Nicht, dass ich immer das letzte Wort haben muss. Mein allerletzter Eintrag ist im Auftrag der Redaktion:
Weltjugendtag und Weblog sind zwar offiziell beendet, aber unser Internettagebuch ist selbstverständlich weiterhin online nachzulesen. Kommentare sind nicht mehr möglich. Wie Sie den Weltjugendtag erlebt haben, können Sie gerne weiter in unserem
Forum schildern und mit anderen Usern diskutieren!
Zum SeitenanfangExtra wegen Ihnen bin ich noch mal zum Erzbischöflichen Haus gekommen, stand freiwillig ein letztes Mal im Papststau. Warum? Weil ich beim ganzen Bloggen in den letzten Tagen vergessen habe, "danke" zu sagen.
Sie mögen zwar ein konservativer Knochen sein, und als Modernisierer der katholischen Kirche werden sie vermutlich auch nicht in die Geschichte eingehen. Aber wenn ich so brennende Themen wie katholische Sexualmoral, Frauen im Priesteramt oder Ökumene mal außer Acht lasse, muss ich Ihnen meinen Respekt zollen: Sie haben für eine unglaublich mitreißende Veranstaltung in meiner Stadt gesorgt.

Durch Ihre Einladung an die Jugend der Welt bzw. die Ihres Vorgängers war hier fünf Tage lang im positiven Sinn die Hölle los, ich selbst konnte das hautnah miterleben. Das Lachen, Singen, das friedliche Miteinander aller Nationen hat auch mich sehr schnell in seinen Bann gezogen. Faszinierend, dass gelebter Glaube so unbeschwert daher kommen kann. Naja, und für das gräusliche Essen und für das organisatorische Chaos können Sie ja nix. Vielleicht klappt's ja, und beim nächsten Weltjugendtag in Sydney darf auch ich an der Eucharistiefeier teilnehmen. Nicht, dass Sie das jetzt falsch verstehen,
konvertieren werde ich Ihretwegen natürlich nicht.

So, das wollte ich Ihnen eigentlich persönlich sagen. Aber ich hab nur Ihre Rücklichter gesehen. Nein, diesmal war ich nicht zu spät. Aber man kommt halt ziemlich schwer an Sie ran. Alles Gute, trotzdem!
Ja, dieses fröhliche und friedliche Miteinander der verschiedenen Nationen sowie der z.T. ja recht unterschiedlichen kirchlichen Gruppierungen war wohl ein Merkmal des WJT.Staunend und dankbar nimmt man es zur Kenntnis.
Gerhard W am 21.08.05 20:40
Ja, das wäre schön, wenn 2008 auch die Evangelischen legal an der Eucharistie teilnehmen könnten.
Die EKD war ja leider sehr arrogant. Der Huber taugt halt nicht. Die starre Haltung der Protestanten lässt mich schon überlegen zu konvertieren
Michael Karutz am 21.08.05 21:46
super arbeit. danke.
andrea am 21.08.05 22:09
@ alle Kommentierer: Wie erreicht man die, die einen irgendwo am Bildschirm über mehrere Tage und Nächte begleitet haben? Vielleicht, indem man zu seinem eigenen Eintrag einen Kommentar schreibt. Abgesehen von denen, die nur kommentiert haben, um kommentieren zu können, war Eure unsichtbare aber dennoch spür- und lesbare Anwesenheit ein für mich Neues, aber gar nicht unangenehmes Gefühl. Bis irgendwann aus KölnBielefeldHammSiegenWuppertalMünsterSydneyoderirgendwo!
Stefan am 21.08.05 23:01
Danke an euch drei, es hat Spass gemacht mitzulesen ;)
Hoffe man hört demnächst öfter was von euch ;)
Alexander am 21.08.05 23:15
Super Berichterstattung. Danke der Arbeit der vielen WDR-Mitarbeiter war ich "live" dabei und die gute Stimmung ist mit rübergeschwappt. Vielen Dank!
Lutz Beyert am 21.08.05 23:21
Auch wenn das jetzt sehr nachmacherisch klingt möchte ich mich dem vielen Lob für Euch 3 anschliessen.
Habe von den ersten Tagen an mitgelesen und fühlte mich sehr viel besser informiert als die "55h Live-Berichterstattung" mit denen Phoenix warb. Ihr habt ein vielfaches dieser Zeit pro Person berichtet und einem das Gefühl gegeben, selbst dabei gewesen zu sein - welches Medium kann das schon von sich behaupten.
Bitte mehr solche Berichterstattungen!
Aber schlaft erst mal gut.
PS.: Ich möchte nicht wissen, wieviel Arbeitszeit der Papst dank Euch auf dem Gewissen hat - Fernsehkucken im Büro ist ja zu auffällig aber ab und zu mal ins Blog zu kucken geht :-)
Martin am 21.08.05 23:57
War echt spitzenklasse,was ihr da gemacht habt!! Hoffentlich seid ihr auch in Sydney mit dabei! Vielleicht ja auch zur WM 06?;-)
Eine Bereicherung wäre es allemal!
Alles Gute und chapeau!
Patrick
Patrick am 22.08.05 00:23
Auch ich möchte meinen Senf jetzt hier noch abgeben: EINFACH KLASSE !!
Werden den Blog vermissen....
Patrick Pohl am 22.08.05 07:10
Vielen-vielen Dank Euch dreien für all die Strapazen, die Ihr auf Euch genommen habt, um uns praktisch "live" mit Nachrichten zu versorgen! Einen großen Applaus!!!
P.s.: Ja, Eucharistiefeier ist schon mal der richtige Ausdruck... :-)
Petra am 22.08.05 08:00
Habt Ihr gut gemacht, Leute! Ein echter Lichtblick in der Berichterstattung!! Ich werde Euch im Blog lobend erwähnen.
scipio am 22.08.05 09:42
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Zum Seitenanfang...nur die Wurst hat zwei. Und weil mein Magen knurrt, plündere ich. Genau wie Tausende andere Pilger durchwühle ich die Verpflegungskartons, die auf dem Rasen liegen geblieben sind. Wegzehrung für den Heimweg. Die
Erfahrungen meines Kollegen Bösch in den Wind schlagend, greife ich bei einer Fleischwurst namens "Ferdi Fuchs" zu.

Ich hätte es lassen sollen. Wie konnten die jungen Pilger bloß eine Woche lang feiern, tanzen, beten, singen mit solch einer Nahrungsgrundlage?
Erstaunlich, dass die Portugiesen neben mir noch immer tanzen und musizieren. Sie singen das fröhlichste "Halleluja", was ich bisher gehört habe. So kraftvoll, so enthusiastisch, als habe der Weltjugendtag gerade erst begonnen.
Ich zeige ihnen "Ferdi Fuchs". "I've never seen it before", sagt mir lachend ein junges Mädchen. Das erklärt alles.
Cliff Richard betritt die Bühne, ich trete den Heimweg an.

LaOla für Herrn Domke! Freut mich übrigens, dass ich vorher helfen konnte... Aber bitte, gerne! Das ist doch das Mindeste, bei eurem Einsatz! Erhol dich gut, und dass du mir ja die Finger lässt von diesem Fraß...
P.S.: Ich bin WJT-BLOG-süchtig, nicht WJT-süchtig. Das ist was GAAAAANZ anderes!
WJT-Blog-Süchtige am 21.08.05 15:19
@WJT-Blog-Süchtige
Schade daß dein Name schon vergeben ist - ich hätte ihn gern angenommen ;-) Ich habe zwar nicht soviel mitgemischt wie du, bin aber doch mindestens fünfmal am Tag für meinen "Fix" zum Computer gekommen.
GAAAAAANZ GROSSES DANKESCHÖN AN ALLE DREI BLOGGER für all den Einsatz, für eure tolle Berichterstattung, vor allem für euren Humor und die wohlwollend-kritische Distanz !!!!!
Für uns Auslands-Rheinländer das Beste vom WJT, zusammen mit den Live-Übertragungen im Internet-Stream.
Stefan und Markus, ihr seht ja wirklich geschafft aus! Wo kann ich hinschreiben, um mindestens eine Woche Sonderurlaub für euch zu beantragen?
Love and prayers from sunny England!
Sabs am 21.08.05 16:01
Ein dickes Lob auch von mir an euch drei Blogger! Ich habe mich während der letzten Tage oft gefragt, "Wie machen die das nur?". Ihr habt ja wirklich schon fast in allen Lebenslagen gebloggt. Weil ich aus eigener Live-Blog-Erfahrung weiß, wie stressig das sein kann, wenn man gleichzeitig das Geschehen um sich herum beobachten, schreiben, Fotos hochladen und den Akkustand beobachten muss, kann ich wirklich nur sagen: RESPEKT!!!! (Denn ich musste nicht, anders als ihr, gleichzeitig auch noch mit einem MP3-Rekorder hantieren und kreuz und quer durch die Stadt sausen. ;-))
Auf jeden Fall war es extrem interessant, eure Einträge zu lesen. Da wird mir ab morgen wirklich was fehlen.
Fabian am 21.08.05 16:47
Hallo
Ich hoffe doch, dass man an anderer Stelle und zu anderen Themen weiterhin etwas von Ihnen allen zu lesen & hören bekommt.
Zwar habe ich das Blog erst spät entdeckt, aber gestern jegliche Rückstände aufgeholt und vom ersten Eintrag alles nachgelesen. ;-)
So etwas kann man sich nämlich wirklich nicht entgehen lassen, ihr Schreibstil ist einfach genial.
Ich freue mich auf weitere Einträge und Hinweise wo man nach Ende des WJT weiterhin Ihre Erlerbnisse mitverfolgen kann.
Schöne Grüße und eine gute Rückreise vom Marienfeld für alle, die sich dort noch aufhalten (und sich vermutlich auch noch etwas länger aufhalten werden)
Ann-Kathrin
Ps. Ich hätte einige Fragen zum Thema Journalismus, die ich auf Grund der Themenabweichung nicht hier hineinschreiben möchte. Vielleicht gibt es ja eine andere Möglichkeit sie zu kontaktieren?
Ann-Kathrin am 21.08.05 16:52
Ein insgesamt tolles Treffen. Schade nur, das die Abreise des Papstes in Köln auf der Riehler Str./Reichenspergerplatz durch einen Mißbrauch polizeilicher Gewalt überschattet wurde - DAS hatte der WJT nicht verdient - Pilger und Co. sind keine randalierenden Fußballfans !
Joe am 21.08.05 23:37
Hallo - habe mich ja schon an anderer Stelle verewigt. Wollte nur sagen - meine Kids sind wohlbehalten zu Hause. Sie haben viel Ferdi Fuchs mitgebracht - also auch Pakete aufgehoben - aber mehr weil sie über die weggeworfenen Nahrungsmengen erschüttert waren. Nina meinte, dass davon eine Woche lang ein kleine afrikanische Dorfgemeinschaft hätte leben können.
Es war wahrscheinlich schwierig zu organisieren - oder?
Zu Ferdi Fuchs -
unser Hund, Merlin, war noch nicht einmal so begeistert. Für ihn haben die drei nämlich die Wurst aufgesammelt - weil sie es immer noch besser fanden als sie vergammeln zu lassen.
Also scheint sie wirklich nicht so toll zu schmecken!
Danke für die Berichte ...... fasst doch mal eure Eindrücke in einem WDR-Buch zusammmen - bei eurem Stil wird es bestimmt eine schöne WJT-Erinnerung. So nun waschen und ab ins BEtt.....
Gute Nacht
Elisabeth
Elisabeth Wiengarten am 22.08.05 00:10
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Zum Seitenanfang"Aber ganz schön spät", sagt Maria zur Begrüßung, freut sich aber, dass ich sie und Benedikt dann doch noch gefunden habe. (Hatte elend lang im falschen Block Ausschau gehalten...) Und nur zur Erklärung: Die beiden jungen Pilger mit den so symbolträchtigen Namen gibt es wirklich: Ich habe sie bei meiner ersten Pilgerfahrt nach Rom kennengelernt. Wir saßen zusammen 24 Stunden im Bus, um bei der Trauerfeier von Papst Johannes Paul II. dabei zusein. Die beiden als Pilger, ich als Beobachter.

"Ich bin froh, dass der WJT jetzt vorbei ist", rutscht es mir heraus, was Maria mit einem Stirnrunzeln zur Kenntnis nimmt. "Ich nicht, ich freu mich schon auf Sydney 2008." Hmm, Bloggen aus Australien? Keine wirklich schlechte Idee...
Während Benedikt versucht, den geordneten Rückzug seiner Jugendgruppe einzuleiten, investiert Maria bereits in die Zukunft: Eine Australierin zieht mit Marias Weltjugendtagsflagge von dannen, sie selbst nennt nun ein Sydney-T-Shirt ihr eigen.
"Macht's gut ihr zwei, vielleicht bis Sydney!"

Stefan, du Schussel! Und ich schreib noch: "C10!" Vielen Dank, komm gut nachhause und viel Erfolg auf dem Fundbüro am Montag wünscht
die WJT-Blog-Süchtige am 21.08.05 14:01
Hi, bloggen aus Australien ist bestimmt super, gibts dafür Sonderurlaub?
Ich freue mich auf Sydney 2008.
War wirklich toll hier.
Viele Grüße auch an die WJT-Blog-Süchtige.
2008 wieder dabei?
Nicole am 21.08.05 14:08
@Nicole
Danke der Nachfrage! Bei DEM Austragungsort dann aber lieber live! Muss ja nicht auf dem WJT-Gelände sein...;-)
Schöne Grüße unbekannterweise
WJT-Blog-Süchtige am 21.08.05 14:15
wenn man jetzt losschwimmt ... müsste man doch ankommen, rechtzeitig, aber wieso 2008? im wjt-radio von wdr5 wurde verschiedentlich 2007 gesagt ... mein ich .. na jaaa etwas schneller schwimmen ...
wol-f am 21.08.05 14:25
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Zum SeitenanfangDass einmal Polizisten verhindern würden, dass ich pünktlich zum Abendmahl komme, hätte ich nicht für möglich gehalten. Naja, hätte ich ja eh
nicht mitmachen dürfen. Was ich ziemlich frech finde ist, dass sich nicht wenige Pilger mit der noch nicht ganz zerkauten Hostie auf den Heimweg machen. Dass ist ja so, als wenn man in der 89. Minute das Fußballstadion verlässt, um dem Stau zu entgehen. Während viele Pilger um mich herum Schlange stehen, um zum Priester unter dem Orangenlimonadenschirm vorgelassen zu werden, brauch ich eine Verschnauf- und Tipppause.

