeschilderung?
Das Papst-Event wird erforscht
Schön find ich auch, dass sich die KVB auf Ihren Digitalanzeigen bei den PilgerInnen mit der Floskel anbiedert "Ihre KVB". Klar: DIE kennen den S...laden noch nicht. Bei denen glauben sie noch Punkte machen zu können...
WJT-Blog-Süchtige am 19.08.05 14:45
Eventstadt Europas aber spätestens dann, wenn der künftige Deutsche Meister 1. FC Köln die UEFA-Championsleague gewonnen hat. :)
Magnus am 19.08.05 15:42
Dämlich ist dieser selbst verliehene Titel in der Tat. Auch als Wahl-Kölner kann man sich nicht an den unangenehmen Hang der Kölner zur Selbstüberschatzung gewöhnen.
Gerhard W am 19.08.05 16:13
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Die Kollegen vom Radio, vom Fernsehen und die Fotografen neben mir haben auch keine spezielle "Pool"-Akkreditierung. Wir bleiben draußen. Wie die Schaulustigen, die Anwohner und die Pilger. Professionalisiert haben sie alle aber inzwischen ihre Ausrüstung. Ob Klappstuhl, Trittleiter oder gleich eine Bergsteigerausrüstung - um ihn zu sehen, ihm zu winken oder um "das" Foto vom Pontifex zu schießen: Erfindungsreichtum ist gefragt.

Natürlich muss man als gläubiger Christ nicht immer überall da sein, wo der Papst ist. Auch wenn er zufällig gerade in der Stadt ist. Die Nonnen hier sah ich auf dem Weg von Riehl zur Synagoge.
Betriebsausflug des Pinguingeheges
Peter Volhardt am 20.08.05 16:21
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Es ist das erste Mal, dass ein Papst in Deutschland eine Synagoge besucht. Die Erwartungen an Papst Benedikt sind hoch. Jedes seiner Worte wird unter die Lupe gelegt werden. Herrn P. ist das im Moment herzlich egal.

Er hat Zahnschmerzen. Und war bis eben auf dem Weg zum Zahnarzt. Es gibt da nur ein Problem. Denn die Zahnarztpraxis liegt auf der anderen Seite der Roonstraße. Und da kommt man jetzt nicht mehr hin. "Da kann ich jetzt keine Rücksicht drauf nehmen", sagt der Polizist. Nicht nur Herrn P. gehen die Absperrungen langsam aber sicher auf die Nerven. Aber so ist das halt, wenn Geschichte gemacht wird.
hab gestern auch ein nettes foto vom papamobil gemacht
http://www.lettv.de/benedict.jpg
gruss
marc
Marc Manthey am 19.08.05 12:30
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Wir schreiben uns Zettel. Wie verliebte Teenager. Eine andere Art der Kommunikation bleibt uns leider nicht. Wir laufen uns ja nie über den Weg. Morgens liegt eine Botschaft von
Laura und Ligi im Flur. Abends kleben meine Tochter und ich den beiden eine Botschaft und ein frisch angefertigtes Pferdebild an die Tür.
Ich hoffe, wir sehen uns wenigstens heute abend noch einmal kurz. Denn es ist der letzte Abend, bevor Ligi und Laura und der Rest der Pilgerschar auf
das Marienfeld pilgern. Falls es nicht mehr klappt: Laura und Ligi haben uns eingeladen ("You are invited in Alessandria (Italy) in our community"). Eine genau Adresse haben die beiden nicht angegeben. Ob sie stadtbekannt sind?
[[[ Hier hat die Redaktion einen Eintrag mit werblichem Inhalt gelöscht. Hinweise auf Feste in Kneipen sind nicht gestattet. (wdr.de) ]]]
am 19.08.05 08:55
Es ist vermutlich nicht schwer, Nonnen zu finden, wenn die Stadt, wo ihr Kloster ist, bekannt ist... :-)
Petra am 19.08.05 15:01
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Nein. Gesehen habe ich
meine beiden Gastpilgerinnen heute auch nicht. Wie die es schaffen, spät nachts nach Hause zu kommen, um dann in aller Herrgottsfrühe froh und munter wieder loszuziehen, war mir ein Rätsel. Jetzt wird mir aber einiges klar.
Das Geheimnis fröhlicher Pilger liegt im viel geschmähten Pilgerversorgungspaket. Wer bitte sollte nach dem morgendlichen Genuss von "Happy Erdbeer" und der lustigen Diät-Halbfettmagarine "für eine fettmodifizierte Ernährung" nicht tanzend über die morgendlichen Straßen wandeln?
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Sie mussten warten. Sie mussten deutsches Lokalradio über die Lautsprecheranlage hören. Und haben kein Wort verstanden. Aber jetzt geht der Beamer. Auf der Leinwand vor dem Bonner Rathaus verfolgen die Bonner WJT-Pilger die Geschehnisse in Köln.

Auch vier Stockwerke höher im Fitnessstudio besteht berechtigtes Interesse am Papstbesuch...
wieso um alles in der welt hat es dich nach dem flughafen nach bonn verschlagen???? fitnesstudios mit fernsehanschluss gibts doch auch in köln. und was ist aus den schwestern geworden? von denen hört, sieht und erfährt man gar nichts mehr.
bisher warst du mein favorit unter euch dreien, aber mittags schon schluss machen? ich muss auch von 9 bis 5!
freue mich auf morgen und erwarte mehr!
Laura
Laura Litschi am 19.08.05 01:06
hallo laura litschi,
warum bonn? die autobahn nach köln war komplett dicht. also bonn. zugegebenermaßen war es da nicht ganz so spannend. news von den nonnen kannst du heute lesen.
beste grüße,
marcus
Marcus Bösch am 19.08.05 08:22
ist doch auch mal nett, was aus der nachbarstadt zu lesen. mir hier in köln ist gar nicht klar, wieviel die anderen städte drumherum von dem ganzen trubel eigentlich mitbekommen.
wuerstchen am 19.08.05 10:13
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"Benedetto", brüllt ein Italiener neben mir, als die Alitalia-Maschine um fünf vor zwölf gen Boden sinkt. Es wird der fast einzige Jubelschrei auf der Terrasse bleiben. Denn
der Sicherheitsmann heute Morgen hatte Recht. Man sieht einfach nichts. "Er kommt vorne raus, denn bis da geht der rote Teppich", verrät der Fotograf mit dem Teleobjektiv.
Und dann ist er auf einmal da. Sagt eine Frau mit Fernglas. Hektisch machen wir Foto um Foto, aber ohne vernünftiges Objektiv sieht man wenig bis nichts. Papst Benedikt hat deutschen Boden betreten. Und soweit man es erkennen kann, hat er ihn nicht geküsst. "Also ich gehe jetzt Kaffee trinken", sagt ein frustrierter Flugbegleiter. Gute Idee. Ich übergebe an die Kollegen.
Ohne Kuss? Bitte bestätigen. Das ist ein Affront!
spezialist am 18.08.05 12:29
Aufregen, aber sofort!!! Kirchenspaltung! Wehe, er küsst irgendwann den Boden irgend eines anderen Landes!
scipio am 18.08.05 12:32
Bestätige. Lasse parallel den ARD-LiveStream laufen. Besonders Köhler kann man eigentlich nur ohne Ton ertragen ...
skippy
skippy am 18.08.05 12:36
na, der papst muss doch auch irgendwas anders machen als sein vorgänger. der nicht-kuss ist eine deutliche mögölichkeit. dafür habe ich vollstes verständnis.
würstchen am 18.08.05 12:58
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Der rote Teppich ist ausgerollt. Meinetwegen kann es jetzt losgehen. Der Besucherstrom reißt nicht ab. Da jede(r) ausführlichst auf mitgeführte Terrorutensilien untersucht wird, werden es vielleicht nicht alle bis auf die Terrasse schaffen. Zwei Jungs neben mir unterhalten sich über die Möglichkeiten von Scharfschützen aus dieser Entfernung. Im Gegensatz dazu geht es hier sehr sehr friedlich zu. Nur die Sonne brennt mächtig brutal.
Ich habs im Fernsehen genau gesehen und gehört: Die Pilger haben die deutsche Nationalhymne mitgesungen und geklatscht. Also doch: Konservative aller Völker, outet euch auf dem Weltjugendtag...
würstchen am 18.08.05 12:15
Und jetzt klatschen sie beim Marsch der Bundeswehr mit. Den ganzen Tag beten schlägt vielleicht doch auf die Intelligenz? Das Christentum ist doch eigentlich friedfertig, oder? Und wie passen Soldaten dazu? Und Marschmusik? Ich verstehe das alles nicht... Vermutlich zu alt. Und zu gottlos.
würstchen am 18.08.05 12:17
Das Singen der Nationalhymne, das Schwenken der Fahnen und das Klatschen hat rein gar nichts mit konservativ zu tun. Auf dem WJT werden Fahnen aller Länder in die Luft gehalten und ständig vor Freude geklatscht. Hier vereinigen sich Menschen aus aller Welt nicht aus patriotistischen oder politischen sondern aus rein religiösen Gründen. Das ist Völkerverständigung pur!
Crave am 18.08.05 12:25
@würstchen
Ich weiß, das fällt nicht wenigen schwer zu akzeptieren, aber ich habe damals meine Vereidigung auf "das Recht und die Freiheit ... tapfer zu VERTEIDIGEN" geleistet. Der Logik folgt man ja auch im Vatikan, vgl. Schweizer Garde. Ob das mit christlichem Glauben (nach offizieller Lesart) vereinbar ist, da musst Du allerdings jemanden anderes als einen Atheisten wie mich fragen... ich tendiere zu "nein".
DemonDeLuxe am 18.08.05 12:50
@DemonDeLuxe
Natürlich ist es zu vereinbaren mit den christlichen Glauben.
Die Aufgaben der Bundeswehr sind ja einen Angriffskriege oder ähnliches.
Es geth in der Bundeswehr ja um Frieden bewahren und in Notsituationen Bedürftigen zu helfen.
Auch geht es aber um die Verteitigung unserer Werte, die in Europa eben christlicher Art sind. In Deutschland sind 70% der Bevölkerung Christen. (in Frankreich so gar 85%).
Und die Nationalhymne ist ja ein Bekenntniss für eben diese Werte,
genau wie die Farben unsere Deutschlandflagge.
Martin Blaschke am 18.08.05 17:26
Ich habe gestern 90 Minuten in einer Warteschlange vor den Sicherheitskontrollen vorm Roncalliplatz gestanden. Es war völlig normal, dass Italiener, Franzosen, Amis usw. ihre jeweilige Nationalhymne sangen (ok, singen ist zuviel gesagt;-). Hätten wir Deutschen dasselbe getan, wären wir sicher schief angesehen worden, allerdings nur von anderen Deutschen. Ein bisschen mehr "Unverkrampftheit" täte hier wohl gut. Und Mitklatschen beim Vorbeimarsch der Ehrenformation ist ja wohl Unverkrampfheit par excellence und als allerletztes Ausdruck von Militarismus oder Konservatismus.
Stefan am 19.08.05 10:31
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Ok. Dem Ratschlag der Dame sind noch mehr Leute gefolgt. Langsam wird es eng. Auch eine Gruppe Stewardessen in Uniform und mit Koffern behängte Geschäftsleute strömen jetzt auf die Terrasse. Zu sehen gibt es noch nicht viel. Aber hierher kommt man ja auch eher für das Gefühl, "mit dabei gewesen zu sein".