Unorganisierte Ordnungskräfte haben es tatsächlich geschafft, dass ich das Marienfeld heute von einer ganz anderen Seite kennenlernen durfte.
Maria und Benedikt warten hier irgendwo in Block D10 auf mich. "Wir haben gelbe Tücher", lautete die letzte SMS. Da sind sie leider nicht die einzigen.

Hey Stefan!
In der SMS stand "C10", nicht "D10" (Das ist hier ja wie beim Kasperletheater)...
WJT-Blog-Süchtige am 21.08.05 12:38
die wege des herrn ...sind unergründlich ... fg
wol-f am 21.08.05 12:57
vielen, vielen dank für die tolle berichterstattung.
habe selbst - als evangelische - pilger aufgenommen und war so recht nahe am geschehen. allerdings hatte ich kaum den nerv, mich ins getümmel zu stürzen. deshalb war ich froh, dieses weblog entdeckt zu haben, was mir einige stunden erheiterte und ganz andere seiten des weltjugendtages zeigte!
danke!
Katrin am 21.08.05 13:23
Hallo WJT-Süchtige,
ohne Deinen Eintrag ständ ich jetzt wahrscheinlich immer noch doof nach gelben Tüchern Ausschau haltend ikm falschen Block herum. Danke!
Stefan Domke am 21.08.05 13:55
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Zum Seitenanfang"Weißt Du, wo Maria ist?", hatte ich Benedikt gestern Nacht per SMS gefragt. Und wie erwartet, hat er sich bei mir gemeldet: "Wir sind alle in C 10." Dahin bin ich jetzt unterwegs. Gehe allerdings davon aus, dass ich erst in der zweiten Halbzeit bei ihnen eintreffen werde. Schon zu Zeiten, als ich noch jeden Sonntag Gottesdienste besuchte, stand meine übliche Startzeit meinem Glauben manches Mal im Weg.
Und wo ich die beiden kennengelernt habe? Bei meiner ersten Pilgerreise: Zur Trauerfeier von Johannes Paul II.

Ich bin gespannt, ob ich heute Morgen meine Schuhe anbehalten darf. "Only without shoes", hieß es gestern Nacht mehr als einmal, wenn ich einen der fußballfeldgroßen Schlafbereiche betreten wollte. Am Ende der Vigilfeier war das Marienfeld nicht nur das größte Schlafzimmer, sondern auch die weltgrößte Sammlung von verdreckten Socken.

Die Fahrt zur Trauerfeier von Johannes Paul II. zusammen mit Benedikt und Maria
Ja, ja, der Herr Domke im Zentrum der Macht: Flüster dem Bene doch mal, er soll sich nicht so anstellen, wegen der Frauenordination, der Kondome und der Ökumene. Ach ja, grüß schön, auch Maria!
WJT-Blog-Süchtige am 21.08.05 11:13
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Zum SeitenanfangSo.
Wie versprochen habe ich Johannes XXIII. für den Kollegen illuminiert.

Jetzt werde ich Benedikt noch kurz eine SMS schicken. Vielleicht hat er eine Ahnung, in welchem Areal auf dem Marienfeld ich morgen beim Abschlussgottesdienst Maria finden kann.
Halt! Bevor es jetzt wütende Kommentare hagelt: Ich habe keinen Pilgerkoller und bin nicht blasphemisch. Ich bin mir sogar sicher, bis morgen Mittag wird mir Benedikt geantwortet haben. Mehr verrate ich nicht.
Danke für die Kerze Herr Kollege. Gehe davon aus, dass ich meine Bekanntschaft mit dem THW Johannes XXIII. zu verdanken habe.
Wann kommen Sie denn wieder auf´s Feld?
Marcus Bösch am 21.08.05 07:42
Bin unterwegs.
Stefan am 21.08.05 09:47
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Zum SeitenanfangOh, was habe ich geflucht, als ich meinen neun Kilometer langen Heimweg mit dem Fahrrad antreten musste. Hätte ich mich doch wie der Kollege
Bösch im Baumarkt mit dem Notwendigen versorgt. Dazu dann noch ein Schlafsack samt Isomatte, und ich hätte mir diese Quälerei ersparen und stattdessen die Atmosphäre auf dem Marienfeld genießen können. Eine Nacht im größten Schlafzimmer der Welt. Hätte den Spaniern gelauscht, die ganz am Rand des Areals ein Spontankonzert mit Gitarren begannen, was wohl erst im Morgengrauen enden wird. Oder ich säße jetzt radebrechend mit den netten Portugiesen zusammen, die hier beim WJT alles "so wunderbar" fanden - abgesehen vom Wetter.

Und genau das ist die Kehrseite einer Nacht im Freien. Als ich ging, kam der Nebel. Und er hatte die Kälte im Schlepptau. Womöglich liegt Kollege Bösch schon jetzt bibbernd unter seiner Baustofffolie. Friert wie so viele, denen ich auf dem Weg zum Ausgang begegnet bin. Schimpft auf all die, die ohne Rücksicht auf Verluste über schon Schlafende hinwegstiefeln, rümpft die Nase, weil von den Toilettenhäuschen fiese Winde herüberwehen. Nein, beneiden tu ich ihn dann doch nicht. Aber wenn ich wieder im Warmen bin, zünd ich
Johannes XXIII. für den Kollegen an.


Zum SeitenanfangIch hab mich durchgekämpft. Wurde polnisch beschimpft, hab mit Italienern gemeckert, ein halbes Dutzend Ordner überredet und steh' jetzt in erster Reihe. Es sind mittlerweile abertausende von Lichtern, die auf dem unüberschaubaren Feld im Dunkeln leuchten. Und über allem erhebt sich der majestätisch strahlende Papsthügel. Sapperlot, da haben sich die Herren aber schon wieder eine Inszenierung sondergleichen einfallen lassen. Seeehr beeindruckend. In die Stille hinein tönt ein Martinshorn.

Ich werde jetzt versuchen, mich langsam aber sicher wieder zum Gate Nr. 3 zu bewegen und da sollte dann hoffentlich mein Fahrrad auf mich warten.
Einige Impressionen:



Ich geh jetzt schlafen - aber freue mich auf morgen, um dann von euren Nachterfahrungen zu lesen.
Ich hoffe, es regnet nicht. Ansonsten viel Glück mit der Plane für den Kollegen Bösch. :-)
Schließ mich übrigens gern den "Vorschreibern" an: Weltjugendtagsblog - ganz großes Kino!
Dirk Kroll am 20.08.05 23:20
Na, wenn da mal nicht einer schneller war. Das zeugt ja auch von festem Glauben, sein Fahrrad da allein ind er Nacht zu lassen, wo schätzungsweise 100.000 Fussgänger scharf drauf sin....
Spirtus Uso am 20.08.05 23:25
Grandios, diese Blogs, auch die von den beiden anderen ! Was sind dagegen die angeblich 100 Kameras des WDR, von denen heute Abend stolz geredet wurde ! Der Mensch hat schließlich nur 2 Augen und nur 1 Verstand ! Bitte, bitte noch viel mehr ganz persönliche + subjektive Perspektiven, weil das viele "normale" journalistische Beiträge nicht mehr schaffen ! Und Danke für all die Maloche !
Paoluccio am 20.08.05 23:47
wer vom papst kommt, klaut doch keine fahrräder .... hm ... oooder?
wol-f am 21.08.05 00:13
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Zum SeitenanfangGegen acht war noch einmal Papstalarm auf dem Marienfeld. Ausgerechnet durch meinen Sektor sollte er fahren, ausgerechnet dort, wo ich gerade mein mobiles Büro am Wegesrand aufgeschlagen hatte. Das bekannte Spielchen begann: Aufgeregte Teenies drängelten, Sicherheitsleute und Volunteers versuchten Hand in Hand eine Absperrkette zu bilden. Doch nach Minuten des gespannten Wartens sorgte dann ein Blick auf die Großleinwand für kollektive Enttäuschung. "Il Papa" hatte sich für eine Alternativroute zum Papsthügel entschieden. Naja,
dreimal reichte mir auch irgendwie.

Jetzt, nachdem die Vigil begonnen hat, ist endlich Ruhe eingekehrt auf dem Marienfeld. Die ersten Kerzen brennen und die Jugend der Welt lauscht den Worten des Heiligen Vaters. Ein Blick in das von blau-weißen Rauten dominierte Flaggenmeer lässt vermuten, dass Bayern wie leergefegt sein muss.
Einige Impressionen:





Keine Panik, es gibt auch noch daheimgebliebene Bayern!
Aber dank Fernseher und Weblog ist man auch in Augsburg fast live dabei!
Danke für die spannende und witzige Berichterstattung der letzten Tage!
p.s.: Und unseren Regen werden wir hoffentlich heute nacht auch in Bayern behalten und nicht nach Köln schicken.
Birgit am 20.08.05 22:08
Klasse Fotos, prima Texte, saubere Arbeit. Chapeau!
Herby am 20.08.05 22:55
Na, Stefan, alter Protestant, hast dir in Bezug auf deine Fotos von den Katholen in Sachen "Inszenierung" einiges abgeschaut, was? Den Fotos tut's gut (nicht dass sie vorher schlecht gewesen wären!). Aber im Geist und im Herzen jetzt bloß nicht wankelmütig werden!
WJT-Blog-Süchtige am 21.08.05 11:28
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Zum Seitenanfang"D wie Dora oder B wie Berta?" fragt der junge Mann in sein Handy hinein. Wenn es um Orientierung geht, hat sich Benedikt noch nicht gegen Berta durchgesetzt. Immer und immer wieder scheint die Stimme am anderen Ende den Buchstaben zu wiederholen. Der junge Mann ist also "in Bereich drei" und seine Bezugsgruppe irgendwo, wo es keine Zahlen, sondern eben ein "B" oder "D" als Bereichsbezeichnung gibt. So wie ihm geht es Tausenden. Verzweifelt stehen die Pilger vor den großen Tafeln, die der Orientierung dienen sollen und haben eben diese verloren. Und jetzt sollen auch noch alle schnell auf ihren Platz zurück, denn der Papst kütt, sagt die Lautsprecherstimme. Und gibt noch weiter gut gemeinte Ratschläge, z.B. "Do not climb the towers at any time." Wird gemacht,
auch wenn's schwer fällt.

Zum Seitenanfang
Dieses Gelände ist definitiv größer als alle
Felder von Bad Lippspringe zusammen, Kollege Bösch. Und wir zwei Blogger sind vermutlich, obwohl auf der gleichen Veranstaltung, noch einen halben Tagesritt voneinander entfernt.

Meine Fahrradanfahrt über die vorgelagerten Äcker hatte etwas von unendlicher Weite der Prärie. Kein Wunder, dass ein Großteil der Jugendlichen in meiner Umgebung völlig erschöpft auf ihren Isomatten in der Abendsonne döst.

Zum SeitenanfangNun ist wieder alles gut, sprich: Ich bin empfangsbereit. Nur ganz schnell noch drei Fotos zum vorherigen Text über die Anreise zum Marienfeld nachgereicht, dann betrete ich das Marienfeld. Bin nun rund 12 Kilometer von meinem Parkplatz entfernt. Hoffe, dass die Gebete der Pilger für einen trockenen Abend erhört werden. Denn meine Trekkingschuhe nebst Regenjacke liegen im Auto. Aber so kann ich sie wenigstens nicht
verlieren.
Impressionen vom Marsch auf das Marienfeld:



Zum SeitenanfangSie singen nicht mehr. Gelacht wird auch weniger als an den Tagen zuvor.
Würde mir aber auch vergehen, wenn man mich mitsamt all meinem Gepäck fast sieben Kilometer vor dem Marienfeld absetzten würde. Ein endloser Strom von Pilgern zieht sich die für Autos gesperrte Landstraße entlang.
Wie gut, dass ich ein Fahrrad im Auto hatte. Ich spüre die neidischen Blicke in meinem Rücken. Am Wegesrand sind erste Ausfälle zu beklagen, Blasen werden verarztet. Ärgerlich nur, dass hier draußen kein GPRS- und erst recht kein UMTS-Empfang ist. Also kehrt Marsch zurück in die Zivilisation.
[Dieser Text wurde per Telefongespräch übermittelt]
Zum SeitenanfangÜber Hunderte von Metern stehen sie, teilweise sogar in Zweierreihen. Nein, ich meine nicht auf Busse wartende Pilger, sondern auf Pilger wartende Busse.

Am Abfahrort der Shuttlebusse in der Christophstraße herrscht total tote Hose. Jeder der anwesenden Pilger könnte einen Bus ganz für sich alleine haben. Die Kassierterminals, die wie halbfertige Weihnachtsmarkt-Häuschen aussehen, stehen verwaist herum. "Draußen auf dem Marienfeld ist es aber schon knüppelvoll", meint ein Busfahrer, der gerade von seiner Tour zurück gekommen ist.
Der "Architekt" dieser Buden scheint sich bei der Berechnung der Tresenhöhe etwas verrechnet zu haben.