Neben Ferngläsern und Teleobjektiven haben einige auch Fahnen, Blumen oder Tüten von Burger King mit dabei.
was wollen die denn mit den Tüten von Burger King ???? *wunder*
tobias am 18.08.05 11:30
Papst gucken und schön dabei Burger essen
Marcus Bösch am 18.08.05 11:39
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Eigentlich ganz einfach. Ich wollte gerade aufgeben und zurück auf die Besucherterrasse. Die ist aber inzwischen wegen Überfüllung geschlossen. Und nun? Die nette Dame vom Flughafen weiß Rat. "Aufgang 4, Etage 2" sagt sie. Von alleine findet man da nicht hin.
Und in der Tat. Eine handvoll Leute, viel Platz und optimaler Fernblick...
Herzlichen Glückwunsch Marcus,
hoffentlich lesen die Info jetzt nicht zu viele Leute, sonst bist Du in 10 Min. nicht mehr alleine.
...Wo ist mein Handy...
Armin am 18.08.05 11:14
lach Armin ... ich denke schon das einige jetzt unterwegs sind ... aber jetzt hast du es geschafft
tobias am 18.08.05 11:21
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Ich glaube, jetzt kenne ich den Flughafen komplett. Auf der Suche nach der unentdeckten Superlocation, um Benedikt allein und aus der Nähe zu sehen, habe ich fast alle Aufgänge, Treppenhäuser und Etagen probiert. Bis jetzt: Ohne Ergebnis.
..."allein und aus der Nähe" ist aber auch schwierig. Wär ja fast ne Privataudienz...
Gerhard W am 18.08.05 11:16
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In diesem Augenblick müsste Papst Benedikt am Flughafen Rom-Ciampino abheben. In genau zwei Stunden wird er aller Voraussicht nach in Köln landen. "Also direkt kriegen sie ihn nicht zu sehen", erklärt der Sicherheitsbedienstete auf der Treppe zur Besucherterrasse einer beständig wachsenden Zahl von Schaulustigen. Dreihundert bis vierhundert Meter sind das von hier bis zum militärischen Bereich. Einige akkurat aufgestellte Fahnenmasten sieht man von hier. Mehr nicht.