Diese Kassierbüdchen sind ja scharf und bestes Sinnbild für die "Servicewüste Deutschland". DienstleisterInnen handeln nach dem Motto: "Achtung, Kunde! Verstecken!"
WJT-Blog-Süchtige am 20.08.05 15:34
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So, Mikrofonmp3RecorderUSBKabelLaptopErsatzakku1
Ersatzakku2UMTSKarteTrekkingschuhefürgegennasseFüße
KameraBatterienbiszumAbwinkenCompactflashCardLageplan
BrötchenNotizblockAkkreditierungsausweisBlasbalgKopfhörer
Gummibärchen. Hab ich alles? Naja, einmal wegen was Vergessenem die Treppe wieder hochlaufen ist eh immer einkalkuliert. Fühle mich gewappnet zur Expedition zum Marienfeld. Wie ich hinkomme? Ganz sicher nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Habe mich von meiner
Erfahrung beim Eröffnungsgottesdienst mental noch nicht erholt. Werde stattdessen die Kombination Auto/Fahrrad ausprobieren. Erst mit dem Auto so nah ran wie möglich und dann auf den Sattel schwingen. Marienfeld, ich komme!
und wie war das mit dem Produktplacement?
IBM - Notebook
iRiver - Mp3player
Nokia - Handy
und nicht zu vergessen die
Haribo - Gummibärchen ;-)
Master
Master am 20.08.05 16:28
na, wenn man mit dem Mikroskop rangeht.... Aber beim nächsten WJT wird der Kollege bestimmt alles abkleben, damit es nun wirklich keinen Anlass zur Beschwerde gibt. Ansonsten gilt: Lesen, schauen und genießen!
Marion am 20.08.05 21:51
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Zum SeitenanfangGestern Nacht noch kurz im Netz gesurft. Der Kölner Express präsentiert eine Fotogalerie "So sexy ist der WJT!" Vorsichtshalber Strg+C gedrückt, damit ich es nach dem Aufstehen noch glaube.
Gleich die erste Bildunterschrift lässt mich am Schreibtisch lauthals auflachen.
Ich zitiere: "Wer bisher der Meinung war, Christinnen seien keusch und unansehlich (sic!), wird dazu lernen müssen."
Ich überlege ernsthaft, vor meiner Abfahrt zum Marienfeld noch kurz in der Express-Redaktion vorbeizufahren. Ich will wissen, wer sich solch einen Schwachsinn ausdenkt.
Zum SeitenanfangAm letzten Tag der Domwallfahrt sollte man nur aus zwei Gründen den Roncalliplatz betreten. Entweder, um sich in die Schlange der Wallfahrer einzureihen, die sich mit zeitweise beängstigendem Gedränge Richtung Domportal schiebt.

Oder aber, um seine schlechte Laune loszuwerden. Sie finden den grauen Himmel zu trist? Ihnen fällt zuhause die Decke auf den Kopf? Kommen sie schlecht gelaunt zum Dom und ich garantiere ihnen, sie gehen gut gelaunt wieder weg. Das Farbenmeer, die Gesänge, das internationale Lachen - hier guckt keiner griesgrämig drein. Das steckt an. Wer das nicht will, sollte zuhause bleiben.
Kleiner, ganz legaler Tipp am Rande: Wenn Sie wallfahren wollen und wenig Zeit haben: Das
mit dem Parken hatte ich ja schon erwähnt. Aber wenn Sie dann noch den richtigen Aufgang (Bereich "D", gelb gekennzeichnet) aus der Tiefgarage nehmen, stehen sie nur fünfzig Meter vom Domeingang entfernt in der Schlange und haben rund 1 1/2 Stunden Warten gespart.

Zum SeitenanfangSie wollen sich entspannt in Köln auf Parkplatzsuche begeben? Dann zögern sie nicht. Kommen sie mit Ihrem Auto, solange der Papst noch in der Stadt ist. "So leer habe ich unser Parkhaus noch nie erlebt", meint die Kassiererin im Parkhaus unter dem Roncalliplatz. "Doch", fällt ihr dann ein, "als der G 8-Gipfel in Köln war."

Am ersten Tag der Papstvisite war es gestern so chaotisch in der Stadt, dass sich heute keiner mehr hertraut. Und damit wären wir auch beim Pferdefuß der ganzen Geschichte: Parkplatz finden schön und gut, es könnte nur mit dem Hinkommen schwierig werden. Vor allem, wenn Benedikt mal wieder unterwegs ist. Schon eine halbe Stunde vor seinen An- und Abfahrten am erzbischöflichen Haus wird seine Fahrtroute weiträumig abgesperrt. Besser, Sie klicken hier, bevor sie losfahren:
Das minutiös durchgeplante Papstprogramm als pdf-Datei
Zum SeitenanfangFür Fürstin Gloria von Thurn und Taxis ist der WJT "die echte Loveparade". Hier gebe es "keine Drogierten" und auch "keine Pöbler". Sie scheint schlechte Partyerfahrungen gemacht zu haben in der Vergangenheit. Als sie noch durch ihre Haarpracht auffiel. Jetzt steht sie vorm Dom am Stand der Malteser und preist den Herrn. So unauffällig tut sie das, dass ich einen Malteser frage, ob die Fürstin schon da ist. Er grinst und zeigt einen Meter nach links.

Konservativ wirkt nicht nur ihre Frisur: "Nehmt nicht die Antibabypille!" und "Das ungeborene Leben hat keine Lobby" spricht die 45-Jährige in die hingehaltenen Mikrofone. Als auch ihre Kinder Albert (22) und Elisabeth (23) Ähnliches begeistert von sich geben und bekennen, dass sie zum Beten und Singen nach Köln gekommen seien, strahlt die Mutter. Schließlich hat sie die beiden mitgenommen, um ihnen zu zeigen, dass all jenes nicht wahr ist, "was über die katholische Kirche in der Presse steht".

ich empfinde tiefes mitleid für die frau, ein bisschen love parade täte dem wjt ganz gut, statt dessen sind die heroen der katholischen jugend wieder in: bläck föös, höhner, 3 colonias spielen in der gegend auf jeder party und ich frage mich wie man das aushalten soll - live meine ich!
schade
werner am 19.08.05 23:26
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Die Kiosk-Verkäuferin an der Südseite des Doms muss das Geschäft ihres Lebens machen, denke ich. Von morgens früh bis abends spät schieben sich die Pilger aus aller Welt auf dem Weg zur Domwallfahrt an ihren Postkartenständern vorbei.
Eine Momentaufnahme: Hier ein Benedikt-Motiv für Mutti. Hey, nicht schubsen. Da noch ein Dom bei Nacht für den daheimgebliebenen Bruder. Mann, drängelt doch nicht so von hinten. Ein Gefühl wie im Wasser, wenn Dich die Ebbe rauszieht. Äh, wo wird denn jetzt gezahlt? Doch der Sog der Menge ist stärker. Ich glaube, die Kiosk-Frau ist froh, wenn der Weltjugendtag vorbei ist.
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Was der Kollegin Tenta bereits
in Bonn auffiel, bestätigen die Kölner Profis. "Die sind viel sauberer als wie zu Karneval", erzählt mir der Chef eines Stadtreinigungstrupps. Leere Bierbüchsen seien Mangelware, was ich wenig überraschend finde. Beschwippst Papst gucken - da hört's dann doch auf, oder? Das einzige Problem seien die ganzen Flugblätter und Broschüren, die oft ungelesen auf dem Boden landen würden. "Beeenedikt, Beeenedikt", trällert im Hintergrund ein türkischer Straßenkehrer beim Fegen vor sich hin.
Zum SeitenanfangGeschafft. Eigentlich muss einer von uns beiden jetzt einen ausgeben. Schließlich sind wir uns heute zum dritten Mal begegnet. Wobei dieses Date hier das Anstrengendste war.

Als Zugereister habe ich mich ja noch nicht mal an das Gedränge an Rosenmontag in Köln gewöhnt. Aber das hier war eine deutliche Spur härter. Und noch was wusste ich vorher nicht: Einige Meter unter dem Papst herrscht himmlische Ruhe.
Außerdem: Hut ab vor dem Mut der Polizisten: Als sich am Seitenportal des Kölner Doms das Papamobil in Bewegung setzte, habe ich deren Gottvertrauen in dieses pisselige Absperrgitter bewundert. Hätte mich nicht gewundert, wenn die völlig entfesselten "Benedictus"-Rufer vor dem Hauptbahnhof die abgesperrte Domplatte ganz einfach gestürmt hätten.

So, der Papst macht jetzt mit dem Papamobil seinen Zug durch die Gemeinde, am Dom wollen sich die Massen einfach nicht zerstreuen, und ich recherchier mal, ob es hier wirklich irgendwo Benedikt-Bier gibt.
Ach, die Bischöfe: Die ließen sich von der jugendlichen Begeisterung derart anstecken, dass sie von der Domplatte herab die La Ola machten. Sachen gibt's...

Hi Ihr!
Wer Interesse an Fotos vom Besuch von Benedetto bei den Poller Wiesen hat, hier runterladen: http://www.gorch.net/WJT-2005/
Es grüße Euch,
Jörg
Jörg am 19.08.05 00:31
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Zum SeitenanfangKatholische Ellenbogen tun genau so weh wie alle anderen, stelle ich fest. Und mit der Nächstenliebe ist es spätestens dann vorbei, wenn der Heilige Vater auf dem Rhein vorbeifährt und man seinen guten Platz verteidigen will. Aber mit etwas Drängeln und dem Einsatz rudimentärer Klettertechniken lasse ich genau zum passenden Moment die Menge unter mir.

Eine Alu-Traverse, fünf Meter über den Pilgern quer über den Weg gespannt, ist der ideale Ausguck. Ich auf Augenhöhe mit dem Papst, super. Jetzt nur nicht runterfallen.
Als der Papst an uns vorbeigleitet, brandet ohrenbetäubender Lärm auf. Disco- und Rockkonzert-gestählte Stimmen schreien ihm ein ums andere Mal seinen Namen entgegen.

Dann ist er auch schon wieder aus meinem Blickfeld entschwunden. Schon mein zweites Papstdate am heutigen Tag. Dass ich ihn später noch ein drittes Mal sehen werde, bezweifle ich allerdings. Denn Tausende unter mir entlang der Rheinpromenade machen sich ebenfalls zum Dom auf...

Na, Stefan! Wenn bei DEM Einsatz nicht gleich wieder ein frisches Hemd fällig wird...
Schöne Fotos machst du! Durch euch sitzt mensch am PC in der ersten Reihe!
WJT-Blog-Süchtige am 18.08.05 18:59
Die Fotos sind wirklich sehr gut. Hut ab und Respekt Herr Kollege ;-)
Marcus Bösch am 18.08.05 19:15
genau! super fotos - und das vom wackeligen gerüst aus...
und jetzt schnell zum papamobil-zugweg - schenk dir den dom. dann klappts auch mit der begegnung der dritten art......
wuerstchen am 18.08.05 19:18
Super! (Neid!) (Bin aber nicht so klettertüchtig, guck mir das lieber vor der heimischen Glotze an....)
Marion am 18.08.05 20:24
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Zum SeitenanfangVollkommen überraschende Erkenntnis: Der Papst wartet nicht. Dabei hatte ich mich doch nur um wenige Minuten mit nem Polizisten verquatscht. Nix schlimmes, wir haben nur Komplimente ausgetauscht. "Ihr seid extrem angenehm entspannt bei Eurer Arbeit, gar nicht so wie sonst öfters", meinte ich. "Ihr auch, scheint ansteckend zu sein, diese Veranstaltung." Könnte er sogar Recht mit haben.

Naja, nettes Gespräch gehabt, vom Papst beim Erzbischöflichen Haus aber nur noch die Rücklichter gesehen. Jetzt schnell kurz nach Hause, verschwitztes Hemd wechseln. Steh'n ja überall Kameras rum, und Achselflecken im Fernsehen sind peinlich. Und schnell noch Deo nachlegen. Das fehlte noch, dass der Zufall und die Menschenmenge mich in die Arme von Benedikt treibt, und dann müffel ich!

Wo ist denn heute die Sabine? Da kommt heute der Papst und von ihr ist nichts zu sehen ...äh... lesen.
Crave am 18.08.05 18:22
Hallo Crave,
ich musste heute leider einen Tag Auszeit nehmen. Bescheidenes Timing, ich weiß. Aber morgen bin ich wieder dabei.
Beste Grüße
Sabine
Sabine Tenta am 18.08.05 19:19
Gute Besserung! Freuen uns auf spitze Bemerkungen und scharfsinnige Betrachtungen.
Marion am 18.08.05 20:27
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Zum SeitenanfangSven, Marco und Marcel war langweilig. "Da haben wir gedacht, fahrn wir mal nach Köln, Papst gucken. Jetzt sind die drei hellauf begeistert: "Gigantisch hier, die Stimmung ist unglaublich."
Dabei haben die Jungs aus Wuppertal den Papst noch gar nicht gesehen. Dafür stehen sie jetzt in Sichtweite des Doms und wippen mit den Füßen.
Vor ihnen gibt eine Gruppe junger Mädchen aus Kenia alles. Sie tanzen, sie hüpfen, eine von ihnen drischt auf eine mitgebrachte Trommel ein, als gäbe es kein Morgen mehr. Ja, das sei ein religiöser Song. Sozusagen ein musikalischer Dank an den lieben Gott, dass es ihn gibt, erklärt mir ein Mädchen aus der Gruppe, als sie eine kleine Verschnaufpause einlegt. Dann springt sie wieder auf.

Fast müsste man dem Papst dankbar sein. Zumindest dafür, dass er den Rhythmus in die Stadt geholt hat. Und weil es ihm zu gelingen scheint, dass die Jugend der Welt friedlich zusammen feiert.

Zum SeitenanfangIn der deutschen Variante ist der Name einfach zu sperrig. Zumindest um ihn zu grölen.
Bääännedetto!!!

Ich wäre jetzt so gerne auch in Köln, muss aber leider hier im trotz Klimaanlage viel zu warmen Büro arbeiten.
@Benedikt: Am Wochenende aber bin ich da.
@alle Bloger: Ihr macht nee gute Arbeit. So kann ich auch vom Büro aus etwas mitbekommen vom WJT.
Martin Blaschke am 18.08.05 15:50
Die Trackbacks funktionieren nicht!
Schade, dann verweise ich hier mal auf meinen Eintrag zu Euren sehr guten Blog: http://meiers.blogg.de/eintrag.php?id=167
Mainbube am 18.08.05 21:32
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Zum SeitenanfangAls erstes hab ich die lieben Kollegen aus Versehen ins Boxhorn gejagt. Alles fieberte dem Moment entgegen, in dem Papst Benedikt in die Gereonstraße einbiegen würde. Und als ich dann als erster die Blaulichter der Motorradeskorte sah, hab ich halt "Er kommt" gerufen. War ja nur nett gemeint. Alle springen auf und bringen hektisch ihre Objektive in Anschlag. War dann aber nicht "er", sondern nur die Vorhut.

Dann, zwei Minuten später ist er tatsächlich da. Und ein paar Sekunden später auch schon wieder weg. Die Pilger hinter den Barrieren und in den Fenstern hatten gar keine Zeit, damit sich ihr Jubel richtig entfalten konnte. Aber ich hab ihn winken gesehen. Wenn er das auf jeder Fahrt durch Köln macht, sobald Menschen am Straßenrand stehen, hat der Heilige Vater am Ende ordentlich Muskelkater.