Wahrscheinlich haben die Offiziellen deshalb auch nicht mit einem solchen Andrang gerechnet. "Nö, also einen Ansturm erwarten wir da nicht", hatte mir gestern ein Polizeibeamter am Telefon erzählt. Aber im Vorraum zur Terrasse stauen sich bereits jetzt die Schaulustigen. Es ist brüllend heiß und stickig. Die Türen zur Terrasse bleiben trotzdem zu. Denn so richtig vorbereitet ist man offenbar noch nicht. Die ganzen Mülleimer müssen noch eingesammelt werden (Bombenversteck!). Und ein Sicherheitsbeamter mit Metall-Handsonde zum Aufspüren von Terrorutensilien ist auch noch nicht da.
der Papst küttun jeder möchte ihn sehen oder wenigstesn einen Gefühl dafür zu haben " Ich habe die Fahnen gesehen.Ich denke da ist die Besucherterasse der falsche Ort.
tobias am 18.08.05 10:56
Gibt es auch noch Menschen, die arbeiten und das Geld für den Papstbesuch verdienen? Oder sind nur Urlauber und Schüler zum gucken da?
Peter de Cologne am 18.08.05 11:03
Bunte Mischung. Alle Alters- und Sozialschichten vorhanden.
Marcus Bösch am 18.08.05 11:07
@peter de cologne
Köln ist bis auf die jungen Pilger fast leer - kein Wunder. Wer nicht zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren kann, meidet die Innenstadt. Wahrscheinlich haben Tausende heute freigenommen. Nicht um den Papst zu sehen, sondern um dem Verkehrs-Chaos zu entgehen. Sehr schlau. Der Papstbesuch wird also eher in den kommenden Tagen abgearbeitet, finanziell gesehen. Die Ausnahmesituation führt zu einer sonderbar gespannten Sonntags-Stimmung in Köln. Vor allem gespannt, nicht entspannt, also nicht unbedingt angenehm. Mal sehen, wie das weitergeht...
würstchen am 18.08.05 12:13
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Zum SeitenanfangVon meinen beiden Gastpilgerinnen
Laura & Ligi habe ich nichts mehr gesehen. Wir scheinen uns immer um ein paar Minuten zu verpassen. Nur ein Veilchenduft im Badezimmer erinnert am Morgen daran, dass bei mir jetzt noch Besuch lebt.
Heute morgen im Flur treffe ich sie auch nicht. Dafür aber zwei bunte verknotete Luftballonwursttiere und einen Zettel. Ein Geschenk sei das, unterschrieben mit "Thank you, sisters". Rührend. Nach langer Überlegung, was das für Luftballontiere sein können, wird klar, dass das einfach zwei überdimensionierte Ketten mit einem Kreuzanhänger sind. Was sonst?
Ich fahre jetzt zum Flughafen und begrüße den Papst. Dringlichste Frage: Wird Benedikt sich auch auf den Boden werfen und ihn küssen?
ich glaube er wird diese Tradition von Papst Johannes Pual weiterführen. Diese Trasition mit dem Boden küssen meien ich !
tobias am 18.08.05 09:18
Wie ging dieser launige Spruch? JP2 bei "Wetten Dass?" - "Ich wette, dass ich 92 Startbahnen am Geschmack erkennen kann..."
Nun ja. Die Geste an sich war schon etwas Besonderes - je nach Betrachtungsweise ein prima Marketinggag oder eine ehrliche Demutsbekundung, so oder so aber ausdrucksstark.
Dass sie als übernommene Floskel ähnlich stark wirkt, darf aber bezweifelt werden. Auch ein neuerlicher Kniefall eines deutschen Kanzlers in Polen würde ja nicht für ein solches Raunen im Lande sorgen wie der Willy Brandts damals. Und ob Bene16 als Abziehbild seines Vorgängers gelten möchte?
Und zudem: Hätte nicht das Küssen gerade des Heimatbodens etwas... hm... Merkwürdiges? Wirkt ja fast wie ein Tribut an die "Wir sind Papst"-Fraktion.
Man sollte aber dennoch vorsichtshalber schnell noch'mal die Landebahn fegen.
DemonDeLuxe am 18.08.05 10:15
Also die Landebahn sieht sehr sehr sauber aus ...
Marcus Bösch am 18.08.05 10:25
... die Frage ist doch eher: Wird er Rheinwasser trinken?
spezialist am 18.08.05 10:28
Wenn ich richtig informiert bin, wird er das nicht tun.
Martin Recke am 18.08.05 11:45
...als Bayer würde er Rheinwasser wohl allenfalls in Maßen trinken ;O)
DemonDeLuxe am 18.08.05 12:15
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Das Beste heute ist mit dem Fahrrad einmal quer durch die Stadt nach Hause zu fahren. Wie auf einem Präsentierteller tauchen noch einmal die Protagonisten auf, die für mich bis jetzt den Weltjugendtag ausmachen.
Versprengte Grüppchen von pubertierenden Katholiken probieren weiter den Abenteuerspielplatz Großstadt. Sie rennen und rufen, bleiben plötzlich stehen und klatschen, singen für sich, singen für andere und lachen sich dabei kaputt. Eine sehr große Klassenfahrt im Namen des Herrn.
Alles anders an der Agneskirche. Ruhig ist es hier. Die kleine Schlange vor dem Zelt mit dem Kondolenzbuch für Frère Roger wird nicht kürzer. Mir fehlt das richtige Adjektiv für die Stimmung hier, nach der man fast die Hand ausstrecken kann - leise, ganz leise und traurig und zuversichtlich - alles gleichzeitig und alles jetzt.
Ich hoffe sie haben den "moment" genossen.
So etwas findet man in unserer Geld und Karriere geilen Zeit nicht oft.
Egal welcher "Anlass" zugrunde lag.
Guido Waldenmeier am 21.08.05 07:03
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Neben mir auf dem Boden sitzt eine Gruppe junger Bosnier (weiblich) und ein Kanadier (männlich). Der Kanadier ist penetrant. Erst ging sein Konversationsversuch los, wie eigentlich jeder hier: "Where do you come from." Nur dann hörte er irgendwann nicht mehr auf. Ob die jungen Damen ein Stück von seinem Schokoriegel wollen, ob er ein Foto machen kann und ob er dann vielleicht auch noch die Email-Adressen...? Nö, sagen die Bosnierinnen.
Irgendwann gibt er auf. "I see you on sunday, okay?". Kaum ist er weg, brechen die Mädels in schallendes Gelächter aus. Von dem Gequassel danach verstehe ich zwar nur das Wort "Internet", aber dass sie den Typen gerade nachträglich auseinander nehmen wird schon klar. Direkt nach dem Kanadier versuchen es drei Deutsche. Die Jungs kommen schon besser an, versuchen es nämlich mit Humor. Die Damen lachen sich schlapp. Gut zu sehen, dass hier ganz normale Teenager sitzen, die im Dunstkreis des Doms auch was anderes im Sinn haben als singen, tanzen und beten.
Stimmt, aber nervig zu sehen, dass eines dieser RTL-Vorabend-Klatschmagazine dann wieder gleich einen ganzen Bericht machen muss über junge Kölner Prolls, die ein paar Mexikanerinnen anbaggern :-/
Eva am 18.08.05 10:15
[[[ Eintrag von der Redaktion gelöscht. Bitte halten Sie sich an die Blogregeln. (wdr.de) ]]]
am 19.08.05 15:07
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Unter uns ist lediglich ein Gestänge aus Eisen. Wir laufen auf alten Holzplanken. "Was tut man nicht alles für den Job", seufzt ein Fotograf. Schweißperlen strömen seine Stirn hinab. Das liegt nicht am sonnigen Wetter. Die Stadt Köln hat zu einem Pressetermin auf den Dom geladen: "Ein interessantes kostenloses Reportageprogramm, das Ihnen viele Facetten von Köln zeigt und eine gute Arbeitsgrundlage für spannende Berichte über Köln darstellt."

Während unter uns tausende und abertausende junger Pilger in Schlangenbewegungen in den Dom hinein und aus dem Dom herausmarschieren (6.000 pro Stunde sollen es sein), geht mir unsere Domführerin Christine di Constanze mächtig auf die Nerven. "Ich werde nicht aufgenommen", entgegnet sie mächtig barsch auf meine höfliche Frage, ob ich ihre Ausführungen als Audio mitschneiden kann.

Als ich sie daran erinnern will, dass es sich hier doch um einen Pressetermin handelt, will sie davon überhaupt nichts gewusst haben. Schade. Eine "gute Arbeitsgrundlage" stelle ich mir eigentlich anders vor.
jaja die christine, hihihi
Peter Glosse am 18.08.05 10:54
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Ligi & Laura – meine beiden Gastpilgerinnen – gehen zur Katechese. Und alle anderen Pilger scheinen da heute auch hinzugehen. Als religiöser Laie hatte ich absolut keine Ahnung was das bitte ist – Katechese. "Discovering a deeper Faith" steht im Pilgerprogramm. OK. Also los.
Da ich gerade vor der Herz Jesu Kirche in der Roonstraße stehe, versuche ich es einfach mal hier. Hier spricht man zwar nur Italienisch, aber "however the language will be of secondary importance". Steht schließlich so im Pilgerprogramm. Leider kann ich dem Ganzen trotzdem nicht so recht folgen. Normaler Gottesdienst oder Katechese – ich erkenne da jetzt keinen Unterschied. Zumindest auf den Internetseiten des WJT werde ich dann schnell fündig. Hier die angebotene Definition (für alle übrigen religiösen Laien):
Katechese ist die in persönlichem Kontakt erfolgende Unterweisung in den elementaren Inhalten der christlichen Lebensweise und Lehre. Sie hat das Ziel, zur Nachfolge Christi, zur Feier der christlichen Mysterien und zur Mitgestaltung des Lebens der Kirche zu befähigen. Die Katechese soll zu Christus führen und sich in der Verkündigung an ihm orientieren, so wie er auf die Menschen zugegangen ist und ihnen vom Reich des Vaters erzählt hat.
Nur wie das jetzt genau geht, das weiß ich immer noch nicht...
Katechese ist die Glaubensunterweisung, der Gottesdienst ist Gebet, Anbetung, "Dienst für Gott" und enthält normalerweise als katechetisches Element die Predigt.
Dybart Simpson am 17.08.05 12:59
Danke für die Infos Dybart.
Beste Grüße,
Marcus Bösch
Marcus Bösch am 17.08.05 13:02
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Eine Art Sacropop tönt aus der Mauritiuskirche. Drei Mädchen versuchen sich an Gitarre und Gesang. Der weibliche bebrillte Volunteer am Kircheneingang klatscht heftig und winkt mich herein. Voll ist es hier. Jungs mit selbstbedruckten T-Shirts ("WJT Geilenkirchen") sitzen mit krummen Rücken auf den Bänken. Von gedrückter Stimmung keine Spur?
Doch. In der Mitte des Raums steht ein Pfarrer in vollem Ornat. In der Mitte all dieser jugendlichen Pilger wirkt er in sich gekehrt und ein bisschen verloren. Auch die beiden Nonnen am Rand wirken bedrückt. Natürlich klatschen sie am Ende der musikalischen Darbietung. Aber heute morgen lächeln sie nicht.
Taizé-Gründer Frère Roger ermordet
Ich bin sehr traurig, daß Frere Roger ermordet wurde. Die Taizebewegung habe ich als Jugendliche in den 80ern begeistert mitgemacht. Es war die Botschaft Jesu, daß Friedensliebe und soziales Verhalten über allem steht auch über den religiösen Gesetzen. Diese Botschaft hat mir Frere Roger vermittelt.
Konfessionen, Glaubensgebote und -verbote waren unwichtig. Ein wehmütiges Erinnern an diese gemeinsamen Feiern bewegt mich, wenn ich das selbstgefällige Gehabe des Kardinals Meisner gestern in Köln dem gegenüberstelle mit seinen intoleranten Glaubensvorstellungen.
Eine Rose im Gedenken an Frere Roger!
Susanne, 40 Jahre alt am 17.08.05 14:23
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Sie singen wieder. Zumindest kleinere Grüppchen. Und der Rest? Sitzt recht lethargisch auf den Treppen am Rhein. Die Energie vom Morgen ist offenbar aufgebraucht. Wer kann ihnen das verdenken - bei dem Programm? Gegessen wird jetzt, fast alle holen gleichzeitig ihre Essensrationen aus dem Pilgerrucksack. Ich sage
Guten Appetit.
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...unser Taxifahrer. Der WJT hat ihm noch nicht soviel Glück beschert. Bis jetzt lediglich einen amerikanischen Laienprediger, der die mitfahrenden Mädchen über gestern Nacht ausgefragt hat, erzählt Michael.