Zum SeitenanfangIch kann mich ja täuschen, aber meines Wissens steht ihr falsch. Ich habe zur Vorsicht auch noch einige Polizisten gefragt, aber die sind meiner Meinung. Der Papst wird zur Mittagspause NICHT in den Dom fahren. Da käme er ja auch sowieso nicht mehr hin, denn da sind ja zigtausende von Euch. An der Gereonstraße hingegen, in Steinwurfweite zum Erzbischöflichen Haus, ist total tote Hose, zumindest im Vergleich
zum göttlichen Chaos , was vor dem Dom tobt.

Und wenn die den dicken Panzerwagen rechtzeitig wegschieben, liegt Papst Bendedikt wenige Meter weiter bald im Erzbischöflichen Haus zum Mittagsschlaf im Bett.

Dann mal guten Schlaf, lieber Papst! ;)
Magnus am 18.08.05 13:11
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Zum SeitenanfangDoch, ich habe es genau gehört: "Machen Sie die Fahrbahn frei!", lautete die Anweisung über Megafon. Ich muss unwillkürlich grinsen. Auch Benedikt lächelt. Vom Megaposter im Hintergrund.

Zum SeitenanfangBesser zu früh als zu spät, scheinen die Polizisten am Ebertplatz, einem Hauptverkehrsknotenpunkt in Köln, zu denken. Lange, bevor der Papst überhaupt deutschen Boden unter den Füßen hat, treiben sie Kölns Autofahrer in den Wahnsinn. Sie sperren die Fahrbahnen komplett, die der Papst in eineinhalb Stunden kreuzen wird. Binnen kurzer Zeit geht auf dem Kölner Ring nichts mehr.

Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs, Männer, denen der Terminstress kräftig Farbe ins Gesicht bringt. "Wir haben keinen Kontakt zum Flughafen, da bleibt mir nichts anderes übrig", entschuldigt sich der Einsatzleiter. Zum Glück besinnt er sich wenig später eines besseren.
Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs
Männer kräftig Farbe ins Gesicht
Sorry liebes WDR-Team - aber was ist IHR Reporter, Herr Domke denn nur für ein Macho?????
Pia Hofmann am 18.08.05 12:44
Hallo Frau Hofmann,
was für ein Macho ich bin? Wenn überhaupt nur ein Kleiner. Und wenn, dann äußert sich das woanders als in meinen WJT-Blog-Texten.
Lieben Gruß,
Stefan Domke
Stefan Domke am 18.08.05 15:24
Hallo Herr Domke,
bitte vergleichen Sie mal Ihre Wortwahl!!!
Bei - für beide Geschlechter gleicher Situation - beschreiben Sie die Frauen als "am Rande des Nervenzusammenbruchs", während Sie bei den Männern lediglich ein wenig mehr Farbe im Gesicht erkennen wollen!
Wenn diese Beschreibung nicht von einem (großen) Macho stammt, dann sollte ein geschulter und guter Reporter sich besser ausdrücken können!
Grüße
Pia Hofmann
Pia Hofmann am 18.08.05 17:00
Oh Mann, oder besser oh Frau, was kann man bloß für Probleme haben.
Mike am 18.08.05 17:13
@ frau hofmann
schon mal was von dem film "frauen am rande des nervenzusammenbruchs" gehört? ich glaube, es geht hier nicht um die wortwahl eines machos, sondern einfach um wortspiele und cineastische zitate. ball flach, mir scheint der mann ganz harmlos zu sein. da schreiben hier in den kommentaren andere männer viel härtere und wirklich unterträgliche sachen.
wuerstchen am 18.08.05 18:19
Hallo Wuerstchen (niedliche Selbst-Titulierung),
wenn mir der Reporter Ihre Erklärung geliefert hätte, o.k. - hätte ich dann akzeptiert.
Aber nein, Herr Domke gibt ja zu, dass er privat ein Macho ist!
Zwar bildet er sich ein, dies im beruflichen Umfeld verheimlichen zu können, aber Sie sehen ja, mit welch geringem Erfolg ihm das gelingt...
Genau das war doch überhaupt erst der Anlaß für meine Zeilen!
Somit habe ich doch voll in's Schwarze getroffen!
Aber nun Schluß - ich habe in der Tat auch noch besseres zu tun! Aus gleichem Grund habe ich auch nicht viele andere Kommentare gelesen - dank Ihrer Warnung schenke ich mir das dann auch.
Versöhnliche Grüße
Pia Hofmann
Pia Hofmann am 19.08.05 12:03
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Zum SeitenanfangEs gibt scheinbar kaum vergessliche oder zerstreute Menschen auf dem WJT.
Außer mir. Jedenfalls den verlorengegangenen Gegenständen nach zu urteilen, die beim "Lost and Found"-Schalter in der Kölner Messe hängen. Ganze 15 Regenjacken? Bei 400.000 Pilgern? Zwei Hände voll verlorene Rucksäcke, wo doch jeder einen bekommen hat?

Ich befürchte allerdings, mein gedanklicher Ansatz ist falsch: Denn dass hier so wenig hängt, bedeutet ja lediglich, dass extrem wenig abgegeben wurde. Der WJT ein Sündenpfuhl?
Handys sind jedenfalls schon mal gar nicht vorhanden. "Aber das muss nichts heißen", sagt mir ein Volunteer, die zuständige Kollegin habe seit 18 Uhr Feierabend und die Wertgegenstände würden dann weggeschlossen.
Wenn der Papst wieder weg ist, werde ich noch mal nachhaken. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Zum SeitenanfangSie suchen nach "unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen". Und irgendein Beamter ist so lange über diesen sperrigen Namen gestolpert, das es nun sogar eine offizielle Abkürzung dafür gibt: USBV. Das sind z.B. selbsthergestellte Sprengsätze, die eine Explosion herbeiführen können, wie mir Norbert Knappe erklärt, Polizeipressesprecher in Köln. Derzeit fischen 15 Berufstaucher für Papst Benedikt im Trüben.

Genauer gesagt im Niehler Hafenbecken. Wo sonst olle Kähne dümpeln, liegt nun die MS Rheinenergie, ein hochmoderner Katamaran, auf dem in weniger als 24 Stunden der Papst flussabwärts schippern wird.

Das ganze Gelände ist inzwischen hermetisch abgeriegelt, "Hier herrscht bis morgen Sicherheitsstufe eins", erklärt mir ein Kollege. Und die Taucher? Machen "Platsch" und versuchen dann, zumindest die eigene Hand vor Augen im Wasser des Hafenbeckens zu erkennen. Die Kontrolle des Rumpfes, genauer gesagt der zwei Rümpfe, wird sich schwierig gestalten: "Sie können eigentlich nur tasten, ob am Rumpf alles in Ordnung ist", sagt Norbert Knappe, "die Sicht ist hier gleich null".

Aha, jetzt weiß ich, wo sie war. Sonst fährt die nämlich immer abends um halb sechs bei uns vorbei, aber gestern blieb sie weg, ersetzt durch eine kleinere Schwester aus der KD-Linie. Da stand ich also mit meiner Kamera, einen Tag zu spät, um "dem Papst sein Schiff" zu knipsen...
Yooee am 18.08.05 08:13
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Zum SeitenanfangKardinal Meisner trauert. Fernsehgerecht langsam trägt sich der Kölner Erzbischof in das Kondolenzbuch für Frère Roger ein. Immer wieder und wieder klicken die Fotoapparate, flammen die Blitzlichter auf.

Während sich die Fotografen pietätslos um die besten Plätze balgen, füllt sich wenige Meter weiter das Kirchenschiff von St. Agnes von Minute zu Minute immer mehr.
Helfer bitten auf großen Schildern um Silence, Silenzio und Ruhe, und die Jugendlichen aus aller Welt halten sich daran. Viele verharren im Gebet oder stimmen in die Melodien der Musikgruppe ein, die mir eine Gänsehaut über den Rücken laufen lassen.

Ein kurzer musikalischer Eindruck
Hinter einer Säule halten sich zwei junge Mädchen weinend aneinander fest. Und auch, wenn es nach Kollegenschelte klingt: Was sich einige Fotografen in der Kirche erlauben, ist gelinde gesagt geschmacklos.

wieso wird das hingestellt, als gehe es Meisner nur um die Medien? Tsss
Magnus am 17.08.05 15:20
das ist bestimmt nicht so gemeint gewesen. Die Schelte geht bewusst im Hinblcik auf die Medien !
tobias am 17.08.05 15:39
ich glaube auch, das war eher kritik an den kollegen.
wer sich in eine kondolenzliste eintragen moechte, kann dies auf
http://www.weisse-rose.info/modules.php?name=News&file=article&sid=284
Stefan am 17.08.05 16:03
meine güte - ich glaube, ich muss die 300m heute Abend doch mal überwinden, und mein Arbeitszimmer gegen die Athmosphäre der Agneskirche tauschen.
Danke für den Tonmitschnitt!
skippy am 17.08.05 16:14
endlich wird auch mal angedeutet, wie penetrant und pietätslos manche journalisten teilweise sein können...
ey-drien am 17.08.05 20:02
Das mit der Pietätlosigkeit der Journalisten habe ich vorhin leider selbst miterlebt; ein RTL-Kameramann filmte kaum einen Meter entfernt ins Kondolenzbuch und Gesichter der Schreibenden. Geschmacklos.
Taizé am 17.08.05 21:02
Habt ihr vielleicht eine qualitativ bessere Aufnahme? Und darf ich die hier veröffentlichte frei verwenden? Und eventuell eine bessere?
Tom Götze am 18.08.05 00:26
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Zum SeitenanfangIch hab ihn selbst gesehen. Dünn ist er geworden. Muss der Stress sein.

"Wir bringen den Papst zu den Menschen" erklärt mir Georg, der einen Papppapst in Händen hält. Gemeinsam mit Bine startet der Künstler hier sein Kunstprojekt. "Wir fotografieren Katholiken, Atheisten, wer auch immer will, zusammen mit Benedikt XVI." Am Ende soll daraus eine Collage entstehen. Und wer mag, kann sich direkt vor Ort eine Postkarte ausdrucken lassen.

popstar PapsT
Tobias am 17.08.05 13:50
ui das wetter ist jetzt aber bombig in Köln (laut dem Himmel zu urteilen schon. Naja schliesslich kommt mogren Benedikt
Tobias am 17.08.05 13:52
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Zum SeitenanfangEhrliche Finder kommen in den Himmel. Während des Weltjugendtags verlorengegangene Gegenstände kommen in den Kristallsaal auf dem Kölner Messegelände. Sagt mir ein freundlicher Mitarbeiter in der Hotline des WJT. Und was erstaunlich ist: Wo ich noch vor zwei Tagen in der Warteschleife zu vergammeln drohte, dauert es jetzt nur Sekunden, bis mich eine freundliche Stimme am anderen Ende begrüßt. Und es ist kein Zufallstreffer, ich hab es mehrmals ausprobiert.
Mal reinhören? Die Weltjugendtagshotline
Ich werde später im Kristallsaal gucken, wer
außer mir noch so alles unachtsam war. Und vielleicht gibt es ja ein Wiedersehen.
Ist Gott dort auch abgegeben worden?
spezialist am 17.08.05 13:35
dann wünsche ich Dir viel Glück für Dein Handy... Sonst versuche es doch einfahc auch beim normalen Fundbüro der Stadt Köln !
Tobias am 17.08.05 13:49
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Zum SeitenanfangEtwas abseits der Agneskirche steht ein junges französisches Mädchen mit ihrem Handy am Ohr und weint. Nur wer schon weiß, dass vor wenigen Stunden der Taizé-Gründer Frère Roger in Frankreich ermordet wurde, erkennt den Zusammenhang. Denn hier, in und um das Gotteshaus in der Kölner Innenstadt herum, haben die Brüder der Glaubensgemeinschaft Taizé während des WJT ihr Quartier bezogen.

Noch sind wir Journalisten vor der Kirche stärker vertreten als die Trauernden selbst. Doch das, da bin ich mir sicher, wird sich schon am Morgen ändern, wenn sich die Nachricht wie ein Lauffeuer in den Übernachtungsquartieren verbreitet hat.
"Sie haben es uns beim Abendgebet erzählt", berichtet mir ein junger Mann, der mit Freunden an der Abendandacht in der Kirche teilgenommen hatte, die jetzt für Außenstehende abgeriegelt ist. Er war selbst bereits sechs Mal bei der ökumenischen Glaubensgemeinschaft im französischen Burgund und ist erschüttert.
"Ich glaube nicht, dass es sich krass auf den Weltjugendtag auswirken wird, denn die meisten hier kennen Frère Roger ja gar nicht", meint hingegen eine andere Pilgerin.
Ich glaube, sie täuscht sich.
wie wahr wie wahr... ich glaube schon das dieses den Weltjugendtag prägt. Warten wir es ab !
tobias am 17.08.05 09:58
es wird den WJT prägen, ganz klar! Vielleicht nehmen sich nun einige Hetzer zurück, die ein Klima des Hasses ermöglich(t)en, in dem solche Taten überhaupt erst möglich werden. Toleranz gegenüber Christen müssen aber einige scheinbar erst noch lernen. In tiefer Trauer um Bruder Roger, den ich selber bei einer Teilnahme am Taizé-Jugendtreffen kurz kennen- (und sofort schätzen-)lernte! Wer sich in ein (virtuelles) Kondolenzbuch eintragen möchte, kann das hier tun:
www.weisse-rose.info/modules.php?name=News&file=article&sid=284
Magnus am 17.08.05 10:08
Nach meinem Eindruck heute in Köln prägt es den WJT gar nicht.
Ralf Bettker am 17.08.05 18:47
Das Böse hat wieder einmal zugeschlagen.
Die Herzensgüte und die Versöhnung in Gestalt von Frere Roger wurde gemordet. Aber sie lebt weiter in den Menschen, die Gott von Herzen suchen! Christus wird am Ende siegen!
Claus am 19.08.05 13:01
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Zum SeitenanfangJetzt ist der Akku alle. Oder es hat jemand ausgemacht. Jedesfalls höre ich kein Klingel-, also kein Lebenszeichen mehr von
MEINEM Handy. Hat es dieser Bischof hier vielleicht gefunden?