Fotografin Nadine und ich hatten auch kein Glück auf dem Weg in die UMTS-Zone (Innenstadt). Dabei waren wir so ziemlich die Einzigen, die mit der Bahn in diese Richtung fahren wollten. Die Bahn kam direkt. Sonderzug stand drauf. Und wir gingen eigentlich davon aus, dass wir in 15 Minuten in der Stadt sind. Sind wir aber nicht. "Das ist ein Sonderzug", schallt es nach zwei Stationen aus den Lautsprechern. Ja super, denken wir. "Diese Bahn hat einen technischen Defekt, alle aussteigen - sofort!!!", tönt es weiter.
Wir verlassen die Bahn, sehen sie davonbrausen und merken dann, dass die Haltestelle Mörikestraße heute gar nicht angefahren wird. Der gute Fahrer hat uns hier in der Mitte von Nirgendwo rausgelassen. Und wir wären ohne Michael immer noch irgendwo auf der Mörikestraße in Düsseldorf-Stockum.
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So sah es in der Düsseldorfer Arena am späten Nachmittag aus. Gäbe es dort die Möglichkeit, online zu gehen, dann würde ich jetzt live von dort den Eröffnungsgottesdienst mit Kardinal Lehmann bloggen. Statt dessen sitze ich hier in der Innenstadt und verfolge den Kölner Eröffnungsgottesdienst im Live-Stream bei
weltjugendtag.tv. Der Düsseldorfer Gottesdienst wird da leider nicht übertragen. Schade!
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Pizza und Papstkerzen gibt es hier. Nur einen Platz, um ins Internet zu kommen, den gibt es beim Düsseldorfer WJT-Eröffnungsgottesdienst nicht. Die nette Presse- und Kommunikationsfrau weiß nichts davon. Der bullige Security-Typ weiß nichts davon. Und die Volunteers am Infopoint wissen auch nichts davon. Nur der einsame Polizeibeamte im improvisierten Polizeibüro, der weiß was. Er und die ganze restliche Polizei haben auch kein Internet. "War zu teuer. Um unser Büro hier mit dem Polizeibüro auf dem Messegelände zu verbinden, das hätte 20.000 Euro gekostet."
Blamabel findet er den Zustand schon. Da mache ich gerne mit. Denn die LTU-Arena liegt in Düsseldorf-Stockum. Weit ab vom Schuss. Ob UMTS oder GPRS - ins Netz komme ich nicht. Wireless-Lan gibt es nicht. Schade. Und jetzt? Ich muss zurück in die Innenstadt fahren, um Ihnen diese (und natürlich auch die vorherigen zwei) Einträge(nachträglich)zu übermitteln...
Das ist mal wieder so eine typische Düsseldorfer Geschichte: Mund voll (dicke Arnea) - kaum Veranstaltungen - und erst recht keine Technik...
kölnerkrist am 16.08.05 18:46
für proffesionelle Veranstaltungen kommt man auch besser nach coelln..:-)
Es gibts sogar umsonst Internet access points
von netcologne während der
http://www.wjt2005.de/
cheers
Marc am 16.08.05 20:26
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Die Polen in der Bahn klangen noch etwas verhalten. Die Gruppe aus Portugal kennt kein Pardon mehr. Mit Gitarre, Bongos und allen Stimmlagen, die der gemeine Volksmund so hergibt, wird auf den Fluren religiös gesungen. Bei dem Elan und der Lautstärke dürfte JP2 irgendwo da oben über der LTU-Arena seine helle Freude haben.

Als ich höflich frage, ob ich den Gesang ein bisschen aufnehmen darf, geht es erst richtig los. Glühende Gesichter, inbrünstige Stimmen. Ich kann nicht behaupten, dass das ohne Reiz ist.
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Irgendwann Mitte der 1990er-Jahre war ich mal auf einer Loveparade. Was das zur Sache tut? Seitdem war ich nie wieder dermaßen zwischen jungen, aufgedrehten Menschen in einem öffentlichen Verkehrsmittel eingequetscht. Bei jeder Haltestelle auf dem Weg zur LTU-Arena gibt es ein munteres Hallo. Eine handvoll Pilger passt immer noch mit rein.

Fußball-WM, was sonst?! Wir quillen förmlich aus der Bahn. Ankunft Messe. Die Frisur sitzt. Die Stimmung ist gut. Und den Wettbewerb um die größte Flagge gewinnen die Amerikaner. "We are from the United States of America", sagen die Jungs aus Ohio mit unverholenem Stolz. Und präsentieren eine gut drei mal fünf Meter große Flagge. Tja Jungs, Euer Papst ist aber ein Deutscher.
Zum SeitenanfangWas ist denn bitte mit diesen jungen Menschen los? Warum sind die alle so unglaublich gut drauf? Karneval? Drogen? Das Ende einer Militärdiktatur? Die Szenen die sich in der Straßenbahn – wohlgemerkt stadtauswärts zum Bahnhof Köln Mülheim – abspielen, hatte ich nicht erwartet. So nicht. Und noch nicht.
Die können alle nur wenig Schlaf bekommen haben. Die müssen alle schon seit halb sieben auf den Beinen sein. Das Essen war garantiert kein lukullischer Genuss. Das Wetter ist auch schlecht. Und was machen die jungen Katholiken? Sie wissen kaum wohin mit ihrer Energie. Sie singen – ach was, sie grölen – lauthals und gemeinsam. Die Deutschen den Karnevalsgassenhauer "Viva Colonia". Die Italiener ähnliche Weisen aus ihrem Heimatland.
Weitere Highlights: Der Mönch mit der Mundharmonika, in Begleitung zweier singender Mädchen, die kleine polnische Fähnchen schwenken. Und der beseelte Amerikaner der beim Verlassen der Bahn dem nächstbesten Passanten einen "Goodday" wünscht und von dem jungen Perser als Antwort nur ein angeekeltes Gesicht erhält. Mal sehen wie die Lage in Düsseldorf ist...
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Um kurz nach neun stehen Laura & Ligi wieder im Flur. Gut, dass ich mir nach dem Duschen ein Handtuch um die Hüften gebunden habe, als ich – ziemlich unvorbereitet – auf die beiden stoße. Ihre erste Morgenandacht ist vorbei. Einen brandneuen Pilgerrucksack haben Sie im Anschluss bekommen. Und jetzt wollen sie nur schnell ihre eigenen Rucksäcke zurückbringen. Bevor sie wieder aufbrechen, drückt mir Ligi noch eine Plastiktüte mit Essen in die Hand. Das sei für uns. Und obwohl ich bereits gefrühstückt habe, muss ich die WJT-Lebensmittel natürlich sofort probieren.