Würde ja zu gerne wissen, was und wem er da gerade simst. Vielleicht: "Super Stimmung beim Eröffnungsgottesdienst, besser als im Karneval. Aber der Typ mit dem Heiligenschein neben mir nervt."? Nach Ende des Gottesdienstes kam mir dann noch eine Erleuchtung. Ging aber nicht nur mir so. Selbst gestandene Mönche rissen ihre Fotohandys in die Höhe.

Aber trotz der ganzen Spiritualität, die heute das Stadion in Köln umwehte: Es war dann doch nur Bundespräsident Horst Köhler, der bei seinem Abflug mit dem Hubschrauber in der Abendsonne viel Staub aufwirbelte.
"Simsen" als Verb geht ja mal gar nicht. Wenn die Katholen sonst immer so konservativ sind, warum dann immer am falschen Ende?
Magellan am 19.08.05 15:05
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Zum SeitenanfangDas ist wohl nicht mein Tag. Erst das
Auto am Haken und jetzt meines mobilen Kommunikationsgeräts beraubt. Naja, beraubt stimmt nicht ganz. Verloren hab ich es, auf Block Nord 11. Umgeben von lauter singenden Gläubigen.
Hörprobe aus dem Kölner Stadion
Während das ganze Stadion mit der feierlichen Kommunion beschäftigt war, hackte ich einen meiner Texte in die Tasten. (Das macht man nicht? Aber ich hatte doch nichts anderes zu tun als Protestant während des katholischen Abendmahls...)
Zurück zum Handy. Irgendjemand muss es ja gefunden haben, nachdem es mir aus dem Rucksack gefallen ist. Wahrscheinlich versucht diese Person, dieser EHRLICHE Finder, schon seit Stunden, mich zu erreichen. Geh doch einfach mal an MEIN Handy, wenn ich anrufe, dann können wir doch über alles weitere reden.
Habe übrigens noch nie so oft meine eigene Anrufbeantworteransage hintereinander angehört.
Sollte ich dem Finder eine Nachricht hinterlassen?
Man mag mich Schwarzmaler nennen, aber trotz meines Glaubens an das Gute im Menschen, gerade und erst Recht auf dem Weltjugendtag: Ich hab meine Sim-Karte mittlerweile sperren lassen.
Die Zeit ist mein Gegner, bald wird der Akku alle sein. Werde morgen mal die Fundbüros abklappern.
man, akzeptiere doch, dass Dein Handy "GEKLAUT" ist und Du es "NIE WIEDER" sehen wirst! Hin oder her, es sind normale Typen auf dem WJT und die werden Dein Handy NIE zurückgeben - wenn doch, dann bin ich und DU so glücklich und ich glaube an das Gute - hmm - warum war ich damals soooo blöd, als ich ein schönes Symbian Handy gefunden habe ?
nitrat am 16.08.05 23:05
Lieber Stefan,
ein kleiner kollegialer Rat für den Protestanten: Der heilige Antonius hilft bei verlorenen Gegenständen.
Sabine
Sabine Tenta am 17.08.05 10:42
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Zum SeitenanfangEin Großteil der Besucher im Kölner Stadion hat auf das anschließende Fest wohl keine Lust mehr und will die Stadt lieber auf eigene Faust erkunden. Kein Wunder, marschiert doch gleich zu Beginn die Kölner Prinzengarde als Botschafter deutscher Musikkultur ins Stadion ein. Nur leider hat die massenhafte Abwanderung einen Totalzusammenbruch des Öffentlichen Nahverkehrs zur Folge.

Hatte ich auf dem Weg zum Eröffnungsgottesdienst "Katholische Sardinen" getitelt? Die Situation von vorhin wünsche ich mir jetzt sehnlichst zurück.
Auf der Aachener Straße stehen an die 20 Straßenbahnen hintereinander. Über eine halbe Stunde sind wir eingepfercht und bewegen uns keinen Meter.
Erst dann tröpfelt die erste Info. Vor uns habe es einen Zwischenfall gegeben, man warte auf den Rettungswagen.
Ich bin ja nicht ängstlich, aber sofort schießt mir London und die verzögernde Informationspolitik durch den Kopf. Bevor die Stimmung kippt, öffnet die Fahrerin "entgegen meiner Dienstanweisung" die Türen auf offener Strecke. Dürfte ich es, würde ich der Frau auf der Stelle die Absolution erteilen.

Zum SeitenanfangHat es schon jemals jemand gewagt, ein Staatsoberhaupt auf so sympathische Weise am Weiterreden zu hindern?
Niemanden interessiert mehr, dass dort vor ihnen auf der großen Bühne gerade der deutsche Bundespräsident zum Abschluss des Eröffnungsgottesdienstes zu sprechen begonnen hat.

Tausende junger Menschen aus aller Welt springen ein ums andere Mal auf, wenn der Scheitelpunkt der La Ola-Welle an ihrer Stelle im Stadionrund angekommen ist.
Horst Köhler ist sprachlos, minutenlang.
Erst der Gottesdienstband gelingt es, dem Bundespräsidenten wieder Gehör zu verschaffen. Sie stimmen den Weltjugendtags-Hit "Jesus Christ, You are my live" an, und alle klatschen rhythmisch mit. Die Welle verebbt.
ich habe die Stimmung im fernsehen verfolgt... ich war sprachlos.. was für eine Stimmung . göttlich
tobias am 16.08.05 21:44
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Ich bin zwar ein notorisch unpünktlicher Mensch. Aber fast 90 Minuten zu spät zu einem Gottesdienst erscheinen - das ist selbst mir bisher noch nicht passiert. Immerhin, mir geht es nicht alleine so. Während das Tempo der U-Bahn-Linie 1 zum Blumen pflücken einlädt, überholen uns in einem fort wahre Pilgerströme zu Fuß.
Aber immerhin, für die Weltjugendtags-Besucher gibt es heute eine völlig neue Erfahrung: Sie können in der SONNE wandern.

Als ich - dank meiner Akkreditierung - doch noch Zugang zum völlig überfüllten Stadion finde, ist der große Teil der Heiligen Messe bereits vorüber. Hinter mir an den Absperrungen müssen Tausende zurückbleiben. Sie verfolgen den Gottesdienst auf einer Leinwand vorm Stadion, liegen in der Sonne oder - sie spielen Fußball.
Zum SeitenanfangIch fahr' zum Stadion mit dem ÖPNV. Leichter gesagt, als getan. Erst kommt am Ebertplatz fast eine halbe Stunde gar keine Bahn. "Wir sind aus dem Takt", erklärt mir ein Herr der KVB. Ach so.
Dann, am Rudolfplatz, fahren die Bahnen aus Richtung Dom zum Stadion. Aber sie fahren ohne zu halten. Einfach durch. Ehrlich gesagt find ich das nach einem Blick ins Innere auch gut so. Aber zumindest wird im Inneren noch gelächelt.

Zum SeitenanfangSo, habe knapp hundert Euro gegen mein Auto getauscht. Und wer
die Vorgeschichte nicht kennt, könnte meinen, ein guter Deal.
Damit mir sowas nicht nochmal passiert, habe ich in einem italienischen Supermarkt auf dem Rückweg eine Kerze erstanden. Die zünde ich jetzt an. Johannes Paul II. und Benedikt XVI. gab's allerdings nicht. Aber Johannes XXIII. ist mir irgendwie auch lieber.

Jetzt schnell aufs Fahrrad geschwungen und dann mit dem ÖPNV zum Kölner Stadion. Und damit mir sowas in Zukunft nicht nochmal widerfährt, zünde ich eine Kerze an.
Zum SeitenanfangEigentlich wollte ich mich heute nachmittag mit Devotionalien zum Papstbesuch eindecken. Man hört, es gebe sogar Papst-Lutscher. Doch stattdessen pilgere ich jetzt erstmal, denn ich habe provoziert. Mit meinem Auto. Angeblich eine "enge Straßenstelle", wie mir die nette Dame vom Kölner Ordnungsamtes am Telefon mitteilt. Man habe es abschleppen lassen.
Sollte ich gestern Nacht nach
meinen christlich motivierten Taxifahrten mit übermüdeten Augen nicht mehr genau hingeguckt haben?
Jetzt jedenfalls pilgere ich nach Ossendorf, denn da soll mein Auto stehen. Und bin hoffentlich bis zum Eröffnungsgottesdienst im Kölner Stadion wieder motorisiert.
Oh no! Die Welt ist aber wirklich ungerecht. Da könnte das Ordnungsamt ja mal ein Auge zudrücken. Kannst ja auf die bisher verfassten Berichte hier verweisen. Viel Glück!!!
Klaus Meyer am 16.08.05 14:31
Warum können "pilgernde" Reporter nicht wie andere Normalsterbliche Bus und Bahn benutzen?
Gibt's da nicht sogar eine Linie mit WLAN? :-/ - Aber ich glaube, die Fährt Richtung Siegburg, also falsche Richtung ...
Kann man beim Ordnungsamt bzw. deren Autoverwahr-Dienstleister eigentlich auch mit Kreditkarte bezahlen? >:-|
Schadenfroher Gruß, T.N.
Thomas Nolte am 16.08.05 15:29
Zum Anfang dieses Eintrags
Zum SeitenanfangDer erste Anruf
auf der Suche nach dem Domaininhaber von www.wjt.de führte ins Leere, bzw. hier hin:
Auf der Suche nach dem wjt.de-Besitzer
Doch bei der zweiten Nummer hab ich mehr Erfolg. Ein Henrik meldet sich. "Ja, das ist meine Domain."
"Und wo linken Sie hin?" frage ich vorsichtig.

"Seit einigen Tagen auf die Aktion 'Religionsfreie Zone', vorher auf die Weltjugendtagshomepage", kommt in aller Seelnruhe die Antwort.
Henrik klärt mich auf: Bereits 1999 hat sich der 22-Jährige die Web-Adresse mit den drei Buchstaben reservieren lassen. Eigentlich sei damit ein völlig anderes Projekt geplant gewesen, dafür hätten die Buchstaben w, j, und t stehen solle. Doch wie so vieles im Bereich Internetbusiness habe es sich zerschlagen, die Domain habe er aber dennoch behalten.
Nachdem Henrik lange Zeit auf die offizielle Seite des WJT gelinkt hatte, sei er vor kurzem auf die "Religionsfreie Zone" aufmerksam geworden. "Und jetzt sind die halt mal dran, denn auch Gegenaktivitäten müssen in einer Demokratie Öffentlichkeit bekommen", findet der Angestellte.
Also kein Hacker und auch kein Ketzer. Henrik zahlt sogar "ordentlich Kirchensteuer". Wenn auch in einen anderen Topf, denn der Duisburger ist evangelisch.
Henriks Domain
Die offizielle Homepage des Weltjugendtags 2005
Die Website des Aktionsbündnisses "Religionsfreie Zone"
Tja, das nennt man wohl arglistige Täuschung und Irreführung. Zum Glück gibt es ja junge Leute, die zu dem Heidenha..
[[[ Hier hat die Redaktion die Schreibweise eines Wortes geändert. Hinweis an Magnus Becker: Neue Einträge, in denen mittels der Schreibweise ein Zusammenhang zwischen Nazis und WJT-Kritikern hergestellt wird, werden wir löschen. Solche Einträge widersprechen unseren Blogregeln. (wdr.de) ]]]
nicht schweigen:
http://www.weisse-rose.info/modules.php?name=News&file=article&sid=280
Protest gegen Verhöhnung junger Weltjugendtags-Gäste durch aggressive Atheisten!
Magnus am 16.08.05 14:36
Typisch WDR, typisch Deutsch! Erstmal alle Anti-WJT- und Antireligionswebseiten bringen (Die Website des Aktionsbündnisses "Religionsfreie Zone"). Einfach freuen geht nicht, erst alles kritisch untersuchen, alle Seiten zu Wort kommen lassen, bis am Ende alles zerredet ist und wir depressiv mit nach unten gerichteten Mundwinkeln nach Hause schlurfen. Geht mal in andere Länder und lernt Begeisterung! Oder laßt Euch von Leuten aus diesen Ländern anstecken!
Richy am 16.08.05 15:44
@Richy
dito.
Bitte mal bei mir melden:
info@magnusbecker.de !
Auf www.weisse-rose.info sammeln wir kritische Stimmen gegen die WJT-"Kritiker"!
Magnus am 16.08.05 15:45
Hier einige LINKS mit Hintergrundinformationen zur obigen "Weissen Rose":
http://www.taz.de/pt/2001/06/08/a0178.nf/text.name,askBmUqDo.n,0
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/9/9338/1.html
http://www.blogbar.de/archiv/2005/02/25/fakeblogs-fur-antifa/
Nemesis am 17.08.05 10:00
Hier gibt es weitere Hintergrundinformationen zur "Weissen Rose":
http://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?p=329518#329518
Nemesis am 18.08.05 10:34
@"Nemesis"
haste nicht mal die Chuzpe, zu schreiben, wer du überhaupt bist?
Und auch hier die Bitte an die Redaktion (zumal es sich um einen Anonymen handelt), die beiden Posts zu entfernen!
[Gekuerzt von wdr.de]
Magnus am 18.08.05 13:07
Mir kommen die Tränen. Der arme Henrik... wie kann man ihm bloss helfen. Ein schöne Rührstory.
Josef am 19.08.05 16:31
Zum Anfang dieses Eintrags
Zum SeitenanfangSeit Wochen führte mich ein Klick auf die Internetadresse www.wjt.de nach einem kurzen Hinweis "Gleich geht's weiter" auf die Homepage des Weltjugendtags.
Die Umleitung ist zwar geblieben. Doch seit kurzem lande ich woanders.