Mein Menü: marinierter Blumenkohl und Truthahn-Sticks. "Das Beste vom Besten", verspricht die sportliche Verpackung aus der Fleischwarenfabrik Hein aus Hasenberg. Beim Blumenkohl im Gemüsesalat soll es sich laut Verpackung um ein Qualitätsprodukt handeln. Also her damit. Erster Eindruck: Ungenießbar. Die luftgetrocknete Salami aus Truthahn schmeckt wie eine Bifi, die man seit dem letzten Sommerurlaub mit den Eltern 1985 im Auto vergessen hat. Der Blumenkohl mit Gemüse schmeckt so, wie er aussieht. Kommentar meines Mitbewohners: "Die Armen, das müssen die essen?"
Katzenfutter sieht lecker aus dagegen. Uff. Also wenn das wirklich so schmeckt wie Du beschreibst, dann sollte man wirklich vor dem Essen beten. Ich mache das ja sonst aus Überzeugung, aber hier würde ich das aus der Not heraus tun.
Tom Götze am 16.08.05 13:52
also bitte. so hab ich das nie gesagt!
dein mitbewohner christian
Christian am 16.08.05 19:12
äh hallo christian,
dann war das verena. verzeihung.
wir sehen uns im wohnzimmer.
bis später,
marcus
Marcus Bösch am 16.08.05 22:12
Manueller Trackback:
http://catholicism-wow.de/archives/archive_2005-m08.php#e139
Dybart Simpson am 17.08.05 12:56
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Zum SeitenanfangViel geschlafen haben Ligi & Laura nicht. Es ist noch nicht einmal sieben Uhr. Die beiden stehen im Flur wie frisch aus dem Ei gepellt während ich mich noch hastig in den Pullover zwänge. Um 7.15 Uhr wollen die beiden Italienerinnen zurück am Jugendheim sein, wo sie vor nicht einmal sieben Stunden angekommen sind. Ab 7.30 Uhr startet ihr Programm mit einem internationalen Morgengebet.
Also raus in den nasskalten Augustmorgen. Viel zu reden haben wir leider noch immer nicht. Ob sie aufgeregt sind, am Donnerstag den Papst zu sehen, kann ich nicht in Erfahrung bringen. Aber offenbar haben sie gut geschlafen. Und gestern im Zimmer noch ordentlich gekichert. Meine Bedenken von heute Nacht sind spätestens weg, seit mir Ligi mit breitem Grinsen und gebrochenem Englisch "You are very gentile" entgegengeflötet hat. Danke. Und viel Spaß. Heute Abend gegen 23.00 Uhr wollen sie zurück sein.
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"So, Herr Bösch, hier wären dann Ihre beiden Damen." Es ist nach zwölf Uhr. Vor dem Jugendheim Riehl habe ich mir gemeinsam mit weiteren wackeren Herbergseltern die Beine in den Bauch gestanden. Hat wohl alles ein bisschen länger gedauert. Der Sinn und Unsinn der Verteilungsorganisation erschloss sich schließlich auch nicht mehr so ganz: Alle mussten erst warten, bis Familie Zaunhöfer aufkreuzte und die ihnen zugeteilten Pilger abholte. Offenbar konnte es erst dann weitergehen - während drinnen die Pilger und draußen die Herbergsfamilien warteten...

Aber hier sind sie. In der Horde italienischer Teenager-Katholiken stehen sie versteckt, rühren sich nicht und sind müde. Ligi & Laura, meine beiden Pilgerinnen für den Rest der Woche. Laura spricht kein Wort Englisch, Ligi kann eine handvoll. Wir lächeln tapfer. Und laufen schweigend durch die Riehler Nacht.
Verena rettet uns. Verena ist die sympathische junge Dame in der Mitte des Bildes. Verena kann ein bisschen italienisch. Und Verena ist eine Frau. Das ist wichtig. Denn zu meinem Mitbewohner Christian und mir haben die beiden Damen offensichtlich weniger Zutrauen. Sie wollen keinen Tee, kein Wasser. Und Frühstücken möchten sie morgen auch lieber im Pfarrheim. Schade. Dabei sind wir nett.
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Kein Pilger und kein Volunteer sind vor dem Pfarrheim in Riehl zu sehen. Nur eine regennasse traurige Fahne hängt da. Wir warten weiter. "Ne anrufen tun die nich´. Die kommen einfach vorbei", sagt Frau Dannenbäumer, die Temleiterin der Pfarrei. Wann die verbleibenen Gruppen kommen, weiß sie auch nicht. Ankommen sollen sie aber ganz bestimmt. So wie die Tschechen. Die sind bereits angereist, verteilt und abgeholt worden.
Die Vorgeschichte:
Zweimal Pilger mit Rucksack, bitte!
Und wenn er nachts nicht nach Hause kommt?
Legt Euch einfach da hin...
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Nein, nein. Es ist noch niemand da. Aber ich warte auf den Anruf der Teamleiterin der Pfarrei. Irgendwann jetzt sollten die Pilgergruppen aus Tschechien, der Ukraine, Italien und Kamerun in Riehl eintrudeln. Habe vorsichtshalber noch mal die Vorratskammer aufgefüllt. "Über eine Flasche Wasser am Abend würden sich Ihre Pilger sehr freuen", hat die Dame beim Infoabend gesagt.
Über eine Portion Nudeln dazu freuen Sie sich aber vielleicht noch viel mehr. Die jungen Gläubigen sollen zwar mit einer Art Lunchpaket ausgestattet sein. Nach den bisherigen Medienberichten ("Jagdwurstcreme und Krabben-Schmelzkäsezubereitung") koche ich denen aber lieber noch was Richtiges - soviel Nächstenliebe muss sein. Und jetzt schaue ich mal bei St. Engelbert vorbei und frage, ob es neue Infos über die Ankunft der Katholiken gibt.
Meine Tochter will übrigens am liebsten ukrainische Gastpilger. Warum das? "Die Ukraine ist so cool." Wieso? "Wegen Ruslana." Da behaupte noch einer, der Eurovison Song Contest habe keine gesellschaftspolitische Relevanz...
Website von Ruslana (Siegerin des ESC 2004)
Leider noch keine neuen Infos. Sobald die beiden hier sind geht´s weiter...
Marcus Bösch am 15.08.05 16:43
Wir warten weiter...
Marcus Bösch am 15.08.05 18:30
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Bombastisches Glockenläuten in der Gneisenaustraße. Noch zehn Minuten bis zum Morgengottesdienst in der St. Bonifatiuskirche. Das "Fest der leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel" soll hier heute zelebriert werden. Für diese Woche wird es der wahrscheinlich letzte rein deutsch gesprochene Gottesdienst im Pfarrgebiet sein.
Von der Jugend der Welt? Noch keine Spur. Knapp 20 Damen und Herren fortgeschrittenen Alters tröpfeln langsam in die Kirche, füllen die vorderen Reihen und verlieren sich in der Weite des Raums. Ohne die kleine Pappsäule am Eingang, die für Lebensmittelspenden zum WJT wirbt, wäre von dem heute beginnenden "Superevent" zumindest hier in Nippes um zwei Minuten nach neun gar nichts zu spüren.
Doch. Halt. Moment. Da kommt eine rote Jacke. Der weibliche Volunteer darin hat die Lebensleiter zwar bestimmt schon zur Hälfte erklommen, ist aber zumindest ein untrügliches Zeichen für den WJT05. Und das ist noch nicht alles. Denn dann kommen sie doch noch. Erst fünf und dann noch mal fünf eindeutig jugendliche Pilger. Etwas geduckt, als ob sie zu spät zum Schulunterricht kommen würden, betreten sie den Raum und setzten sich pflichtschuldig in die erste Reihe.
die Jungs&Mädels werden wahrscheinlich eher die Kölner Kneipen als die Kölner Kirchen besuchen...
rudi am 15.08.05 10:43
"die Jungs&Mädels werden wahrscheinlich eher die Kölner Kneipen als die Kölner Kirchen besuchen..."
Nö, solange es nicht Nippes ist, wo (wo-)man zur Kirche gehen "muss"! ;)
Magnus am 15.08.05 11:56
also in Nippes gibt es auch schöne kneipen, soviel ist mal klar
nepi am 15.08.05 12:05
"Der letzte deutsche Gottesdienst"
Gemeint war doch sicherlich der letzte deutsch_sprachige_ Gottesdienst, oder? ;-\
Und auch da will ich hoffen, dass es nach dem WJT 2005 munter weiter geht mit Gottesdiensten ...
Die mE oberflächlichen Kneipenkommentare finde ich nicht besonders passend, obwohl auch Klosterbrüder bisweilen dem Bier (hoffentlich nur in Maßen!) zusprechen und damit früher sogar die Fastenzeit etwas umgangen haben (--> "flüssiges Brot").
Allen TeilnehmerInnen, HelferInnen und den JournalistInnen eine gesegnete WJT-Zeit in Köln!
Thomas Nolte (51), Moers
Thomas Nolte am 15.08.05 13:04
Lieber Herr Nolte,
natürlich haben Sie recht. Nur die Überschrift wäre dann nicht mehr so schön und so kurz: "Der wahrscheinlich letzte rein deutsch gesprochene Gottesdienst im Pfarrgebiet" liest sich einfach nicht gut ;-)
Danke für die guten Wünsche nach Moers,
Marcus Bösch
Marcus Bösch am 15.08.05 13:14
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Tja, das war wohl nichts. Irgendwann reicht's aber auch. Wie ich zurückgekommen bin? Bus nach Frechen, S-Bahn nach Hause. Ganz einfach. Und schnell.
Fazit:
Vielleicht hätte es ja mit christlichem Gesang besser geklappt. Auf meinem iPod fehlt der allerdings noch. Meine persönliche Empfehlung für alle Pilger in spe: Mit der Bahn mindestens bis Weiden fahren und dann laufen. Die ganze Strecke ist nur was für Hartgesottene.
Fühlt sich aber gut an, das Pilgern. Irgendwann fühlt man sich wie Forest Gump ("Lauf Forest"). Wer die Kelly Family nächsten Samstag auf dem Marienfeld erleben will, sollte auf jeden Fall früh loslaufen. Für die ganze Strecke braucht man bestimmt mindestens sieben Stunden, wenn nicht mehr.
Und die Blicke aufs Marienfeld? Bitte sehr:
Drei Webcams auf dem Feld
Anfang verpasst? Hier geht's zurück zum Start der
Pilgerwanderung im Selbstversuch.
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Die beiden walkenden Damen im Sportdress sehen mich kritisch an. Kein Wunder. Dieser Tagesmarsch geht nicht spurlos an mir vorüber. Fühle mich ausgelaugt, verschwitzt und fertig mit der Welt. "Nein, nein das kann man nicht laufen. Das ist viel zu weit", sagt die eine. Recht hat sie.