Ist der Besitzer von www.wjt.de zwischenzeitlich aus der Kirche ausgetreten? Zu
uns Lutheranern konvertiert? Oder wurde die Homepage gehackt und unbemerkt auf die WJT-Gegenaktion umgeleitet? Werde mal versuchen, mich schlau zu machen...
www.wjt.de ist auch nicht die offizelle Internetadresse. Die echte URL lautet http://www.wjt2005.de
Manfred O. am 16.08.05 13:12
Stefan, wenn Du wissen willst, wem die - eben nicht offizielle, sondern private! - Website gehört:
www.denic.de --> Whois macht schlau! :-)
Noch viel Vergnügen beim WJT-Surfen :-)
Thomas Nolte
Thomas Nolte am 16.08.05 14:10
Hallo Thomas,
danke für den Tipp, das habe ich ja bereits getan. Das Ergebnis findest Du weiter oben:
http://www.weltjugendtagblog.de/archives/2005/08/bless_you.html
Gruß,
Stefan
Stefan am 16.08.05 14:25
ups hoppalla, gleich doppelte Werbung für die sogenannte religionsfreie Zone? Damit es auch ja keiner übersieht? ;(
Tja, das mit wjt nennt man wohl arglistige Täuschung und Irreführung. Zum Glück gibt es ja junge Leute, die zu dem Heidenha..
[[[ Hier hat die Redaktion die Schreibweise eines Wortes geändert. Hinweis an Magnus Becker: Neue Einträge, in denen mittels der Schreibweise ein Zusammenhang zwischen Nazis und WJT-Kritikern hergestellt wird, werden wir löschen. Solche Einträge widersprechen unseren Blogregeln. (wdr.de) ]]]
nicht schweigen:
weisse-rose.info/modules.php?name=News&file=article&sid=280
Protest gegen Verhöhnung junger Weltjugendtags-Gäste durch aggressive Atheisten!
Magnus am 16.08.05 14:43
Herr Becker müssen jetzt schon den WJT für ihre Blogspammereien mißbrauen?
Ein paar Hintergründe:
http://www.medienrauschen.de/archiv/2005/07/16/blogspam-uber-bande/
http://www.taz.de/pt/2001/06/08/a0178.nf/text.name,askBmUqDo.n,0
ScottyTM am 16.08.05 15:16
@"ScottyTM" (und, zu feige, den Klarnamen zu nennen? In Sorge, wieder vor dem Kadi zu landen?)
1. Ich spamme nicht.
2. Sie und Ihresgleichen missbrauchen den WJT, um für Ihren atheistischen (teilweise kriminell satanistischen) Dummfug massiv die Werbetrommel zu rühren.
3. Medienrauschen ist doch längst widerlegt (wer übrigens Näheres zum Autor des Giftes, das dort versprüht wurde, nämlich zu einem gewissen Herrn J.-O.Schäfers wissen will, wendet sich bitte an info@magnusbecker.de) und fußt lediglich auf dem taz-Geschmier, das ...
4. ...uralt (2001!) ist und ebenso längst widerlegt. Informationen über die (einigen okkulten Zirkeln zuzuordnenden Urhebern der ständigen Verbreitung besagten Artikels) auch bei bzw. bitte an obige E-Mail-Addi. Danke. :)
P. S. bitte an die Blogredaktion, URLs zu löschen, wenn sie von anonymen Verleumdern gepostet werden!
Magnus am 16.08.05 15:40
Würde mich freuen zu erfahren was dahintersteckt!
Nicht das es mich stört auf die Seite gelinkt zu werden, die einen Heidenspaß verspricht ;-), dennoch war ich ein wenig verwundert!
Jan am 17.08.05 08:29
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Zum SeitenanfangSie haben es geschafft. Um kurz nach Mitternacht halten Jo und Alex aus Pennsylvania alle notwendigen Dinge in der Hand. Glauben bzw. hoffen sie zumindest. Denn zum Nachprüfen sind sie zu müde. Vier Stunden haben sie in der Schlange
vorm Registrierungscenter gewartet und sind damit noch gut bedient. Andere, so erzählen sie, hätten es auf mehr als sechs Stunden Wartezeit gebracht.

Halb dösend sitzen sie nun wieder in meinem Wagen, die Lust zu reden ist erloschen. Ein letztes Mal spiele ich Taxi an diesem Tag. Alex lässt sich noch kurz erklären, wo man in Godorf gut schwedisch frühstücken kann. "Fruhstuckn" wiederholt er leise, dann schweigt auch er.
"Bless you" murmelt Jo zwanzig Minuten später erschöpft und schüttelt mir die Hand, als wir uns vor der Godorfer Schule verabschieden. So ähnlich hat ja
am Nachmittag auch alles angefangen.
Zum SeitenanfangWo bleiben die denn? Sollten die Gerüchte von einer dreistündigen Wartezeit bei der Pilgerregistrierung wahr sein? Ich werd mal nach
"meinen" Pilgern Jo und Alex gucken gehen. Was mich vor Halle zehn erwartet, ist unerfreulich.

Hunderte von Menschen stehen und warten dort seit Stunden, um sich und ihre Gruppen registrieren zu lassen. Und weil in der rund 200 Meter langen Schlange nur Gruppenleiter stehen dürfen, bedeutet dies: Hier warten zigtausende von Pilgern auf ihre Registrierung.
Nicht nur, dass wir Deutschen derzeit aller Welt ihre Vorurteile über deutsches Wetter bestätigen. Nun glaubt uns auch keiner mehr, dass wir die Weltmeister im Organisieren sind.

Beim WJT in Paris, erzählt mir ein wartender Gruppenleiter, hat dieselbe Prozedur zehn Minuten gedauert. Doch wo sind Jo und Alex? Als ich die Schlange bereits zum zweiten Mal ablaufe, entdecke ich die beiden hinter Regenschirmen verborgen. Ihre Laune ist erstaunlich gut, und zum Zeitvertreib frage ich das vorhandene deutsche Grundvokabular ab.

Wo Jo's deutscher Wortschatz noch Lücken hat
An den Dauernieselregen haben sie sich mittlerweile gewöhnt. Vor allem aber haben sie nach den Stunden des Hin und Hers endlich ihr Ziel vor Augen.
Weiterhelfen kann ich ihnen im Augenblick nicht mehr, also verabschieden wir uns. "Auf Wiederhosen", ruft Jo mir hinter her. Wenn die beiden nach geschätzten drei Stunden Fahrausweise, Essensmarken und Pilgerausweise für ihre Gruppe in der Tasche haben werden, so ist verabredet, wird Jo mich anrufen.
Ein letztes Mal für heute wird es dann heißen: Gutes tun.
Zum SeitenanfangBevor ich meine
Weltjugendtagsbekannten Jo und Alex aus Pennsylvania wieder zur langen Schlange vor dem Registrierungscenter in der Kölner Messe zurückbringe, machen wir noch einen spontanen Abstecher in eine Köln-Godorfer Schule. Dort, so erklärt mir Jo, hat sich inzwischen ein Teil seiner Gruppe in der Turnhalle eingenistet.

Eine deutsche Helferin vor Ort sagt, einigen Mädchen aus der Gruppe sei es auf dem
offenen Parkdeck bei Ikea zu zugig und kalt gewesen. Jo wirkt genervt und meint, die Mädels seien einfach ein bisschen zu ängstlich. Und wenn das so weitergehen würde mit dem ganzen Chaos, würde er spätestens morgen einen Herzinfarkt bekommen. Ich glaube ihn nach drei Stunden zumindest so gut zu kennen, dass ich seine Worte entspannt als Übertreibung interpretiere.

Der Vater von Alex, der als einziges deutsches Wort "Fumpffumpfzck" sagen kann (Fünfundfünfzig) und daran selbst am meisten Freude hat, ärgert sich, dass er vorhin nicht mitgefahren ist: "I like german beer".
Auf dem Weg zurück zur Messe erfahre ich viel Neues über die Hohenzollern, das Hofbräuhaus, die Kriegsschäden am Kölner Dom und das mögliche Verhältnis von Amerika und Deutschland im Jahr 2055. Auch von der Bauweise deutscher Häuser ist Jo sehr angetan ("die halten Jahrhunderte").
Auf dem Messegelände vor Halle zehn ist dann immer noch der Teufel los, aber zumindest die deutsche Straßenverkehrsordnung wird von den Messeordnern inmitten des Chaos weiterhin rigoros durchgesetzt.
Alex und Jo verschwinden. Ich werde warten. Die finden ja sonst nie zurück nach Godorf.
Zum SeitenanfangAuto fahren, während ich in meinem Pidgin-Englisch über George W. Bush, Ludwig van Beethoven und deutsches Bier kommuniziere, UND Bloggen funktioniert irgendwie nicht richtig. Daher nun schnell nur ein kleiner Zwischenstand meiner "Gutes-tun-Tour", während Alex und Jo ihre Hosenlänge dem deutschen Wetter anpassen:
An der Messe beim Registrierungscenter ist es, gelinde gesagt, etwas durcheinander. Wartezeit für die Anmeldung von Gruppen: Bis zu drei Stunden.
Jo sagt, in Toronto, beim letzten Weltjugendtag habe die Prozedur vier Minuten gedauert.
Weil ihm außerdem niemand gesagt hat, dass für die minderjährigen Teilnehmer seiner Gruppe aus Pennsylvania die Ausweise zwingend erforderlich sind, befolgen wir eine der bekanntesten Anweisungen des Monopolyspiels: Gehe zurück auf Los.
Jo friert und betont zum wiederholten Mal, dass das Wetter in Rom, wo die Gruppe zuvor war, viiiel besser gewesen sei.
Ich biete dennoch an, sie zu Ikea zurück zu bringen.
Und weil ich eben schlecht über George W. Bush geredet habe, kaufe ich den beiden an einer Tankstelle als Wiedergutmachung zwei Flaschen Kölsch.
Auf der Rückfahrt nach Köln-Godorf üben die beiden, den Umlaut "ö" korrekt auszusprechen, und können die Ankunft kaum erwarten. Denn im Auto lässt sich kein Flaschenöffner finden.

Nach dem Hosenwechsel geht es dann gleich wieder zurück zum Registrierungscenter in die Kölner Messe.
na klar zum saufen kommmen se nich zum beten ;)
ne spass viel spass
J. Schäfers am 15.08.05 19:44
"Und weil ich eben schlecht über George W. Bush geredet habe,..."
haben DIE das nicht auch? ;) Eigentlich muss doch der einen ausgegeben bekommen, der über den Antichristen Bush kein Blatt vor den Mund nimmt.
Magnus am 15.08.05 20:33
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Gerade wollte ich zurück in die Stadt fahren, da sehe ich sie. Eine Gruppe sommerlich gekleideter Pilger. In T-Shirts und Bermudashorts sitzen sie an einem Sammelpunkt für Einkaufswagen unter einem Wellblechdach und warten. Auf besseres Wetter? Sehen irgendwie verloren aus.
Hmmh, als Helfer wollte man mich nicht (gut, ich hatte mich zu spät gemeldet), Pilger zuhause bei mir schlafen lassen wollte ich nicht. Aber jetzt ist sie da: Die Chance, Gutes zu tun.
"Kann ich irgendwie helfen?" Kann ich. Die Gruppe aus Pennsylvania ist erledigt, hat bereits eine Ochsentour hinter sich. Überall erzählt ihnen jeder etwas anderes. Jetzt wissen sie zwar, dass sie bei Ikea schlafen sollen (vom Selber-Betten-Aufbauen ahnen sie noch nichts), doch die notwendige Registrierung muss in der Kölner Messe erfolgen – 16 Kilometer von hier entfernt.
"God bless you", schallt es mir entgegen, und kräftige Hände drücken mich zum Dank, als ich mich bzw. mein Auto als Taxi für Jo, den Leiter der Gruppe und einen Helfer zur Verfügung stelle.

Ich wollte auch gutes tun und habe mich, obwohl ich evangelisch bin, bereits im März als volunteer gemeldet. Jedoch konnte ich einige Erfahrungen sammeln, die mich davon überzeugt haben, dass ich scheinbar mehr lästig bin, als dass meine Hilfe willkommen wäre. Als Resultat bin ich- wie einige andere- jetzt nicht aktiv dabei. Vielleicht sollten die Organisatoren auch mal darüber nachdenken, dass es einige Berufstätige unter den Helfern gibt, die nicht standby stehen.
lunaroja am 16.08.05 10:15
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"Höher! Tiefer! Bück Dich mal!" Ohne Widerworte macht Alexandra, was ihr gesagt wird. "Ach, an diese Anweisungen habe ich mich mittlerweile gewöhnt, das geht schon seit heute morgen so."
Dabei ist die 20-Jährige eigentlich dazu da, den angemeldeten 332 Pilgern in Köln-Godorf beim Bettenaufbau zu helfen. Aus Nächstenliebe und aus Marketingzwecken hat das schwedische Möbelhaus ein Parkdeck für die kommenden Tage in einen riesigen Schlafsaal verwandelt und für jeden ein massives Holzbett nebst Matratze, Kissen und Bettbezug zur Verfügung gestellt. Wie beim Möbelhausriesen üblich, muss es allerdings noch zusammengebaut werden.
Weil aber weder die 56 Amerikaner, noch die 50 Kanadier nur ein Bruchteil der angekündigten 109 Italiener und nicht einmal die avisierten 102 deutschen Pilger angekommen sind, ist Volunteer Alexandra den wartenden Journalisten zuliebe zum Bettenaufbaumodell mutiert.

Nur am Morgen, als die bislang einzige Gruppe aus Sardinien eintraf, konnte die Studentin für kurze Zeit schrauben, stecken und drehen. Sieben Betten hat sie zusammengebaut und den "miserablen Imbus", der den Packungen beiliegt, inzwischen gegen Profiwerkzeug ausgetauscht.
Was die Doityourselfqualitäten der Pilgergruppe aus Sardinien angeht, ist sie allerdings enttäuscht: "Die haben sich ziemlich ungeschickt angestellt." Lediglich eine resolute Ordensschwester habe hervorragend alleine aufgebaut: "Aber die hat das auch nicht zum ersten Mal gemacht." Und für einige war das Bettenbauen offensichtlich zu anstrengend.

Zum Seitenanfang"Du wachst auf und stehst als erstes knöcheltief im Schlamm. Kein wirklicher guter Start in den Tag, oder?" Jana lächelt leicht gequält.
Kaum jemand in Köln leidet unter dem tagelangen Dauerregen so sehr wie sie und die rund 4.000 anderen WJT-Helfer, die in einem Zeltlager am Fühlinger See untergebracht sind.

In der Zeltstadt, acht Kilometer vom Dom entfernt, herrscht an diesem Vormittag Aufbruchstimmung. Polnische Pfadfinder verlassen das Gelände mit Sack und Pack, Minuten später beendet eine französische Jugendgruppe ihr Übernachtungsprojekt "Kölner Seeidylle". "The Place here is beautiful, but the fucking weather…". Gut, dass das der Papst nicht gehört hat.
Gut aber vor allem, dass es Alternativen gibt: "Wer nicht mehr mag, bekommt jederzeit ein Ausweichquartier angeboten", hat mir Gisela Johanns von der WJT-Helferorganisation bereits gestern Abend versichert.
Vor allem bei Helfern aus südlicheren Ländern ist die Toleranzschwelle, was das deutsche Wetter betrifft, mittlerweile überschritten. "Die Spanier sind als erstes abgehauen", erzählt mir ein Pärchen aus dem Schwarzwald. Sie selbst geben nicht auf:"Wir bleiben, ist ja ab morgen besseres Wetter angesagt." Wichtig sei nur, so verraten mir die beiden, beim Schlafen nicht mit Kopf oder Fuß an die Zeltwand zu stoßen: "Die Dinger sind nur einwandig, dann steht das Zelt sofort unter Wasser."
Währenddessen bahnen sich mit Rucksäcken bepackte Wetterflüchtlinge ihren Weg zur Bushaltestelle durch ein Pfützenmeer.

Martin hingegen ist hartgesotten: "Zuhause ist das Wasser noch kälter", meint der Bayer, der in seiner Heimat regelmäßig im Starnberger See baden geht, und bibbert nur aus Spaß ein bisschen theatralisch. "Allerdings kommt zuhause auch nicht sofort die DLRG, wenn man in die Fluten taucht." Denn während des WJT patroulliert ein Boot der Wasserretter auf dem Fühlinger See und unterbindet jeglichen Schwimmversuch außerhalb des dafür vorgesehenen Bereichs. Ordnung muss schließlich sein.
Zum SeitenanfangAm Ende sorgt Anna für Aufklärung, was den
angeblichen Maulkorberlass für freiwillige Helfer angeht. Anna arbeitet im Pressezentrum und hat selbst an der Erstellung des umfangreichen Handbuchs für Freiwillige mitgewirkt. "Was hundertprozentig nicht drin steht ist, dass Freiwillige nicht mit Journalisten reden dürfen." Auf meine Bitte holt sie dann zwei Handbuch-Exemplare hervor. Gemeinsam suchen wir blätternd und lesen quer. Weiter hinten das A-Z für Volunteers. Interessant. Was die alles beachten müssen: P wie Pause. P wie Polizei. P wie Post. P wie Presse.

Da steht's doch: "Zu offiziellen Stellungnahmen ist allein der Bereich Kommunikation und Öffentlichkeit berechtigt."
Doch Anna versucht abzuwiegeln. Damit sei doch nur gemeint, dass die Jugendlichen sich z.B. nicht zu Fragen der Finanzierung des WJT äußern sollen. Doch auch sie scheint mit dem im eher rigiden Behördendeutsch abgefassten Passus nicht ganz glücklich zu sein und greift zum Telefon.
Wenig später meldet sie Vollzug: "Wir streuen jetzt nochmal per Rundmail, dass unsere Volunteers selbstverständlich Auskunft zu Dingen geben dürfen, die sie selbst betreffen!"
Na also, einem fröhlichen "Mein Name ist Maria und ich finde den Papst..." steht nun nichts mehr im Weg.
Na hoffentlich checken alle Volunteers regelmäßig ihre E-Mails - oder lesen dieses WJT-Blog! ;-)
WJT-Blog-Süchtige am 14.08.05 19:07
@...Süchtige:
Das tun sie, wie ich bestätigen kann. ;)
Svetlana am 15.08.05 00:49
Das entscheidende Wort ist doch ganz einfach "offiziell"! Ist nichts Ungewöhnliches; Journalisten sollten das eigentlich kennen, auch wenn sie - natürlich - immer versuchen, widersprechende, verblüffende, provokative, aufsehenerregende Antworten von anderen als den offiziellen Presseleuten zu bekommen...
scipio am 15.08.05 07:45
Hallo Scipio,
Du hast natürlich Recht: Wer den Satz genau durchliest versteht, dass nur "offizielle" Stellungnahmen nicht erlaubt sind. Ich bezweifel aber, dass die jungen Helfer - teils des Deutschen oder Englischen nur bedingt mächtig, dies auch so verstehen.
Stefan am 15.08.05 10:02
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In dieser riesigen Messehalle sollen also seit einigen Tagen nicht nur Lunchpakete und Pilgerrucksäcke, nicht nur T-Shirts in Größe XXL und Quartierbeschreibungen verteilt worden sein. Hier gab es angeblich auch Maulkörbe für junge WJT-Helfer. "Don't talk to journalists" soll den jungen Helfern mit auf den Weg gegeben worden sein.
"Nein, das kann ich mir nicht vorstellen" sagt Gisela Johanns zu mir und wirkt verwundert, als ich sie auf das angebliche Redeverbot für die jungen WJT-Helfer anspreche. Und sie müsste es doch wissen, schließlich liegt die Organisation des Freiwilligen-Checkin mit in ihrer Hand. Doch schon regt sich direkt neben ihr Widerspruch. Eine junge Frau, selbst seit Tagen im freiwilligen Dauereinsatz, erzählt, bei einer Schulung vor einigen Tagen habe es tatsächlich eine entsprechende Anweisung gegeben. Gisela Johanns ist für einen kurzen Augenblick sprachlos. "Dann müssen sie dazu Herrn Kopp fragen", (Pressechef des Weltjugendtags, Anm. des Verfassers). Ich mache mich auf den Weg zur Messehalle fünf, ins WJT-Pressezentrum.

Bleib dran, Stefan!
WJT-Blog-Süchtige am 14.08.05 17:30
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Das Gespräch der drei jungen Leute klingt nach EU-Osterweiterung. Jene beiden dort drüben sehen nach ganzjährig besserem Wetter in ihrer Heimat als bei uns im Hochsommer aus. Und der hier auf der Treppe zum Hauptbahnhof? Seinen Augen nach zu urteilen könnte er ganz sicher eine hervorragende Ente süß-sauer zubereiten, oder? Mal fragen. Oh, vertan, Fettnäpfchen. Statt englisch mit chinesischem Akzent (wie auch immer das klingen würde), antwortet Tom auf deutsch mit rheinländischem Einschlag.
Eines ist ihnen allen gemeinsam: Sie gehören zur Vorhut des Weltjugendtags, sind als Volunteers, also als Freiwillige schon seit dem Wochenende in der Stadt. Thailand, Polen, Italien, USA, Hongkong, Slowenien, Litauen - die mehr als 20.000 freiwilligen Helfer kommen aus fast allen Ländern der Welt und haben doch sehr viel gemeinsam: Sie sind jung, sie haben gute Laune, sie sind fast nie allein unterwegs und vor allem: Sie tragen alle rote Regenjacken.

Aus aller Herren Länder: Babylonisches Sprachgewirr bei den WJT-Helfern
Schade nur, dass die Weltjugendtagsorganisation kein Vertrauen in die Jugend der Welt zu haben scheint: "I'm so sorry, but we are not allowed to talk to journalists" bekomme ich mehr als einmal von den Rotgewandeten zu hören.
Redeverbot für den katholischen Nachwuchs? Was könnten die Jugendlichen denn Falsches sagen? Dass sie den Gebrauch von Kondomen nicht grundsätzlich für falsch halten? Dass ihrer Meinung nach auch Frauen das Wort Gottes von der Kanzel verkünden sollten? In Halle 10 des Kölner Messegeländes, wo die Leitung der WJT-Volunteers Quartier bezogen hat, wird man mir vielleicht Antworten geben können.
Wahrscheinlich handeln die OrganisatorInnen nach dem altbekannten Bibelzitat: "Selig sind die Sprachlosen, denn die Berichterstattung kann sich nicht gegen sie wenden."
Bin sehr gespannt auf die Fortsetzung!
WJT-Blog-Süchtige am 14.08.05 16:16
Das Redeverbot ist skandalös und zeigt nur dass die Katholische Kirche ihre Weltoffenheit nur vorgaukelt!
der_protestant am 14.08.05 17:05
"Zu offiziellen Stellungnahmen ist allein der Bereich Kommunikation und Öffentlichkeit berechtigt."
Und wo sieht da wer einen Maulkorb? :-/
_Offizielle_ Stellungnahmen bedürfen eben einem gewissen Grad an Informiertheit. Das kann man doch bei jedem Freiwilligen nicht einfach voraussetzen.
Das schließt aber doch nicht aus, dass sich ein Freiwilliger _privat_ zu bestimmten Themen äußert.
Manchmal ist der altbewährte Grundsatz "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold" doch berechtigt. Ich selbst habe leider auch schon mal die Erfahrung machen müssen, dass gewisse Journalisten mir das Wort im Munde umgedreht haben. Und das holt man als Einzelner aus keiner Zeitung mehr zurück ...
NB: Gibt's eigentlich keine wesentlicheren Probleme auf der Welt? :-/
Thomas Nolte am 14.08.05 21:29
Dieser Beitrag auf der Internet-Seite einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt ist einfach nur lächerlich! Durch vermeintlich übergenaue Textanalyse soll dem Vorurteil einer Laien-Unmündigkeit in der katholischen Kirche Vorschub geleistet und somit ein Schatten auf den WJT in Köln gelegt werden. Mit kritischem Journalismus hat es nichts mehr zu tun, schlechter formulierte Passagen in 2-sprachigen Handbüchern so einseitig und dem erkennbaren Erklärungswert entgegen auszulegen.
Da kann ich nur (selten, aber in diesem Punkt bestimmt und ohne Vorbehalt) das RTL-Morgenmagazin loben, dass unbürokratisch und ohne diese Kleinkariertheit über die tätige Nächstenliebe der Freiwilligen vor Ort zu berichten weiß.
Trotzdem wünsche ich allen - auch den Journalisten - einen gesegneten WJT!
Euer Gregor
Gregor am 15.08.05 01:10
lächerlich ist, dass überhaupt so extrem viel über den wjt berichtet wird. und das noch mit einem ziemlich dummen bis albernen blog zu krönen, nur weil offensichtlich auch das öffentlich-rechtliche fernsehen das jetzt entdeckt hat, ist wirklich dämlich.
den pilgern und dem papst alles gute
patrick
Patrick Hohmann am 15.08.05 14:29
uuuh.
Inzwischen ists ja geklärt.
Na, ich bin froh, dass ich miterleben kann, was es so zu sehen und zu erleben gibt.
Dave Matthew am 18.08.05 16:09
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Spiderman hat keine Chance. Ohne Vorwarnung stürzen sie auf ihn zu. Sie kreischen, sie kreisen ihn ein. Wie einstudiert fassen sie sich an den Händen, schließen den Kreis enger um ihn. Dann ist es so weit: Jemand stimmt ein Lied ein und alle singen mit.
Nur Dari steht wie angewurzelt in der Mitte und weiß nicht wie ihm geschieht. Mit vielem mag der junge Russe gerechnet haben, bevor er nach Deutschland kam, aber nicht mit einer Horde rot gewandeter WJT-Volunteers, die ihn urplötzlich in friedlicher Absicht umzingeln. Dabei wollte er doch nur ein bisschen Geld verdienen. Als Spiderman vor dem Kölner Dom.
Nein, von einem Weltjugendtag hat Dari in seiner Heimat noch nie etwas gehört. Und um sich mit den ausgelassen tanzenden italienischen WJT-Helfern zu unterhalten, mangelt es beiden Seiten an Sprachkenntnis.

Immerhin, am Ende reicht es für eine gemeinsame "La Ola", auch wenn sich Dari ein wenig zu quälen scheint.
"Funny, very funny" ist denn auch der einzige Kommentar, der Dari im Anschluss über die Lippen kommt. Ein womöglich ironisches Funkeln seiner Augen wird von seiner Maske gnädig verdeckt.

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Alle sind sie da. ARD, ZDF, WDR und die Privaten. Dazu ein Dutzend Zeitungsjournalisten und sechs, sieben Fotografen. Schließlich hat nicht irgendwer, sondern der NRW-Innenminister zum Pressetermin geladen.
Als die Kameras laufen, hebt Ingo Wolf seine Stimme: "Ein Mega-Event steht bevor", "die Jugend der Welt in der Stadt zu Gast", "Absolute Sicherheit kann niemand garantieren", "Wir tun alles, damit…", "Das Marienfeld, eine Millionenstadt für einen Tag".
"Was wichtiges?" fragen sich Passanten, die vom Presserummel angezogen neugierig stehen bleiben. Nein, möchte ich antworten, Sie hören nur eine identische Wiederholung dessen, was der Innenminister bereits letzte Woche schon auf dem Marienfeld gesagt hat.
Aber der Weltjugendtag bietet Politikern eben eine willkommene Bühne.
Innenminister Wolf auf dem Marienfeld (04.08.05)
Blobberpfffff für den Papst (11.08.05)
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"Sie müssen mal gucken, hinter wie vielen Fenstern bei uns abends um zehn das Licht noch leuchtet", meinte Weltjugendtags-Geschäftsführer Hermann-Josef Johanns vor einer Woche zu mir. Jetzt hab ich mal geguckt, um viertel nach elf: Tatsächlich - Neonlichter in einem Großteil der Büroräume. Und ab und zu mal hier, mal da nur kurz auftauchende Gestalten, die schnell wieder im Inneren des Gebäudes verschwinden.
Unten, in der Gereonstraße, schunkelt sich eine Gruppe von Kölnbesuchern in den Rest der Nacht, die vermutlich nicht des Weltjugendtags wegen in der Stadt sind.
Während ich versuche, die nächtliche Betriebsamkeit der Weltjugendtagsorganisatoren im Bild festzuhalten, öffnet sich die Einganstür:
"Nein, bitte kein Foto von mir" wehrt sich eine WJT-Helferin, die seit Monaten freiwillig unbezahlte Zwölfstundenschichten schiebt und nur für eine kurze Zigarettenpause vor die Tür gekommen ist.
"Meine Mutter darf davon nichts wissen", fügt die Frau Anfang zwanzig hinzu.
Ich glaube, sie meint ihre Zigarette.

Vielleicht ist die Mutter aber auch fundamentalistische Atheistin, die anderen ihren Glauben aufzwingt und alle Gläubigen nur mitleidig von oben herab belächelt!
ckd am 13.08.05 11:39
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Nicht nur 4.000 Polizisten werden in den nächsten Tagen für die Sicherheit von Papst und Pilgern in Köln sorgen. Auch Tibet-Terrier Phari hält auf der Domplatte - als Freizeit-Polizeihund - Augen und Ohren auf. Diskussionen mit seinem Herrchen um eventuelle Überstunden wird es aber nicht geben: "Ein guter Polizist macht niemals Feierabend", gibt dieser die Marschroute am "Tag des sozialen Engagements" vor. Tierfreunde müssen sich übrigens keine Sorgen machen. Vorfreudiges Wedeln signalisiert vor jeder morgendlichen Verkleidungsaktion aufs Neue, dass zumindest der Hund mit der Marotte seines Herrchens keine Probleme hat.