Nach jeder Wegbiegung geht es weiter, nach jedem Feldweg folgt ein weiterer. Ich hab keine Lust mehr. "10 Kilometer sind das bestimmt noch", ergänzt die andere. Ich gebe auf. Der Dom verschwindet langsam im Hintergrund. Ich will einen Bus, eine S-Bahn und eine Dusche.
Vom kompletten Marsch (Dom bis Marienfeld) kann ich nur dringend abraten...
Jetzt bloß nicht schlapp machen! Ich drück' dir die Daumen!
Stephan am 13.08.05 17:15
Danke trotzdem ;-)
Marcus Bösch am 13.08.05 19:30
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Das soll alles sein? Also beim besten Willen, diese Stelen hatte ich mir ein bisschen größer vorgestellt. Von weitem sichtbar sind die bestimmt nicht. Aber vielleicht liegt es ja auch an mir. Das Brandenburger Tor, Stonehenge und das Atomium hatte ich mir auch wesentlich bombastischer erhofft.
Na ja, auf jeden Fall steht jetzt hier so eine Stele. Nummer vier müsste es sein. Ich bin zurück auf dem richtigen Weg, der offenbar immer länger wird...
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Und jetzt? Die Karte aus dem Pilgerrucksack ist am Ende. Auf der Rückseite geht es mit Düsseldorf weiter. Von den angekündigten Stelen ("Sieben Stelen mit dem päpstlichen Wappen, dem Porträt Adolph Kolpings und dem Emblem des Weltjugendtags weisen dem Wanderer das Ziel Marienfeld") ist nichts zu sehen. Die sporadisch verteilten kleinen Wegweiser an manchen Straßenschildern sind ohne detaillierte Vorkenntnisse kaum zu finden.

Dafür habe ich aber meinen ersten transzendentalen Zustand. Bin so verwirrt, dass ich erst meinen Pulli verliere, dann die Glastür vom Rheincenter beim Öffnen fast zerschmettere und mich dann in diesem Konsummoloch 20 Minuten lang verlaufe. Vielleicht sollte ich mal was essen. Vielleicht sollte ich mal auf Toilette. Und vielleicht sollte ich mal den Weg wieder finden…
Du schaffst es, Marcus, nicht aufgeben!
Stephan am 13.08.05 15:14
Dein Wort in Gottes Ohr, aber im Moment glaube ich nicht mehr dass das hier was wird...
Marcus Bösch am 13.08.05 15:53
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Weiter, immer weiter. Warm ist es. Und langsam aber sicher wird das ewige Gewandere ein bisschen eintönig. Denke die ganze Zeit abwechselnd an den blöden Straßenfeger aus Michael Endes Momo ("ein Schritt und dann noch ein Schritt, dann geht es ganz schnell, denke nicht an die ganze Strecke") und an den Trabschritt der Aborigines. Den wenden die Ureinwohner Australiens angeblich bei tagelangen Wanderungen durch die Steppe an. Wie der geht? Einen langen Schritt mit rechts, zwei kurze Hopser mit links – glaube ich. Sieht reichlich bescheuert aus.
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Könnte eigentlich ein ganz normaler Vormittag sein. Erst ein bisschen durch die Innenstadt schlendern, Eis essen, Turnschuhe anprobieren und ein Buch kaufen. Machen ja auch alle rings um mich herum. Wissen allerdings nicht, dass ich als Undercover-Pilger in geheimer Mission wandere.
Erster Zwischenstopp: ein Supermarkt in der Ehrenstrasse. Notebook, Kamera, Schrittzähler, Karte, Regenjacke, Stift und Papier habe ich zwar mit. Vergessen habe ich allerdings meine Pilgerflasche. Und ohne die kann ich unterwegs schlecht das kostenlos angebotene WJT-Wasser abfüllen. Nicht gekauft habe ich die Nordic-Walking-Stöcke ("Kondition, Fettverbrennung & Figurstyling") für 17,99 Euro.
Ehrenstraße, ständig muss ich als Journalistin mit Laien darüber diskutieren, dass es sehr wohl noch das "ß" gibt. Mit Kollegen auch öfter. Und dann lese ich hier Strasse - beim WDR. Ich schiebe es mal auf die platten Füße ...
Anna Braun am 14.08.05 11:38
Hallo Anna Braun,
Schande auf mein Haupt (aber nur ein bisschen).Also Ehrenstraße, OK.
Wenn man "Straße" gegen "Strasse" gegeneinander googelt, dann gewinnt "Strasse" übrigens mit 9.950.000 Treffern zu 9.940.000. Aber das nur am Rande.
Marcus Bösch
Marcus Bösch am 14.08.05 12:38
Liebe Anna Braun,
fällt Ihnen kein besserer Kommentar ein als diese Korintenkakkarechtschreibung (nach neuer Rechtschreibung mit ohne h und doppel k)??
Beste Grüsse
ein Laie
Laie am 14.08.05 13:43
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Tolle Idee, den Marsch zum Marienfeld mit einem Aufstieg zur Domspitze zu beginnen. Gemeinsam mit schwitzenden und schnaufenden Touristenhorden ("langsamer schneller kannst du noch annerese oh lots and lots of steps allez allez ja danke kurz mal platz machen yeah lots and lots of steps") bin ich jetzt zwar oben. Meine Beine fühlen sich aber für's erste an wie Blei.
Lieber Marcus Bösch,
lieber Stefan Domke,
liebe Sabine Tenta,
Gratulation zu dem ansehnlichen Blog! Gute Idee, ein solches zum WJT einzurichten! Ein Bericht über den Gegenpart zu "Heidenspaß" wäre nett:
http://www.weisse-rose.info/modules.php?name=News&file=article&sid=280
Dort sind auch Sie verlinkt.
Verlinkenswert auch noch:
http://blog.koeln.de/magnusbecker und
http://blog.magnusbecker.de/
Viel Erfolg, Glück und Gottes Segnen beim Weltjugendtag!
Herzliche Grüsse,
Magnus
Magnus am 13.08.05 11:32
Lieber Magnus,
es freut uns sehr, dass Ihnen unser Blog gefällt. Natürlich werden wir in den nächsten Tagen auch die "religionsfreie Zone" aufsuchen.
In der Zwischenzeit können Sie einen Bericht über den "Heidenspaß" auf den Seiten von wdr.de lesen:
"Heidenspaß mit Dinopapst" (10.08.05)
http://www.wdr.de/themen/kultur/religion/weltjugendtag_2005/vorort/heidenspass/index.jhtml?rubrikenstyle=weltjugendtag_2005
Herzliche Grüße
Sabine Tenta
Sabine Tenta am 13.08.05 13:08
Lieber Magnus,
machen Sie sich keine Sorgen, der WDR ist ja dafür bekannt, dass er nicht gerade freundlich über kirchliche Themen berichtet (um es mal freundlich auszudrücken). Jüngstes Beispiel ist der Monitor-Beitrag zum WJT.
Ihrer Gegenveranstaltung wird also sicher noch mehr als genug Raum in der Berichterstattung gegeben. Würde mir allerdings wünschen, dass sie auch kritisch hinterfragt wird.
Interessanter Blog bisher. Mal schauen, wie sich das so entwickelt.
Viele Grüße,
Daquino
Daquino am 13.08.05 14:25
@Sabine
@Daquino
Nun, anscheinend haben Sie/habt Ihr nicht die Zeit gehabt, alles durchzulesen, aber die Bitte an den WDR war eine andere: eben nicht (wie schon viel zu oft geschehen) über das "Heidenspaß"-Komitee obskurer Atheisten zu berichten, sondern über Jugendprojekte, die dieses Komitee kritisieren! Ich schrieb ja: "Gegenpart zu 'Heidenspaß'...". ;) Nicht etwa "Gegenpart zum WJT..."! In der Hoffnung auf eine Verlinkung christlicher Jugendgruppen, mfG
Magnus am 13.08.05 15:58
Sorry, hab' mich verlesen. Ich unterstütze diese Bitte.
Daquino am 14.08.05 01:53
Na, Magnus, da hast du dich aber auch ein bisschen mißverständlich ausgedrückt. Denn der "Gegenpart" zum Heidenspaß ist nun mal der Weltjugendtag selbst und darüber berichtet der WDR doch nun wirklich sehr ausführlich! Fünf MInuten kritischer Bericht in Monitor und am nächsten Tag 45 Minuten unkritisches Papstporträt im Dritten. Und guck mal hier im Internet: Viel mehr Artikel über den Weltjugendtag beim WDR als über den Heidenspaß. Da könnt ihr wirklich nicht meckern!
Anna am 14.08.05 09:41
daquino, ich unterstuetze die bitte auch.
anna, nein, da hat magnus schon recht. es sollte ueber einen spezifischen contrapunkt berichtet werden, und der ist nun mal das blog der weissen rose gegen die komischen heidenspassvoegel. der widerpart zu den atheisten ist nicht der wjt als solcher! es gibt da ausser den weisse rose-katholiken keine einzige andere initiative, die sich gegen die athe-gruppe wendet. ich glaube aber, das ein netter deutsche welle blogeintrag, der das couragierte anti-atheisten-blog vorstellt, reichen wuerde. ein radio- oder sogar wdrtv-bericht ist vermutlich zuviel verlangt.
Eric am 14.08.05 21:14
Also, jetzt habe ich mir die "Weiße Rose" mal genauer angesehen und bin entsetzt! Darf denn JEDER diesen Namen verwenden? Ich glaube Sophie und Hans Scholl würden sich im Grabe umdrehen. Sie haben für Toleranz, Demokratie und Mündigkeit und gegen Totalitarismus und den Obrigkeitsstaat gekämpft und dafür ihr Leben geopfert. Wo bleibt eure Toleranz gegenüber Nicht-Katholiken? Oder "athes" wie Eric schreibt. (Sind wohl Atheisten gemeint.) Ganz schön enge Weltsicht. Im übrigen finde ich den folgenden Artikel aus der "taz" SEHR interessant, der die "Weiße Rose" und Magnus Becker kritisch beleuchtet:
http://www.taz.de/pt/2001/06/08/a0178.nf/text.name,askBmUqDo.n,0
(Wenn man bei Google "Magnus Becker" und "Weiße Rose" eingibt, kommt das als erster Treffer.)
Interessante Lektüre wünscht
Anna
Anna am 15.08.05 11:21
@"Anna" (Rolf?)
wenn es sich (was mit mitgeteilt wurde) bei dir um denjenigen handelt, der in der Church of Satan aktiv ist und maßgeblich an jenem (übrigens uralten und längst widerlegten!) Artikel aus der Taz mit beteiligt war, ist alles klar. Entweder du teilst mit, wer du bist und was dich reitet, eines der wichtigsten Projekte im Gedenken an die Geschwister Scholl (die sich keineswegs im Grabe umdrehen, sondern sich über Aktionen wie auf www.weisse-rose.info freuen würden!) in den Dreck zu ziehen. Oder du bist schlicht nicht ernstzunehmen. So, und nun wieder zum Thema zurück (keine Ablenkungsmanöver mehr, die das Atheisten-Lager nur zu gut auf Lager hat)! Ist es nicht schade, dass den (z. T. kriminellen) Antichristen so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, viele sehr aktive junge ChristInnen aber kaum zum Zuge bzw. zu Wort kommen?
Magnus am 15.08.05 11:53
Donnerknispel, Magnus, jetzt reicht's aber langsam wirklich mit Deinen Rundumverleumdungen, bei denen Du wahllos alle, die (völlig berechtigte) Kritik an Deinen dubiosen Machenschaften äußern, als Nazis, Pädos, Satanisten oder sonstwie "Kriminellen" bezeichnest, die natürlich auch noch "von der rot-grünen Regierungslobby bezahlt" werden.
Schlimm genug, wie Du Dich derzeit an die Kirche heranschleimst - hast Du es denen mittlerweile verziehen, dass die einmal ausdrücklich vor Dir gewarnt haben? Früher 'mal "Trittbrettfahrer gegen rechts", heute Trittbrettkatholik.
[[[ Ein Wort gelöscht (wdr.de) ]]]
Und damit Du noch 'was lernst: Atheisten sind keine "Antichristen" (was natürlich so nett "satanistisch" klingt, nicht?), sondern schlicht "Nichthcristen".
[[[ Ein Satz gelöscht. (wdr.de ]]]
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DemonDeLuxe am 17.08.05 20:55
Da ich davon ausgehe, dass dieser unverschämte Eintrag des Verleumders DemonDeLuxe (Dominique Toussaint) in Kürze entfernt wird, gehe ich nicht darauf ein. Einfach absurd, was der für seine Rufmord-Kampagnen bekannte Typ hier postet.
Magnus am 18.08.05 11:51
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Das Marienfeld ist eine 2,6 Quadratkilometer große Ackerfläche westlich von Köln. Das Marienfeld ist der Platz, auf dem der Papst am nächsten Samstag die Vigil und am Sonntag den Abschlussgottesdienst des WJT feiern wird.
Heute wird gepilgert. Genau eine Woche bevor sich hunderttausende junger Katholiken auf den rund 25 Kilometer langen Fußmarsch vom Dom zum Marienfeld machen, teste ich die Strecke im Selbstversuch. Als serviceorientierter Dienstleister ist mir kein Weg zu weit, um folgende Fragen zu beantworten:
Wie fühlt man sich denn so als Pilger?
Lohnt sich der komplette Marsch bis zum Feld?
Wann muss ich am 20. August loslaufen, um die Kelly Family im Rahmenprogramm auf dem Marienfeld noch zu sehen?
Los geht's...
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Sie kommen. Sie strömen herbei. Der nicht überdimensionierte Pfarrsaal ist um 19:45 Uhr "wider Erwarten voll" so Pfarrer Helmut Strobel. Die Atmosphäre ist ein bisschen so wie im Wahllokal, wenn man sich außer der Reihe bei der gleichen Tätigkeit begegnet. Nur ein bisschen spannender ist es. Schließlich wollen hier jetzt alle der rund 60 Anwesenden sofort wissen ob, wann und wie. Denn wildfremde Menschen aus wildfremden Ländern hat man ja nicht alle Tage im Haus.