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Geruch von deftiger Gulaschsuppe weht durch das Kirchengestühl. Bis kurz vor den Altar sind im Hauptgang und den Seitenschiffen Bierzeltgarnituren aufgebaut. Frische Äpfel, Besteck und der Text eines Tischgebets liegen auf den Plätzen. Vor allem aber: Überall sind Menschen: Sie sitzen, stehen, palavern, schlürfen Suppe oder genießen zum Nachtisch ein Stück Kuchen. "So voll war es hier das letzte Mal Weihnachten – das können sie ruhig schreiben", sagt Jan-Martin Wischmann, der in der Pfarrgemeinde St. Johannes Evangelist "Oberhausens längste Tafel" mit organisiert.

Schon in Toronto, beim letzten Weltjugendtag 2002, hatte Papst Johannes Paul II. die Jugend zum "Tag des sozialen Engagements" aufgerufen. Von einem "Miteinander zwischen Dir und anderen" sprach er damals – "Bau mit an einer gerechteren Welt" fordern die WJT-Organisatoren heute. Diesem Appell sind heute fast 120.000 Jugendliche in rund 4.000 Projekten gefolgt.

"Wir wollten einfach was Tolles mit sozialem Backround auf die Beine stellen", erinnert sich der 20-jährige Jan-Martin Wischmann. "Eine fast unüberschaubare Tafel, an der rund 500 Bedürftige, Gemeindemitglieder und viele Jugendliche gemeinsam speisen, mit der Kirche im Mittelpunkt", so schwebte es den Oberhausener Jugendlichen vor. Also suchten sie sich bereits im vergangenen Winter die "Oberhausener Tafel e.V." als Partner, sammelten bei Firmen Lebensmittel und organisierten fast 100 Bierzeltgarnituren. "Zweimal durfte ich bei vergangenen Weltjugendtagen schon Gast sein, jetzt bin ich endlich mal Gastgeber", freut sich Jan-Martin Wischmann über den Erfolg der Aktion, bei der rund 60 Jugendliche geholfen haben. "Wenn mich da noch jemand komisch anguckt, weil ich mich in der Kirche engagiere, sag ich nur: Du verpasst was."
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Michael steht und staunt. "So groß hatte ich es mir nicht vorgestellt." Zusammen mit seiner Frau und dem Fernglas in der Hand steht er vor dem 10 mal 12 Meter großen Foto von Johannes Paul II., gegenüber vom Kölner Dom. Genau genommen ist es nicht nur EIN Foto – es sind einhunderttausend, farblich sortiert und mit Computerhilfe zu einem riesigen Mosaik zusammengesetzt. "Es hilft alles nichts, ich kann mich nicht finden", seufzt der Pilger aus Wesseling bei Bonn. "Aber immerhin, wir sind Teil des größten Mosaiks der Welt."

Die Idee kam jungen Mitarbeitern beim Kölner Domradio (Slogan: "Der gute Draht nach oben"). Gläubige aus aller Welt schickten in den vergangenen Monaten Pass-, Bewerbungs- oder Urlaubsfotos, aus denen sich das überdimensionale Papstportrait nun zusammensetzt. Noch immer gehen Tag für Tag rund tausend Fotos beim Domradio ein. "Wir fanden die Idee einfach klasse und haben zusammen mit unseren Kindern Fotos rausgesucht und losgeschickt", erzählt das Ehepaar. Weltweit haben sich Gläubige aus 175 Ländern an der Aktion www.thank-you-jpII.net im Internet beteiligt. Dass sie sich im Mega-Mosaik wieder finden werden, halten die beiden für ausgeschlossen: "Ich hab schon gesehen, am Rand sind viele auch beschnitten, vielleicht ist da nur ein Zipfel von mir mit verwendet worden."

Aber vielleicht ist Michaels Zipfel mitsamt der ganzen Familie auch schon bald in Italien. Denn die Initiatoren von thank-you-jpII wollen ihre Aktion so lange weiter laufen lassen, bis Papst Johannes Paul II. irgendwann selig gesprochen wird. Gut möglich, dass Michael dann zur Seligsprechung auf dem Petersplatz hängen wird – zum Beispiel als Teil der dann noch größeren Nase von Johannes.
Zum Seitenanfang"Nachregistrierung von Freiwilligen" steht in ziemlich sperrigem Deutsch an der Eingangstür vom Kölner Domforum. Weil der ein oder andere, der schon vor Monaten zusagte, beim Weltjugendtag freiwillig zu helfen, nun doch lieber in den Urlaub fährt, wird nun "nachnominiert" - so nennt man das Verfahren zumindest bei der Fußballnationalmannschaft.

Rund 2.000 Helfer sind abgesprungen, dies sei aber ein Durchschnittswert, der auch bei früheren Weltjugendtagen erreicht worden sei - so heißt es beruhigend. Seit dem Morgen hat deshalb der Freiwilligencounter im Domforum geöffnet und "die Schlange wird immer länger", wie Annette berichtet, die als Freiwillige die Freiwillligen registriert. Die 20-jährige Katharina will z.B. eine ganze Woche helfen, bevor sie in Kürze ihre Ausbildung als Korbflechterin beginnt.

Warum Katharina mithelfen will
Selbst ganze Familien reihen sich gemeinsam in die Schlange ein, um als Parkanweiser oder Essensausteiler zu helfen. Eine Emailadresse und ein selbstgewähltes Passwort, mit dem man sich auf einer Internetseite einloggen kann - viel mehr muss am Schalter nicht angegeben werden. Jeder kann dann in Ruhe zu Hause überlegen, an wie vielen Tagen er bei freier Verpflegung zur Verfügung stehen will. Auch unter den Obdachlosen scheint sich dieser "Geheimtipp" schon herumgesprochen zu haben, jedenfalls machen bei ihnen am Mittag die ersten WJT-Essensmarken die Runde.
Die Freiwilligen-Hotline: 0221 – 49 2005 82
Der Counter im Domforum hat von 11 bis 18.30 Uhr geöffnet
Ich, evangelisch, arbeite in der hiesigen Stadtverwaltung und habe mich bereits vor 5 Monaten für einen Einsatz vom 08. bis 11.08. gemeldet. Da ich Sonderurlaub bekommen hätte, den ich aber dann auch noch beantragen musste, wollte ich dann 3 Tage vor meinen Einsatz endlich wissen, wo ich eingesetzt werden sollte. Da ich bereits sowohl eine schriftliche Absage und eine Woche später eine Zusage erhalten hatte, war für mich nicht klar, ob ich eingesetzt werden würde. Also habe ich mich erkundigt und eine recht hilflose Rückantwort erhalten, die mich dazu bewogen hat, meine Meldung zurück zu ziehen.
Wenn diese Erfahrungen mehrere Leute gemacht haben, kann ich verstehen, wieso 2.000 Leute nicht mehr zur Verfügung gestanden haben.
Isabell am 10.08.05 09:01
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Zum SeitenanfangEigentlich ist dieser Pressetermin überflüssig. Der Energiekonzern Rheinenergie will Millionen Liter Trinkwasser spendieren? Lachhaft, denn jeder, der auf der Domplatte seinen Kopf in den Nacken legt, bekommt Trinkwasser satt - er muss nur lange genug seinen Mund offen halten. Gut, dass WJT-Pressesprecher Matthias Kopp gleich zu Beginn klarstellt, man werde "für besseres Wetter beten". Dass dies nicht nur als Scherz gemeint ist, wird einen Satz später klar: Kardinal Meisner persönlich, schiebt Kopp nach, werde schon bald der schwarzen Madonna von Köln einen Besuch abstatten und mit geistlichem Nachdruck um blauen Himmel bitten. Die Presse werde selbstverständlich noch eingeladen.

Für den Kölner Energiekonzern ist das Trinkwassersponsering beim WJT vor allem eine billige Werbemöglichkeit, um den Unternehmensnamen einem Millionenpublikum vor Augen zu führen, denn natürlich prangt an jeder der 50 Wasserentnahmestellen im Stadtgebiet unübersehbar der Firmenname – für die WJT-Organisatoren ist dadurch aber eines der Hauptprobleme im Bereich Lebensmittelversorgung gelöst, denn wie sonst sind die Pilger mit den bei heißem Wetter erforderlichen zwei bis drei Litern pro Tag zu versorgen? Vorausgesetzt, die katholische Kirche hat tatsächlich einen guten Draht "nach oben" und der (Wetter-)Gott hat irgendwann ein Einsehen, kalkulieren die Veranstalter mit rund 4,5 Millionen benötigten Litern.
Die Wasserversorgung beim letzten Weltjugendtag verlief übrigens eher suboptimal – nach einem Sturm, so erinnert sich WJT-Geschäftsführer Hermann-Josef Johanns, flogen hunderttausende der zuvor mühsam eingesammelten leeren Plastikflaschen durch die die Straßen von Toronto. In Köln wäre für ein vergleichbares Chaos schon ein Orkan notwendig, denn das Wasser fließt aus fest installierten Wasserhähnen: "Hahn aufdrehen, Trinkflasche drunter halten und laufen lassen" beschreibt Rheinenergiechef Helmut Haumann das simple Rezept gegen durstige Kehlen. Klar, dass der Wassermanager die Gelegenheit nutzt, vor der versammelten Presse das "Lebensmittel Nummer Eins" zu preisen. "Dat Wasser vun Kölle is joot", zitiert er den Karnevalsschlager der Bläck Fööss und untermauert diese kölsche Weisheit mit harten Fakten: 10.000 Laborproben pro Jahr würden für beste Trinkwasserqualität und die schärfste Kontrolle im Lebensmittelbereich sorgen.
Schade nur, dass die durchs Wassersponsering gesparten Kosten dem Weltjugendtag nun auf andere Weise in Rechnung gestellt werden. Vandalismus, so sagt WJT-Geschäftsführer Johanns, hat die dauerhafte Überwachung der Wassertürme durch Sicherheitspersonal nötig gemacht. Oder sind die Vandalen nur vorgeschoben? Gehen die Veranstalter auf Nummer sicher, um die abstrakte Gefahr von Terroranschlägen auch in diesem Bereich auf ein Minimum zu reduzieren?

Am Rand aufgeschnappt:
"Ey, kriegisch die Flasche, wenn de fettich bist?"
Der Chef der Rheinenergie AG, Helmut Haumann, braucht einen Moment, bis er begreift. Der junge, ungepflegte Mann, der da plötzlich beim abschließenden Fototermin an seiner Seite steht und ihm mit Nachdruck seinen Alkoholatem ins Gesicht bläst, hat es gar nicht auf das gesponserte Wasser abgesehen. Vielmehr ist in diesem Augenblick der inoffizielle Startschuss zur Pfandflaschenjagd beim Weltjugendtag gefallen.
dass das kölner wasser gut ist halte ich für ein gerücht. schon mal in den wasserkocher geguckt? kalk, kalk und nochmals kalk
ist das wasser eigentlich geweiht?
peter am 08.08.05 16:04
Bitte kürzer fassen!
domspatz am 09.08.05 08:59
gute idee kleiner spatz
dein kätzchen am 09.08.05 10:41
genau, ihr schreibt so viel text am stück - das ist schwer lesbar...
würstchen am 09.08.05 16:51
Werde mich bemühen, "Würstchen", kürzer und knackiger zu schreiben. Aber aus Interesse: Habt Ihr denn alle verlernt, etwas länger an einem Stück zu lesen?
Stefan am 09.08.05 17:05
Dafür schlag ich die Zeitung auf.
ckd am 10.08.05 13:39
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Zum SeitenanfangBekennender Ostwestfale. Bekennender Pfarrerssohn. Letzteres kann ich nur deshalb so locker in die Tasten tippen, weil Vater und Mutter Protestanten sind. Dennoch bereits als Kind Kontaktaufnahme zur heiligen Jungfrau: Tondokumente von 1977 belegen, wie ich mit zarter Knabenstimme "Maria durch ein Dornwald ging" in der elterlichen Küche singe.
Persönliches religiöses Highlight: Die Begleitung einer jugendlichen Pilgergruppe zum Papstbegräbnis in Rom im Mai 2005. "Johannes Paul der Zweite, wir sind an Deiner Seite!" Die Inszenierung der Trauerfeier auf dem Petersplatz sorgt dann auch bei mir für Gänsehaut und echte Anteilnahme. So etwas konnten "die Katholiken" schon immer besser als wir Protestanten.
Nach Ende des Weltjugendtages werde ich wissen, ob auch Papst Benedikt Popstarqualitäten hat und ob es ihm gelingen kann, der katholischen Jugend eine echte Perspektive zu bieten.
Hallo Stefan Domke,
vielleicht ist das Folgende etwas für einen WDR-Reporter: Es geht um eine engagierte Website mit Sitz in Münster/Westf., die aktuell WJT-Links sammelt:
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http://www.weisse-rose.info
Impressum:
das "Weisse Rose-Jugendbündnis"
c/o Pressesprecher Magnus Becker
Postfach 1323
D - 48003 Münster
"Weisse Rose sammelt Meinungen & Links von Weltjugendtags-Besuchern: [ Presseerklärungen ]
Heute soll es einmal nicht um ein spezielles Thema des WJTs gehen, sondern um Links zu Seiten, die das Thema Weltjugendtag aufgreifen. Vorzugsweise solche, die von Jugendlichen (jedoch nicht nur jungen KatholikInnen) gestaltet werden. Wir bieten ausserdem wie schon bei der Girlscamp-Berichterstattung all jenen jungen Menschen die Gelegenheit, ihre Ansicht samt Foto von sich zu veröffentlichen. Nach Registrierung auf unserer Plattform automatisch, ansonsten per E-Mail an info@weisse-rose.org. Thx!"
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Thomas Nolte (51), Moers
Gymnasiallehrer (kath. Religion / Sozialwissenschaften)
eMail: info@t-nolte.de
Blog: http://t-nolte.blog.de
Thomas Nolte am 15.08.05 16:54
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Zum SeitenanfangPermanente URL dieser Seite: http://www.weltjugendtagblog.de/archives/domke/index.html