Von den angekündigten 500 Pilgern die in Riehl schlafen, werden 170 in insgesamt 70 Privatunterkünften untergebracht. Also bekommt jeder "Herbergsgeber" einen ab. Eher mehr sogar. Denn viele haben gleich vier oder fünf Schlafplätze angeboten. Mit dabei sein werden Italiener, Ukrainer, Tschechen und Kameruner – alle über 18, alle reise- und haftpflichtversichert. Fragen bleiben da natürlich trotzdem. Kriegen die Pilger einen Schlüssel? Was macht man wenn der eigene Pilger krank wird? Und was wenn er nachts nicht nach Hause kommt? "Da müssen´se mal sehen, ob sie mütterliche Gefühle entwickeln", sagt Pfarrer Strobel.
Warum nehmen die Riehler überhaupt Pilger auf?
Die sind aber nett die Riehler!
Kölsche Kylie am 10.08.05 22:28
Ja, aber was ist denn jetzt - welche Pilger bekommen Sie denn nun?
Manfred Rohrbach, Köln am 11.08.05 09:00
Lieber Herr Rohrbach,
das weiß immer noch niemand. Fest stehen lediglich die Nationalitäten und die Größe der Gruppen. Der Rest ergibt sich dann vor Ort. Am Montag abend weiß ich mehr, dann werde ich schleunigst berichten.
Beste Grüße,
Marcus Bösch
Marcus Bösch am 11.08.05 10:31
Dürfen die Pilger denn auch Damen- bzw. Herrenbesuch mitbringen?
domspatz am 11.08.05 11:20
wenn der besuch mit dem besuchten verheiratet ist, sehe ich da keine probleme
Marcus Bösch am 11.08.05 16:40
Marcus,
bist du ein Spieser?
In der heutigen Zeit!!!!
Uli am 12.08.05 10:40
Uli, das ist ja schließlich ein katholischer Weltjugendtag... :-)
Petra am 12.08.05 12:47
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Zum SeitenanfangAlso ich bin jetzt bereit. Das Wohnzimmer ist aufgeräumt. Der Kühlschrank voll. Und das Bad ist auch sauber. Meinetwegen können meine beiden - bereits im Januar bestellten - Gastpilger jetzt kommen. Schließlich bin ich mächtig gespannt, wer da, warum und wie nach Köln kommt. Der Titel "Herbergsvater" gefällt mir. Und wenn IKEA, Harald Schmidt und diverse Moscheen schon Pilger aufnehmen, dann will ich nicht hinten anstehen. Leider weiß ich immer noch nicht, ob ich am nächsten Montag überhaupt wen abbekomme.

Im Januar bekam ich eine Herbergs-Bestätigungsmail mit dem folgenden tollen Inhalt:" GAESTE: 2 FRAUEN: Frauen MAENNER: Männer BETTEN: BODEN: 2 FRUEHSTUECK: Ja". Inzwischen hat mir gar der Oberbürgermeister schriftlich für meine Gastfreundschaft gedankt. Mit der Post gekommen ist auch ein Piktogramm zur nonverbalen Verständigung.
Heute Abend - um 19:30 Uhr - werde ich im Pfarrsaal St. Engelbert in der Garthestraße 15 von Teamleiterin WJT und Pfarrer dann hoffentlich endlich erfahren ob das Piktogramm, das Wohnzimmer und der Kühlschrank zum Einsatz kommen.
Der Kühlschrank ist voll?
Was gibt´s denn? und wissen Sie schon welche Nationalitäten Sie zu Gast haben werden? Das kann ja immense Auswirkungen auf die Speisekarte haben... Mein Mann und ich, wir hatten beispielsweise im letzten Jahr zu den "Tage des internationalen Kulturaustausches Rodenkirchen" Gäste aus dem Sudan, die haben doch tatsächlich alles mit den Fingern essen wollen, auch den Rumtopf! Viel Erfolg,
Jutta Bellinghausen aus Köln
Jutta Bellinghausen am 12.08.05 12:09
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"Es gibt da eine kleine Änderung. Der Erzbischof möchte vor der Pressekonferenz doch lieber erst das Pressezentrum einweihen." Also zurück ins Foyer. Prälat, Pressesprecher, Organisatoren und ein wachsender Tross Journalisten warten bereits. Von den akkreditierten 6.576 Medienvertretern sind jetzt vielleicht knapp 100 anwesend.
Dann kommt er. Der Erzbischof von Köln, Kardinal Meisner. Sehr relaxt sieht er aus, schüttelt Hände und verkündet, dass jetzt erstmal "kräftig gesegnet" wird: "Dass Sie gut arbeiten können, dass Sie alle Ihre Ziele erreichen und dass keine Staus Sie behindern werden..."

Im Anschluss wird durch das großzügige Pressezentrum marschiert, inklusive Fototermin am Computer ("Jetzt muss ich erstmal eine Maus fangen, oder?") und interessanten Details im Vorbeigehen ("Ja, ich habe auch mal windgesurft. In sportlichen Angelegenheiten war ich allerdings nicht unter den Ersten.").
Die Pressekonferenz ist dann, wie Pressekonferenzen vor Veranstaltungen meistens sind. Man hofft auf gutes Gelingen, ist gespannt und freut sich. Göttlicher Beistand dürfte ja garantiert sein.
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Leere und Lächeln. Das sind die beiden ersten Eindrücke im baldigst frisch eingeweihten Pressezentrum des WJT. Los ist hier noch nichts. Das komplette Foyer ist fast menschenleer. Komische Popmusik - ich tippe auf Chaka Khan - tönt aus den Boxen. Jungen Damen und Herren in rot-weißen "Volunteer"-T-Shirts lächeln um die Wette.

Zeit genug, um einen Blick in den ausgehändigten WJT2005-Rucksack zu werfen. Neben Werbung, nötigen und unnötigen Informationen haben die Macher des Kölner WJT eine handvoll kurioser Features in den Sack gepackt: Eine Pilgerflasche Mineralwasser ("Ein Produkt der Natur"), einen hübschen Miniaturrosenkranz ("Dein Wegbegleiter"), ein Pilgerbuch ("Liturgie: Lieder & Gedichte") und noch so ein Tuch. Blaues Taschentuch oder mit dem Logo bedruckte Tischdecke? Nein, ein Stofftuch zum Wedeln. Sehr gut.
Was ist drin im Pilgerrucksack?
In den Fluren, im Treppenhaus, im Großen Auensaal - überall gähnende Leere. Eigentlich der beste Moment. Wenn einsame Putzfrauen ein letztes Mal über die Tische wischen. Bevor es losgeht. Und der Kardinal kommt...
Wozu denn Wedeln bei dem Wetter? Das Stofftuch ist ja wohl eher als Regenschutz gedacht... Oder Herr Meisners Gebet für gutes Wetter hat doch noch Erfolg.
Mika am 10.08.05 12:12
Sehen diese Volunteers alle so nett aus wie der da? Ich meine ja nur, vielleicht könnte das ja ein Grund sein
da hinzufahren, oder?
Gabi am 10.08.05 12:41
Gabi ist garnicht so dumm, es könnte ja "klappen".
Uli am 11.08.2005
Uli am 11.08.05 12:14
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Zum SeitenanfangKindheit und Jugend in Ostwestfalen-Lippe. Und das ohne getauft worden zu sein. Religiöser Ausgleich im katholischen Kindergarten und in der katholischen Grundschule St. Josef (Paderborn Mastbruch).
Persönliches religiöses Highlight: der Papstbesuch 1996. Wir singen. Das Papamobil rollt durch die Reihen. Zusammen mit der netten Nonne vom Klappstuhl neben mir greife ich zu den bereitgelegten Stofftaschentüchern. Wir wedeln artig. JP2 lächelt. Uns trennen nur zwei Meter. Danach mehrere vergebliche Anläufe im Bibel-Lesen.
Mein Plan für den Weltjugendtag: Mitmachen. Ob Morgengebet oder Marienfeier - ich will singen und beten und reden. Und ein bisschen von dem verstehen was dahinter steckt. Wenn alles gut läuft vielleicht die Erwachsenentaufe im Rhein? Vielleicht!
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